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von Nils

Zuletzt aktualisiert am: 2. May 2018

ARD-Livestream im Ausland schauen

Normalerweise sind wir es heutzutage ja gewohnt, dass wir jederzeit und von überall aus auf den Livestream der ARD zugreifen können. Doch ausgerechnet in der schönsten Zeit des Jahres, im Urlaub, macht uns die ARD dabei oft einen Strich durch die Rechnung.

Der Livestream erkennt anhand unserer IP-Adresse, wenn wir uns im Ausland befinden, und verweigert uns in diesem Fall den Genuss unserer Lieblingssendungen.

Ich zeige euch in diesem Artikel am Beispiel von ExpressVPN, wie ihr dieses Ärgernis umgehen könnt, indem Ihr euch im Ausland eine deutsche IP-Adresse verschafft.

Außerdem gebe ich euch einen Überblick über andere Möglichkeiten, den ARD-Livestream im Ausland zu sehen. Im Anschluss daran möchte ich euch aber auch noch über ein paar allgemeine Hintergründe zum Thema Geoblocking informieren.

Meiner Erfahrung nach kommt es bei diesem Thema aufgrund falscher, ungenauer oder widersprüchlicher Berichte häufig zu Missverständnissen.

Wie könnt ihr das ARD Geoblocking umgehen?

Der Livestream erkennt an eurer IP-Adresse, ob ihr euch in Deutschland befindet oder nicht. Dies könnt ihr mit verschiedenen Methoden verhindern.

Bevor ich euch Schritt für Schritt zeige, wie ihr mit ExpressVPN vorgehen müsst, möchte ich euch hier erst einmal die drei wichtigsten Möglichkeiten grundsätzlich erläutern. In unserem Artikel zum Thema VPN, Tor oder Proxy findet ihr übrigens noch ein paar weitergehende Informationen dazu.

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Geoblocking mit Proxy umgehen

Die erste Möglichkeit ist der Einsatz eines Proxy-Servers. Wenn ihr euch mit einem Proxy-Server verbindet, vermittelt dieser euren gesamten Datenverkehr weiter. Nach außen hin sieht es dann so aus, als ob ihr die IP-Adresse des Proxy-Servers habt.

Ihr müsst also nur einen Proxy-Server mit einem entsprechenden Standort auswählen, um das Geoblocking zu umgehen. Es gibt sehr viele kostenlose Server, die Ihr über eine Google-Suche schnell finden werdet. Weil sie so leicht zu finden sind, werden sie aber auch schnell gesperrt.

Ein Proxy-Server sorgt zwar für Anonymität nach außen, aber euer Datenverkehr mit dem Server selbst bleibt unverschlüsselt. Außerdem unterliegt er der vollen Kontrolle des Betreibers dieses Servers. Dies kann euch großen Gefahren aussetzen, wenn der Proxy zum Beispiel eure Passwörter abfängt oder eure Bandbreite für Distributed-Denial-of-Service Angriffe (DDoS) missbraucht.

Dabei wird euer Rechner gemeinsam mit vielen anderen dafür eingesetzt, eine Webseite durch ständige Aufrufe zu blockieren. Berichte über solche Aktivitäten findet ihr zum Beispiel in diesem Artikel.

Geoblocking mit SmartDNS umgehen

Die zweite Variante sind die SmartDNS-Dienste. Solche Dienste versenden eure Suchanfragen über eine IP-Adresse aus dem Land, für das die jeweiligen Inhalte angeboten werden.

Der Traffic selbst wird dann allerdings wieder über eure normale IP-Adresse abgewickelt. Dadurch müsst ihr keine Geschwindigkeitseinbußen befürchten.

Es gibt in diesem Bereich viele verschiedene Anbieter, die tendenziell relativ günstig sind. So ist der SmartDNS-Dienst Unblock us bereits für 4,99 US-Dollar im Monat zu haben.

SmartDNS Unblock Us

Der SmartDNS Dienst Unblock US

Allerdings erfolgt hierbei auch keine Verschlüsselung eures Traffics.

Eine Verschlüsselung erhaltet ihr nur bei virtuellen privaten Netzwerken (VPN), die ich euch deshalb auch ausdrücklich als Alternative empfehlen möchte. Die Anbieter der VPN-Dienste verschlüsseln zunächst eure Verbindung insgesamt, indem sie einen sicheren Tunnel zwischen euch und ihrem Server einrichten.

Die meisten VPN-Dienste stellen euch dazu Server in verschiedenen Ländern zur Verfügung. Nach außen hin tretet ihr mit der IP-Adresse des Servers auf, mit dem Ihr euch verbunden habt. Dadurch könnt ihr VPN-Dienste einsetzen, um das Geoblocking auszuhebeln.

Viele Anbieter verschlüsseln zusätzlich auch noch den Traffic, den sie mit euch austauschen. Dabei kommt es natürlich zu Geschwindigkeitseinbußen, die je nach Anbieter mehr oder weniger groß sind.

Proxy-Server

Pro

  • viele kostenlose Anbieter
  • in der Regel keine Geschwindigkeitseinbußen

Contra

  • Server werden schnell gebannt
  • unsicher

Smart-DNS

Pro

  • keine Geschwindigkeitseinbußen
  • viele Anbieter
  • relativ günstig

Contra

  • keine Verschlüsselung

VPN

Pro

  • Verschlüsselung
  • viele Anbieter
  • teilweise kostenlos

Contra

  • Geschwindigkeitseinbußen

Wenn Ihr euch weiter über die verschiedenen VPN-Anbieter informieren möchtet, empfehle ich euch unseren ausführlichen VPN-Anbietertest zu lesen. Für meine Schritt-für-Schritt-Anleitung habe ich mir mit ExpressVPN natürlich den Testsieger aus diesem Bericht ausgesucht.

Dieser gehört zwar zu den teureren Anbietern, bietet aber auch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Außerdem gibt es dort eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie.

Als günstigere Alternative kann ich euch auch NordVPN empfehlen. Es gibt außerdem auch einige VPN-Dienste mit kostenlosem Angebot. Diese Angebote sind allerdings stark eingeschränkt. Ihr könnt sie entweder nur für eine begrenzte Zeit oder nur für ein begrenztes Volumen nutzen.

Deshalb eignen sie sich meiner Meinung nach höchstens zum Ausprobieren. In unserem Test zu kostenlosen VPN-Anbietern stellen wir euch die 5 besten davon vor.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für ExpressVPN

Wie Ihr den ExpressVPN Client installieren könnt, schaut ihr euch am besten auf der Seite des Anbieters an. Dort müsst ihr euch ohnehin für den Dienst anmelden, wenn ihr ihn benutzen wollt. Die verschiedenen Installationsmöglichkeiten sind ausgezeichnet auf Deutsch beschrieben und ihr findet dort auch ergänzende Videotutorials.

Wenn ihr die Installation durchgeführt und den Client gestartet habt, müsst ihr nur noch folgende Schritte durchführen:

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Schritt 1: Serverstandort auswählen. Klickt auf die Schaltfläche ‘Choose location’.-> Das Auswahlfenster für die Server öffnet sich.
Schritt 2: Germany auswählen. Klickt im Auswahlfenster auf ‘Germany’.Unter ‘Selected Location’ erscheint die deutsche Flagge und das Wort ‘Germany’.
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Schritt 3: ExpressVPN einschalten. Klickt auf die markierte Schaltfläche, um ExpressVPN einzuschalten. -> Die Schaltfläche wird mit einem grünen Schild hinterlegt.
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Ihr könnt den Livestream nun problemlos aufrufen. Falls ihr ihn bereits aufgerufen hattet, müsst Ihr nur das Browserfenster aktualisieren, um den Livestream zu starten.

Ist Geoblocking nicht verboten worden?

Manche von euch wundern sich vielleicht, dass es das Geoblocking überhaupt noch gibt. Schließlich ist mit dem 1. April 2018 eine neue Verordnung der Europäischen Union in Kraft getreten, die eigentlich „grenzenloses Streaming“ erlauben sollte. So wurde es jedenfalls vielfach dargestellt und angekündigt.

Die sogenannte Portabilitätsverordnung regelt tatsächlich, dass Abonnenten portabler Online-Inhalte-Dienste diese auch während vorübergehender Aufenthalte in einem EU-Ausland uneingeschränkt und ohne Zusatzkosten nutzen dürfen.

Dies betrifft allerdings nur kostenpflichtige Angebote wie die von Netflix, Sky Go oder Amazon Prime. Es gilt außerdem nur für das EU-Ausland und dort auch nur bei „vorübergehenden Aufenthalten“. Was wir unter vorübergehend verstehen dürfen, ist dabei übrigens nicht eindeutig geregelt.

Bisher hat sich auch nur Sky dazu geäußert, wie sie dies handhaben wollen. Dort hält man einen Auslandsaufenthalt von 37 Tagen für lang genug, um der Verordnung zu entsprechen. Nach dieser Frist müsstet ihr euer Abo wieder mindestens einmal in Deutschland nutzen, damit ihr es weiter nutzen könnt.

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sehen ihre Online-Angebote trotz der „GEZ-Gebühr“ (Rundfunkbeitrag), die wir alle bezahlen müssen, übrigens als „kostenlos“ an. Dies ist meiner Meinung nach eine bodenlose Frechheit und absolut ungerechtfertigt. Es bleibt jedoch dabei, dass uns ARD und Co ihre Livestreams selbst bei vorübergehendem Aufenthalt im EU-Ausland weiterhin vorenthalten.

Bei der Mediathek hingegen sind, anders als es oft berichtet wird, nur bestimmte Inhalte nicht im Ausland verfügbar. So durfte ich mir während eines Aufenthaltes in Großbritannien zum Beispiel eine Folge der Sendung mit der Maus in der Mediathek anschauen, was mich als bekennenden Fan dieser Sendung sehr gefreut hat. Als ich danach aber versuchte den Film „Das weiße Band“ zu schauen, schlug die Ländersperre zu.

Geoblocking-ARD-Mediathek

Geoblocking bei der Mediathek

Wenn ihr solche Situationen auch erlebt habt, habt ihr euch sicher auch schon einmal die Frage gestellt, was das Ganze eigentlich soll.

Warum werden denn nun manche Inhalte gesperrt und andere nicht?

Die Antwort dürfte euch nicht überraschen. Es geht, wie es ja beinahe immer der Fall ist, um Geld. Die Produzenten der Sendungen und die Veranstalter von Sportereignissen, Konzerten und ähnlichen Ereignissen lizenzieren ihre Inhalte für jedes Land einzeln.

Deshalb bieten die Rundfunkanstalten selbst produzierte Sendungen in der Regel ohne Geosperre in der Mediathek an. Inhalte deren Urheberrechte die Sender nicht besitzen, blockieren sie außerhalb des Ziellandes weiterhin. Auf diese Weise verhindern sie, dass sie die teuren Lizenzgebühren auch für die übrigen europäischen Länder bezahlen müssen.

Die kurze und knappe Antwort auf diese Frage lautet: vermutlich ja. Das entnehme ich jedenfalls den entsprechenden Äußerungen der geneigten Juristen, die in solchen Aktivitäten allenfalls einen Verstoß gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen der entsprechenden Anbieter sehen. Allerdings bleibt hier wohl noch ein gewisser Rest an Unsicherheit bestehen.

Die Gerichte haben sich bisher noch nicht mit solchen Fällen befasst und deshalb gibt es auch noch keine Urteile zu diesem Thema. Wenn ihr euch dazu näher informieren wollt, findet ihr im Blog des bekannten Medienanwalts Christian Solmecke einige Informationen.

Fazit

Vieles im Leben kann einem die Suppe versalzen und die Geosperren der ARD gehören definitiv dazu. Das denke ich übrigens nicht nur deshalb, weil ich auf das Fernsehprogramm auch bei Auslandsaufenthalten nicht verzichten könnte. Ganz im Gegenteil!

Ich finde es jedoch empörend, dass man einerseits die Verhängung der GEZ-Zwangsgebühr für alle Haushalte damit begründet, dass man ja die Inhalte der Öffentlich-Rechtlichen auch mit Computern etc. empfangen kann, aber dann wiederum diese Möglichkeit einschränkt und behauptet das Angebot sei doch kostenlos.

Das bedeutet natürlich nicht, dass ich kein Verständnis für die unter euch habe, für die die Welt zusammenbricht, weil man euch die Sportschau oder die Lindenstraße vorenthält.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich euch Anregungen geben konnte, wie ihr damit umgehen könnt. Im Übrigen fühle mich gerade ein wenig wie ein moderner Robin Hood und bin schon sehr gespannt auf eure Kommentare.

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von Nils


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