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Kaffeemaschine Test 2018

Unser Barista des Vertrauens Arne hat 22 Kaffeemaschinen intensiv getestest. Seine Top 10 der Filtermaschinen zeigt er euch in diesem Artikel. Soviel darf schon mal verraten werden – es flossen wieder viele Liter Kaffee … Der Moccamaster ist und bleibt der Sieger unserer Herzen. Sonntagmorgen kauft alle Geräte aus eigener Tasche und ist nicht von einem Hersteller gesponsert.

64

Liter Kaffee

2

Aroma-Spezial-Funktionen

95

Grad Celsius Brühtemperatur

Author

von Arne

Zuletzt aktualisiert am: 25 June 2018

Hier findet ihr wie wir uns finanzieren Sonntagmorgen wird nicht von Herstellern finanziert. Wir kaufen alle Produkte selber und testen sie ausgiebig, um euch die bestmögliche Beratung zu garantieren. So sind wir unabhängig und müssen euch nicht ein Produkt empfehlen, nur weil uns ein Händler vielleicht dafür bezahlt.

Wenn ihr über einen unserer Links das Produkt eurer Wahl kauft, so bekommen wir eine kleine Provision vom jeweiligen Online-Shop. Das gute daran: Fr euch kostet das Produkt genau das gleiche, aber wir knnen mit eurer Hilfe die besten Testberichte erstellen.

In ist, wer drin ist.

So das Motto früher im Studio 54, heute im Berliner Berghain oder dem Münchener P1.

Die Redewendung gilt aber auch für Kaffeemaschinen und Instagram. In ist, wer drin ist. In diesem Fall in der Timeline. Dort finden sich zahlreiche Kupfer-Handfilter und Siebträger. Die gute, alte Filtermaschine hingegen sehe ich nur selten. Niemand postet ein Foto von sich neben seiner Melitta. Wäre ja auch zu altbacken.

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Dass die Filtermaschine trotzdem noch unangefochten die Nummer eins in den deutschen Haushalten ist, beweist das Statistische Bundesamt jedes Jahr aufs Neue. Auch 2017 war die Kaffeemaschine der dritthäufigste Gegenstand in deutschen Haushalten – nach Kühlschrank und Waschmaschine. Von diesen Kaffeemaschinen waren 60 Prozent Filtermaschinen.

Natürlich eignet sich so ein Gerät nicht zum Angeben im Internet. Die meisten Maschinen machen auf Fotos nicht viel her. Trotzdem lohnt sich eine nähere Betrachtung, denn die Nachfrage ist offensichtlich vorhanden.

Kaffeemaschinen kämpfen seit jeher gegen ihr eingestaubtes Image. Auch meine ersten Erinnerungen hängen mit Oma und Opa zusammen. Sonntagnachmittags zum Kuchen hat Oma immer Kaffee gekocht. Der kam natürlich aus einer Filtermaschine; die Marke weiß ich nach knapp 30 Jahren leider nicht mehr.

Kaffee tröpfelt in die Glaskanne

Es ist das typische Blubber-Geräusch, das ich mit Kaffeemaschinen verbinde

Obwohl die letzten Besuche bei Oma und Opa jetzt schon ein Jahrzehnt her sind, erinnere ich mich immer noch an das typische Blubbern, wenn das Gerät die Arbeit aufnahm. Das Blubbern ist auch heutzutage gleich geblieben und so hat mich jeder einzelne Test für diesen Artikel in meine Kindheit zurückgeworfen. Fast hätte ich meine Playmobil-Sachen wieder ausgepackt.

Den Geschmack von Omas Kaffee kann ich leider nicht bewerten. Nicht nur, dass ich damals noch keine so feine Zunge hatte. Ich durfte ihn auch nicht trinken. Meine Eltern hatten wohl Sorge um ihre Nachtruhe.


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Kaffeemaschinen: So schlecht wie ihr Ruf?

Kaffee aus Filtermaschinen allgemein scheint aber nicht überragend gewesen zu sein. Denn bis heute hält sich der Ruf, es handele sich dabei eher um ein Wirk- denn um ein Genuss-Getränk.

Das hängt mit Sicherheit auch mit der Verwendung der Maschine zusammen. Morgens musste der Kaffee Opa fit für die Arbeit unter Tage machen und nachmittags sollte ihn das Getränk wieder aufpäppeln. Da war für Genuss nur wenig Zeit. Weil Oma die Kinder und das Haus versorgen musste, durfte Kaffee kochen zudem keine Arbeit machen. Wasser rein, Filter und Pulver rein, anmachen, fertig. Für mehr war keine Zeit.

Ansicht einer Kaffeemaschine

Für meine Oma war die Erfindung der Filterkaffeemaschine bestimmt ein zeitsparendes Geschenk des Himmels (hier im Bild: Melitta Easy 1010-02 bk)

Wenn ich mir überlege, wie viel Arbeit mittlerweile in einer einzelne Tasse aus dem Handfilter steckt, kann der Kaffee damals nicht geschmeckt haben. Mich hat bei meinem Test daher besonders interessiert, ob sich mittlerweile etwas daran geändert hat. Eines kann ich vorwegnehmen: Der Kaffee aus der Filtermaschine ist in vielen Fällen nicht mehr so schlecht wie sein Ruf. Einige Maschinen haben sogar ganz erstaunliche Ergebnisse hinbekommen.

Um ein solches Ergebnis zu erhalten, dürft ihr natürlich nicht die in Gold verpackten Ziegelsteine aus dem Supermarkt als Pulver nehmen. Damit eine Filtermaschine wirklich tollen Kaffee produziert, bedarf es einiger Liebe zum Detail.

Dazu gehören hochwertige Bohnen, die ihr in der richtigen Stärke mahlen und in der passenden Menge in den Filter geben müsst. Das Wasser muss heiß sein und gleichmäßig sowie gut verteilt über das Pulver fließen. In dieser Konstellation erhaltet ihr bei einigen Maschinen ein herausragendes Ergebnis, das einem Handfilter nahe kommt. Dieses Vorgehen führt zwar den Gedanken des schnellen und einfachen Kaffees ad absurdum, aber der Geschmack ist es wert.

Bevor ich zur Gegenwart und meinem aktuellen Test komme, werfe ich noch einen kurzen Blick in die Vergangenheit der Filtermaschine.

Die Geschichte der Kaffeemaschine

Stellt euch mal vor, jeden frischen Kaffee würde der Geruch von Spiritus begleiten.

Unvorstellbar. Der Gestank würde das gesamte Kaffee-Aroma und wahrscheinlich auch die Stimmung ruinieren.

Frisch gekochter Kaffee in Glaskanne

Bei den ersten Kaffeemaschinen musste man sich mit Spiritusgeruch abfinden, heute liegt gerade bei billigen Maschinen eher der Geruch von Plastik in der Luft

In der Anfangszeit der Kaffeemaschinen war dieser Geruch an der Tagesordnung. Als die ersten Kaffeemaschinen erfunden wurden, gab es noch keine elektrische Versorgung. Die Menschen betrieben ihre Geräte stattdessen mit Spiritus. Zum Glück sind wir von diesem Zustand mittlerweile weg. Die ersten Kaffeemaschinen waren oft als Perkolator gestaltet. Ihr kennt diese Form heute als Espressokanne, die ihr direkt auf die Herdplatte stellt.

Die erste Filtermaschine (mit Strom) stammt aus Deutschland. Der Unternehmer Gottlob Widman ließ sich sein System 1954 patentieren, zuerst noch unter dem Namen „FK-1“. Das FK steht für Filterkaffeemaschine. Später wurde das Gerät dann in „Wigomat“ umbenannt, was deutlich einprägsamer war.

Der Wigomat erfüllte einige Kriterien, die gute Filtermaschinen haben müssen und die vielen modernen Maschinen fehlen. Er erreichte eine Brühtemperatur von 94 bis 95 Grad Celsius und konnte diese dank hochwertiger Materialien, wie z.B. Edelstahl, bis in den fertigen Kaffee halten. Zudem war der Wigomat sehr leise, was ebenfalls an der sehr guten Verarbeitung lag. Da erkennt ihr schnell, dass sich hochwertiges Material und eine gute Verarbeitung in der Qualität zeigen.

Da sich der Wigomat sehr gut verkaufte, entwickelte die Konkurrenz schnell ähnliche Modelle. Sie musste aber auf das Ablaufen des Patentschutzes warten, um diese auf den Markt zu bringen. Die neueren Modelle waren qualitativ deutlich schlechter, kosteten aber nur einen Bruchteil des Wigomat. Dieser verschwand langsam vom Markt.

Heutzutage ist er wieder sehr beliebt, die wenigen noch existierenden Exemplare sind aber schwer zu bekommen.

Wie funktioniert eine Kaffeemaschine?

Wasser in Kaffeemaschine füllen
Kaffeemaschine einschalten
Fertigen Kaffee eingießen

Wasser rein, erhitzen, in das Pulver fließen lassen und fertig.

Ihr ahnt schon, dass es im Detail doch etwas komplizierter ist. Das erkennt ihr auch daran, dass das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation eine eigene Forschungsreihe zur Funktion von Kaffeemaschinen durchgeführt hat.

  • In fast allen Kaffeemaschinen wird das Wasser zunächst auf dem Boden erhitzt. Der entstehende Wasserdampf drückt sich durch einen kleinen Schlauch nach oben. Damit der Weg nicht andersherum geht, ist an dieser Stelle ein Einwegventil eingebaut. Ist der Wasserdampf einmal im Schlauch, kühlt er schnell wieder soweit ab, bis er flüssig wird. Das immer noch heiße Wasser wird durch die Schwerkraft in den Filter gezogen, wo es auf das Kaffeepulver trifft. Hier entsteht der Kaffee, der dann in die Kanne fließt.
  • Die Kaffeemaschinen machen sich bei diesem Vorgang die Thermodynamik zunutze und benötigen keinerlei Pumpen oder ähnliche Hilfsmittel.
  • Der Nachteil daran ist die meistens ungleichmäßige Wasserzufuhr. Da nur das gekochte Wasser aufsteigen kann, gelangt nicht das gesamte Wasser auf einmal in das Pulver, sondern meistens in Schüben. Dieses schwallartige Einfließen ist für die Entfaltung des Aromas nicht gut, weil keine gleichmäßige Extraktion stattfindet. Außerdem bilden sich schnell Klumpen, wenn das Wasser einen Teil des Pulvers erfasst, einen anderen aber nicht.
  • Ein weiterer Nachteil dieser Methode ist die unterschiedliche Wassertemperatur, die durch den Kochvorgang entsteht. Wenn das Wasser mit unterschiedlichen Temperaturen in das Pulver fließt, ist das ebenfalls schlecht für das Aroma.
  • Generell haben viele Maschinen Probleme mit der Wassertemperatur. Bei ihnen kühlt das Wasser auf dem Weg in den Filter stark ab. Von den rund 100 Grad Celsius während des Kochens, gehen auf dem Weg in die Kanne bis zu 30 Grad verloren. Damit wird der Kaffee leider lauwarm.
  • Die Ausnahme von diesem Standard bildet die Philips Café Gourmet. Durch ihren speziellen Aufbau wird erst das gesamte Wasser gekocht, bevor es in das Pulver fließt. Zudem muss es nicht aufsteigen, sondern kann einfach nach unten fließen wenn es heiß ist.
  • Eine weitere weit verbreitete Funktion bei Filtermaschinen ist die Warmhalteplatte. Ich stehe ihr sehr kritisch gegenüber. Grundsätzlich solltet ihr euren Kaffee frisch trinken. Nicht von der Warmhalteplatte und auch nicht aus der Isokanne, die ebenfalls viele Maschinen haben.

Frisch kochen und genießen ist mein Motto!

Leider lässt sich das nicht immer umsetzen. In Büros wäre es zu viel Aufwand, jede Tasse einzeln zu kochen. Auch in größeren Runden ist es oftmals besser einen Vorrat zu haben, als immer wieder aufstehen und neu kochen zu müssen.

Separater Schalter für Warmhaltefunktion

Wenn Kaffee unbedingt warmgehalten werden muss, dann lohnt sich eine Warmhalteplatte, die separat ein- und ausgeschaltet werden kann

Falls ihr also nicht am Warmhalten vorbeikommt, nehmt bitte eine Isokanne. Die Warmhalteplatte hat den riesigen Nachteil, dass der Kaffee auf ihr weiter kocht. Durch die stetige Wärmezufuhr lösen sich so nachträglich noch Aromastoffe. Klar, Whiskey reift im Fass auch noch nach. Kaffee leider nicht, er wird nur unerträglich bitter mit der Zeit.

Das Nachreifen könnt ihr in der Isokanne umgehen. Dort kocht der Kaffee nicht nach, sondern verliert mit der Zeit an Geschmack. Klingt wie die Wahl zwischen Pest und Cholera, ist es auch. Wenn ich keine andere Wahl habe, bevorzuge ich trotzdem die Isokanne.

Isokanne

Muss Kaffee unbedingt warmgehalten werden ...

Isokanne

... sind Isokannen das kleinere Übel vor Warmhalteplatten

Unterschied zwischen Filtermaschine und Handfilter

Der Kaffee aus einem Handfilter gilt als das Non-Plus-Ultra unter den Filter-Zubereitungen. Da ich diesen Standard an den Kaffee aus der Filtermaschine anlegen werde, sehe ich mir die Besonderheiten beim Handfilter einmal an. Was macht den Kaffee so gut?

Schale mit frisch gemahlenem Kaffee

Frisch gemahlener Kaffee gilt als das Non-Plus-Ultra beim Kaffeekochen

In der Regel mahlt ihr den Kaffee für einen Handfilter-Aufguss frisch. Der Aufguss ist eine Kunst für sich und nimmt entsprechend viel Zeit in Anspruch. Da sind die paar Minuten für das frische Mahlen des Kaffees kein zusätzlicher Aufwand. Durch diese Behandlung bleibt das Aroma möglichst lange erhalten und verflüchtigt sich nicht schon, bevor ihr das Pulver überhaupt nutzt.

Die Kaffeemenge ist ein entscheidender Punkt für einen ausgewogenen Kaffee-Geschmack. Viele Baristas und private Kaffee-Gourmets stellen ihren Filter auf eine Waage, um die richtige Menge an Pulver zu nehmen. Die liegt übrigens bei rund 30 Gramm für einen Standard-Filter.

Kaffeepulver in Filtereinsatz

Beim Kaffeekochen mit der Kaffeemaschine wird leider häufig Omas Kaffee-Mengenregel angewandt.

Bei einer Filtermaschine sind die Nutzer meistens nicht so kritisch. Omas alte Regel ist immer noch die Handhabe für viele Haushalte: Einen Esslöffel pro Tasse plus einen für die Maschine. Das hat mit genauem Abmessen wenig zu tun. Entsprechend ist der Geschmack beim Kaffee aus der Maschine auch meistens nicht so ausgewogen.

Beim Aufguss im Handfilter herrscht eine einheitliche Brühtemperatur. Ihr habt das Wasser vorher gleichmäßig erhitzt und gebt es direkt in den Filter. So können keine Temperaturunterschiede wie bei vielen Filtermaschinen entstehen. Eine durchgehende Temperatur ist wichtig für eine gleichmäßige Extraktion. So wird das Aroma besser freigesetzt und kann sich im Kaffee verteilen.

Kaffeekochen mit dem Handfilter

Beim manuellen Aufgießen wird das Wasser gleichmäßig verteilt

Ebenfalls wichtig für die Extraktion ist eine gleichmäßige Bewässerung. Bei eurem Handfilter gebt ihr das Wasser auf alle Teile des Pulvers. Dabei gießt ihr das Wasser langsam, aber stetig aus. So vermeidet ihr eine Klumpenbildung und nehmt das gesamte Pulver mit in den Extraktionsprozess. Das häufig schwallartige Ausgeben des Wassers bei Filtermaschinen führt leider oftmals zu einem schlechteren Aroma, weil nicht das gesamte Pulver für die Geschmacksentfaltung genutzt wird.

Zubereitung mit Handfilter und frisch gemahlenem Kaffeepulver

Kaffeekochen mit dem Handfilter kann ganz schön meditativ sein

Beim Handfilter bereitet ihr nur so viel Kaffee zu, wie ihr auch wirklich trinkt. Das ist nicht nur aus ökologischen und ökonomischen Gründen eine gute Sache, sondern auch in Bezug auf den Geschmack. Wenn ihr keinen Kaffee übrig habt, müsst ihr diesen auch nicht warmhalten. Alle von mir getesteten Filtermaschinen setzen auf ein anderes Prinzip.

Hier ist es sogar gewollt, dass ihr mehr Kaffee kocht als gebraucht wird. Darum haben alle Geräte eine Art der Warmhaltung integriert. Die einen setzen dabei auf eine Warmhalteplatte, die anderen auf eine Isokanne. Bei beiden Varianten wird der Kaffee mit der Zeit nicht besser.

Meine ausführliche Meinung dazu habe ich weiter oben schon bekannt gegeben.

Das Zusammenspiel all dieser Punkte macht einen Handfilter zum Gold-Standard der Filterzubereitung. Entsprechend werde ich diesen Punkten in meinem Test ein besonderes Augenmerk schenken.

Kriterien beim Maschinenkauf

Vor dem Kauf überprüfbar

Ihr kennt die typische Situation, wenn ihr eine neue Kaffeemaschine kaufen wollt. Entweder ihr steht im Laden vor einer Batterie an Maschinen oder ihr klickt euch durchs Internet und seht dort nochmal ein Zehnfaches der Möglichkeiten. Bei der Auswahl gibt es einige Kriterien, die ihr vor dem Kauf überprüfen und einige, die ihr erst im Einsatz bewerten könnt.

Ich widme mich zuerst den vor dem Kauf überprüfbaren Kriterien.

Material der Kanne

Das Material der Kanne ist ein wichtiger Faktor für eure Kaufentscheidung. Es beeinflusst den Geschmack und vor allem das Warmhalten des Kaffees. Glas ist geschmacksneutraler als Edelstahl. Auch aus ökologischen Gründen ist Glas das bessere Material, denn es ist zu 100 Prozent recyclebar. Das ist Edelstahl im Normalfall auch, aber fast keine Edelstahl-Kanne kommt ohne eine zusätzliche Kunststoff-Schicht aus. Das ist wiederum sehr schädlich für die Umwelt.

Verschiedene Glaskannen mit Kaffee gefüllt nebeneinander

Geschmacksneutral(er) und besser für die Umwelt: Glaskannen

Kannen aus Glas haben den Nebeneffekt, dass sie die Temperatur nicht gut halten. Das erledigt eine Isokanne deutlich besser – liegt auch nahe bei dem Namen. Das ist den Herstellern natürlich auch schon aufgefallen. Deshalb gibt es keine Glaskanne ohne Warmhalteplatte. Eine Entscheidung für oder gegen Glas ist somit auch eine Entscheidung für die Art des Warmhaltevorgangs. Bei Glas wird der Kaffee über die Platte warm gehalten, bei einer Edelstahlkanne über die Kanne selbst.

Ich könnte jetzt zum dritten Mal über warmgehaltenen Kaffee meckern, aber ihr kennt meine Meinung dazu mittlerweile.

„Aroma“-Funktionen

Einige Maschinen haben „Aroma“-Funktionen. Ich hoffe, dass alle Maschinen Aroma erzeugen, aber das mal nur am Rande.

Geräte mit einer expliziten Aroma-Funktion sind zum Beispiel die Philips Intense oder die Melitta ENJOY Top Therm. Dort könnt ihr wie bei einem Kaffeevollautomaten die Stärke eures Kaffees direkt über das Gerät steuern.

Aroma-Funktion bei der Philips Intense

Die Aroma-Funktion der Philips Intense ...

Aroma-Funktion der Melitta Enjoy Top Therm

... und hier die der Melitta ENJOY Top Therm

Bei einem Vollautomaten funktioniert das über die Menge an Kaffeepulver, bei einer Filtermaschine über die Geschwindigkeit des Wasserflusses. Genau den reguliert ihr mit dem Drehregler an den Maschinen.

Wenn ihr die Stärke auf leicht stellt, fließt das Wasser schneller durch den Kaffee. Dadurch hat es nicht so viel Zeit, die Aromen aus dem Pulver mitzunehmen. Entsprechend wird der Kaffee milder. Stellt ihr den Regler auf stark, lässt sich das Wasser Zeit. Durch den längeren Kontakt mit dem Pulver werden mehr Aromen extrahiert und der Kaffee schmeckt intensiver.

Der Aroma-Selektor ist eine nette Funktion, wenn ihr die Stärke nicht über die Menge des Pulvers regulieren wollt. Sein größter Vorteil wird von den Herstellern aber nicht erklärt: Ihr könnt ihn auch als Preinfusor nutzen.

Die Wassergeschwindigkeit wird rein mechanisch über das Öffnen von mehr oder weniger Durchfluss-Möglichkeiten geregelt. Diese könnt ihr auch während des Durchflusses öffnen, ohne einen Schaden an der Maschine zu verursachen.

Wasserzulaufdüsen bei der Philips Intense

Die Stärke und Schnelligkeit des Wasserflusses entscheidet die Kaffeestärke

Stellt ihr den Wasserfluss am Anfang auf minimal (= größte Stärke), kann das Pulver kurz angefeuchtet werden. Dann dreht ihr die restlichen Öffnungen auf und das vorbehandelte Pulver wird mit Wasser übergossen. Was in der Theorie einfach klingt, erfordert einiges an Übung und viele Probe-Durchgänge. Wenn ihr aber einmal den Dreh raus habt – im wahrsten Sinne des Wortes – könnt ihr so das Aroma eures Kaffees deutlich verbessern.

Wasserzulaufdüsen

Die Wasserzulaufdüsen bei der Melitta AromaElegance

Komfort

Ein wichtiger Punkt der früheren Kaffeemaschinen war die Einfachheit der Bedienung. Das Kaffeekochen musste schnell und einfach gehen. Auch heute noch soll eine Filtermaschine wenig Aufwand machen. Wer viel Zeit in seinen Kaffee stecken möchte, wird zum Handfilter oder dem Siebträger greifen.

Der Punkt Komfort ist deshalb ein entscheidender bei einer guten Kaffeemaschine. Darunter fallen für mich verschiedene Unterpunkte, die ihr alle schon vor dem Kauf prüfen könnt.

Der erste ist der Wassertank. Ist dieser abnehmbar oder fest installiert?

Ein abnehmbarer Wassertank bietet einen deutlich höheren Komfort. Ihr könnt ihn direkt am Wasserhahn befüllen und benötigt kein zusätzliches Gefäß. Ebenfalls könnt ihr ihn im Spülbecken auswaschen und müsst eure Hand nicht in den Tank schieben. Das ist nicht nur unbequemer, häufig wird der Tank dabei auch nicht so sauber wie unter dem Hahn.

Wassertank der Melitta AromaElegance

Komfort heißt für mich ein abnehmbarer Wassertank

Den Begriff „Einhandbefüllung“ kennt ihr schon von meinem Wasserkocher Test. Die Frage dahinter lautet: Kann ich die Maschine auch dann bedienen, wenn ich einen Arm komplett in Gips habe?

Was muss eine Maschine können, damit ich ihr dieses Siegel verleihe? Nicht viel. Der Deckel am Tank muss von alleine stehen bleiben, wenn ich Wasser einfülle. Der Filter muss sich mit einer Hand abnehmen lassen. Der Deckel der Kanne sollte sich mit einem Daumendruck öffnen lassen.

Wassertank-Skala

Die Wassertank-Skala der WMF Bueno ist gut lesbar ...

Hochklappbarer Deckel

... und der Wassertank-Deckel bleibt von alleine oben

Meinen ersten Kaffee trinke ich morgens nach dem Aufstehen. Zu diesem Zeitpunkt sind meine Augen noch auf Halbmast, genaues Abfüllen etc. kommt nicht in Frage. Die Skala am Wassertank muss also groß und deutlich lesbar sein. Wenn ich sie nicht erkennen kann und vier Löffel Pulver Wasser für sechs Tassen einfülle, fängt der Tag schon bescheiden an. Die Skala sollte zudem genaue Maße ermöglichen. 1 – 5 – 10 ist keine genaue Einteilung.

Entnehmbarer Filtereinsatz der WMF Bueno

Der Filtereinsatz sollte abnehmbar sein

Für mich zählt zu Komfort auch ein abnehmbarer Filterhalter. Das erleichtert die Reinigung ungemein. Außerdem könnt ihr so den Filter einmal durchspülen, bevor ihr das Kaffeepulver einfüllt. Das verbessert den Geschmack.

Erst nach dem Kauf überprüfbar

Bei den folgenden Punkten habe ich mir die Kriterien angesehen, die ihr meistens nicht vor dem Kauf testen könnt.

Den ersten Eindruck könnt ihr euch natürlich auch selber vor dem Kauf bilden. Mit geht es dabei aber vor allem um den Unterschied zwischen den Bildern im Internet und dem wirklichen Auftreten der Maschinen nach dem Auspacken.

Der erste Eindruck

  • Material
  • Gewicht
  • Preis

Zu Beginn gehe ich auf den ersten Eindruck der Maschine ein. Dieser Punkt ist rein subjektiv. Ich sage euch, was ich von der Optik des Gerätes halte. Ich war selber überrascht, wie viele unterschiedliche Kleinigkeiten es bei Filtermaschinen gibt. In meiner Erinnerung sahen die alle gleich langweilig aus. Das ist mitnichten der Fall. Die Maschinen haben alle einen individuellen Look, auch wenn dieser mal mehr, mal weniger originell ist.

Philips Intense Verpackung

Selbst die Verpackung gibt schon einige Details preis ...

Melitta Easy 1010-02 bk Verpackung

... – abgesehen vom Foto kann das Gewicht Aufschluss über Material geben

Zum Look zählt für mich auch das verwendete Material. Da gibt es bei den getesteten Maschinen nur drei Alternativen: Edelstahl, Glas oder Kunststoff. Wobei Glas meistens nur für die Kanne benutzt wird. Am besten gefallen mir naturgemäß die Maschinen mit möglichst wenig Kunststoff, denn dieser ist für Geschmack und Umwelt nicht gut.

Kaffeemaschine im Edelstahl-Look

Edelstahl sieht einfach edel aus, sagt aber wenig über die Kaffeequalität aus (hier abgebildet: Melitta LOOK Therm DeLuxe)

Das Gewicht erwähne ich nur, wenn es mir besonders auffällt, wie bei der Melitta Easy, die extrem leicht ist. Da ich davon ausgehe, dass ihr eure Kaffeemaschine nicht jeden Tag hin- und hertragt, hat das Gewicht aber keinen großen Einfluss auf das Testergebnis.

Melitta Easy 1010-02 bk

Die Melitta Easy 1010-02 bk war das Leichtgewicht in meinem Kaffeemaschinen-Test

Der Preis ist bei jedem Test ein Kriterium, hier natürlich auch. Dabei setze ich den Preis aber in Verbindung mit der Leistung der Maschine, denn manchmal lohnt es sich, mehr Geld auszugeben.

Weitere Kriterien

  • Größe des Wassertanks
  • Wassertank-Skala
  • Deckel
  • Sockel
  • Verarbeitung
  • Abnehmbare Teile

Es gibt zwar keine offizielle DIN-Norm für die Größe des Wassertanks einer Kaffeemaschine, dennoch haben fast alle Tanks dieselbe Größe: 1,25 Liter. Das entspricht 10 großen Tassen à 125 Milliliter oder 15 kleinen Tassen à 85 Milliliter.

Einen größeren Unterschied seht ihr bei den Skalen an den Wassertanks. Diese geben manchmal nur die großen Tassen, manchmal nur die kleinen, manchmal Tassen und Liter und manchmal nur Liter an.

Ja, es ist so unübersichtlich, wie es sich liest.

Ich bevorzuge eine Angabe in Tassen. Ob groß oder klein ist dabei zweitrangig. Wenn ich Kaffee koche, zähle ich schließlich die Portionen ab, die ich brauche. Die dann noch in Liter umzurechnen ist zu viel Aufwand.

Wassertank-Skala

Am liebsten habe ich es, wenn die Skala in Tassenanzahl angezeigt wird

Neben der Maßeinheit ist mir die Lesbarkeit der Skala wichtig. Einige Maschinen haben eine weiße Schrift auf hellem Hintergrund. Das ist zum Ablesen bescheiden. Vor allem morgens vor dem ersten Kaffee ist es hinderlich.

Bei den Deckeln der Kaffeemaschinen interessieren mich zwei Aspekte. Bleiben diese von alleine stehen und wie viele Deckel gibt es?

Wasser einfüllen in die Russell Hobbs Buckingham Kaffeemaschine
Ein Deckel für Wassertank und Filter

Die Deckel müssen von alleine stehen bleiben, sonst ist eine Einhand-Bedienung unmöglich. Bei der Melitta ENJOY Top Therm ist das zum Beispiel nicht möglich. Dort fällt der Deckel immer wieder zu.

Die Anzahl der Deckel ist für mich ein Hinweis darauf, wie einfach die Maschine zu bedienen ist. Die Melitta Easy hat nur einen Deckel. Dieser deckt den Filter und den Wassertank gleichzeitig ab. Wenn ihr eines von beidem befüllen wollt, müsst ihr den kompletten Deckel heben. Das ist noch nicht das eigentliche Problem. Da der Deckel aber zwei Gefäße bedeckt, ist er ziemlich groß. Entsprechend viel Platz müsst ihr über der Maschine noch einplanen. Dieser Umstand nervt.

Wassertank-Skala

Bei der ungewöhnlichen Bauweise der Philips Gourmet muss ich mich fragen, wie standsicher die Maschine ist

Eine Kaffeemaschine ist nicht so starken mechanischen Anforderungen ausgesetzt wie ein Mixer. Trotzdem sehe ich mir den Sockel der Maschinen gerne an, denn dieser ist das Fundament des Gerätes. Wenn hier schon unsauber gearbeitet wurde, zieht sich das wahrscheinlich durch die gesamte Verarbeitung. Mit einer Ausnahme spielt der Sockel aber nur eine untergeordnete Rolle, weil das Verhältnis von Höhe zu Breite der Maschine keinen Grund zur Sorge des Umkippens gibt. Die Ausnahme ist die Philips Café Gourmet, die für ihre schmale Basis recht hoch ist.

Generell habe ich ein Auge auf die Verarbeitung. Eine gute Kaffeemaschine soll wie aus einem Guss sein, auch wenn sie viele Einzelteile hat. Die Elemente müssen ineinander greifen und ich möchte im Betrieb kein Klappern oder Rasseln hören.

Im Punkt Beschaffenheit sind die abnehmbaren Teile noch ein wichtiger Punkt für meinen Test. Je mehr Teile ihr abnehmen könnt, desto einfacher sind in der Regel die Befüllung und die Reinigung. Einen abnehmbaren Wassertank könnt ihr direkt unter den Wasserhahn halten – für das Füllen und das Putzen. Beim Filtereinsatz gilt dasselbe. Wenn er abnehmbar ist, könnt ihr den Filter ausspülen, bevor ihr das Pulver hineingebt. So entfernt ihr Fusseln und ermöglicht eine bessere Extraktion. Außerdem lässt er sich im Anschluss besser spülen oder sogar in die Spülmaschine geben.

  • Lieferumfang
  • Mahlwerk
  • Timer

Nur wenige Maschinen im Test bieten wirkliche Extras. Einen Portionierungslöffel werte ich noch nicht als Extra. Für mich fallen Eigenschaften wie ein Timer, ein Mahlwerk oder eine Aroma-Funktion darunter.

Die Aroma-Funktion habe ich oben schon genau erklärt, weswegen ich mich jetzt auf die anderen beiden konzentriere.

Ein Timer ermöglicht euch das Kaffeekochen, ohne selber an der Maschine zu stehen. Ihr programmiert einfach eine beliebige Zeit ein und eure Maschine nimmt genau dann die Arbeit auf. Gut, ganz beliebig ist die Zeit nicht, denn ihr könnt nur einen Zeitpunkt innerhalb der nächsten 24 Stunden einstellen.

Der Gedanke hinter dieser Funktion ist eine weitere Erleichterung für den Anwender. Der gesamte Prozess des Kaffeekochens ist schon stark vereinfacht, jetzt ist noch nicht mal mehr eure persönliche Anwesenheit erforderlich.

Digitales Display mit Timer-Anzeige

Dank einer Timer-Funktion wird man morgens von frisch gekochtem Kaffee begrüßt

Bei einer repräsentativen Umfrage in Freundes-, Bekannten- und sonstigen Kreisen kam heraus, dass die meisten den Timer für den morgendlichen Kaffee nutzen. Sie werden vom Geruch des frischen Kaffees geweckt oder stellen den Timer so, dass er fertig ist wenn sie aus dem Bad kommen. Auf den ersten Blick bringt diese Funktion also nur Vorteile mit sich.

Auf den zweiten Blick hat sie aber einen entscheidenden Nachteil. Die Frische des Kaffees leidet unter der Programmierung, vor allem wenn ihr den Timer für den Morgenkaffee nutzt. Dann müsst ihr abends schon das Wasser und das Pulver einfüllen. Beides liegt nachts faul herum. Dadurch verliert das Wasser seine Frische und die Aromastoffe des Pulvers können sich ebenfalls schon auflösen. Am Morgen bleibt dann noch die Hälfte des ursprünglichen Aromas erhalten – höchstens. Ihr müsst an dieser Stelle also ganz klar abwägen zwischen Bequemlichkeit und Aroma. Ich entscheide mich für das Aroma.

Im Gegensatz zum Timer spricht mich ein Mahlwerk als Extra voll an. Mit einem Mahlwerk könnt ihr auch bei einer Filtermaschine ganze Bohnen verarbeiten, ohne extra eine Mühle kaufen zu müssen. Das bringt das Aroma eures Kaffees noch mal auf eine neue Stufe. Wie bei einem Vollautomaten gebt ihr die Bohnen und das Wasser in die Maschine, um anschließend frischen Kaffee zu erhalten.

Digitales Display mit Timer-Anzeige

Ein Timer macht für mich nur Sinn, wenn er mit dem Mahlen der Kaffeebohnen beginnt, ansonsten leidet das Aroma (hier im Bild: Russell Hobbs Buckingham)

So toll die Funktion an sich auch ist, in meinem Test hat sie nicht funktioniert. Ich habe mir die Russell Hobbs Buckingham genommen, um eine Maschine mit Mahlwerk zu testen. Leider hat genau bei meiner Maschine der Mechanismus nicht funktioniert. Das ändert aber nichts daran, dass ich grundsätzlich von dieser Funktion überzeugt bin.

  • Wassertank befüllen
  • Filter einsetzen
  • Pulver einfüllen
  • Tropfschutz
  • Verschiedene Schalter

Der Grundgedanke beim Bau der ersten Kaffeemaschinen war es eine Maschine zu bauen, die möglichst einfach Kaffee kocht. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf gehe ich an den Punkt der Bedienung heran. Mein Fokus liegt auf der Einfachheit in der täglichen Handhabe.

Wegklappbarer Filter
Abnehmbarer Wassertank

Diese beginnt beim Befüllen des Wassertanks. Funktioniert das mit einer Hand? Kann ich den Tank abnehmen oder benötige ich ein weiteres Gefäß? Auch die Größe der Öffnung spielt dabei eine Rolle, denn ich will nicht die Hälfte des Wassers auf der Arbeitsplatte schwimmen haben. Ein Negativbeispiel für einen festen Wassertank mit einer Zwergen-Öffnung ist die Russell Hobbs Buckingham. Das positive Gegenbeispiel ist die Melitta AromaElegance, bei der der Wassertank komplett abnehmbar ist.

Dieselben Kriterien wie beim Befüllen des Wassertanks gelten auch für den Filter und das Pulver. Die meisten Filtereinsätze könnt ihr einfach zur Seite schwenken und dann den Filter einsetzen. Anschließend gebt ihr das Pulver hinein und klappt den Einsatz wieder zu. Wenn der Filtereinsatz zudem noch komplett abnehmbar ist, gibt es zusätzliche Punkte von mir.

Wasser wird in Kaffeemaschine gefüllt

Das Befüllen der Kaffeemaschine sollte so einfach wie möglich sein

  • Geruch
  • Lautstärke
  • Wasserfluss in Filter

Wenn die Kaffeemaschine ihren Betrieb aufnimmt, kann ich entspannt auf meinen Kaffee warten – nicht. Denn auch während des Durchlaufens gibt es viel zu bewerten.

L’arome de plastic.

Das berühmte Plastik-Aroma beim ersten Durchlauf eines neuen Gerätes. Dieser Duft ist mir schon von anderen Tests bekannt, wie dem Mixer Test oder dem Wasserkocher Test. Da die Plastikteile frisch aus der Fabrik kommen, haben sie noch den Produktionsgeruch an sich. Dieser wird beim ersten Erhitzen freigesetzt, danach riecht ihr meistens nichts mehr.

Sollte der Geruch länger als fünf Kochvorgänge anhalten, lasst die Finger von der Maschine. Dann sind es keine Produktionsrückstände mehr die da riechen, sondern die minderwertige Maschine.

Wassertank aus Plastik

Etwas Plastikgeruch ist bei neuen Kaffeemaschinen zu erwarten

Ich hatte im Test einige Maschinen mit einem hohen Kunststoff-Anteil. Dafür war die Quote an Plastik-Geruch gering. Die meisten Maschinen sind also immerhin aus hochwertigem Kunststoff gebaut.

Bei der Bewertung der Lautstärke ist das Oma-Blubbern meine Referenz-Größe. Ihr wisst schon, das leise Geräusch im Hintergrund, während ihr gierig auf die Sahnetorte starrt. Lauter als das Oma-Blubbern meiner Kindheit darf keine Maschine sein. Bis auf die Russell Hobbs Buckingham nehmen alle Maschinen diese Hürde. Bei der Buckingham ist es auch nicht das Kaffeekochen an sich, was so laut ist. Vielmehr wurde bei dieser Maschine ein Mahlwerk verbaut, was noch den Nachbarn weckt.

Kaffee fließt in die Glaskanne

Das fast schon rhythmische Plätschern und Blubbern des Kaffees lässt Erinnerungen an meine Besuche bei Oma und Opa wach werden

Der Brühvorgang ist der letzte Punkt, den ich mir im Betrieb genauer ansehe. Er hat maßgeblichen Einfluss auf den Geschmack eures Kaffees, deshalb solltet ihr auf diesen Punkt besonderen Wert legen. Mit Brühvorgang ist der Moment, gemeint, in dem das heiße Wasser auf das Kaffeepulver trifft und die Extraktion stattfindet. Das Problem ist, dass ihr den Brühvorgang weder im Internet, noch im Geschäft überprüfen könnt. Erst wenn die Maschine schon bei euch zu Hause steht, könnt ihr den Deckel heben und das ganze Prozedere bestaunen. Dann ist es aber meistens zu spät für einen Umtausch. Ich habe den Vorgang deshalb bei jeder Maschine im Detail beschreiben.

Moccamaster-Wasserdüsenkopf
Wasserzulauf bei der Melitta Top Therm Kaffeemaschine

Grundsätzlich soll der Brühvorgang möglichst nahe an den eines Handfilters herankommen. Dort wird das Wasser langsam, aber stetig in kreisenden Bewegungen auf das Kaffeepulver gegeben. Das mit den kreisenden Bewegungen wird bei einer Filtermaschine logischerweise schwer, aber es gibt noch eine Alternative.

Kennt ihr Regenduschen? In Wellness-Bereichen von Hotels findet man sie häufig. Dort kommt das Wasser nicht in einem Schwall, sondern schön verteilt aus der gesamten Breite des Duschkopfes auf euer Haupt. Einige Maschinen, wie der Moccamaster, haben dieses Prinzip übernommen. Dort gelingt die gleichmäßige Bewässerung vorbildlich.

Im besten Fall nimmt die Maschine noch eine so genannte Preinfusion vor. In der Handfilter-Kunst spricht man dabei von „Blooming”. Eine kleine Menge Wasser wird vor dem eigentlichen Brühvorgang in das Pulver gegeben. So quillt es auf und gibt seine Aromen besser ab. Dieser Vorgang dauert nur ein paar Sekunden, dann beginnt der eigentliche Brühvorgang. Keine Maschine in meinem Test wirbt mit dieser Technik. Beim Moccamaster findet dieser Vorgang aber trotzdem statt.

Ich bin dem Irrglauben erlegen, dass Kaffee aus Filtermaschinen immer gleich schmeckt. Da ich keinen Einfluss auf den Vorgang habe, kann sich der Geschmack auch nicht unterscheiden. So mein falscher Gedanke.

Frischen Kaffee in Tasse gießen

Kaffee aus der Maschine muss nicht gleich schmecken

Der Kaffee schmeckt aus den verschiedenen Geräten sehr unterschiedlich. Natürlich habe ich überall dieselben Bohnen, Mahlgrad usw. genommen. Trotzdem bekam ich unterschiedliche Ergebnisse. Die WMF Bueno bspw. bietet ein sehr rundes Geschmackserlebnis, die Philips Intense betont mehr die Säure im Kaffee und die Philips Gourmet hat einen sehr vollen Geschmack.

Ich habe euch die Kaffeequalität bei jedem Gerät genau beschrieben, so dass ihr eure Kaufentscheidung darauf aufbauen könnt.

  • Tassenanzahl
  • Durchlaufzeit
  • Kaffee-Temperatur
  • Temperatur nach 30 Minuten
  • Stromverbrauch

Neben den vielen anderen Eigenschaften wie Geschmack und Handhabung interessiert mich auch die Technik der Geräte. Diese ist naturgemäß nicht so ausladend wie bei einem Vollautomaten oder einer Siebträger-Maschine. Trotzdem gibt es einige interessante Werte, die ich mir im Detail angesehen habe. Dazu habe ich meinen Strommesser und mein Thermometer benutzt. In jedem Test wird euch eine Tabelle wie die folgende anlachen. Diese hier ist von der WMF Bueno entnommen.

Tassen-AnzahlDurchlauf-Zeit (min)Kaffee-Temperatur (°C)Temperatur nach 30 Min. (°C)Strom-Verbrauch (kWh)
43:4778,060,10,058
107:0983,869,40,111

Was sagen mir die Daten?

Als erstes versuche ich, eine einheitliche Testgröße festzulegen. Das klappt leider nicht immer, denn die Mindest- und Maximalmengen der Maschinen unterscheiden sich. Trotzdem lässt sich immer ein Rückschluss auf die Qualität ziehen.

  • Die Durchlaufzeit ist aus zwei Gründen ein interessanter Punkt. Erstens seht ihr direkt, wie lange ihr auf euren Kaffee warten müsst. So könnt ihr einschätzen, ob sich das Duschen vorher lohnt. Oder der Verzehr des ersten Stück Kuchens.
    Zweitens lässt sich aus der Durchlaufzeit ein erster Rückschluss auf die Kaffeequalität ziehen. Wenn die Zeit sehr kurz ist, wurde das Wasser nicht komplett erhitzt, bevor der Brühvorgang gestartet ist. Das resultiert in lauwarmem Kaffee.
  • Die Temperatur des frischen Kaffees ist ein wichtiges Kriterium für mich. Neben dem Geschmack ist sie die einzige Komponente, die eine hohe Kaffeequalität ausmacht. Im Test gab es Ausreißer in beide Richtungen. Zu kalte Kaffees fallen bei mir pauschal durch. Wenn ich einen kalten Kaffee möchte, setze ich einen Cold Brew auf.
  • Die Temperatur nach 30 Minuten zeigt mir, wie gut die Warmhaltefunktion ist. Ich habe dabei nicht zwischen Warmhalteplatte und Isokanne unterschieden, sondern beide nach der Rest-Temperatur bewertet. Wenn ihr Kaffee schon warmhalten müsst, soll dieser wenigstens noch heiß sein.
  • Zuletzt habe ich mir den Stromverbrauch angesehen. Dieser fällt bei meiner Bewertung aber nur wenig ins Gewicht, weil er sehr klein ist. Wenn ihr jeden Tag die maximale Menge an Kaffee kocht, kostet euch das bei keiner Maschine mehr als 15 Euro im Jahr.
Kaffeemaschine wird eingeschaltet

Kaffeemaschinen wie die Krups ProAroma ziehen auch Strom, wenn sie nicht in Betrieb sind

Wichtiger ist mir in diesem Punkt der Stromverbrauch im ausgeschalteten Zustand. Einige Maschinen, zum Beispiel die Krups ProAroma ziehen noch Strom, auch wenn sie ausgeschaltet sind. Das macht finanziell keinen großen Unterschied, zeugt aber häufig von einer mangelnden Verarbeitung.

Ausnahmen sind die Geräte mit Timer. Die müssen logischerweise Strom beziehen, sonst funktioniert der Timer nicht.

  • Kanne
  • Filter
  • Deckel
  • Wassertank
  • Entkalken

Am Putzen kommt ihr auch bei einer Filtermaschine nicht vorbei. Wo Hitze, Wasser und Kaffee zusammenkommen, müsst ihr regelmäßig durchwischen. Das ist bei den meisten Geräten wörtlich zu nehmen.

Glaskanne
Abnehmbarer Filtereinsatz

Je mehr Teile ihr von der Maschine abnehmen könnt, umso einfacher wird das Reinigen für euch. Bei vielen Maschinen kann der Filtereinsatz direkt in die Spülmaschine, bei einigen auch die Kanne. Bei Isokannen solltet ihr aber vorsichtig sein, denn die Isolierung kommt auf Dauer nicht gut mit der Spülmaschine klar.

Den Wassertank reinigt ihr am besten unter fließendem Wasser mit einem Tuch. So spült und wischt ihr fast alles raus. Ist der Tank nicht abnehmbar solltet ihr mehrmals mit einem feuchten Lappen durchwischen. Besonders im Wassertank setzen sich sonst gerne Reste fest, was schnell unappetitlich wird.

Glaskanne
Abnehmbarer Filtereinsatz

Unabhängig von dieser kleinen Reinigung tut der Maschine auch eine große Reinigung gut. Dabei könnt ihr sie auch gleich entkalken. Macht euch dazu selber eine Zitronensäure-Wasser-Lösung. Keine Sorge, dafür benötigt ihr keinen Abschluss in Chemie.

Ihr mischt einfach einen Teelöffel Zitronensäure mit einem Liter Wasser. Dieses Gemisch füllt ihr in den Wassertank und lasst es einmal ganz normal durchlaufen. Im Anschluss könnt ihr die schon warme Mischung noch einmal durchlaufen lassen. Dann wird eure Maschine wirklich sauber.

Die Mischung nimmt nicht nur die Reste vom Kaffee mit, sondern entkalkt auch gleich eure Maschine. Unser Leitungswasser enthält Kalk, welcher gerne die Leitungen eures Gerätes verstopft. Das merkt ihr, wenn sich hässliche weiße Flecken bilden oder die Maschine wie ein Kettenraucher röchelt. Um dem vorzubeugen solltet ihr regelmäßig entkalken. Spätestens aber dann, wenn sich die ersten Symptome zeigen.

Kaffeemaschine mit gefüllter Kanne im Vordergrund

Die Wasserhärte in eurer Stadt erfahrt ihr häufig auf der Homepage der hiesigen Wasserwerke

Wie oft ihr entkalken müsst, hängt von der Härte eures Wassers ab. Um das zu ermitteln, könnt ihr auf die Homepage eurer Stadtwerke gehen oder euch einen Teststreifen im Drogeriemarkt kaufen. In Großstädten ist mehr Kalk im Wasser als auf dem Land, weswegen ihr dort auch häufiger entkalken solltet. Grundsätzlich gilt die Faustregel, alle drei Monate oder alle 100 Kochvorgänge zu entkalken.

Anstatt der oben beschriebenen Mischung könnt ihr die Zitronensäure auch mit Essig ersetzen. Dieser kann auf Dauer aber das Gummi der Maschine angreifen, weswegen Zitrone die bessere Wahl ist. Außerdem hält sich der Essig-Geschmack länger in der Maschine. Ihr müsste also öfter durchspülen, bevor ihr ihn nicht mehr schmeckt.

Von künstlichen Reinigern solltet ihr die Finger lassen. Diese sind zu aggressiv für die Bestandteile der Maschine und hinterlassen einen ekligen Geschmack.

Katze in der Küche, glitschige Hände, spielende Kinder.

Es gibt eine Menge Gründe, warum ihr auf einmal Ersatzteile für eure Maschine benötigt. Meistens geht die Kanne als erstes kaputt. Nicht weil sie schlecht gebaut ist, sondern weil sie am meisten bewegt wird. Die Wahrscheinlichkeit ist deutlich höher, dass euch die Kanne aus der Hand fällt als der Wassertank. In meinem Test habe daher auch nachgesehen, ob es für die Maschinen Ersatzteile gibt. Und ob sich der Kauf überhaupt lohnt.

Dazu ein paar Beispiele vorab. Die Krups ProAroma kostet rund 30 Euro, die Ersatzkanne aus Glas 20 Euro.

Isokanne der Melitta Enjoy Top Therm

Bei manchen Kaffeemaschinen (hier im Bild: die Melitta ENJOY Top Therm) sind die Einzelteile fast teurer als eine Neuanschaffung

Für die Isokanne der Melitta ENJOY Top Therm zahlt ihr 40 Euro, falls ihr Ersatz braucht. Die Maschine kostet neu rund 55 Euro. Mal ganz ehrlich, was ist das denn bitte für ein Preisverhältnis?

Ich bin immer dafür, Dinge zu ersetzen oder weiter zu nutzen um die Umwelt zu schonen. Wenn mich ein Ersatzteil aber so viel kostet wie die Maschine neu wert ist, ändere ich meine Meinung schnell.

Deutlich besser macht es Philips mit seiner Café Gourmet. Das Gerät bekommt ihr für rund 130 Euro, die neue Glaskanne schon für 25 Euro. Das ist nicht günstig, aber im Vergleich zum Neupreis durchaus angemessen.

Ob es für die Kaffeemaschine Ersatzteile gibt und ob ein Kauf sinnvoll ist, erfahrt ihr in jedem Testbericht einzeln.

Wertungskriterien

Alle oben genannten Punkte sind wichtig für die Bewertung einer Kaffeemaschine. Um euch den Überblick zu erleichtern, habe ich die einzelnen Kriterien in vier Kategorien zusammengefasst. Aus den einzelnen Bewertungen habe ich dann noch eine Gesamtnote gebildet.

Ich bewerte die Kaffeemaschinen in meinem Test auf zwei Arten. Zuerst beschreibe ich mit einer Prozentzahl, wie zufrieden ich mit der getesteten Eigenschaft bin. Dann vergebe ich eine Note zu dieser Zahl.

Kaffeequalität

Ein guter Kaffee muss für mich zwei Eigenschaften haben: heiß und lecker. Klingt nicht sonderlich spektakulär, aber manchmal ist das Leben wirklich so einfach. Wenn ich die Tasse ein meine Lippen führe, möchte ich schon das Aroma riechen. Die Flüssigkeit soll dann heiß sein, denn kalter Kaffee schmeckt nicht (Cold Brew mal ausgenommen). Das Aroma entfaltet sich langsam auf der Zunge und lässt mich begeistert zurück.

Frischer Kaffee mit dem Moccamaster

Heiß ist nicht gleich heiß, wenn es um frisch gebrühten Kaffee aus der Maschine geht

Wenn ich einen solchen Kaffee im Test habe, bekommt er ein „Ausgezeichnet“. Dem Moccamaster wurde diese Ehre zuteil.

Abzüge gibt es entsprechend für eine zu geringe Temperatur und einen langweiligen, bitteren, sauren oder zu schwachen Geschmack.

Handhabung

Einfach und schnell, auch ohne Bedienungsanleitung.

Mein Hauptaugenmerk in diesem Punkt liegt auf der Befüllung und dem Anschalten. Kann ich die notwendigen Schritte auch morgens im Halbschlaf erledigen oder benötige ich einen Kaffee, um meine Kaffeemaschine überhaupt erst zu bedienen? Sollte Zweiteres der Fall sein, gibt es Abzüge.

Ein- und Ausschaltknopf
Kaffeepulver im Filter
Wasser einfüllen in die Philips Café Gourmet

Simple Arbeitsschritte kommen besonders Morgenmuffel gleich nach dem Aufstehen sehr gelegen

Mein Kriterium ist der schlaftrunkene Morgenmuffel, der ohne Kaffee noch nicht am Leben teilnimmt. Kann diese (natürlich rein fiktive) Person die Kaffeemaschine bedienen, um sich selber zum Leben zu erwecken? Wenn ja, dann gibt es eine gute Bewertung. Der Melitta Optima Timer ist das sehr gut gelungen.

Reinigung

Auch bei der Reinigung liegt mein Fokus auf Einfachheit. Ja, eine regelmäßige Reinigung ist notwendig. Diese sollte dann aber bitte schnell und ohne großen Aufwand ablaufen. Dazu ist es gut, wenn möglichst viele Teile in die Spülmaschine können. Wenn das nicht möglich ist, vergebe ich noch Pluspunkte für abnehmbare Teile. Diese lassen sich immerhin direkt unter fließendem Wasser ausspülen.

Abzüge gibt es, wenn die Bauteile fest montiert sind und ihr sie nur mit einem Lappen auswischen könnt. Bei aller Putzliebe, aber auf diese Weise wird es einfach nicht so sauber. Noch größere Abzüge gibt es, wenn die Öffnungen der fest montierten Teile zu klein für eine Reinigung sind, wie bei der Melitta Easy. Die Größe meiner Hand ist hier der Maßstab, was für die Maschinen fair ist.

Pluspunkte können die Geräte sammeln, wenn sie automatische Erinnerungen für Reinigung und Entkalkung haben.

Melitta Easy Wassertank

Wenn einzelne Elemente der Kaffeemaschine nicht abnehmbar sind ...

Krups ProAroma Wassertank

... sollten sie wenigstens leicht zugänglich sein, was leider oft nicht der Fall ist

Warmhaltefunktion

Da ist sie wieder, meine Lieblingsfunktion.

Filtermaschinen werden häufig dann eingesetzt, wenn größere Mengen Kaffee gekocht werden müssen. Diese Mengen werden aber oft nicht gleichzeitig getrunken, so dass der fertige Kaffee aufbewahrt wird. Wenn dann die Nachzügler kommen, muss er noch heiß sein. Die Warmhaltefunktion gehört also zu jeder Filtermaschine dazu.

Bei meiner Bewertung habe ich nicht die Art der Warmhaltefunktion – Warmhalteplatte oder Isokanne – beurteilt, sondern nur den Erfolg. Ganz simpel gesagt: Ist der Kaffee nach 30 Minuten noch heiß? „Ausgezeichnet“ hat dabei die Melitta LOOK Therm DeLuxe abgeschnitten.

Testsieger

Es kann nur einen geben.

Okay, in diesem Fall kann es sogar vier geben.

Nach den vielen Erklärungen, Bewertungsmechanismen und sonstigen Ausführungen, kommen wir endlich zum Ergebnis meines Tests. Ich habe für euch die Sieger in vier Kategorien gekürt:

  • Gesamtsieger
  • Beste Maschine unter 100 Euro
  • Beste Maschine mit Timer
  • Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Als Sonderkategorie habe ich zudem die Anti-Maschine gekürt. Von diesem Gerät rate ich euch konsequent ab.

Gesamtsieger

Moccamaster

VORTEILE

  • Individuelles Design und Farbwahl
  • 5 Jahre Garantie
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Günstige Ersatzteile
  • Herausragender Kaffeegeschmack

NACHTEILE

  • Hoher Preis
  • Wassertank nicht abnehmbar

235,54 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. November 2018 14:49
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Produkteigenschaften

Produktkategorie
MarkeMoccamaster
Tassenportionen10 große
Durchlaufzeit 10 Tassen5:30 min
Temperatur Kaffee 4 Tassen94 °C
Filter entnehmbar
Extraskeine
Gewicht3,6 kg
Warmhaltefunktion

Der Gesamtsieger im großen Kaffeemaschinen-Test 2018 ist der Moccamaster. Damit hat sich der Favorit durchgesetzt, denn der Moccamaster hat den Ruf, die beste Filtermaschine der Welt zu sein.

Das kann ich eindeutig unterschreiben. Der Kaffee aus diesem Gerät ist köstlich. Das liegt vor allem am Brühvorgang, der einer Regendusche gleicht. Auch in Sachen Temperatur kann niemand dem Moccamaster das (kochende) Wasser reichen. Mit rund 200 Euro ist die Maschine das teuerste Gerät im Test. In diesem Fall gilt die Regel, dass der Preis von Qualität zeugt.

Moccamaster Übersicht
Moccamaster Sockel
Moccamaster – Kaffee eingießen

Natürlich sind 200 Euro für eine einfache Kaffeemaschine eine ordentliche Summe. Wer aber viel Kaffee trinkt und dabei auch noch Wert auf das Aroma legt, dem empfehle ich den Moccamaster.

Beste Maschine unter 100 Euro

Philips HD7697/90 Intense

VORTEILE

  • Gute Verarbeitung
  • Edelstahlkanne zum Warmhalten
  • Einstellbare Stärke
  • Abnehmbarer Wassertank
  • Leckerer Kaffee

NACHTEILE

  • Kleine Öffnung der Kanne

72,95 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. November 2018 14:49
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Produkteigenschaften

Produktkategorie
MarkePhilips
Tassenportionen10 große; 15 kleine
Durchlaufzeit 10 Tassen7:48 min
Temperatur Kaffee 4 Tassen76,2 °C (3 T.)
Filter entnehmbar
ExtrasKaffeestärke einstellbar; Isolierkanne
Gewicht2,24 kg
Warmhaltefunktion

Falls ihr auf guten Kaffee steht, aber keine 200 Euro für den Moccamaster übrig habt, ist die Philips Intense euer Gerät. Diese Maschine ist mein klarer Testsieger bei den Maschinen unter 100 Euro. Der Kaffee hat ein schönes Aroma, dass ihr individuell einstellen könnt. Mit Hilfe des Reglers am Deckel, könnt ihr selber die Stärke eures Kaffees bestimmen. Mit etwas Übung kommen so sehr gute Ergebnisse zustande.

Besonders fasziniert hat mich bei dieser Maschine die Einfachheit. Sie verkörpert genau das, wofür Kaffeemaschinen ursprünglich entwickelt wurden: einfaches Kaffeekochen.

Auch im Vergleich mit teureren Maschinen behauptet die Philips Intense einen Spitzenplatz.

Beste Maschine mit Timer

Melitta AromaElegance DeLuxe

VORTEILE

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Sieht schick aus
  • Einfache Bedienung
  • Abnehmbarer Wassertank
  • 5 Jahre Garantie

NACHTEILE

  • Teure Ersatzkanne
  • Uhr wird beim Trennen vom Strom zurückgestellt

126,08 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. November 2018 14:49
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Produkteigenschaften

Produktkategorie
MarkeMelitta
Tassenportionen10 große; 15 kleine
Durchlaufzeit 10 Tassen5:20 min
Temperatur Kaffee 4 Tassen94 °C
Filter entnehmbar
ExtrasTimer; einstellbare Warmhaltefunktion; Uhr; 5 Jahre Garantie
Gewicht3,1 kg
Warmhaltefunktion

Ich habe euch schon erklärt, warum ich kein Fan von Timern an Kaffeemaschinen bin. Trotzdem können sie das Leben deutlich vereinfachen, gerade morgens. Deshalb habe ich den Maschinen mit Timer eine eigene Kategorie gewidmet. Sieger ist die Melitta AromaElegance.

Sie kocht tollen Kaffee, sieht gut aus und ist einfach zu bedienen. Der abnehmbare Wassertank erleichtert das Füllen und die Reinigung. Mir hat zudem die ungewöhnliche Optik gut gefallen. Die AromaElegance ist nicht wie 99 Prozent der anderen Maschinen gebaut, sondern in sich leicht versetzt. Das verleiht ihr einen interessanten Look.

Melitta AromaElegance DeLuxe Übersicht

Wenn schon Kaffeemaschine mit Timer, dann die Melitta AromaElegance DeLuxe

Unabhängig von dem guten Testergebnis rate ich euch aber zu einer Maschine mit Timer und Mahlwerk, wenn ihr schon einen Timer braucht. So wird das Kaffeepulver wenigstens frisch gemahlen.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Achtung, Déjà-vu!

Der Sieger in der Kategorie Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis lautet ebenfalls: Melitta AromaElegance. Alle Vorteile der Maschine habe ich euch eben erklärt. Dafür ruft Melitta knapp über 100 Euro auf, was ich angemessen finde. Die AromaElegance hatte noch zwei harte Konkurrenten, die aber aus verschiedenen Gründen den Titel nicht verdient haben.

Zuerst ist da der Moccamaster, denn er ist seine 200 Euro durchaus wert. Ich habe mich aber trotzdem gegen ihn entschieden, weil ich 200 Euro für eine einfache Filtermaschine zu viel finde.

Moccamaster Übersicht
Melitta Easy 1010-02 Übersicht
Melitta AromaElegance DeLuxe Übersicht

Auch beim besten Preis-Leistungs-Verhältnis führt die AromaElegance – der Moccamaster (oben links) ist einfach zu teuer und die Melitta Easy (oben rechts) bietet absolut nichts für den niedrigen Preis

Dann gibt es noch die Melitta Easy. Sie kostet nur rund 35 Euro. Dafür kann sie aber auch nichts, womit der Preis zur Leistung passt. Das ist allerdings nicht meine Version von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, weswegen die Easy ebenfalls aus dem Rennen ist.

Der Anti-Sieger

Unter den Kaffeemaschinen in meinem Test waren keine Gesundheits-Gefährder. Alle Maschinen haben beim Leistungstest zumindest ein ausreichendes Ergebnis abgeliefert. Zwei Maschinen, Krups ProAroma und Melitta Easy, waren Ausreißer nach unten, der Rest war deutlich besser.

Russell Hobbs Buckingham

VORTEILE

  • Einfache Bedienung
  • Schicke Optik
  • Warmhaltefunktion
  • Geschmack des Kaffees
  • Timer-Funktion
  • Gut verarbeitet

NACHTEILE

  • Wassertank schwer zu befüllen
  • Reinigung umständlich
  • Pulverzufuhr bei Testgerät defekt
  • Viel zu teuer

147,98 €

Zuletzt aktualisiert am: 21. November 2018 14:49
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Produkteigenschaften

Produktkategorie
MarkeRussell Hobbs
Tassenportionen10 große; 15 kleine
Durchlaufzeit 10 Tassen7:08 min
Temperatur Kaffee 4 Tassen68,0 °C (2 T.)
Filter entnehmbar
ExtrasMahlwerk; Timer; verschiedene Mahlgrade einstellbar
Gewicht5,73 kg
Warmhaltefunktion

In Kombination mit dem Preis fiel mir die Wahl meines Anti-Siegers allerdings leicht. Gewonnen hat die Russell Hobbs Buckingham. Sie liefert ein durchschnittliches Ergebnis, kostet dafür aber rund 200 Euro. Das ist vollkommen unverhältnismäßig, weshalb die Maschine sich auch den zweifelhaften Titel des Anti-Siegers anheften darf.

Tipps und Tricks für guten Kaffee aus der Maschine

Egal, für welche Kaffeemaschine ihr euch entscheidet, ein paar grundlegende Tipps gebe ich euch mit auf den Weg. Mit diesen Kniffen holt ihr das Beste aus eurer Maschine raus – egal ob Moccamaster oder Melitta Easy.

Hochwertiger, frisch gemahlener Kaffee

Direkt der erste Punkt kann zu einer Kontroverse führen. Denn eigentlich soll eine Filtermaschine das Kaffeekochen ohne viel Aufwand ermöglichen. Wenn ihr aber das geschmacklich beste Resultat erzielen wollt, müsst ihr euch von diesem Gedanken verabschieden. Dann müsst ihr eure Maschine mit frisch gemahlenem Kaffee füttern. Rein technisch spricht da nichts gegen, es ist natürlich aufwendiger.

Standardmäßig kommt in eine Filtermaschine nur der gute, goldene Kaffeepulverblock aus dem Supermarkt. Es gibt übrigens auch da interessante Sorten, die halbwegs vernünftig schmecken.

Sie haben geschmacklich natürlich keine Chance gegen hochwertigen Kaffee aus dem Spezialhandel vor Ort oder online (beispielsweise beim Coffee Circle). Dort zahlt ihr etwas mehr für das Kilo, bekommt dafür aber auch einen viel intensiveren Geschmack. Außerdem kommen die Bohnen fast immer aus ökologischem Anbau, der die Kaffeebauern vor Ort nicht ausbeutet.

Den Kaffee mahlt ihr dann für jede Kanne frisch. So behält er lange sein Aroma, denn dieses verflüchtigt sich schnell, sobald die Bohne zerkleinert wird.

Es ist schwierig, einen bestimmten Kaffee zu empfehlen, weil die Geschmäcker nun mal verschieden sind. Ich will euch trotzdem drei Sorten mit auf den Weg geben, die mir persönlich gut gefallen.

Da ist zuerst Äthiopischer Yrgacheffe. Er hat eine würzige Note und entfaltet einen komplexen Geschmack. Dieser Kaffee wurde zur Zeit des Wigomat als Basis für viele Filterkaffees genommen. Damals wurde auch noch individueller geröstet und nicht alle Sorten gleich.

Ein fruchtigeres Aroma bietet der Jamaica Blue Mountain, welcher als Spezialitäten-Kaffee gilt. Fragt den Händler eures Vertrauens gerne mal nach diesem Kaffee. Bringt aber Zeit mit, denn die Ausführungen dazu können sich hinziehen.

Der Elbgold Guatemala El Moreno überzeugt mit einer Süße von Honig und einem Geschmack von Karamell und Zartbitterschokolade. Er ist Gewinner des „Cup of Excellence“ und wurde von „Der Feinschmecker“ ausgezeichnet.

Jetzt könnt ihr natürlich anfangen zu rechnen, ob sich der Aufwand lohnt. Mehrkosten für den Kaffee, Mehrkosten für eine Mühle und dann auch noch die Kaffeemaschine selber. Ich sage euch, dass es sich immer lohnt etwas mehr Geld auszugeben, wenn ihr dafür auch ein besseres Ergebnis bekommt.

Frisches Wasser

Die Wasserqualität hat einen erheblichen Einfluss auf den Geschmack eures Kaffees. Für das beste Wasser in eurem Tank solltet ihr die folgenden Schritte befolgen:

  1. Spült den Wassertank einmal aus.
    So entfernt ihr altes Wasser aus dem Tank und vermischt dieses nicht mit dem frischen.
  2. Nehmt kaltes Wasser.
    Dreht den Wasserhahn ganz nach rechts. So bekommt ihr wirklich kaltes Wasser, das ihr dann in den Tank füllt.
  3. Nutzt nicht den ersten Schwung.
    Der Arzt würde sagen: Nehmt den Mittelstrahl. Lasst den ersten Schub Wasser laufen und haltet dann erst den Tank unter den Hahn. Damit erwischt ihr das frische Wasser, nicht das abgestandene aus der Leitung.
  4. Filtert euer Wasser.
    Wenn möglich, solltet ihr euer Wasser filtern. Das funktioniert entweder über einen Aufsatz direkt am Hahn oder über einen separaten Wasserfilter. Mit diesem Zwischenschritt entfernt ihr Rückstände aus dem Wasser, die den Geschmack beeinträchtigen.

Wenn ihr diese Punkte berücksichtigt, erhaltet ihr sauerstoffreiches Wasser, das fast frei von Rückständen ist. Durch den zusätzlichen Sauerstoff kann sich das Aroma des Kaffees besser entfalten. Das ist besonders bei hochwertigen Kaffees interessant, die teilweise sehr differenzierte Aromen haben.

Filter richtig wählen und ausspülen

Es gibt durchaus Unterschiede zwischen den verschiedenen Kaffee-Filtern. Die Rewe-Eigenmarke bringt einen muffigen Geschmack mit. Melitta ist schon deutlich hochwertiger, riecht aber immer etwas nach Holz. Wenn ihr wirklich auf die Details achten wollt, greift zu Hario oder Kalita. Dort bekommt ihr das klarste Aroma.

Wenn ihr den Filter in seinen Einsatz gepackt habt, spült ihn einmal aus. Mit diesem Zwischenschritt befreit ihr ihn von Fusseln oder Produktionsresten. So öffnet ihr die Poren im Filter, die dann mehr Aroma durchlassen können.

Brühvorgang überwachen

Filtermaschinen bieten euch den großen Vorteil, dass ihr direkt in den Brühvorgang eingreifen könnt – jedenfalls bei den meisten Maschinen. Dazu klappt ihr den Deckel über dem Filter auf und schon seid ihr mitten drin im Geschehen.

Kaffeepulver in Filter der Kaffeemaschine

Ungewöhnlich, aber nicht unmöglich: Ihr könnt in den Brühvorgang der Kaffeemaschine eingreifen

Hier seht ihr, ob das Wasser gleichmäßig auf das Pulver verteilt wird. Wenn das nicht der Fall sein sollte, könnt ihr manuell nachhelfen. Nehmt einfach einen Löffel und rührt die braune Brühe um. Damit sorgt ihr für eine gleichmäßige Verteilung und damit eine bessere Extraktion.

Ihr könnt den Brühvorgang auch über die Stärke des Kaffeepulvers beeinflussen. Wenn ihr den Kaffee sehr fein mahlt, benötigt das Wasser länger um hindurch zu kommen. Dadurch werden mehr Aromastoffe extrahiert. Übertreibt es aber nicht, sonst läuft das Wasser oben aus dem Filter raus, falls es unten nicht durchkommt. Glaubt mir, das gibt eine ganz schöne Sauerei.

Ich gebe zu, dass es ziemlich komisch ist, in den Brühvorgang einzugreifen. Ihr kauft eine Filtermaschine ja wegen der einfachen Zubereitung. Ich wollte euch diesen Optimierungs-Trick trotzdem nicht vorenthalten.

Die richtige Temperatur in der Kanne

Auf die Temperatur des Wassers habt ihr keinen Einfluss. Auf die Temperatur des Kaffees schon. Dieser verliert viel Hitze, wenn er in die Kanne kommt. Das ist unabhängig vom Material der Kanne, sondern hängt vielmehr mit der Temperatur der Kanne zu tun.

Wenn heißer Kaffee in eine kalte Kanne kommt, kühlt er ab. Da führt kein Weg dran vorbei.

Einfache Lösung für dieses Problem: Dreht den Wasserhahn nach ganz links und spült die Kanne einmal aus. So nimmt die Kanne die Temperatur des heißen Wassers an und der Kaffee kühlt nicht direkt ab.

Kaffeemaschine oder Vollautomat?

Ihr kennt die Kriterien, ihr kennt die Sieger, ihr kennt die Tricks. Bis hierhin solltet ihr jetzt alles Wichtige rund um Filtermaschinen wissen. Stellt sich noch eine Frage: Ist eine Filtermaschine das Richtige für euch? Oder passt ein Vollautomat vielleicht doch besser?

Siemens EQ.6 Kaffeevollautomat

Bei der Vielfalt an Espresso-Getränken können Kaffeemaschinen nicht mithalten

Menge

Wofür benötigt ihr eure Maschine? Ist sie für euch oder für euer Büro? Welche Kaffeemenge muss sie in welcher Zeit bewältigen? Ganz schön viele Fragen.

Wenn ihr häufig größere Mengen kochen müsst, ist eine Filtermaschine die bessere Wahl. Ihr bekommt hier auf einen Schlag über einen Liter Kaffee. Das ist für kleinere Büros oder Feiern interessant. Falls ihr über den Tag verteilt einen Liter Kaffee trinkt, könnt ihr den natürlich auch mit einer Filtermaschine kochen und dann warmhalten. Dann seid ihr hier aber auf der falschen Seite gelandet.

Für mehrere Tassen über den Tag verteilt ist ein Vollautomat die beste Wahl. Ihr bekommt immer frischen Kaffee, ohne den Aufwand beim Kochen per Handfilter zu haben.

Wenn ihr nur morgens und mittags eine Tasse trinkt, greift am besten auf den guten alten Handfilter zurück. Das schmeckt am besten und ergibt auch preislich am meisten Sinn.

Preis

Nicht selten geht die Entscheidung für oder gegen eine Zubereitungsmethode über den Preis. Dabei hat die Filtermaschine klare Vorteile. Im Schnitt liegen die Maschinen zwischen 80 und 100 Euro, wohingegen vernünftige Vollautomaten bei circa 250 Euro anfangen.

Neben dem höheren Anschaffungspreis ist auch der Unterhalt teurer. Ein Kaffee-Vollautomat benötigt deutlich mehr Strom, da bei ihm viel mehr Prozesse ablaufen. Auch der Kaffeepulver-Verbrauch pro Tasse ist höher.

Geschmack

Puh, das wird schwierig. Wer kocht den besseren Kaffee? Filtermaschine oder Vollautomat? Die Frage lässt sich (zum Glück) nicht pauschal beantworten. Wenn ihr eine Siemens EQ.9 mit einer Melitta Easy vergleicht, könnt ihr mit dem Kaffee aus der Easy vielleicht noch das Klo spülen. Nehmt ihr hingegen den Kaffee aus dem Moccamaster und aus der Krups EA8108, wollt ihr nie wieder weg von der Filtermaschine.

Ich ziehe in diesem Punkt trotzdem den Vollautomaten wegen seiner Frische vor. Ihr bekommt jede Tasse frisch gekocht, was einen positiven Einfluss auf den Geschmack hat. Dieses Ergebnis ist nicht pauschal gültig, trifft aber in vielen Fällen zu.

Call Out Image

24 Kaffeevollautomaten im Test und Vergleich

Die besten Kaffeevollautomaten: Der ausführliche Test- und Erfahrungbericht auf Sonntagmorgen

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Variation der Getränke

Eine Filtermaschine kann schwarzen Kaffee kochen. Ende.

Mehr ist auch nicht ihre Aufgabe. Wenn ihr auf eine Variation bei euren Kaffeegetränken steht, werdet ihr bei einer Filtermaschine schnell an ihre Grenzen stoßen.

Ein günstiger Vollautomat kann mindestens Espresso und Café Creme. Die meisten Automaten bringen zudem noch Cappuccino, Milchkaffee und Latte Macchiato zustande. Damit steht es fünf zu eins für den Vollautomaten bei der Getränkevariation.

Espresso-Getränke-Auswahl

Bei der Auswahl an Espresso-Getränken sind Kaffeemaschinen keine Konkurrenz für Vollautomaten

Aber auch wenn ich nur den einfachen schwarzen Kaffee betrachte, hat der Vollautomat die Nase vorn. Denn mit ihm könnt ihr jede Tasse individuell einstellen – jedenfalls bei den meisten Geräten. Der erste Gast braucht es etwas stärker? Kein Problem. Der Zweite mag eher die leichte Variante? Zwei Klicks und schon gelingt auch das.

Diese Variation gelingt bei der Filtermaschine nur von Kanne zu Kanne, wenn überhaupt.

Fazit

Wer braucht heutzutage noch eine Filterkaffeemaschine? Es gibt doch Kapsel-Automaten. Die sind viel schicker und machen auch guten Kaffee.

Aua. Ich musste mir mal eben selber vor den Kopf hauen bei so viel Unsinn.

Eines haben Kapsel-Automaten und Filtermaschinen dennoch gemeinsam: ihre einfache Bedienung. Filtermaschinen sollten ursprünglich einfach und schnell Kaffee kochen. Viele Hersteller sind diesem Grundsatz treu geblieben und sehen ihre Maschinen nur als Gebrauchs- und nicht als Lifestyle-Produkte. Entsprechend bieder fällt auch das Design aus.

Image

Außer dem poppigen Moccamaster kommen die meisten Kaffeemaschinen-Designs noch immer traditionell daher

Das passt dann nur selten zur hippen Außendarstellung vieler Kaffeetrinker. Auf eine Instagram-Timeline mit jungen, schicken Menschen und Filtermaschinen müsst ihr also wohl noch eine Weile warten.

Leider wird bei der Filtermaschine das fehlende frische Aussehen schnell mit schlechter Qualität gleichgesetzt. Dazu kommt noch das Oma-Image, denn viele heutige Kaffeetrinker hatten ihren ersten Kaffee-Kontakt beim Sonntagskuchen mit der Oma. Seitdem hat sich aber vieles getan, so dass die Vorurteile von langweiligem Kaffee längst überholt sein müssten.

Kaffeemaschinen sind besser als ihr Ruf

Ich gebe allerdings zu, dass auch ich mit viel Skepsis in den Tests gestartet bin. Es gab sogar Diskussionen, ob eine so angestaubte Nische überhaupt eines Tests würdig ist.

Ja, ist sie!

Und sei es nur, um die Spinnweben in Sachen Filtermaschine aus den Köpfen zu bekommen und viele Vorurteile zu widerlegen. Denn die meisten Maschinen im Test haben mich positiv überrascht.

  1. Vorurteil 1: Altmodischer Look

    Mein erstes Vorurteil war das der altbackenen Optik. In meinem Kopf sehen Filtermaschinen langweilig aus und sollten am besten hinter der geschlossenen Schranktür aufbewahrt werden. Auf einige Geräte mag das zutreffen, es gibt aber auch viele Ausnahmen. Der Moccamaster hat eine sehr interessante Optik. Kombiniert mit einer kräftigen Farbe bereichert er jede Küche.

  2. Vorurteil 2: Billiges Material

    Das zweite Vorurteil schließt sich direkt daran an. Dabei geht es um die Qualität der Maschinen. Viele Maschinen wurden (und werden) mit viel Kunststoff gebaut. Das ist pauschal nicht meins, aber es steht nicht direkt für schlechte Qualität.

    Die Philips Café Gourmet ist je nach Modell mit sehr viel Plastik gesegnet. Trotzdem ist sie sehr gut verarbeitet und qualitativ hochwertig.

  3. Vorurteil 3: Fader Einheitsgeschmack

    Bei einer Filtermaschine erhalte ich immer ein Einheitsgetränk, es gibt keine Unterschiede. So mein drittes Vorurteil. Oh doch, es gibt Unterschiede!

    Und zwar riesige. Ich habe in meinem Test immer die gleichen Bedingungen geschaffen. Das Ergebnis war dennoch nie dasselbe. Durch unterschiedliche Brühvorgänge werden in den Maschinen ganz unterschiedliche Aromen gefördert. So schmeckt dieselbe Bohne in allen Maschinen anders.

  4. Vorurteil 4: Keine Individualisierung möglich

    Das vierte Vorurteil kam tief aus meinem Barista-Herzen: Bei einer Filtermaschine kann ich nichts selber einstellen.

    Auch in diesem Punkt wurde ich eines besseren belehrt. Wenn ihr euch nur an die Grundfunktionen einer Filtermaschine haltet, könnt ihr wirklich nichts individualisieren. Ausnahmen bilden die Maschinen mit Aroma-Funktionen.

    Mit etwas Kreativität bietet euch aber auch eine normale Filtermaschine viele Möglichkeiten für euren individuellen Kaffee.

    Im ersten Schritt solltet ihr euren persönlichen Lieblingskaffee nehmen und keinen beliebigen aus dem Supermarkt. Über den Mahlgrad habt ihr die Möglichkeit, einen großen Einfluss auf den Geschmack zu nehmen. Je feiner ihr ihn mahlt, desto kräftiger wird der Kaffee – jedenfalls bei einer Filtermaschine. Schlussendlich könnt ihr auch noch in den Brühvorgang eingreifen, indem ihr den Deckel hebt und selber Hand anlegt.

    Es gibt also wirklich ausreichend Möglichkeiten, euren eigenen Stil bei einer Filtermaschine zu zeigen. Ob das wirklich dem Grundgedanken dieser Geräte entspricht, sei mal dahingestellt.

  5. Vorurteil 5: Kaffee ohne Aroma

    Fünftes Vorurteil: Der Kaffee aus einer Filtermaschine schmeckt nicht nur überall gleich (s. Vorurteil 3), sondern auch gleich schlecht. Hierzu sage ich eines ganz grundsätzlich: Mit schlechtem Kaffee kann auch der beste Handfilter der Welt nichts anfangen. Bevor ihr also mit dem Meckern anfangt, überprüft mal euren Kaffee.

    Mit hochwertigem Kaffeepulver schaffen viele Maschinen in meinem Test ein tolles Ergebnis. Besonders positiv bei der Entfaltung des Aromas haben sich der Moccamaster und die Melitta AromaElegance hervorgetan.

Bei mir hat dieser Test ein Umdenken bewirkt. Filtermaschinen sind nicht ansatzweise so schlecht wie ihr Ruf. Natürlich gibt es auch hier Ausreißer in beide Richtungen, aber das ist bei jedem Test so.

Arne mit Kaffeekannen, die mit Kaffee gefüllt sind

Der Test hat in vielerlei Hinsicht meine Meinung über Kaffeemaschinen geändert

Klar ist auch, dass 99 Prozent der Filtermaschinen nicht die Qualität eines Handfilters erreichen. Die einzige Maschine, die das im Test geschafft hat, ist der Moccamaster. Der Handfilter ist in Sachen Kaffee aber auch das Premium-Produkt und nicht der Alltags-Maßstab.

Alltag ist genau das Stichwort, das ihr beim Kauf einer Filtermaschine berücksichtigen solltet. Sie ist für den täglichen Einsatz beim Zubereiten von mehreren Tassen Kaffee auf einmal gedacht. An diesem Zweck solltet ihr sie auch messen.

Gerade für kleine Büros kann eine Filtermaschine die bessere Wahl im Vergleich zu einem Vollautomaten sein. Vor allem bei den Folgekosten.