Kaspersky Anti-Virus Test 2025: Kann der Platzhirsch unter den Virenscannern seinen Rang verteidigen?
Wenn es um eure Sicherheit geht, solltet ihr nichts dem Zufall überlassen. Kaspersky Anti-Virus bietet euch hierzu die richtige Lösung und braucht den Vergleich mit anderen Anbietern nicht zu scheuen.
Inhaltsverzeichnis
An welchen Stellen es auch bei diesem Musterknaben ein wenig hakt und wo er ganz besonders glänzt, beschreibe ich euch in meinem Test ausführlich.
Darüber hinaus empfehle ich euch natürlich auch, einen Blick auf unseren umfassenden Antivirus-Test 2025 zu werfen, damit ihr die einzelnen Anbieter vergleichen könnt.
VORTEILE
- Ausgezeichnete Erkennungsrate
- Sehr geringe Systembelastung
- Großer Funktionsumfang
- Hohe Benutzerfreundlichkeit
NACHTEILE
- Hoher Preis
- Kein Support für Nutzer der Testversion
Benutzerfreundlichkeit: Kaspersky weiß, wie es geht
Die Benutzerfreundlichkeit einer Software ist ein wichtiger Aspekt für deren Beurteilung. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn sich die Software nicht an Experten, sondern an Endverbraucher richtet, wie es bei den von uns getesteten Virenscannern der Fall ist.
Aus diesem Grunde habe ich auch bei Kaspersky ein besonderes Augenmerk auf diesen Punkt gelegt. Ich unterscheide dabei drei Aspekte, auf die ich im Folgenden einzeln eingehe. Dies sind die Benutzerfreundlichkeit der Webseite, des Installationsvorgangs und der Programmoberfläche selbst.
Webseite
Die Webseite von Kaspersky sieht gut aus und ist übersichtlich und logisch aufgebaut.
Die Webseite von Kaspersky
Ihr könnt den Live-Chat nutzen, einen Auswahl-Assistenten aufrufen, der mit ein paar Fragen euren Bedarf ermittelt und dann das entsprechende Produkt vorschlägt. Alternativ könnt ihr direkt zu den Produkten gehen, die euch interessieren.
So oder so kommt ihr schnell und unproblematisch ans Ziel. Dabei hilft natürlich auch der Umstand, dass die Webseite voll und ganz auf Deutsch übersetzt ist.
Installation
Die Installation von Kaspersky Anti-Virus geht relativ schnell und zügig vonstatten, da lediglich knapp 150 Megabyte aus dem Internet heruntergeladen werden müssen.
Auch das Update der Virusdefinitionen, das ihr direkt nach der Installation durchführen solltet, um auf dem neuesten Stand zu sein, geht angenehm rasch vorüber.
Ein schlankes Programm
Allerdings müsst ihr vor der Installation zuerst seitenweise Texte mit Erklärungen und Vereinbarungen abnicken sowie bestätigen, dass ihr sie gelesen und verstanden habt.
Viel Kleingedrucktes
Dies sind im Einzelnen:
- der Endbenutzer-Lizenzvertrag,
- die Datenschutzrichtlinie,
- die Erklärung zu Kaspersky Security Network und, sicher nicht grundlos zum Schluss,
- die Vereinbarung über die Datenverarbeitung für Marketingzwecke.
Letztere könnt ihr im Gegensatz zu den vorherigen Erklärungen natürlich auch ablehnen, ohne dass die Installation abbricht.
Dies wird euch jedoch nicht mitgeteilt und aufgrund der Positionierung direkt nach den Erklärungen, die ihr bestätigen müsst, müsst ihr schon ganz schön aufpassen, um das zu merken. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Programmoberfläche
Die Programmoberfläche sieht ebenso wie die Webseite sehr gut, aufgeräumt und logisch strukturiert aus. Ganz zuoberst seht ihr euren Schutzstatus, darunter sind vier Schaltflächen für die Hauptfunktionen und ein gut sichtbarer Button, mit dem ihr die übrigen Funktionen aufrufen könnt.
Die Programmoberfläche von Kaspersky
Einzig die Schaltfläche für die Einstellungen hätte ich mir etwas prominenter und eventuell beschriftet gewünscht. Wenn ihr genau hinschaut, findet ihr sie in der unteren linken Ecke.
Die Einstellungen selbst sind nach Kategorien geordnet. Das erleichtert euch die Orientierung. Ihr bekommt eine große Anzahl von Optionen angeboten, mit denen ihr das Programm flexibel auf eure Bedürfnisse einstellen könnt.
Einstellungen für Kaspersky
Die Standardeinstellungen sind jedoch bereits so gewählt, dass ihr den maximalen Schutz bei minimaler Systemauslastung erhaltet. Deshalb wird es für die meisten von euch nicht unbedingt erforderlich sein, sich damit zu beschäftigen.
Falls ihr es noch nicht getan habt, bekommt ihr übrigens auch in den Einstellungen unter dem Punkt „Einstellungen für zusätzliche Schutz-Tools“ noch ein weiteres Mal die Gelegenheit, ein Werbe-Opt-in zu erteilen.
Datenverarbeitung für Marketingzwecke erlauben
Support: Nur für zahlende Kunden
Den Support erreicht ihr grundsätzlich schriftlich, per E-Mail, im Live Chat und telefonisch. Der direkteste Weg ist der Live-Chat, den ihr auf der Webseite von Kaspersky findet.
Dort wartet Anna auf euch. Sie antwortet zu jeder Tages- und Nachtzeit in Sekundenschnelle. Wenn ich mir jedoch ihre Antworten so ansehe, bin ich mir ziemlich sicher, dass sie ein Bot ist.
Mein Chat mit Anna
Die übrigen Kontaktwege sind leider nicht ganz so leicht zugänglich. Kontakt bekommen selbstverständlich nur zahlende Kunden. Wenn ihr also auch erst einmal die Testversion nutzt, schaut ihr in die Röhre.
Um den Kontakt per E-Mail nutzen zu können, müsst ihr euch erst einmal bei „My Kaspersky“ anmelden. Achtet dabei wieder auf das sehr gut getarnte Werbe-Opt-in.
Allen Nutzern der Testversion bleibt jedoch nur die Möglichkeit, die Lösung für etwaige Probleme auf eigene Faust in der Wissensdatenbank zu suchen.
Die Wissensdatenbank
Diese ist übersichtlich sortiert und enthält nach Themen geordnete Artikel zu häufig auftretenden Fragen und Fehlern.
Preisübersicht der einzelnen Anbieter
In unserem umfassenden Antivirus-Testbericht habe ich euch einmal die Preise der einzelnen Anbieter herausgesucht, die wir getestet haben. Wie ihr seht, gehört Kaspersky dabei zu den preisintensiveren Kandidaten.
Natürlich müsst ihr dem Preis noch die Leistung gegenüberstellen, die ihr im Einzelnen geboten bekommt, um ein Urteil fällen zu können. Außerdem sollte euch klar sein, dass diese Preisliste nur eine Momentaufnahme ist und sich die Verhältnisse jederzeit ändern können.
Funktionsumfang: Größte Stärke
Kaspersky Anti-Virus untersucht euren Rechner nicht nur bei einem Scan, sondern kontinuierlich auf Schadsoftware und Bedrohungen.
Dazu gehört, dass alle Dateien untersucht werden, die geöffnet, gespeichert oder gestartet werden, es wird der Web- und Netzwerk-Datenverkehr überwacht, Instant-Messenger-Daten werden auf bösartige Links und Phishing-Links untersucht und E-Mails werden auf gefährliche Objekte untersucht.
Neben diesen Hauptfunktionen bietet euch Kaspersky noch eine ganze Menge zusätzlicher Funktionen. Hierzu zählen eine Reihe höchst nützlicher Tools, die ihr auf keinen Fall übersehen solltet. Damit ihr einen Überblick bekommt, führe ich sie hier der Reihe nach auf und beschreibe euch ihren Nutzen.
Ein Klick auf diese Schaltfläche ruft eine Bildschirmtastatur auf, wie ihr sie von euren Mobilgeräten kennt. Diese könnt ihr verwenden, um sensible Daten wie Passwörter oder PINs sicher einzugeben, ohne dass sie von Schadsoftware, mit der ihr euch eventuell infiziert habt, abgefangen werden können.
Über den Button „My Kaspersky“ ruft ihr das gleichnamige Portal des Anbieters auf. Hier könnt ihr Einstellungen für alle Geräte vornehmen, auf denen ihr Kaspersky nutzt, es verwaltet eure Passwörter und ihr könnt darüber euer Telefon orten, wenn ihr es verloren habt.
Hinter dem Punkt Cloud-Sicherheit verbirgt sich das Kaspersky-Security-Network. Dies ist eine cloud-basierte Lösung über die ihr, wenn ihr sie aktiviert lasst, ständig vor neuen Bedrohungen geschützt werdet sowie aktuelle Informationen zur Reputation von Programmen und Webseiten erhaltet.
Falls während eines Scans infizierte Dateien erkannt werden, wird Kaspersky versuchen diese zu desinfizieren. Dabei wird eine Sicherungskopie der jeweiligen Datei im Quarantänebereich erstellt.
Falls sich also im Nachhinein herausstellt, dass die Datei doch nicht infiziert war, könnt ihr sie von dort aus wiederherstellen.
Mit dieser Funktion scannt ihr euer System auf Fehlerquellen, die zum Beispiel in Form unsicherer Windows-Einstellungen vorliegen können. Solche Fehler könnt ihr dann auch direkt über den Ergebnisbildschirm beheben.
Gefundene Schwachstellen können direkt behoben werden
Hier könnt ihr einen Assistenten aufrufen, der verschiedene sicherheitsrelevante Einstellungen im Browser für euch vornimmt. Leider wird hier nur der Microsoft-Internet-Explorer unterstützt.
Hier findet ihr einen Assistenten mit dessen Hilfe ihr Cookies, temporäre Internetdateien, den Browserverlauf und viele andere Stellen bereinigen könnt, an denen ihr eure Spuren hinterlasst.
Die Notfall-CD umgeht euer Betriebssystem, da sie bootfähig ist und ihr eigenes System lädt. Dadurch könnt ihr nicht nur eine Neuinfektion verhindern, sondern der Scanner kann auch auf alle Bereiche eures Systems zugreifen und diese säubern.
Wenn euer System erfolgreich desinfiziert wurde, könnt ihr es dann natürlich wieder ganz normal starten.
Dieser Assistent untersucht euer System auf Fehler, die durch einen Befall mit Schadsoftware verursacht worden sind und versucht diese zu reparieren. Falls euer System also nach einem Fund von Schadsoftware fehlerhaft läuft, solltet ihr diese Option ausprobieren.
Kaspersky bereichert auch den Explorer mit neuen Funktionen. Wenn ihr dort durch Rechtsklick das Kontextmenü aufruft, findet ihr drei praktische Einträge von Kaspersky.
Von hier aus könnt ihr:
- Einzelne Verzeichnisse oder Dateien scannen
- Informationen zu deren Reputation abrufen
- Den „Kaspersky Application Advisor“ aufrufen
Neue Optionen im Kontextmenü
Die Datei, deren Reputation ich in der obigen Abbildung geprüft habe, gehört übrigens zum Windows Defender. Die Aussage, dass dieses Programm, das jeder Windows-Nutzer kostenlos erhält, von weniger als 10 Benutzern von Kaspersky-Security-Network verwendet wird, halte ich insofern für gewagt.
Auch wenn ich mich wiederholen sollte: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Schließlich ist der Windows Defender ein Konkurrenzprodukt, das auf diese Weise marginalisiert wird.
Mit dem „Application Advisor“ könnt ihr euch Informationen über die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von Anwendungen auf eurem Rechner aufrufen.
Zuverlässigkeit: Kaspersky hat auch hier die Nase vorn
In diesem Teil des Artikels gehe ich auf die Zuverlässigkeit von Kaspersky bei der Erkennung von Schadsoftware und Bedrohungen ein. Hierbei greife ich auf die Ergebnisse der bekannten Prüflabore AV-Test und AV-Comparatives zurück.
Diese unabhängigen Experten besitzen sowohl das Know-How als auch die Kapazitäten, um Antivirenprogramme nicht nur auf Herz und Nieren, sondern insbesondere auch auf die Erkennung selbst neuester Bedrohungen zu untersuchen.
Kaspersky erreichte in den aktuellsten Tests beider Prüflabore Spitzenwerte. So bewertet AV-Test die Software im April 2019 in allen drei Testkategorien (Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit) mit 6 von 6 Punkten und AV-Comparatives attestierte ihr im letzten Test aus dem Mai eine Schutzrate von 100 Prozent.
Bewertung bei AV-Comparatives
Diese Ergebnisse sind auf den ersten Blick natürlich beeindruckend, allerdings muss ich fairerweise zugestehen, dass auch die anderen Antivirenprogramme aus unserem Test hier gut bis sehr gut abschneiden.
Leistung: Hält, was es verspricht
Unter dem Punkt Leistung verstehe ich zwei Punkte, die bei jedem Virenscanner eine Rolle spielen. Das ist zum einen, die Zeit, die das Programm benötigt, um einen Scan durchzuführen und zum anderen ist es die Frage, ob die Aktivitäten des Scanners eure Rechenleistung beeinflussen.
Denn selbst wenn gerade kein aktiver Scan durchgeführt wird, sind die Virenscanner natürlich ständig aktiv und überwachen euren Rechner im Hintergrund, um Bedrohungen in Echtzeit erkennen zu können.
Kaspersky absolvierte einen Scan meiner mit 272 Gigabyte mehr als halb vollen Systemfestplatte in 8 Minuten und 5 Sekunden. Dieser Wert liegt hier im Mittelfeld der von uns getesteten Anbieter.
Mit welcher Zeit ihr für einen vollständigen Scan rechnen müsst, hängt natürlich davon ab, wie viele Daten auf eurem Rechner gespeichert sind. Falls ihr über mehrere, gut gefüllte Festplatten verfügt, kann eine solche Operation auch schon mal einige Stunden in Anspruch nehmen. Ihr könnt das Programm jedoch auch einfach im Hintergrund laufen lassen und weiterarbeiten.
Insgesamt macht Kaspersky also in beiden Kategorien eine sehr gute Figur.
Allerdings unterscheiden sich auch die übrigen Anbieter in dieser Kategorie nicht wesentlich voneinander. Die Beeinträchtigung der Leistung ist im Normalbetrieb bei keinem Anbieter spürbar.
Was hingegen unterschiedlich ist, ist die Zeit, die zum Scannen benötigt wird. Hier erreicht Bitdefender mit 1 Minute und 46 Sekunden den besten Wert und Avast bildet mit 15 Minuten und 23 Sekunden das Schlusslicht.
Fazit zu Kaspersky Anti-Virus
Es hat sich auch in diesem Test wieder bestätigt, dass Kaspersky ein absolutes Schwergewicht unter den Antivirenprogrammen ist. Die Software belegt sowohl in Sachen Funktionsumfang, Leistung und Zuverlässigkeit Spitzenplätze und glänzt ebenso bei der Benutzerfreundlichkeit.
VORTEILE
- Ausgezeichnete Erkennungsrate
- Sehr geringe Systembelastung
- Großer Funktionsumfang
- Hohe Benutzerfreundlichkeit
NACHTEILE
- Hoher Preis
- Kein Support für Nutzer der Testversion
Ein wenig trübt sich das Bild aber doch, wenn man bedenkt, dass der Support für Nutzer der Testversion nicht zur Verfügung steht. Da gerade neue Nutzer relativ häufig Fragen haben und eine Kaufentscheidung sicher nur dann positiv entschieden wird, wenn alles funktioniert, halte ich diese Politik für keine gute Idee.
Meiner Meinung nach wird hier am falschen Ende gespart. Auf jeden Fall bietet es ein gewisses Frustrationspotenzial für die Nutzer der Testversion, die Kaspersky ja eigentlich als Kunden gewinnen möchte.
Ein weiteres Manko ist natürlich der vergleichsweise hohe Preis. Sicherlich steht dem Preis eine hohe Leistung gegenüber, aber die Konkurrenz ist Kaspersky dicht auf den Versen und in mancher Beziehung auch eine Nasenlänge voraus.
Wenn es euch nicht günstig genug sein kann, empfehle ich euch eher unsere kostenlosen Anbieter, Avast Free Antivirus oder AVG AntiVirus FREE. Wenn ihr jedoch einen schnelleren Anbieter mit noch größerem Funktionsumfang sucht, ist Bitdefender eure Wahl.
Die Penetranz, mit der Kaspersky versucht, eine Erlaubnis zur Datenverarbeitung für Marketingzwecke zu erlangen, finde ich ein wenig skurril, aber da kann sich jeder seine eigene Meinung darüber bilden.
Insgesamt kann ich jedoch eine klare Empfehlung für Kaspersky aussprechen, da die Vorteile die wenigen Nachteile deutlich überwiegen.
Habt ihr noch Fragen, Ergänzungen oder eine andere Meinung? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.
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