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von Nils

Zuletzt aktualisiert am: 13. June 2018

ORF-Livestream in Deutschland sehen

Wenn ihr im letzten Österreich-Urlaub den Verlockungen des alpenländischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens erlegen seid, dürfte euch bei eurer Heimkehr eine bittere Enttäuschung erwartet haben.

Der ORF setzt nämlich für seinen Livestream und das österreichische Pendant zur Mediathek, die TVthek, Geo-Sperren ein.

Titel darf nur in Oesterreich wiedergegeben werden

Geo-Blocking beim ORF

Dies gilt zwar genau wie bei der ARD nicht für alle Angebote, aber eben für die interessantesten. Dazu gehören Konzerte, Champions-League-Spiele und andere Sendungen, die aus lizenzrechtlichen Gründen nicht länderübergreifend übertragen werden dürfen.

Ich zeige euch in diesem Artikel, wie ihr diese Sperre mithilfe von ExpressVPN leicht und zuverlässig überwinden könnt. Zunächst nenne ich euch jedoch noch ein paar andere Methoden, über die ihr den ORF-Livestream in Deutschland sehen könnt.

Wie arbeitet Geo-Blocking?

Euer Internet-Provider weist euch jedes Mal, wenn ihr euch ins Internet einwählt, eine seiner IP-Adressen zu.

Die IP-Adressen sind das Eigentum der Provider und sie werden regional vergeben. Deshalb kann der ORF anhand eurer IP-Adresse leicht erkennen, dass ihr nicht aus Österreich kommt und seine Angebote für euch dementsprechend sperren.

Geoblocking umgehen

Geoblocking umgehen: der ultimative Guide

Wir haben alles Wissenswerte zum Thema Geo-Blocking in unserem Guide zusammengefasst

Geo-Blocking umgehen

Wie könnt ihr Geo-Blocking umgehen?

Wenn ihr diese Sperre verhindern möchtet, müsst ihr also nur dafür sorgen, dass ihr eine IP-Adresse aus Österreich erhaltet.

Hierfür gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, die ich euch nun mit ihren Vor- und Nachteilen vorstelle:

SmartDNS

  • keine Geschwindigkeitseinbußen
  • in der Regel keine Geschwindigkeitseinbußen

  • keine Verschlüsselung
  • umständliche Handhabung

Proxy-Server

  • viele kostenlose Anbieter
  • es muss keine Software installiert werden
  • viele Anbieter
  • relativ günstig

  • Server werden schnell gebannt
  • unsicher

VPN-Dienste

  • Verschlüsselung
  • viele Anbieter
  • teilweise kostenlos

  • Geschwindigkeitseinbußen

SmartDNS

SmartDNS-Dienste versenden eure Suchanfragen über eine IP-Adresse aus dem jeweiligen Land, aus dem ihr Geo-blockierte Inhalte sehen möchtet. Die Daten werden dann jedoch an eure normale IP-Adresse gesendet. Das hat den Vorteil, dass ihr keine Geschwindigkeitseinbußen befürchten müsst.

Ihr müsst keine Programme auf eurem Rechner installieren, um SmartDNS-Dienste zu nutzen. Es reicht, wenn ihr den DNS-Eintrag im Betriebssystem oder Router ändert. Hierfür müsst ihr allerdings einige komplizierte Schritte durchführen.

DNS-Server aendern

DNS-Server der Netzwerkverbindung ändern

DNS-Server im Router aendern

DNS-Server im Router ändern

Ein weiteres Manko an SmartDNS-Diensten ist, dass sie eure Verbindung nicht verschlüsseln. Allerdings sind diese Dienste dafür auch relativ günstig. So ist der SmartDNS-Dienst Getflix bereits für 3,90 US-Dollar im Monat zu haben.

Proxy-Server

Ein Proxy-Server funktioniert wie eine Vermittlungsstelle zwischen euch und dem restlichen Internet. Der Proxy-Server vermittelt also im Gegensatz zu den SmartDNS-Diensten euren gesamten Datenverkehr weiter und nicht nur eure Suchanfragen.

Daher wirkt es dann für alle Außenstehenden so, als ob die IP-Adresse des Proxy-Servers eure eigene ist. Ihr müsst euch also nur einen entsprechenden Proxy-Server in dem Land suchen, aus dem ihr Geo-blockierte Inhalte sehen möchtet.

Ein Proxy-Server sorgt also zwar dafür, dass ihr nach außen hin anonym seid, aber euer Datenverkehr mit dem Server selbst bleibt unverschlüsselt. Der Betreiber dieses Servers hat also vollen Zugriff darauf.

Besonders wenn ihr kostenlose Proxy-Server nutzt, setzt euch das hohen Risiken aus. Zum Beispiel könnte der Proxy eure Passwörter abfangen oder eure Bandbreite für Distributed-Denial-of-Service Angriffe (DDoS) missbrauchen.

Bei solchen Angriffen wird euer Rechner zusammen mit vielen anderen dafür eingesetzt, eine Webseite durch ständige Aufrufe zu blockieren. Berichte über solche Aktivitäten findet ihr zum Beispiel in diesem Artikel.

Einen Proxy-Server könnt ihr einfach im Browser eintragen. Es ist also nicht nötig irgendwelche Programme zu installieren.

Proxy bei Chrome

Proxy bei Chrome eintragen

Wie bereits erwähnt, könnt ihr jede Menge kostenloser Proxy-Server finden.

Kostenlose Proxyliste

Beispiel für eine Liste mit kostenlosen Proxy-Servern

Diese sind aber häufig sehr kurzlebig. Sie werden schnell gebannt oder aus anderen Gründen nicht weiter betrieben. Das bedeutet, dass Ihr euch immer wieder neue suchen müsst, wenn ihr solche Anbieter verwenden möchtet.

VPN-Dienste

Eine wesentlich komfortablere und funktionalere Methode bieten euch die virtuellen privaten Netzwerke (VPN), die ich euch daher auch ausdrücklich empfehlen möchte.

VPN-Dienste verschlüsseln euren Datenverkehr in der Regel und bieten euch viele weitere nützliche Sicherheitsfunktionen wie Kill-Switches, Verkettungen mehrerer VPN-Server, aktiven Schutz vor Schadsoftware und vieles mehr.

Außerdem müsst ihr nicht wie bei den SmartDNS-Diensten Systemdateien editieren, um einen VPN-Dienst zu nutzen, da die meisten Anbieter ein komfortables Installationsprogramm bieten.

Wenn Ihr euch weiter über die verschiedenen VPN-Anbieter informieren möchtet, empfehle ich euch unseren ausführlichen VPN-Anbietertest zu lesen.

Für meine Schritt-für-Schritt-Anleitung habe ich mir mit ExpressVPN natürlich den Testsieger aus diesem Bericht ausgesucht. Dieser gehört zwar zu den teureren Anbietern, bietet aber auch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Außerdem gibt es dort eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie.

ExpressVPN ORF Livestream

Mit ExpressVPN kommt ihr schnell an euren ORF Livestream

6,67 USD pro Monat (jährliche Zahlung)

Als günstigere Alternative kann ich euch auch NordVPN empfehlen. Es gibt außerdem auch einige VPN-Dienste mit kostenlosem Angebot.

Diese Angebote sind allerdings stark eingeschränkt. Ihr könnt sie entweder nur für eine begrenzte Zeit oder nur für ein begrenztes Volumen nutzen. Deshalb eignen sie sich meiner Meinung nach höchstens zum Ausprobieren.

In unserem Test zu kostenlosen VPN-Anbietern stellen wir euch die 5 besten davon vor.

Des Weiteren eignen sich VPN-Dienste auch zum Entsperren des amerikanischen Netflix-Angebotes und für das grenzenlose Streamen mit Kodi und dem Amazon Fire Stick.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für ExpressVPN

Wie Ihr den ExpressVPN Client installieren könnt, schaut ihr euch am besten auf der Seite des Anbieters an. Dort müsst ihr euch ohnehin für den Dienst anmelden, wenn ihr ihn benutzen wollt.

Die verschiedenen Installationsmöglichkeiten sind ausgezeichnet auf Deutsch beschrieben und ihr findet dort auch ergänzende Video-Tutorials.

Wenn ihr die Installation durchgeführt und den Client gestartet habt, müsst ihr nur noch folgende Schritte durchführen:

Serverstandort waehlen

Schritt 1: Serverstandort auswählen

Klickt auf die Schaltfläche „Choose location“. -> Das Auswahlfenster für die Server öffnet sich.

Austria auswaehlen

Schritt 2: Austria auswählen

Gebt in der Suchzeile „Austria“ ein und klickt im Auswahlfenster auf den entsprechenden Eintrag. -> Unter „Selected Location“ erscheint die österreichische Flagge und das Wort „Austria“.

VPN einschalten

ExpressVPN einschalten

Klickt auf die markierte Schaltfläche, um ExpressVPN einzuschalten. -> Die Schaltfläche wird mit einem grünen Schild hinterlegt.

Livestream entsperrt

ExpressVPN ist eingeschaltet und der Livestream lässt sich aufrufen

Ihr könnt den Livestream nun problemlos aufrufen. Falls ihr ihn bereits aufgerufen hattet, müsst Ihr nur das Browserfenster aktualisieren, um den Livestream zu starten.

Alternative NordVPN

NordVP

NordVPN ist eine günstige VPN Alternative zu ExpressVPN

2,75 USD pro Monat (bei Zahlung von 99 USD für 36 Monate)

Wenn ihr eine Alternative zu ExpressVPN sucht, solltet ihr euch einmal unseren Testbericht zu dem Anbieter NordVPN ansehen. Bei NordVPN erhaltet ihr eine vergleichbare Leistung zu einem etwas günstigeren Preis. NordVPN bietet euch ebenfalls ein höheres Maß an Sicherheit, allerdings sind dafür die Geschwindigkeitseinbußen auch größer.

Bisher gibt es noch keine Fälle zu diesem Thema, in denen Gerichte ein Urteil gesprochen haben. Daher ist es schwer zu sagen, ob die Umgehung einer Geo-Sperre bereits eine verbotene Handlung darstellt.

Dies hängt davon ab, ob eine solche Geo-Sperre als „wirksame Schutzmaßnahme“ aufgefasst wird. Das Umgehen einer solchen ist nämlich laut § 95a des Urheberrechtsgesetzes verboten.

Der bekannte Spezialist für Urheberrechtsfrage, Christian Solmecke bezweifelt jedoch regelmäßig, dass es sich bei den Geo-Sperren um wirksame Schutzmaßnahmen im Sinne des Urheberrechtes handelt. Diese Ansicht kann man in verschiedenen Artikeln auf seiner Internetseite nachlesen.

Er mahnt jedoch ebenfalls zur Vorsicht. Wie wir im Falle des Streamings gesehen haben, kann ein einziges Urteil sehr schnell neue Fakten schaffen. Der Europäische Gerichtshof hatte nämlich 2017 in einem Grundsatzurteil entschieden, dass Streaming illegal ist.

Fazit

In einem Europa ohne Grenzen ist das Verhalten der öffentlich-rechtlichen Sender ein anachronistisches Ärgernis.

Eigentlich will man doch den freien Austausch von Waren, Dienstleistungen und Ideen über die Grenzen der Mitgliedsstaaten hinweg fördern.

Aus diesem Grund dürfen kommerzielle Anbieter sogenannter portabler Online-Inhalte-Dienste seit dem 1. April 2018 keine Geo-Sperren mehr einsetzen, um die Nutzung ihrer Angebote bei vorübergehender Aufenthalte in einem EU-Ausland einzuschränken.

Diese Portabilitätsverordnung gilt nun ausgerechnet für die öffentlich-rechtlichen Sender nicht, da deren Angebote ja angeblich „kostenfrei“ seien.

Ich hoffe, dass ich den Liebhabern der österreichischen Kultur unter euch eine Anregung geben konnte und wünsche euch viel Spaß beim ORF schauen.

Falls euch im nächsten Urlaub in den Bergen, oder sonstwo, das Heimweh packen sollte, kann ich euch übrigens unseren Ratgeber zum Umgehen der Geo-Sperre der ARD empfehlen.

Habt ihr noch Fragen, Anregungen oder Wünsche? Teilt es uns in einem Kommentar mit.

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