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von Stefan

Zuletzt aktualisiert am: 1. März 2020

Virenscanner fürs iPhone 2020: Yea or nay? (Plus 9 Tipps für den schnellen Schutz eures iPhones)

Auch wenn Apple viel unternimmt, um die Sicherheit seiner mobilen Endgeräte zu gewährleisten, herrscht weiterhin Unsicherheit. Insbesondere, wenn ihr einen Jailbreak bei eurem iPhone durchgeführt habt, um es zu individualisieren und euren Bedürfnissen anzupassen, können Hacker leichter in euer System einbrechen. In diesem Fall lohnt es sich tatsächlich, für das iPhone einen Antiviren-Scanner einzusetzen.

Ansonsten raten Experten und Apple dringend vor einem solchen Eingriff ins iOS ab. Einerseits sorgt der App-Store von vornherein für Sicherheit: Apple überprüft jede App genauestens vor der Aufnahme in den App-Store, um Sicherheitsprobleme zu verhindern. Außerdem konzipiert der Hersteller das Betriebssystem auf eine Weise, damit keine App eine andere modifizieren kann. Das trifft auch auf Malware zu.

Damit ihr euch aber vor anderen Gefahren, Angreifern, Hackern und Betrügern schützen könnt, solltet ihr stets folgende Regeln beachten und Methoden umsetzen:

  • Jailbreak vermeiden
  • Virtuelle Private Netzwerke (VPN) für den Schutz eurer Privatsphäre nutzen
  • Verdächtige Webseiten und E-Mails meiden, die nach euren Passwörtern fragen
  • System-Updates so schnell wie möglich durchführen
  • iPhone nicht an fremde Computer anschließen
  • Komplexe Passwörter erstellen oder Passwort-Manager verwenden
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten

Wenn ihr euch stets an diese einfachen Regeln haltet, solltet ihr keine Probleme mit Malware bekommen.

Wir haben in unserem großen Antivirus-Test 2020 bereits über Virenscanner für verschiedene Apple-Produkte gesprochen. Für euren Mac kann eine solche Antivirus-Software in bestimmten Fällen ein durchaus sinnvolles Extra darstellen. In meinem Artikel „Die 5 besten Virenscanner für Mac“ stelle ich euch die effektivsten Antivirus-Programme für euer iOS vor.

Für euer iPhone sieht es allerdings anders aus. Oft werde ich gefragt: „Brauche ich einen  Virenschutz für mein iPhone?“ und „Welche Sicherheits-Apps gibt es für das iPhone?“

Die große Frage lautet allerdings: Besteht für das iPhone unbedingt die Notwendigkeit für einen außerordentlichen und vielleicht teuren Virenschutz?

Virenscanner für iPhone: Wann ist es sinnvoll?

Grundlegend lautet meine Antwort „Nein“, da Apple von Haus aus genügend Sicherheitsvorkehrungen trifft und darin auch sehr gut ist. Vor allem müsst ihr euch vor Angriffen schützen, wenn ihr bei eurem iPhone einen „Jailbreak“ durchführt oder ein gebrauchtes iPhone gekauft habt, bei dem jemand anderes womöglich das iOS Betriebssystem geknackt hat.

Bei einem Jailbreak verschaffen sich Nutzer Zugriff auf das Dateisystem des iPhones oder iPads, um die kompletten Administrator-Rechte zu erhalten und das iOS den eigenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen. Das Aufschlüsseln des geschlossenen iOS ermöglicht einige Freiheiten. Zum Beispiel:

  • Ihr könnt euren Home- und Lockscreen individuell mit Themes gestalten
  • Ihr könnt andere Standard-Browser als Safari einstellen
  • Ihr könnt alternative Apps wie etwa Filesharing-Software installieren

Ihr macht euch aber auch verwundbarer gegenüber Hacker-Angriffen. Deswegen raten Experten vom Jailbreak ab, und Apple macht dieses Tuning immer schwieriger.

Solltet ihr allerdings auf alle diese Warnungen pfeifen, können Virenscanner für euer iPhone – wie Bitdefender und Kaspersky – durchaus Sinn ergeben. Viele stellen für einen gewissen Preis mehrere Lizenzen zur Verfügung, damit ihr den entsprechenden Service auch auf euren mobilen Endgeräten nutzen könnt.

Virenscanner fürs iPhone – Bitdefender Antivirus-Software für den Mac

Bitdefender bietet seine Antivirus-Software ebenfalls für den Mac an

Ansonsten helfen euch Virenscanner auf dem iPhone lediglich, um einzelne Dateien zu überprüfen, die jemand z.B. an eine E-Mail gehangen und euch zugesendet hat.

Apple hat seine mobilen Endgeräte wie iPhone und iPad extra so konfiguriert, dass Apps nicht aufeinander zugreifen und sich gegenseitig modifizieren können.

Das gilt auch für Antiviren-Programme, die in einem solchen geschlossenen System kaum Operationsfreiheit besitzen. Das bedeutet allerdings auch, dass Malware auf eurem iPhone keine Chance hat, andere Apps zu infizieren und zu verändern.

Abseits von Antiviren-Scannern: Wie ihr euer iPhone vor Cyberattacken schützt

1. Nicht aus dem Gefängnis ausbrechen

Auch wenn ich mich wiederhole, die erste Regel lautet immer: „Finger weg vom Jailbreak!“ Wenn ihr wirklich ein offenes System für euer Smartphone möchtet, solltet ihr entweder auf Android umsteigen oder euch ein zusätzliches Smartphone besorgen. Die Apps auf eurem iPhone haben nur Zugang zu den Daten, denen ihr Zugang gewährt. Das heißt, dass eine App nur mit eurer Erlaubnis auf euren Standort, aber nicht auf eure Bankdaten zugreifen kann.

2. Die App-Store-Polizei sorgt für Sicherheit

Apple achtet genau darauf, dass Entwickler bestimmte Kriterien erfüllen, bevor sie deren Software in den App-Store aufnehmen. Sollte sich doch einmal eine infizierte App in den Store verirren, kann Apple dieses Programm schnell entfernen und ihr könnt die App von eurem iPhone löschen.

Nutzt ihr dagegen einen Jailbreak, könnt ihr den App-Store umgehen. Allerdings müsst ihr in diesem Fall eigenständig recherchieren, ob von den Apps, die ihr euch abseits des Apple-Stores herunterladet, wirklich keine Gefahr ausgeht. Und selbst dann könnt ihr euch nicht sicher sein.

3. VPNs sorgen für mehr Sicherheit als iPhone-Virenscanner

Einige Anti-Virenscanner beinhalten auch VPNs (Virtuelle Private Netzwerke), um eure Daten und Identität im Internet zu schützen. Dafür benötigt ihr allerdings keine Antiviren-Software. Denselben Effekt erreicht ihr mit Apps wie ExpressVPN, NordVPN oder z.B. CyberGhost. Mit diesen Apps könnt ihr anonym surfen und Geoblocking umgehen. Mein Kollege Mauricio stellt euch in seinem Artikel „Die 5 besten VPNs für das iPhone“ vor, die alle diese Funktionen erfüllen und euch zusätzlich ein schnelles Surfen im Internet ermöglichen.

Virenscanner fürs iPhone – ExpressVPN-App-Screenshot

ExpressVPN gibt es auch als mobile App für iPhones und iPads

4. Vorsicht bei Phishing-Fallen

Der Safari-Browser eures iPhones soll euch mit der Funktion „Betrugswarnung“ vor gefälschten Webseiten warnen bzw. diese blockieren. Dieses Feature gibt es bereits seit der iOS-Version 3.1. Ihr findet es unter den Einstellungen und solltet es auch einschalten, falls es noch nicht aktiviert ist. Allerdings ist diese Betrugswarnung nicht immer zuverlässig. Das liegt auch daran, dass Betrüger ihre gefälschten Webseiten nur wenige Stunden vor der Phishing-Expedition online stellen.

Virenscanner fürs iPhone – Betrugswarnung-Screenshot

Stellt sicher, dass ihr „Betrugswarnung“ in den Browser-Einstellungen aktiviert habt

Ihr müsst Vorsicht walten lassen: Verdächtige und sogar nicht verdächtige E-Mails und Webseiten, die nach Nutzernamen, Passwörtern und Bankdaten für eine Bestätigung fragen, solltet ihr immer misstrauisch begutachten. Weder Online-Shops noch Banken oder sonst irgendein seriöser Anbieter geht auf diese Weise vor.

Hin und wieder könnt ihr auch auf Webseiten gelangen, die einen unmittelbar bevorstehenden Cyberangriff ankündigen. Andere geben wiederum vor, dass Malware schon längst euren Mac infiziert hat. Meistens finden die unfreiwilligen Besucher auch direkt einen Link vor, um dieses vermeintliche Problem zu beheben.

Neuerdings versuchen Hacker euch mit einer Webseite in die Falle zu locken, die dem iCloud-Service von Apple sehr ähnlich sieht. User sollen hier ihre Apple ID und ihr Passwort eingeben.

Es versteht sich von selbst, dass ihr so schnell wie möglich von solchen Seiten Abstand nehmen solltet und auf keinen Fall auf einen solchen Link klickt und entsprechende E-Mails sofort löscht.

Einfache Tipps für den schnellen Schutz eures iPhones

Es existieren einige weitere einfache Tipps, um euch vor Cyber-Attacken zu schützen und die ihr schnell durchführen könnt.

5. Regelmäßige Updates für euer iPhone

Vor allem Safari weist immer mal wieder Sicherheitslücken auf. Wenn ihr aber schnell die von Apple verordneten Updates durchführt, müsst ihr euch keine Sorgen machen. Der Hersteller arbeitet stets an einem sicheren System, flickt Lücken mit sogenannten Patches, um eure bestmögliche Sicherheit zu gewährleisten.

Virenscanner fürs iPhone – Software-Update-Screenshot

Haltet euer iOS aktuell mit Apples Software-Updates

Dazu müsst ihr lediglich bei den Einstellungen zu den Software-Updates gehen, wo das iPhone die neuesten Update-Version zum Download und zur Installation anzeigt. Normalerweise führt iOS die Updates automatisch durch. Dazu müsst ihr das iPhone jedoch immer an ein Stromnetz anschließen und mit dem WLAN verbinden.

6. Traut keinem fremden Computer

Apple stellt nicht umsonst die Frage, ob ihr diesem oder jenem Computer vertraut. Im Grunde gibt es aber kaum noch Gründe, das Smartphone mit einem Computer zu verbinden, den ihr nicht kennt. Stattdessen solltet ihr euer iPhone nur an Computer anschließen, denen ihr hundertprozentig vertraut.

7. Schaltet nicht benötigte Dienste aus

Das gilt auch für Bluetooth-Verbindungen: Schaltet die Funkverbindung am besten aus, wenn ihr sie nicht benötigt. In Zeiten von Smartwatch, Bluetooth-Kopfhörern und Bluetooth-Boxen fällt das schon mal schwerer. „Bluetooth-Angriffe“ sind zwar nicht mehr en vogue, aber sicher ist sicher.

8. Komplexe und schwer zu erratende Passwörter erstellen

Die Zeiten, in denen ihr den zweiten Vornamen eures Haustieres als Passwort für euren E-Mail-Account angebt, sollten inzwischen ein Ende gefunden haben. Erstellt komplexe, nicht zu erratende Passwörter, Kombinationen aus Buchstaben, Sonderzeichen und Zahlen oder Passwort-Phrasen. Apple-Geräte haben einen integrierten Passwort-Manager bzw. die Schlüsselbund-Verwaltung, die für euch ein kompliziertes Passwort erstellt.

Passwort-Generator von Last Pass Passwort-Manager

Macht es Hackern nicht zu einfach und benutzt einen Passwort-Manager: LastPass gibt es z.B. auch für Macs und iOS

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9. Mehr Sicherheit dank Zwei-Faktor-Authentifizierung

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung gehört seit dem iOS 9 zum Standard. Und das hat gute Gründe: Selbst wenn jemand euer Passwort kennt, müsste dieser Jemand noch einen mindestens vierstelligen Verifikationscode besitzen, um sich in eure iCloud einzuloggen und dort Schaden anzurichten. Diese Authentifizierung findet jedes Mal statt, wenn ihr mit einem neuen Apple-Gerät auf euren Account zugreifen möchtet.

Fazit: Auch ohne Antivirenscanner sicher vor Hacker-Angriffen

Solange ihr keinen Jailbreak auf eurem iPhone durchführt, benötigt ihr auch keinen zusätzlichen Virenschutz. Da Apple stets daran arbeitet, aktuelle Sicherheitslücken zu schließen, reichen regelmäßige Software-Updates für die Sicherheit eures iPhones aus.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie komplexe Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung, VPNs (Virtuelle Private Netzwerke) und besondere Achtsamkeit, wenn es um Phishing-Fallen geht, helfen ebenfalls, euer iPhone vor allen Gefahren des Webs zu schützen.

Wie schützt ihr euer iPhone? Benutzt ihr einen Virenscanner? Und wenn ja, warum?  Ich freue mich über eure persönlichen Tricks und Kommentare.

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