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Kaffeevollautomaten Test 2017

Für den großen Sonntagmorgen Kaffeevollautomat Test hat unser Kaffeevollautomat-Experte Arne 24 Maschinen ausgiebig getestet. Daraus präsentiert er euch die 6 besten in diesem Artikel. Sonntagmorgen kauft alle Geräte aus eigener Tasche und ist nicht von einem Hersteller gesponsert.

24

Geräte getestet

437

Espressobezüge

57

Stunden Gesamt-Testzeit

Author

von Arne

Zuletzt aktualisiert am: 11. June 2017

Hier findet ihr wie wir uns finanzieren Sonntagmorgen wird nicht von Herstellern finanziert. Wir kaufen alle Produkte selber und testen sie ausgiebig, um euch die bestmögliche Beratung zu garantieren. So sind wir unabhängig und müssen euch nicht ein Produkt empfehlen, nur weil uns ein Händler vielleicht dafür bezahlt.

Wenn ihr über einen unserer Links das Produkt eurer Wahl kauft, so bekommen wir eine kleine Provision vom jeweiligen Online-Shop. Das gute daran: für euch kostet das Produkt genau das gleiche, aber wir können euch mit eurer Hilfe die besten Testberichte erstellen.

Kaffeevollautomat Vergleich – Was ihr wissen solltet

Der Mensch ist erstens ein Gewohnheits- und zweitens ein Faultier – je mehr ein Gerät von alleine kann, desto besser. Das könnte erklären, warum Kaffeevollautomaten seit einigen Jahren weit oben auf der Wunschliste vieler Konsumenten stehen.

Auch die Hersteller vermelden regelmäßig Umsatzzuwächse – wofür letztendlich das schlaue Grundprinzip verantwortlich sein dürfte: Man drückt auf einen Knopf und die Kaffeemaschine kümmert sich von ganz allein um das Mahlen der Bohnen, das Kaffee-Brühen und sogar um das Milchschäumen.

In meinem Kaffee-Blog Coffeeness teste ich, seit fast Zehn Jahren, alles was mit Kaffee und Espresso in Verbindung steht. Dazu gehören natürlich auch Kaffeevollautomaten Tests in allen Preisklassen.

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Auf Knopfdruck zu Latte Macchiato, Cappuccino oder guten Espresso: Genauso stellen sich viele von uns den Genusshimmel vor.

Für diese Zeitersparnis müsst ihr allerdings mehrere hundert Euro investieren. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie viel Geld ein anständiger Kaffeevollautomat tatsächlich kosten sollte. Und: Was macht einen anständigen Vollautomaten überhaupt aus?

Die Antwort liefert dieser Artikel, der von A bis Z verrät, was beim Thema Kaffeevollautomat wichtig ist. Zusätzlich stelle ich die wichtigsten Geräte 2017 vor, nehme die Ergebnisse von Stiftung Warentest unter die Lupe und gebe Tipps, worauf ihr beim Kauf achten solltet.

Wie so oft gilt hier in jedem Fall: Nur, weil ein bekannter Markenname draufsteht und der Preis nach Qualität aussieht, ist ein bestimmter Kaffeevollautomat noch lange kein Kauftipp – top Noten im Testmagazin hin oder her.


Preis-Leistungs-Testsieger
Delonghi ECAM 22.110.B Test

from 265,00 €

Bester seiner Klasse
Melitta Caffeo CI Test

from 476,00 € 555,00 €

Bester High-End Vollautomat
Siemens EQ9 Test

from 1.290,99 € 1.699,00 €

KRUPS EA8108 Test

from 212,94 € 599,99 €

Melitta Caffeo Solo Test

from 284,99 € 399,00 €

Saeco PicoBaristo Test

from 649,00 € 769,99 €

Jura E8 Test

from 885,09 €

Saeco GranBaristo Avanti Test

1.180,42 €

Philips HD8834 Test

385,00 €

Miele CM6350 Test

1.134,95 €

Siemens EQ3 Test

401,00 € 679,00 €

Philips HD8829 Test

396,29 €


Warum ihr diesen Text lesen solltet

Viele von uns vertrauen Stiftung Warentest oder der Amazon-Bestsellerliste, wenn es auf die Suche nach den besten Kaffeevollautomaten geht. Und das ist grundsätzlich nicht falsch.

Als erfahrener Barista und Berufstester von Siebträgermaschinen, Espressomaschinen und eben Vollautomaten habe ich jedoch gemerkt, dass offizielle Testberichte oft viel sagen, aber wenig erklären.

Kaffeevollautomaten Brühgruppen

Arne testet und bewertet die Brühgruppen unserer Testkandidaten.

Oder anders: Sie nehmen sich Zeit für technische Details und vergessen, was am Ende wirklich zählt – der Geschmack des Kaffees und die möglichst einfache Handhabung!

Aus meiner langjährigen Erfahrung mit Kaffeevollautomaten weiß ich, was am Ende wirklich zählt: einfache Handhabung und der Geschmack des Kaffees.

Außerdem gehe ich so objektiv wie möglich an die Sache und lasse mich nicht davon blenden, ob ein hochwertiger Melitta Kaffeevollautomat oder ein günstiger DeLonghi Kaffeevollautomat vor mir steht. Denn ich weiß: Preis Leistungssieger müssen nicht zwingend viel kosten.

Und schließlich profitiert ihr von meiner Kaffee-Obsession und lernt in diesem Artikel, warum etwa eine herausnehmbare Brühgruppe ein Top-Feature ist und wie ihr den besten Kaffeevollautomaten für euren Anspruch (!) findet.

Kaffeevollautomaten Espressoqualität

Jeder Espresso aus den Vollautomaten wird verkostet, analysiert und bewertet.

Was ich damit sagen will: Ich bin vielleicht nicht so hochoffiziell wie ein Siegel von Stiftung Warentest, teste jedoch die Geräte unter einer wichtigen Prämisse: Was haben wir als Endverbraucher davon?

Was ist ein Kaffeevollautomat?

Bildlich gesprochen ist ein Kaffeevollautomat nichts weiter als ein mechanischer Barista. Jeder Schritt, den der Profi in der Kaffeebar von Hand mit Mühlen und Siebträgermaschinen erledigt, übernehmen die Geräte von allein und auf Knopfdruck:

Was ist ein Kaffeevollautomat?

Ein Kaffeevollautomat bereit quasi auf Knopfdruck Espressogetränke zu wie beispielsweise Latte Macchiato.

  • Sie mahlen die Kaffeebohnen portionsweise entsprechend der Mahleinstellungen.
  • Sie verdichten das Kaffeemehl zum sogenannten Puck.
  • Sie heizen das Wasser auf und jagen es dann bei einer bestimmten Temperatur durch den Puck.
  • Sie geben den fertigen Kaffee in einer voreingestellten Menge aus.
  • Sie transportieren den Kaffeepuck in einen vorgesehenen Auffangbehälter.
  • Sie spülen ihre Leitungen nach einer bestimmten Standzeit durch und
  • Sie reinigen sich auch noch automatisch

Zumindest bei den letzten beiden Punkten kommt es aber erheblich darauf an, welches Gerät vor euch steht. Denn etwa der Krups EA8108 spült schonmal nicht automatisch.

KRUPS EA8108

Dieser kleiner Kaffeevollautomat spült nicht automatisch und ich empfehle ihn auch eher nicht

Je nach Gerät schäumen die Vollautomaten auch noch Milch und zaubern so Latte Macchiato, Cappuccino und Co. – mit einem dicken Aber. Denn das Gerät heißt eben nicht Espressovollautomat und hat mit Espressomaschinen nur bedingt etwas zu tun.

Was ist der Unterschied zwischen Kaffeevollautomat und Espressomaschine?

Kaffeebohnen und Wasser einfüllen, Knopfdruck, fertig ist der Koffeinkick: Dieses einfache Grundprinzip ist perfekt für alle, die wenig Zeit und Lust haben, sich mit den Feinheiten der Kaffeezubereitung auseinanderzusetzen.

Espressomaschine oder Kaffeevollautomat

Darum stehen Kaffeevollautomaten auch bevorzugt in Büros oder großen Haushalten, wo jeder auf seine Kosten kommen will, ohne vorher einen Barista-Kurs zu absolvieren.

Allerdings trägt der Kaffeevollautomat seinen Namen nicht umsonst, denn entgegen aller Herstellerversprechen und Knopf-Beschriftungen ist das, was aus dem Auslass kommt, kein echter Espresso, sondern nur eine (wenn auch nahe) Imitation des schwarzen Klassikers aus Italien.

Der Grund ist recht einfach: Ein Vollautomat ist eine Kompromissmaschine, die in Sachen Wasserdruck, Mahlgrad und Brühtemperatur versucht, alle Zubereitungsmethoden unter einen Hut zu bringen. Siebträgermaschinen machen nichts anderes als Espresso zuzubereiten.

Das geht beim Automaten auf Kosten einzelner Funktionen. So kann ein Vollautomat den Kaffeepuck nicht so stark verdichten, wie es für einen Espresso nötig wäre. Darum ist der Mahlgrad gröber und die für den „Espresso“ genutzte Kaffeemenge meist etwas höher.

Kaffeepuck

Hier mal ein beispielhafter Puck

Die Hersteller sind sich dessen bewusst und versuchen alles, um den Fake-Espresso dennoch möglichst nah ans Original heranzuführen. So bauen zum Beispiel manche Mini-Quirle ein, die den Kaffee auf dem Weg in die Tasse so aufschlagen, dass eine „Crema“ und damit der Eindruck von Espresso entsteht.

Auch empfehlen viele Hersteller ganz bestimmte Bohnen, die durch ihre Röstung oder das Mischverhältnis zwischen Arabica und Robusta das Manko des Automaten möglichst gut ausgleichen sollen.

Das muss nicht heißen, dass das Espresso-Imitat schlecht ist. Es ist nur eben nicht das, was ein Siebträger produziert. Im Grunde ist KVA-Espresso genauso ein eigenständiges Gebräu wie Kaffee aus dem Handfilter, Kaffee aus der French Press oder Kaffee aus jeder anderen Zubereitungsart.

Aber nochmal: Die besten Kaffeevollautomaten kommen schon sehr nah an das, was viele von uns an Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato, die nur mit Espresso wirklich schmecken, so lieben.

Espresso aus dem ESAM 22110B

KVA-Espresso kommt schon sehr nah an das Original heran, hier einer vom Testsieger Delonghi.

Höchstens die Tatsache, dass praktisch alle Hersteller von den Espresso-Künsten ihrer Automaten schwärmen und eigentlich KVA-Espresso meinen, sollten wir als Verbraucher kritisch betrachten.

Vor- und Nachteile von Kaffeevollautomaten

Geht es um die Pro- und Contra-Argumente zu Kaffeeautomaten, stehen zwei Punkte in der Diskussion immer wieder im Vordergrund: komplette Automatik vs. hoher Preis. Einstiegspreise um die 300 Euro sind kein Pappenstiel – vor allem, wenn es perfekte Kaffeebereiter um die 30 Euro gibt.

Auf der anderen Seite beherrschen Vollautomaten mehr als eine Zubereitungsmethode und machen eben vieles richtig, was Ungeübte bei der Kaffeezubereitung falsch machen könnten. Und auch der Zeitfaktor spielt eine erhebliche Rolle.

Das alles sorgt für eine ziemlich ausgeglichene Liste an Vor- und Nachteilen von Kaffeevollautomaten:

VORTEILE

  • Kaffeegenuss ohne Zeitinvestition
  • Keine Vorkenntnisse nötig (abgesehen vom Wissen, welcher Knopfdruck was macht)
  • Verschiedene Kaffees und Kaffee-Milch-Getränke möglich
  • Kaffee wird stets frisch gemahlen (ein Hauptfaktor für guten Kaffee)
  • Reinigung klappt von allein (bis zu einem gewissen Punkt)
  • Der „Espresso“ ist annehmbar (bei guten Maschinen)
  • Die Geräte sind relativ kompakt
  • Der Tassenpreis ist recht überschaubar

NACHTEILE

  • Geht der Automat einmal kaputt, muss der Profi ran. Denn ein Vollautomat ist ein ziemlich kompliziertes Maschinchen.
  • Viele Modelle mahlen überaus laut und manchmal inhomogen.
  • Wer beim Reinigen schlampt, darf sich über Schimmel und verkalkte Leitungen freuen.
  • Mehr als 1 bis 2 Tassen könne nicht gleichzeitig zubereitet werden.

Gerade der letzte Punkt ist für Büros mit hohem Kaffeeaufkommen ein wichtiger Faktor und einer der Gründe, warum nach dem anfänglichen Kapsel-Hype viele Unternehmen auf einen Vollautomaten umgeschwenkt sind:

Bei einer 5-Tage-Woche und vier Mitarbeitern mit jeweils drei Tassen Kaffee pro Tag betragen die Kaffeekosten bei einem Vollautomaten rund 10,40 Euro pro Woche. Nespresso oder andere Kapselmaschinen schlagen mit etwa 41,57 Euro zu Buche. Die Handfilterung würde zwar nur etwa 7,32 Euro kosten, allerdings dauert das wiederum länger und ist mit mehr Aufwand verbunden.

Diese beispielhaften Zahlen aus diesem Online-Tool machen eines deutlich: Wer wöchentlich viel Kaffee trinkt und keine Lust auf Umstände, aber große Lust auf exklusiven Kaffee, Cappuccino und Latte hat, wird die Investition in einen Kaffeevollautomaten grundsätzlich nicht bereuen.

In dieser ganzen Rechnerei schwingt jedoch auch mit, warum viele Kaffeefans über Vollautomaten die Nase rümpfen: Hier geht es einzig und allein um Ergebnisse wie vom Fließband, um Kalkulationen und den schnellen und gelungenen Koffeinkick für eine möglichst große Anzahl von Leuten.

Die Finessen der Kaffeebereitung bleiben genauso auf der Strecke wie die vielen kleinen Effekte, die der Faktor Mensch auf das Ergebnis in der Tasse hat. Denn im direkten Vergleich Profi gegen Vollautomat wird die Maschine immer verlieren – Pole-Position im Testmagazin hin oder her.

Zusätzlich gibt es mehr als ein Argument, das gegen die Geräte spricht. Dieser Online-Artikel der WELT fasst recht gut zusammen, warum sich viele den Kauf schenken.

Trotzdem kriegt mein gesamtes Team jedes Mal leuchtende Augen, wenn ein neuer Test zum Kaffeevollautomat ansteht. Denn seien wir ehrlich: Die Dinger befriedigen unseren Spieltrieb und die Ergebnisse fordern auch Kaffee-Profis oft mit ihrem tollen Geschmack heraus – wie macht die Maschine das nur? Genau darum geht es uns jetzt.

Kaffeevollautomaten machen auch Spaß

Ja, manchmal befriedigen KVAs meinen Spieltrieb.

Was bestimmt den Preis eines Kaffeevollautomaten? – Die Komponenten im Überblick

Der überaus geräumige und ausbaufähige Markt für Vollautomaten bietet Geräte in jeder Preisklasse. Die Amazon-Bestsellerliste zeigt schon auf den ersten Plätzen, womit ihr preislich rechnen solltet:

Dieses Video wurde uns von coffeeness.de freundlicherweise zur Verfügung gestellt

  • Auf Platz 1 steht aktuell der DeLonghi ECAM 22 110 (hier geht’s zum Delonghi ECAM 22 110 Test) für aktuell 265,00 €. Dieses Gerät ist zweifelsohne eines der beliebtesten Allroundtalente in der Einsteigerklasse. DeLonghi ist sowieso eine erste Adresse, wenn es um günstige Vollautomaten geht.
  • Auf Platz 2 kostet der Saeco HD8925/01 PicoBaristo mehr als doppelt so viel, punktet jedoch auch mit Milchtank und mehr Einstellungsmöglichkeiten.
  • Stimmt die Annahme höherer Preis = höhere Leistung, müssten etwa der DeLonghi ESAM 6900 Kaffee-Vollautomat PrimaDonna für über 1.200 Euro oder der Siemens TI905501DE Kaffeevollautomat EQ.9 s500 ( hier geht’s zum Test) für 1.290,99 € Kaffee kochen können, der jedem Barista Glückstränen in die Augen treibt.

Die Preisunterschiede der Geräte haben viele Gründe, die aber nicht nur etwas mit der Leistungsfähigkeit zu tun haben. Letztendlich bezahlt ihr häufig auch die Marke.

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Allerdings könnt ihr solche Kostenfallen recht schnell aufdecken, wenn ihr bei den Maschinen genauer hinschaut:

Das Material

Ohne Wenn und Aber: Je weniger Kunststoff ein Vollautomat besitzt, desto besser. Plastik ist nicht nur gesundheitlich fragwürdig, es hat auch einen dummen Nebeneffekt: Es lädt sich gern statisch auf und sorgt dafür, dass Kaffeemehl, das eigentlich genau abgemessen ist, auf dem Weg durch die Maschine kleben bleibt.

Material

Unsere Testkandidaten haben unterschiedliche Materialien. Ihr könnte generell zwischen Kunstoff und Edelstahl wählen, wobei Edelstahl meist teurer ist.

Das wiederum macht all die schönen Berechnungen zur richtigen Kaffeemenge zunichte und das Ergebnis in der Tasse ist bestenfalls suboptimal. Viel schlimmer ist jedoch, dass Kaffeemehl aufgrund des hohen Fettanteils überaus schnell ranzig wird.

Und ist das Kaffeemehl dann auch noch nass und bleibt am Kunststoff auf dem Weg von der Brühgruppe in den Auffangbehälter hängen, stehen alle Zeichen auf Schimmel. Zwar setzen auch teurere Maschinen aus Gewichtsgründen auf Kunststoff, nehmen aber wo es geht Edelstahl.

Das Mahlwerk

Eines der wichtigsten Pro-Argumente für einen Kaffeevollautomaten ist die eingebaute Kaffeemühle, die euch die ewige Frage nach dem Mahlgrad und perfekter Homogenität des Kaffeemehls abnehmen kann. Kann, wohlgemerkt. Denn Art und Material des Mahlwerks haben darauf einen wesentlichen Einfluss.

Mahlwerk

Mahlwerk eines Kaffeevollautomaten mit Einstellrad.

Je hochwertiger und präziser das Mahlwerk in einem Vollautomaten, desto leiser ist die Maschine, desto besser ist der Kaffee und desto länger sollte das Gerät funktionieren. Oder anders gesagt: Ist das Mahlwerk Schrott, ist auch das Gerät Schrott.

Wie bei Handmühlen besteht eine automatische Mühle im Kaffeeautomaten entweder aus Keramik oder aus gehärtetem Stahl. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile und ihre Fans, wobei viele Hersteller gern das Keramikmahlwerk als Verkaufsargument bringen:

  • Es ist angeblich leiser – doch der Geräuschpegel wird von vielen Faktoren bestimmt.
  • Keramik rostet aber ganz sicher nicht.
  • Es soll überaus robust sein (was immer eine Frage der Materialqualität ist).
  • Es ist geschmacksneutral und emissionsfrei (was der Kaffeequalität zugutekommt).

All diese Eigenschaften bringt Stahl ebenfalls mit – vielleicht abgesehen vom höheren Geräuschpegel. Aber auch hier bestimmen die Qualität der Legierung und die Präzision der Verarbeitung, ob das Mahlwerk etwas taugt oder nicht.

Fast noch wichtiger – und ein wirklicher Unterschied – ist die Bauart des Mahlwerks. Sollte euch ein Vollautomat mit Schlagmahlwerk unterkommen, könnt ihr euch das Geld gleich sparen, denn diese Geräte sind zwar sicher günstig, aber eben auch verantwortlich für schlechten Kaffee.

Der wesentliche Unterschied zwischen den tauglicheren Scheiben- und Kegelmahlwerken ist ihr Aufbau:

  • Ein Scheibenmahlwerk zerkleinert die Kaffeebohnen zwischen zwei konkaven Scheiben, deren Abstand zueinander den Mahlgrad bestimmt.
  • Bei einem Kegelmahlwerk werden die Kaffeebohnen zwischen einem Kegel und der entsprechenden Aussparung zerkleinert (Positiv-Negativ-Prinzip, wie dieses Schema gut zeigt).

Viele favorisieren auf den ersten Blick Kegelmahlwerke, weil die konische Form rein physikalisch für ein gleichmäßiges Mahlergebnis sorgen kann. Denn alle Bohnen müssen jeden Abstand zwischen Kegel und Fassung auf dem Weg in die Brühgruppe durchlaufen und werden so theoretisch immer gleich gemahlen.

Allerdings sind Kegelmahlwerke in den meisten Mühlen nur deshalb verbaut, weil sie weniger Platz wegnehmen. Hinzu kommt, dass aus Kostengründen häufig auf sehr feine Einstellungsabstufungen verzichtet wird. Darum steht auf teuren Geräten meist „Scheibenmahlwerk aus Keramik“.

Aber auch das allein reicht nicht, um den Preis eines Vollautomaten über das Mahlwerk zu rechtfertigten. Dafür müsst ihr auch die Größe einkalkulieren. Je größer das Mahlwerk (und damit die Scheiben bzw. Kegel), desto mehr Kaffee wird gleichzeitig gemahlen.

Das geht schneller, es entwickelt sich weniger Hitze, das Mehl wird theoretisch homogener und der Kaffee insgesamt theoretisch besser.

Und nein, wir sind immer noch nicht am Ende. Denn die Umdrehungen spielen ebenfalls eine Rolle. Je fixer ein Mahlwerk seinen Job erledigt, desto geringer fällt wiederum die Zeit aus, die der Kaffee zwischen Scheibe oder Kegel bearbeitet wird. Und das wiederum schützt das empfindliche Kaffeearoma.

Die meisten Vollautomaten für den Endverbrauchermarkt besitzen ein relativ kleines Mahlwerk, allerdings sind es oft für Endverbraucher nebensächliche Millimeter-Unterschiede, die am Ende wirklich große Effekte haben.

Der Siemens EQ 9 besitzt ein (wirklich leises) Scheibenmahlwerk aus Keramik und kostet aktuell1.290,99 €.

Der Saeco PicoBaristo bringt ebenfalls ein Scheibenmahlwerk aus Keramik mit, kostet jedoch nur 649,00 €

Beim Einsteigergerät Melitta Kaffeevollautomat Caffeo Solo für 284,99 € ist ein Kegelmahlwerk aus Stahl in Gange. Mehr dazu erfahrt ihr im Testbericht. Gleiches gilt für den Kollegen Krups EA 8108 (212,94 € in etwa derselben Preiskategorie.

Der Verdacht liegt also nahe, dass ein Scheibenmahlwerk aus Keramik grundsätzlich hochwertiger als ein Kegelmahlwerk aus Stahl ist. Doch wie gesagt: Grundsätzlich besser oder grundsätzlich schlechter ist keine Variante. Es kommt immer auf das Zusammenspiel an.

Der Wassererhitzer

Damit aus Kaffeepulver Kaffee wird, geht nichts ohne heißes Wasser. Auch wenn verschiedene Zubereitungsmethoden individuelle Anforderungen an die Temperatur haben, einigen sich die meisten Kaffeevollautomaten auf brauchbare 94 Grad (da wären wir wieder beim Kompromiss).

Soll auch noch Milch geschäumt werden, muss der Automat Dampf produzieren, der erst ab 100 Grad entsteht. Und ein Automat verdient seinen Namen nur, wenn er diese unterschiedlichen Aggregatszustände jedes Mal perfekt und bitteschön möglichst fix hinkriegt.

Handelsübliche Geräte nutzen dafür entweder einen Boiler, oder einen modernen Thermoblock. Die zweite Version geht wesentlich schneller und soll außerdem weniger anfällig für Kalk sein – kostet den Käufer aber auch mehr.

Auf den Preis des Geräts hat also erstens die Art der Wassererhitzung Einfluss und zweitens die Power, die dahintersteht. Wer jetzt glaubt, dass sich diese Power an der Wattzahl ablesen lässt, irrt:

Einsteigergeräte wie Melitta Caffeo Solo rumpeln mit 1.400 Watt vor sich hin, ein Automat vom Kaliber Siemens EQ 9 verspricht aber auch nicht mehr als 1.500 Watt. Die Frage ist also vielmehr, wie diese Wattzahlen im Gerät umgesetzt werden, um aus kaltem heißes Wasser zu machen.

Genauen Aufschluss über den Thermoblock als Wassererhitzer der Stunde liefert dieser KaffeeWiki-Eintrag.

Die Brühgruppe

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Könnte man über ein mittelmäßiges Mahlwerk oder einen langsamen Boiler noch hinweg sehen, sollten die Ansprüche beim Thema Brühgruppe enorm sein. Schließlich kommen hier alle Komponenten des Vollautomaten zusammen und sollen den perfekten Kaffee liefern.

Die Brühgruppe ist – um es einfach zu sagen – eine Mischung aus Kaffeemehlpresse und Hochdruckwasserstrahl, verdichtet also das Kaffeemehl und jagt dann das heiße Wasser in genau berechneter Menge durch den Kaffeepuck.

Abgesehen von der Leistung, auf die wir später noch eingehen, gibt es Anhaltspunkte, die den Wert eines Kaffeevollautomaten über die Brühgruppe wesentlich beeinflussen:

  • Eine (leicht) herausnehmbare Brühgruppe lässt sich leicht und gründlich (!) reinigen.
  • Sollte die Brühgruppe fest installiert sein, muss das automatische Reinigungsprogramm erstens überaus gründlich sein und zweitens häufig zum Einsatz kommen – am besten von allein.

Dieses Video wurde uns von coffeeness.de freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Die Pumpe

Auch wenn die Brühgruppe und die Pumpe direkt miteinander verbunden sind, lohnt es sich, die Pumpe als eigenständiges Bauteil näher zu betrachten. Denn hier entscheidet sich, ob hinter der großen Fresse eines Vollautomaten auch wirklich etwas dahinter steht.

Wichtigste Zahl (und höchstes Verkaufsargument) ist der Druck, den die Pumpe erzeugen kann. Für einen guten Espresso (bzw. die Vollautomatenversion davon) sind 9 bar Druck das Nonplusultra – nicht mehr, nicht weniger.

Dann schießt das Wasser optimal durch den Kaffeepuck und löst genau die richtige Anzahl an Aroma, Fetten und Ölen aus dem Kaffeemehl. Zu viel Druck, und der Kaffee wird bitter. Zu wenig, und man könnte sich auch gemütlich einen Tee aufbrühen.

Trotzdem wird bei vielen Maschinen die Leistung 15 bar extra großgeschrieben – und zwar in allen Preisklassen. Dies ist aber erstens nur ein Maximalwert und zweitens wird er nicht gebraucht.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass ein Vollautomat, der weniger als 9 bar anpreist, weniger hochwertig ist, weniger leistet und meist auch viel weniger kostet.

Wenn also etwa ein Einsteigermodell wie der DeLonghi ECAM 22 110 mit seinen 15 bar prahlt, sollte man diesen Wert ganz genau unter die Lupe nehmen. Denn entscheidend ist, was die Brühgruppe und alle anderen Kaffeekomponenten mit diesem Druck anfangen und ob sie ihn überhaupt für das Endergebnis nutzen können.

Milchschäumsystem und Cappuccinatore

Gesundheit! Dieser etwas sperrige Begriff bezeichnet ein Milchschäumsystem, bei dem ihr einen Schlauch direkt in einen externen Milchbehälter oder eine Milchpackung hängen müsst. Meist kommt die Milch dann aus einem extra Auslass aus der Maschine.

Milchbehälter Saeco

Klarer Fall: Ist ein Cappucinatore vorhanden, kostet das Gerät mehr, als wenn es nur eine (bei Profis aber viel beliebtere) Dampfdüse mitbrächte. Und noch teurer wird es, wenn ihr auch ein integriertes Milchsystem, bei dem ihr nur auf den Knopf drückt, haben wollt.

Grundsätzlich gilt: Je besser das System von vornherein integriert ist, desto teurer wird’s. Desto besser ist aber auch (theoretisch) der Milchschaum auf Knopfdruck, für den ihr keinen Finger krumm machen musstet.

Die Bedienung

Altbundeskanzler Helmut Kohl hat mal gesagt „Entscheidend ist, was hinten rauskommt.“ Damit hat er zwar sicher keinen Kaffee gemeint, aber richtig ist es trotzdem:

Für uns Endverbraucher ist es eigentlich vollkommen wurscht, wie sich Brühgruppe, Pumpe und Mahlwerk im Kaffeevollautomaten behaupten, solange anständiger Kaffee aus der Düse kommt.

Allerdings ist es sicherlich nicht egal, wie wir die Maschinen dazu kriegen, das zu tun, was wir wollen. Und damit wären wir bei der Bedienung und den Knöpfen oder Displays.

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Auch vor den Kaffeeautomaten macht die Digitalisierung nicht Halt und so manches Geräte-Display ähnelt heute der Oberfläche eines Smartphones. Und damit muss man erst einmal umgehen können.

Denn während sich die Smartphone-Oberflächen inzwischen auf einen relativ gleichförmigen Standard geeinigt haben, kocht bei den Kaffeegeräten noch jeder Hersteller sein eigenes Süppchen.

Und wenn dann noch, wie bei beim Saeco HD8967/01 GranBaristo Avanti, eine App-Steuerung hinzu kommt, fragen sich viele Kaffeetrinker zurecht, was aus der Sache mit der „einfachen Bedienung“ geworden ist.

Einstellung mit der App

Einfach vom Handy aus die Temperatur einstellen.

Bezugsmenge mit der App einstellen

Temperatur und Menge kann genau bestimmt werden.

Preislich macht es natürlich einen riesigen Unterschied, ob drei Knöpfe zum Drücken oder eine ganze Kommandozentrale zum Steuern vorhanden sind. Das ist außerdem ein Hinweis darauf, wie viele Einstellungsmöglichkeiten eine bestimmte Maschine mitbringt.

Manche mögen ihren Kaffee stärker, manche lieben ihn sanfter, einige wollen so und soviel Milch geschäumt haben, andere haben Lust auf Experimente. Teure Geräte kommen diesen Wünschen gerne nach, was jedoch auch zu lasten der Übersichtlichkeit gehen kann.

Viel wichtiger ist in jedem Fall, dass sich die Steuerung selbst erklärt, eindeutig beschriftet ist und den Benutzer so weit es geht an der Hand nimmt und durch die Bedienung führt. Alles andere sind Gimmicks.

Der Wassertank

Zeit, mit einem sinnlosen Verkaufsargument aufzuräumen: Ein großer Wassertank ist niemals besser als ein kleinerer. Dieses Argument zieht nur, wenn der Wasserhahn vier Stockwerke entfernt ist und die Schlange vor dem Automaten immer länger wird.

Wassertanksysteme von Kaffeevollautomaten

Unterschiedliche Wassertank-Systeme unserer Testkandidaten

Ansonsten zwingt uns ein moderater Wassertank dazu, immer wieder frisches Leitungswasser für den Kaffeevollautomaten zu benutzen und das ist wesentlich besser für den Kaffeegenuss. Und für die Hygiene.

Richtig ist aber, dass der Wassertank erstens stets gut ausgespült werden sollte und zweitens leicht zu entnehmen und kleckerfrei einsetzbar sein sollte. Noch besser ist, wenn der Tank eine Runde in der Spülmaschine problemlos verzeiht.

Kleines Zwischenfazit: Was muss ein guter Kaffeevollautomat können?

Aus diesen ganzen Vorüberlegungen lassen sich bereits erste Faktoren für den Kaffeevollautomaten Test 2017 ableiten. Das ideale Gerät sähe in etwa so aus:

  • hochwertige Verarbeitung aus möglichst hochwertigen Materialien. Oder anders: Viel Edelstahl, wenig Kunststoff.
  • hochwertige Mahlwerk aus hochwertigem Material
  • möglichst leise
  • schneller Thermoblock und schnelle Einsatzbereitschaft
  • ideale Verbindung aus herausnehmbarer Brühgruppe und Pumpe für den perfekten Kaffee
  • sinnvolle Gimmicks, die so umfangreich wie möglich und so feinteilig wie nötig sind
  • einfache Bedienbarkeit, egal wie umfangreich die Funktionen sind
  • ordentliche Leistung, die hält, was sie verspricht
  • einfache Reinigung

Ginge es nur nach diesen Punkten, hätten sich wohl alle Geräte im Test zumindest ein „gut“, manche sogar ein „Testsieger“ verdient. Doch erst das Zusammenspiel aller Faktoren im Spiegel ihres Preises hebt die wirklich guten Angebote heraus.

Der Kaffeevollautomat Test 2017 – Die Kandidaten

Die Hersteller haben die Zeichen der Kaffee-Zeit erkannt und bringen in einer Tour neue (und mitunter verbesserte) Versionen ihrer eigenen Produkte auf den Markt. Da ist es für uns Verbraucher gar nicht so einfach, den Überblick zu bewahren.

Das bedeutet auch, dass ein Kaffeevollautomaten Test immer nur einen Querschnitt abbilden und erst zum Jahresende hin ein definitives Ranking abliefern kann.

In den vergangenen drei Jahren habe ich 27 Automaten auf Herz und Nieren überprüft und einige davon (erst einmal) wieder verworfen. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Der DeLonghi ESAM 3000.B als Einsteigergerät hat zum Beispiel keine wesentlichen Unterschiede zum anderen DeLonghi Kaffeevollautomat im Test.
  • Die verschiedenen EQ-Geräte von Siemens haben alle einen sehr ähnlichen Aufbau und ich musste mich für ein Exemplar entscheiden. Darum habe ich den EQ6 nur kurz, den Siemens EQ 9 aber ausführlich vorgestellt. Solche Feinheiten und verwirrenden Serienabstufungen leisten sich viele Hersteller.
  • Manchmal ist der einzige Unterschied zwischen zwei Geräten (eines Herstellers) nur die Farbe oder der Look.
  • Einige Geräte kann ich nicht einmal mit viel gutem Willen empfehlen, zum Beispiel ist der Jura Impressa c60 bei mir komplett durchgefallen. Warum solltet ihr euch also einen ausführlichen Test antun?

Alles in allem habe ich also versucht, für euch wirklich brauchbare Geräte – mit Abstufungen – auszuwählen, die jeweils exemplarisch für eine Kategorie stehen. Natürlich kommen nach und nach weitere Geräte dazu – aber nur, wenn ich denke, dass es sich für euch wirklich lohnt.

Bisher haben sich folgende Geräte meinem kritischen Auge gestellt:

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  • Der Saeco PicoBaristo, der für nur 649,00 € Leistung wie aus der Oberklasse liefern will
  • Der Siemens EQ9 als wahrer Vertreter der Oberklasse für 1.290,99 €
  • Der Melitta Caffeo CI als gutes Mittelklassemodell für aktuell 476,00 €
  • Der Delonghi ECAM 22110 als beliebtestes Gerät der Einsteigerklasse bei Amazon.
  • Der Melitta Caffeo Solo als unmittelbarer Konkurrent zum DeLonghi ohne Milchschäumer.
  • Der Krups EA8108 als überaus günstiger Vertreter aus dem Einsteigersegment für 212,94 €

Dass hier zweimal ein Melitta Kaffeevollautomat auftaucht, hat einen guten Grund: Diese Firma bemüht sich wirklich, sehr unterschiedliche Versionen auf den Markt zu bringen, die alle eine genaue Zielgruppe im Blick haben.

Diese Liste wird ständig erweitert, wenn es neue Geräte gibt, die bei Kunden und in der Fachpresse überaus beliebt sind, Testsieger bei Stiftung Warentest werden oder mir besonders ins Auge fallen.

Leitfragen für den Test – Checkliste für den Gerätekauf

Eigentlich gibt es für Kunden nur zwei Fragen, die beim Kauf eines Kaffeevollautomaten entscheidend sind: Schmeckt mir das Endergebnis und hat sich dafür der Preis gelohnt? Dies sind auch die Leitfragen für den Kaffeevollautomaten Test 2017.

Latte Macchiato aus dem Kaffeevollautomat

Latte Macchiato aus dem Kaffeevollautomat

Ich habe sie aber erweitert und ein bisschen verfeinert, denn Geschmack und Preis sind, auch wenn es objektive Fakten gibt, immer ziemlich subjektiv. Jedes Gerät im Test muss die gleichen Grund-Fragen beantworten:

  • Wie ist der erste Eindruck und was muss ich alles tun, bis ich das Gerät anständig benutzen kann?
  • Wie kompliziert oder einfach ist die Bedienung?
  • Welche Vorteile oder Funktionen machen das Gerät besonders?
  • Wie kann ich das Gerät reinigen?
  • Und vor allem: Was sagen die Geschmacksknospen zum Endergebnis in der Tasse?

Hinter diesen eher groben Fragen verbergen sich kleinere Pakete, die bei jedem Test eine wichtige Rolle spielen:

  • Wie ist das Verhältnis von Edelstahl und Kunststoff? Welche Bauteile bestehen aus welchem Material?
  • Wie kompakt oder klobig ist das Gerät?
  • Wie ist der grundsätzliche optische Eindruck?
  • Welches besondere Zubehör liefert der Hersteller mit?
  • Welche Getränke kann das Gerät wie zubereiten?
  • Wie viele Tassen können gleichzeitig zubereitet werden?
  • Gibt es die Möglichkeit, eigene Geschmacksprofile für unterschiedliche Benutzer und Getränke zu programmieren? Wenn ja, wie und wie viele?
  • Wie wird das Wasser gefiltert? (Stichwort: Kalk)
  • Welcher Druck ist möglich?
  • Welches Volumen haben Wassertank und Bohnenbehälter?
  • Bringt die Maschine besondere Funktionen und Extras mit? Wie brauchbar sind sie?
  • Kann ich die Maschine theoretisch auf Knopfdruck bedienen, ohne die Betriebsanleitung zu lesen?
  • Wie viele Schritte sind nötig, um vom Einschalten zum Kaffee zu kommen?
  • Wie leicht kann ich Wasser oder Bohne nachfüllen und wie einfach kann ich den Auffangbehälter für den Kaffeesatz leeren?
  • Haben Fortgeschrittene Einfluss auf Mahlgrad, Durchlaufzeit oder Temperatur? Und wenn ja, wie zeigen sich die Abstufungen in der Praxis?
  • Wie laut arbeitet sie?
  • Der Ikea-Glas-Test: Kann ich auch sperrige Latte-Gläser unter einem verstellbaren Ausguss positionieren?
  • Schmeckt das jeweils gewählte Kaffeegetränk, wie es schmecken soll? Wie steht es mit der Temperatur, dem Aromenreichtum etc.?
  • Welche Konsistenz und Temperatur hat der Milchschaum?
  • Wie fein- oder grobporig ist er und stimmt das Verhältnis zwischen Milch, Schaum und Kaffee bei den jeweiligen Getränken?
  • Kann ich alle wichtigen Komponenten, wie die Brühgruppe oder den Wassertank, leicht entnehmen und problemlos reinigen?
    •  Falls nicht – gibt es entsprechend eng getaktete und gründliche Reinigungsprogramme?
    • Wie und wie oft startet das Gerät ein automatisches Reinigungsprogramm?
    • Welches Zubehör brauche ich dazu?
  • Muss ich dabei viel tun oder übernimmt der Automat den Job von selbst?

Bei all diesen Faktoren stehen weder die harten technischen Fakten, noch der Preis im Vordergrund, doch schwingen sie natürlich immer mit.  Denn ein Vollautomat sollte in erster Linie einfach guten Kaffee zaubern. Das klingt einfach. Ist es aber meist gar nicht.

Ich finde, gerade der viel beworbene „Espresso“ beweist, ob eine Maschine ihr Geld wert ist oder nicht. Denn hier muss das Gerät all seine Funktionen so perfekt abstimmen, dass am Ende ein runder, konzentrierter und überaus leckerer Schluck Kaffee aus dem Automaten kommt.

Die „Laborbedingungen“ für den Vollautomaten Test 2017 – Die Zutaten

Es gibt keinen Grund, bei einem solchen Test mit Mikroskop, Wärmebildkamera und Elektronenthermometer ans Werk zu gehen. Allerdings finde ich, dass ein guter Test trotzdem auf bestimmte Laborbedingungen Wert legt. Und dies beginnt im Fall der Vollautomaten schon bei den Bohnen.

Viele Testberichte reden lang und breit von den Ergebnissen, ohne zu verraten, welche Bohnen in der Maschine gelandet sind. Aber machen wir uns nichts vor: Aus einem minderwertigen Rohprodukt kann auch die beste Maschine keinen guten Kaffee zaubern.

Natürlich muss jeder selbst wissen, ob er sich den Luxus einer schonend gerösteten Bohne gönnt oder auf das Supermarktangebot zurück greift. Doch die Unterschiede sind eben enorm. Darum kommt im Test in jede Maschine eine exzellente Mischung aus einer kleinen Rösterei. Punkt.

Auch die Milch macht den Unterschied und sollte für cremigen Schaum immer ordentlich Fett mitbringen. Denn 0,1%ige Milch oder ähnlicher Firlefanz wird im Automaten schon von Natur aus gröber, großporiger und vor allem unleckerer.

Denn perfekten Milchschaum kriegt kaum eine Maschine hin, dazu ist die dafür verbaute Technik zu unpräzise und grobschlächtig. Also sollte man es ihr nicht noch schwerer machen. Darum: frische Vollmilch, 3,8% Fettgehalt, leicht gekühlt und fertig.

Latte Macchiato aus dem Delonghi ESAM 22110B

Unserem Delonghi Testsieger gelingt der Milchschaum sehr gut.

Noch ein Wort an alle Laktoseintoleranten und Pflanzenfans: Pflanzliche Milchalternativen sind meist ziemlich schäumfreudig. Wenn also ein Gerät mit der Kuhvariante klarkommt, stehen die Chancen für Soja-, Hafer- und Dinkelmilch ganz gut.

Bei Mandel oder Reis stimmt das Fett-Eiweiß-Verhältnis für guten Schaum meist sowieso nicht – egal aus welchem Milchschäumer.

Kaffeevollautomaten Testsieger 2017 nach der Preisklasse

Ein Test nach Preisklassen macht es sich vielleicht ein bisschen einfach, aber viele Kunden haben nun mal immer ihr Budget im Auge. Also stelle ich hierfür meine Testsieger vor.

Die jeweiligen Kategorien werden ständig erweitert und die Testsieger neu ausgeknobelt, wenn ein Gerät in meinem Kaffeevollautomatentest landet. Da lohnt das Bookmarken!

Testsieger günstiger Kaffeevollautomat unter 300 Euro

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Vollautomaten zuzulegen ohne das Budget zu sprengen, kommt an DeLonghi meist nicht vorbei. Das italienische Unternehmen aus Treviso ist ein Experte auf dem Gebiet der Einsteigergeräte und die Verkaufszahlen gehen regelmäßig durch die Decke.

Delonghi ECAM 22.110.B

VORTEILE

  • Günstig
  • Robust
  • Gut zu reinigen
  • Guter Espresso und Milchschaum
  • Schön klein gut einstellbar

NACHTEILE

  • Viel Kunststoff
  • Kein Display

265,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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285,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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Produkteigenschaften

Produktkategorie
MarkeDeLonghi
Brühgruppeherausnehmbar
MaterialKunstoff Schwarz
MilchschaumsystemManuell
LCD
Touch Display
Profile
Geeignet für1 - 2 Personen

Im direkten Vergleich kann der DeLonghi ECAM 22110 diesen Spitzenplatz im Test auch gegen den Melitta Caffeo Solo und den Krups EA8108 verteidigen.

Die Vorteile lesen sich ganz gut:

  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • einfache Handhabung ohne Schnickschnack
  • brauchbare Ergebnisse
  • für den kleineren Haushalt vollkommen ausreichend
  • einfache Reinigung

Auf der anderen Seite kompensiert die Maschine den geringen Preis durch den Einsatz von viel Kunststoff und auch über die Optik könnte man hervorragend streiten. Zudem ist die DeLonghi nicht gerade leise, was allerdings nur eher empfindliche Ohren stören dürfte.

Noch ein kleines Aber zum Testsieg: Der Melitta Caffeo Solo, der sich ausschließlich auf schwarzen Kaffee spezialisiert, hätte fast den Sieg errungen, weil die geschmacklichen Ergebnisse noch besser sind als beim DeLonghi.

Aber hier müsst ihr komplett auf einen Milchschäumer verzichten, was den Caffeo Solo in meinen Augen nicht so ganz zum Vollautomaten macht. Der Krups EA8108 muss sich aber in jedem Fall mit dem Mittelfeld begnügen.

Testsieger Kaffeevollautomat bis 600 Euro

Wer tiefer in die Tasche greift, kriegt vielleicht nicht automatisch die besseren Geräte, hat aber auch die Qual der Wahl. Denn in diesem Preissegment toben sich die Hersteller bei Zusatzfunktionen und Maschinenumfang richtig aus.

Darum ist es recht schwierig, aus der aktuellen Testreihe mit nur zwei Geräten in dieser Preiskategorie einen Sieger zu küren. Setzte man mir die Pistole auf die Brust, fällt meine Wahl auf den Melitta Caffeo CI:

Melitta Caffeo CI

VORTEILE

  • relativ kompakt
  • leicht zu bedienen
  • gute Einstellmöglichkeiten
  • zwei Bohnenkammern für unterschiedliche Espresso-Sorten
  • relativ leise
  • sehr guter Milchschaum

NACHTEILE

  • Werkseinstellung nicht optimal
  • Abtropfschale ist recht klein

476,00 € 555,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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559,00 € 999,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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Produkteigenschaften

Produktkategorie
MarkeMelitta
Brühgruppeherausnehmbar
MaterialKunstoff Edelstahldesign
MilchschaumsystemAutomatisch
LCD
Touch Display
Profile
Geeignet für2 - 4 Personen

Der Melitta Caffeo CI für aktuell 476,00 € ist ein Träumchen von einem Kaffeevollautomaten, der mehr als einen Vorteil mitbringt:

  • tolle Ergebnisse
  • viele Einstellmöglichkeiten
  • leichte Reinigung
  • super Optik
  • geteilter Bohnenbehälter für unterschiedliche Bohnen

Aber für knapp 100 Euro weniger bietet der Saeco Incanto doch noch ein bisschen mehr – wenn man den günstigen Preis dazu bedenkt:

  • viel Edelstahl
  • kompakte Bauweise
  • leises Scheibenmahlwerk aus Keramik
  • leckerer „Espresso“ und sehr brauchbarer Milchschaum

Ihr müsst selbst wissen, worauf ihr Wert legt: Wenn der Automat wenig(er) kosten und dennoch brauchbare Ergebnisse liefern soll, dann nichts wie ran an den Test des Saeco PicoBaristo.

Wenn die Performance top sein soll und ihr besonders viel Wert auf Einstellungsmöglichkeiten und Abwechslung legt, darf es gern der Melitta Caffeo CI sein.

Testsieger Kaffeevollautomat über 1.000 Euro

Klar, solange nur ein Gerät aus dieser Kategorie zur Debatte steht, gibt es auch keinen Sieger. Aber der Siemens EQ9 ist wirklich nicht gerade ein Allerweltsgerät. Denn wer 1.290,99 € für eine (wenn auch leistungsstarke) Kaffeemaschine ausgibt, will dafür mächtig was geboten kriegen.

Melitta Caffeo Solo

VORTEILE

  • sehr kompakt
  • leicht und intuitiv zu bedienen
  • sehr gute Einstellmöglichkeiten
  • maximaler Pumpendruck von 15 bar
  • herausnehmbare Brühguppe

NACHTEILE

  • Kann keinen Milchschaum erzeugen
  • Kleiner Bohnenbehälter
  • Display sehr klein

284,99 € 399,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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365,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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Produkteigenschaften

Produktkategorie
MarkeMelitta
Brühgruppeherausnehmbar
MaterialKunstoff Schwarz
LCD
Touch Display
Profile
Geeignet für1 - 2 Personen

Allerdings kann auch dieser Luxusschlitten das Rad nicht neu erfinden. Am Ende ist es doch nur ein Kaffeeautomat. Dafür ist aber die Optik top, die Verarbeitung hochwertig und die Bedienbarkeit trotz großen Funktionsumfangs sehr einfach.

Es ist schon faszinierend, wie leise eine funktionsstarke Maschine sein kann. Theoretisch könntet ihr den Siemens Kaffeevollautomat EQ9 direkt neben das Bett stellen und nachts Kaffee zubereiten, während der Partner schläft.

Aber die Frage bleibt: Können andere Maschinen nicht auch viel? Ja, können sie. Wer so viel Geld in eine solche Maschine investiert, macht dies definitiv aus optischen Gründen.

Innerhalb der EQ9-Serie gibt es preisliche und funktionelle Unterschiede. Ich finde, dass die Siemens EQ.9 s500 dabei am besten abschneidet:

  • Preis Leistungssieger in seiner Modellreihe
  • sehr leises Keramikmahlwerk mit Scheibenarchitektur
  • leichte Reinigung
  • gelungenes Design
  • sehr gute Bedienung über großes Display
  • hochwertige Verarbeitung

Kaffeevollautomaten Testsieger 2017 nach der Funktion

Auch wenn viele Tests gern unterstellen, dass der Preis das wichtigste Kriterium beim Kauf eines Gerätes ist, sieht die Realität doch meist etwas anders aus. Denn wer viel Geld, aber nur wenig Platz zur Verfügung hat, wird sich sicher keine Monstermaschine in die Küche stellen.

Und wer morgens lieber von Kaffeeduft als vom lautstarken Krrrrrrrrr seiner Maschine geweckt werden will, wird beim Thema Geräuschpegel sicherlich zweimal hinschauen. Kurzum: Hier kommen die Testsieger 2017 in den Kategorien, die wirklich wichtig sind.

Auch hier gibt es immer wieder Updates und Neues, Vorbeischauen lohnt sich also.

Bester kleiner Kaffeevollautomat

Nur, weil ein Kaffeevollautomat klein ist, muss das noch lange nicht zulasten seiner Funktionalität gehen. Das zumindest beweist der Saeco Incanto, der sich sowieso so ein bisschen als Klassenprimus und Preis Leistungssieger herauskristallisiert hat.

Saeco PicoBaristo

VORTEILE

  • viel Edelstahl statt Kunststoff
  • platzsparend
  • großes Display mit hoher Benutzerfreundlichkeit
  • feine Einstellungsmöglichkeiten für Vollautomaten-Espresso
  • ausbaubare Brühgruppe
  • leiser Betrieb

NACHTEILE

  • Milchbezug etwas laut
  • Mahlgradverstellung könnte besser sein

649,00 € 769,99 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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659,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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Produkteigenschaften

Produktkategorie
MarkePhilips/Saeco
Brühgruppeherausnehmbar
MaterialEdelstahl
MilchschaumsystemAutomatisch
LCD
Touch Display
Profile
Geeignet für2 - 4 Personen

Hier wird nicht nur an unnötigen Zentimetern gespart, auch der Milchtank ist direkt an der Front untergebracht, sodass dieses Bauteil – wie sonst bei vielen Maschinen – nicht auch noch ein Plätzchen beansprucht.

Was ihm an Breite fehlt, macht der PicoBaristo an Höhe gut – und das Ganze zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis mit überzeugenden Ergebnissen. Noch mehr Lobeshymnen gibt es im Testbericht zum Saeco PicoBaristo.

Der DeLonghi ECAM 22110 ist zwar ebenfalls ein wirklich kompakter Zwerg, kann in dieser Kategorie aber dennoch nur den zweiten Platz für sich beanspruchen. Denn unter der Kunststoffhülle versteckt sich eben nicht ganz so viel Power. Dennoch macht das Gerät viel her, wie der Testbericht beweist.

Bester leiser Kaffeevollautomat

Was in der Theorie anklang, stimmt auch in der Praxis: Maschinen mit Scheibenmahlwerk aus Keramik sind grundsätzlich leiser als Stahlkollegen mit Kegel.

Siemens EQ9

VORTEILE

  • extrem leises Mahlwerk
  • viele Funktionen
  • sehr leicht zu bedienen
  • ansprechende Optik
  • leichte Reinigung

NACHTEILE

  • preisintensiv
  • teure Ersatzteile und Zubehör

1.290,99 € 1.699,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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1.295,00 € 1.299,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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Produkteigenschaften

Produktkategorie
MarkeSiemens
Brühgruppeherausnehmbar
MaterialEdelstahl
MilchschaumsystemAutomatisch
LCD
Touch Display Indirekt durch die App-Steuerung
Profile
Geeignet für4 oder mehr Personen

Bei den bisher getesteten Maschinen war kaum ein Gerät auf Jumbo-Jet-Niveau, am entspanntesten rumpelte, wie schon gelobt, der Siemens EQ9 vor sich hin. Auch hier steht alles Weitere im Testbericht.

Auch der Saeco Incanto muss hier wieder erwähnt werden, allerdings nur, weil die Datenlage dann doch noch ein bisschen dünn ist. Sicher bin ich mir nur, dass mit der DeLonghi ECAM 22 110 auf jeden Fall zu laut ist.

Bester Kaffeevollautomat – Milchschaum

Diese Kategorie ist nicht ganz fair. Denn es gibt genauso viele Fans der Milchschaumdüse wie Freunde des vollautomatischen Systems. Beide Varianten haben ihre Vorteile. Die Düse lädt zum Ausprobieren ein und ist auch dafür gut, Getränkepulver (Chai, Matcha etc.) in Milch aufzulösen.

Melitta Caffeo CI

VORTEILE

  • relativ kompakt
  • leicht zu bedienen
  • gute Einstellmöglichkeiten
  • zwei Bohnenkammern für unterschiedliche Espresso-Sorten
  • relativ leise
  • sehr guter Milchschaum

NACHTEILE

  • Werkseinstellung nicht optimal
  • Abtropfschale ist recht klein

476,00 € 555,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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559,00 € 999,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. July 2017 20:28
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Produkteigenschaften

Produktkategorie
MarkeMelitta
Brühgruppeherausnehmbar
MaterialKunstoff Edelstahldesign
MilchschaumsystemAutomatisch
LCD
Touch Display
Profile
Geeignet für2 - 4 Personen

Das automatische System wiederum macht dem Namen VOLLAUTOMAT alle Ehre und lässt euch mit Zieh- und Rollphase und all dem anderen Blödsinn für perfekten Milchschaum in Ruhe.

Darum gewinnen sowohl der Krups EA8108 mit erstaunlich mächtiger Düse, als auch der Melitta Kaffeevollautomat Caffeo CI mit automatischem System, dessen Schaum bisher kein anderes Gerät im Test das Wasser – oder besser die Milch – reichen kann. Mehr dazu gibt’s im Testbericht.

Bester Kaffeevollautomat – Design

Noch so eine unfaire Kategorie – aber eine, die für viele von uns wichtig ist. Schließlich mag doch jeder einen Augenschmeichler auf der Arbeitsplatte. Allerdings müsst ihr dafür etwas mehr investieren.

Auch in dieser Kategorie räumt der Saeco PicoBaristo ab, muss sich aber das Siegertreppchen mit dem Melitta Caffeo CI teilen. Dass der Siemens EQ9 hier nicht haushoch gewinnen kann, liegt mal wieder allein an seinem Preis.

Wer viel weniger investieren will, sollte sich den eleganten Melitta Caffeo Solo zu Gemüte führen, der nach einer Million Dollar aussieht – finde ich zumindest.

Tipps zum Kauf – Ein Blick auf den Markt

Wie schon mehrfach erwähnt, ähneln sich Kaffeevollautomaten am Ende des Tages doch sehr, weil das Arbeitsprinzip immer gleich ist. Darum versuchen viele Hersteller, sich mit besonderen Funktionen aus der Masse heraus zu heben.

Darum folgt hier ein kleiner Überblick über die neuesten Entwicklungen am Markt und eine kurze Aufstellung der wichtigsten Hersteller von Vollautomaten nebst Besonderheiten.

Kaffeevollautomaten mit App Steuerung

Siemens EQ9 Appsteuerung

Alle Einstellungen und Getränke lassen sich auch über die App steuern.

Ginge es nach den Verfechtern der Smart Kitchen, würde ein Kaffeevollautomat demnächst auch noch unseren Blutdruck messen und Spam-Emails beantworten. Als neuester Schrei gilt aktuell die App Steuerung, bei der die Maschine auch vom Tablet oder Handy gesteuert werden kann.

Braucht man das? Natürlich nicht. Denn ich muss immer noch zum Automaten gehen und meine Tasse drunter stellen. Außerdem kostet die App-erei gern um die 200 Euro zusätzlich zum eigentlichen Gerätepreis.

Aber: Wer ein Fan von Einstellmöglichkeiten ist, schafft das mit einer App-gesteuerten Maschine meist leichter als am Display des Geräts. Und wenn man am Vorabend daran denkt, eine Tasse zu platzieren, kann man das Gerät beim Aufwachen vom Bett aus anstellen. Auch schön.

Wer auf solche Bequemlichkeit nicht verzichten will und auch bereit ist, sich ziemlich stark an einen Gerätehersteller zu binden (Stichwort: Integration), findet dafür viele, aber leider nicht ganz günstige Möglichkeiten. Meist handelt es sich um „aufgerüstete“ Versionen der schon bekannten Geräte:

Einbaukaffeevollautomaten

Ja, auch sowas gibt es. Die Einbaukaffeevollautomaten richten sich an alle, die sich eine nahtlos eingerichtete Küche auf höchstem Niveau ohne Stehrümchen wünschen – und die das entsprechende Kleingeld haben.

Ähnlich wie bei einer Zapfanlage besitzen die Einbauautomaten eigene Anschlüsse und Leitungen, in diesem Fall für die Wasserzufuhr. Allerdings gilt: Wenn drin, dann drin. Mal eben wechseln oder handlich umziehen ist mit diesen Versionen natürlich nur schwer möglich.

Bekannte Marken und deren Einordnung

Der Markt ist mittlerweiler sehr unübersichtlich geworden und viele bekannte Hersteller tummeln sich um die Gunst der Käufer. Im Folgenden möchte ich euch eine kleine Übersicht über den Marken-Dschungel geben:

DeLonghi Kaffeevollautomaten

Delonghi

Wie schon erwähnt, ist DeLonghi praktisch Marktführer in Sachen Einsteigerautomaten.  Trotz der annehmbaren Preise müsst ihr hier nicht auf Mahlgradeinstellungen oder eine herausnehmbare Brühgruppe verzichten, und auch keine Abstriche beim Geschmack hinnehmen.

Sobald sich DeLonghi in höhere Klassen vorwagt, haben aber meist andere Unternehmen die Nase vorn – nicht nur beim Umsatz. Die DeLonghi ECAM 23.466 für rund 700 Euro ist zwar sehr brauchbar, aber im Verhältnis eben ein bisschen schlechter als die Konkurrenz.

Ein großer Vorteil ist, dass alle Ersatzteile, vom kleinen Dichtungsring bis zur ganzen Brühgruppe erstens leicht verfügbar und zweitens überaus günstig sind. Noch mehr erfahrt ihr in meinem Testbericht zum DeLonghi Kaffeevollautomat ECAM 22110.

Miele Kaffeevollautomaten

Miele

Wer sich auf die Ostwestfalen von Miele einlässt, tut dies in dem Glauben, dass er echte Markenware aus deutschen Landen bekommt, deren Preis immer gerechtfertigt ist.

Dieses Credo gilt auch bei den Vollautomaten, die unter 1.000 Euro nicht zu haben sind (Ausnahme: Miele CM6150 für 950 Euro).  Der Look ist allerdings unschlagbar und Qualität ist hier auch bei den Funktionen im Spiel.

WMF Kaffeevollautomaten

Im Consumer-Markt steht WMF eher für Melonenbällchenmacher als für Vollautomaten. Und das mag ein Grund dafür sein, warum WMF Geräte nicht wirklich zünden und als viel zu teuer eingestuft werden. Es mag aber auch daran liegen, dass die Produkte oft ziemliche Schwächen haben.

Melitta Kaffeevollautomaten

Vollautomaten von der Mutter der deutschen Kaffeekultur – was kann da schon schiefgehen? Nicht viel, wie die Testberichte zum Melitta Caffeo Solo und zum Melitta Caffeo CI zeigen.

Melitta

Bosch Kaffeevollautomaten

Bosch wurde 1886 in Deutschland gegründet und ist auf dem weltweiten Markt überaus breit aufgestellt – sei es mit Akkubohrern oder eben Kaffeevollautomaten.

Man könnte jetzt über die vom Unternehmen beworbene „ Barista-Technologie“ streiten (was sich ja irgendwie widerspricht), aber die Geräte sind dennoch sehr beliebt, im mittleren Preissegment um die 500 Euro angesiedelt und fallen im Test immer wieder positiv auf.

Siemens Kaffeevollautomaten

Siemens

Siemens hat eine ebenso lange und ähnliche Geschichte wie Bosch, außerdem sind die Geräte jeweils baugleich. Allerdings strebt Siemens auch in viel höhere Preiskategorien und hat sich besonders bei Einbaugeräten, die es auch auf dem Vollautomaten-Gebiet gibt, einen Namen gemacht.

Kunden profitieren hier von einer leichten Bedienung und guter Handhabung, die durchaus weit über 2.000 Euro kostet.

Jura Kaffeevollautomaten

Das Schweizer Unternehmen Jura gibt sich gern elitär und hält sich bewusst aus dem Einsteigermarkt heraus. Das mag auch mit dem Image der Schweiz als Inbegriff von Qualität und Präzision zu tun haben.

Ob dieses Selbstbewusstsein allerdings gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Denn die Vollautomaten ab 500 Euro können nicht immer überzeugen.

Jura

Philips Saeco Kaffeevollautomaten

Ein Philips- oder Saeco-Automat steht mittlerweile in vielen Küchen, wobei die 2009 entstandene Doppelmarke manchmal für Verwirrung sorgt.

Philips Kaffeevollautomaten (Einsteiger- und Mittelklasse) und Saeco-Geräte für höhere Ansprüche stammen aus dem gleichen Hause, sollen aber unterschiedliche Segmente besetzen.

Grundsätzlich macht ihr mit diesen Geräten für das jeweilige Geld wenig falsch, allerdings ist die Bedienung manchmal etwas eigenwillig, wie ich schon in vielen Tests zu Saeco bemerkt habe.

Philips

Tipps zum Umgang mit Kaffeevollautomaten

Ist das Gerät endlich ausgewählt, stehen viele vor der Frage, wie es jetzt im täglichen Betrieb am besten weitergeht. Denn so ein Kaffeevollautomat verlangt – trotz seines Namens – durchaus noch eure Aufmerksamkeit. Und dafür gibt es ein paar hilfreiche Tipps.

Die Reinigung

Klare Ansage: Wer es mit der Reinigung und Hygiene nicht ganz so genau nimmt, sollte von einem Kaffeeautomaten lieber die Finger lassen. Denn in all den Windungen, Schläuchen und Röhrchen sammelt sich bei jeder (!) Benutzung Zeug an, das ranzig wird, Schimmel und Kalk verursacht.

Abtropfschale

Damit das nicht passiert, haben inzwischen praktisch alle Geräte ziemlich ausgeklügelte Routinen entwickelt. Am besten klappt es bei denen, die entweder nur eine Schäumdüse besitzen, oder bei denen die Milch direkt aus der Tüte gezogen wird.

Die Versionen mit integriertem Behälter sind da schon etwas umständlicher und am besten ist es, wenn der Milchbehälter in die Spülmaschine wandern darf. Miele setzt dies sehr vorbildlich um und kennzeichnet sehr genau, welche Teile wie gereinigt werden.

In jedem Fall solltet ihr nie warten, bis sich die Maschine zu Wort meldet und ein Entkalkungs- oder Reinigungsprogramm abrufen will. Eine tägliche Reinigung aller milch- und kaffeeführenden Teile ist Pflicht. Das klingt viel komplizierter als es ist:

  • Könnt ihr die Brühgruppe herausnehmen, tut das wenigstens wöchentlich. Spült sie einfach unter fließendem Wasser ab und entfernt Kaffeeöle und Pulverreste.
  • Milchtank bzw. Milchdüse müssen ebenfalls täglich geleert und gereinigt werden. Bei einer Düse lohnt es sich zusätzlich, nach jedem Schäumen noch einmal Wasserdampf durchzujagen (einfach an- und ausstellen).
  • Zwar sind die Wasserauffangschale sowie der Behälter für die Kaffeepucks meist wesentlich aufnahmefähiger, bis die Maschine eine Leerung verlangt. Aber hier sammelt sich besonders gern der „Abschaum der Kaffeebereitung“. Also nehmt euch auch diese beiden Teile täglich vor. Auch hier reichen Abspülen und Trockenwischen meist aus.
  • Füllt den Bohnenbehälter stets mit nur wenigen Bohnen auf und reinigt ihn mit einem Tuch, sobald er geleert ist. Das ist übrigens auch ein einfacher Weg, das empfindliche Kaffeearoma zu bewahren, da die Bohnen nicht ständig in der Maschine erhitzt werden.

Zusätzlich müsst ihr natürlich immer reagieren, wenn der Kaffeevollautomat nach Reinigung oder Entkalkung schreit. Das Gute (für die Hygiene): In vielen Fällen könnt ihr das Gerät solange nicht benutzen, bis es seinen Willen bekommen hat.

Entkalker für Kaffeevollautomaten

Zur Reinigung und Entkalkung gibt es Tabs, Flüssigkeiten und andere Hilfsmittel, bei denen ihr am besten der Herstellerangabe vertraut, euch aber auch auf günstigere Produkte von Drittherstellern stürzen könnt.

Bei fest verbauten Brühgruppen ist das Entnehmen natürlich unmöglich. Hier ist der regelmäßige Reinigungsdurchlauf über die Maschine noch wichtiger.

Dieses Video wurde uns von coffeeness.de freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Das Kalk-Problem

Was viele nicht wissen: Praktisch aus allen deutschen Wasserhähnen kommt überaus hartes, also kalkhaltiges Wasser. In Großstädten wie Berlin ist es am schlimmsten, hier ist es also umso wichtiger, die Vollautomaten regelmäßig zu entkalken.

Wasserfilter

Warum das so ist, leuchtet ein: Kalk lagert sich in den ganzen Windungen der Maschine ab, verstopft sie und das Gerät geht kaputt. Die meisten Geräte bestehen nach einem Monat oder x Anwendungen von allein auf einer Entkalkung, aber das reicht in Kalk-Hochburgen kaum aus.

Darum solltet ihr einen Blick in die Betriebsanleitung werfen: Oft lässt sich das Intervall nämlich enger takten – meist über das Menü „Wasserhärte“. Hier gilt: Je höher ihr den Härtegrad einstellt, desto öfter meckert die Maschine. Das nervt zwar, ist aber auch kein Weltuntergang – und hält die Maschine fit.

ABER: Finger weg von Essig und Co! Kauft lieber für Vollautomaten vorgesehene Entkalker, die gibt es in der Drogerie schon für wenig Geld.

Noch ein Tipp: Ab einer gewissen Preiskategorie bringen die Vollautomaten auch eigene Wasserfilter von Brita und Co. mit (wie dies etwa beim Siemens EQ9 der Fall ist). Das ersetzt aber weder die Entkalkerei, noch die evtl. notwendige Umstellung des Intervalls.

Einfetten der Brühgruppe

Die Brühgruppe ist – wie schon erwähnt – so etwas wie eine bewegliche Presse. Und damit das läuft wie geschmiert, braucht es spezielles Fett. Viele Hersteller liefern eine kleine Tube mit, aber die ist schnell leer, wenn ihr die beweglichen Teile nach Betriebsanleitung einmal pro Monat nachfettet.

Beim Nachkauf solltet ihr ausschließlich auf ein Multi-Silikonfett setzen, das geruchs- und geschmacksneutral, chemiefrei und lebensmittelecht ist. Das OKS 1110-Produkt bei Amazon hat sich hier bewährt.

Die Einstellungen

Auch wenn sich ein Vollautomat dann seine Lorbeeren verdient, wenn er alle Einstellungen von sich aus perfekt macht, möchte so mancher Kaffeefreund experimentieren – mit verschiedenen Mahlgraden, Kaffeekonzentrationen und Röstungen.

Ab einem bestimmten Preis ist das auch bei vielen Geräten möglich – fehlt nur noch das Wissen, wie und warum ich das mache.

MAHLGRAD

Die Möglichkeiten bei den Maschinen reichen von „is nich“ bis „stufenlos“. Je feiner und individueller der Mahlgrad verstellt werden kann, desto besser. Allerdings kosten mehr Stufen auch viel mehr Geld.

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Ein ultrafeiner Mahlgrad ist für Espresso (à la Vollautomat) überaus wichtig. Hier müssen Unerfahrene ein bisschen fummeln, bis sie die perfekte Einstellung gefunden haben. Die könnt ihr übrigens ausschließlich mechanisch über Rädchen o.ä. an der Maschine ändern – im Menü sucht ihr vergebens.

KAFFEEMENGE

Wer seinen Koffeinkick mit Anlauf braucht oder neue Mahlstufen ausprobiert, sollte auch die Kaffeemenge erhöhen bzw. ändern. Viele Geräte lösen dies über eine Kaffeebohnen- oder Zahlen-Skala. „Mittel“ ist immer ein guter Ausgangspunkt für die Experimente.

WASSERMENGE

Alles, was für die Kaffeemenge gilt, gilt umgekehrt auch für die Wassermenge. Je mehr Wasser im Spiel ist, desto dünner wird das Getränk. Hier nutzen viele Geräte den Begriff Tassengröße oder Tassenanzahl. Ähnlich stellt ihr auch die Milchmenge ein.

Am Ende finde ich, dass die meisten Otto-Normal-Kaffeefans mit einem Vollautomaten hervorragend bedient sind und es für sie eigentlich egal ist, woher sie ihren alltäglichen  guten Espresso, einen Cappuccino oder Latte oder sonst eine Kaffeespezialität herbekommen. Solange sie nicht vergessen, dass die Barista dieser Welt die Sache dann doch noch ein bisschen besser machen.


Kaffeevollautomaten: Keine Frage des Ob, sondern des Wie

Kaffeepuristen und Handwerker werden wohl nie mit einem Vollautomaten glücklich werden – das liegt in der Natur der Sache. Aber für alle anderen sind die cleveren Maschinchen ein toller Kompromiss aus Automatismus und hoher Kaffeequalität.

Wenn ihr euch einen Kaffeevollautomaten zulegen möchtet, solltet ihr aber darauf achten, dass dieser Automatismus auch zu Ende gedacht wurde. Und ja, das kostet leider mehr als ein paar Mark fuffzig. Und ihr solltet euch auch darüber klar sein, dass trotz aller Eigenständigkeit eure Sorgfalt gefragt ist.

Das gilt für die Bohnenauswahl, das gilt für die Maschinenpflege. Und kommen all diese Grundbedingungen zusammen, seid ihr praktisch für fast alle Kaffeevorhaben bestens gerüstet – und zwar auf Knopfdruck.

Fragen, Anmerkungen, Einsprüche? Die könnt ihr gern als Kommentar loswerden!