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von Frauke

Zuletzt aktualisiert am: 26. März 2020

Danke Corona! Netflix & Co senken ihre Streaming-Bitraten

Aufgrund der Corona-Krise bleiben mehr Menschen zu Hause. Die Netzauslastung steigt: Heimarbeit und Videokonferenzen tragen dazu bei, aber insbesondere Streaming-Dienste sind verantwortlich. In Deutschland laufen wir zwar nicht Gefahr, das Netz zu überlasten. Aber anders sieht es in der Schweiz aus, wo Swisscom mit Engpässen zu kämpfen hat. In Frankreich verschiebt sich deshalb der Start von Disney+ in den April.

Die großen Streaming-Dienste sind dem Aufruf der EU-Kommission gefolgt und haben ihre Übertragung gedrosselt. So sollen Kapazitäten gespart und das Netz entlastet werden. Einige Kunden sind unzufrieden damit nicht die Leistung zu erhalten, die sie gebucht haben. In der Regel ist diese Drosselung aber kaum zu merken. Ohnehin waren längst nicht alle Angebote auf Netflix in 4K verfügbar, sodass hier kaum ein Unterschied zu sehen ist.

Ein VPN ermöglicht es theoretisch, durch eine nicht europäische IP diese Drosselung auszutricksen. Derzeit ist dies aber noch nicht nötig. Bei drastischen Einbußen in der Qualität kann ein VPN allerdings helfen, Filme und Serien wieder in gewohnter Qualität zu sehen.

Wenn es um die großen Streaming-Dienste geht, solltet ihr sorgsam auswählen, denn nicht alle VPN-Anbieter sind mit Netflix kompatibel. Bei unseren Testsiegern ExpressVPN und Nord VPN müsst ihr euch aber keine Sorgen machen: Mit ihnen könnt ihr ganz einfach eure Lieblingsserie gucken.

Eine Folge der Corona-Krise ist, dass viele Menschen freiwillig oder notgedrungen zu Hause bleiben. Doch wie soll man die Zeit totschlagen, wenn man kaum aus den eigenen vier Wänden herauskommt? Für Viele ist die Antwort klar: Endlich haben sie mehr Zeit, ihre Lieblingsserien zu streamen und neue Serien zu entdecken.

Doch mehr Menschen, die zeitgleich Streaming-Dienste nutzen, bedeuten auch eine höhere Belastung für das Netz. Zwar wurde ein signifikanter Anstieg des Datenverkehrs verzeichnet, aber wir laufen in Deutschland nicht Gefahr, dass das Netz zusammenbricht.

Netflix Bitraten Reduzierung Twitter Post Thierry Breton

Aufruf in Standard-Definition anstatt High-Definition zu streamen

Dennoch kündigten Netflix und andere Streamingdienste an, ihre Bitraten zu reduzieren, um das Netz zu entlasten. Was das für euch bedeutet, weshalb die Drosselung etwas Gutes ist und ob VPN-Anbieter wie ExpressVPN oder Nord VPN euch helfen, Serien auch weiterhin in bester Qualität zu sehen, erfahrt ihr hier.

Wie hoch ist die Belastung durch Streaming?

Der weltgrößte Internet-Knoten De-Cix in Frankfurt meldete eine Zunahme des durchschnittlichen Datenverkehrs von etwa 10 Prozent. Bei Videokonferenzen stieg der Datenverkehr in sieben Tagen sogar um 50 Prozent. Aber kein Grund zur Panik, wir können beruhigt sein: Unser Netz ist für den Anstieg gerüstet und wir müssen keine Überlastung befürchten.

Anders sah es in der Schweiz aus. Der Netzanbieter Swisscom hatte bereits mit Engpässen zu kämpfen und überlegte, Streamingdienste zeitweise ganz zu stoppen. Ursache für die Probleme ist, dass die Schweiz das Netz zu lange nicht ausgebaut hat und dieses nun der höheren Belastung nicht standhält.

Die Belastung durch Streaming-Angebote insbesondere in hoher Qualität ist ohne Frage beachtlich. Je höher die Bildauflösung, desto mehr Pixel werden dargestellt, wofür mehr Daten übertragen werden müssen.

Für Übertragungen in der Standardqualität empfiehlt Netflix eine Internet-Geschwindigkeit von 3 Megabit pro Sekunde, während es für HD (High Definition) 5 Megabit und für Ultra-HD schon 25 Megabit pro Sekunde sind.

Welche Streaming-Dienste sind betroffen?

Inzwischen haben beinahe alle Streaming-Dienste ihre Bitraten gesenkt:

Einzig Sky hat dies nicht angekündigt, bietet aber ohnehin keine Inhalte in Ultra-HD an. Auch die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram planen, die Bildqualität zu drosseln und so ihren Teil beizutragen.

Netflix gab an, für 30 Tage die Übertragungsrate zu senken. Die Belastung des Netzes soll dadurch um stolze 25 Prozent sinken. Allerdings erhalten Kunden, die für 4K bezahlen, laut Netflix auch weiterhin 4K. Ein Algorithmus soll die Bitrate um ein Viertel reduzieren, ohne dass die Kunden dies relevant wahrnehmen.

Ebenfalls für 30 Tage drosselt YouTube die Übertragung von HD auf SD (Standard Definition). Allerdings soll es auch weiterhin möglich sein, manuell eine höhere Auflösung zu wählen, da lediglich die Standardeinstellung niedriger ist.

Netflix Bitraten Reduzierung Amazon Prime

Auch Amazon Prime Video reduziert die Bitrate

Auch Amazon Prime Video reduzierte die Bitrate der Übertragung, ohne jedoch einen Zeitraum anzugeben, wie lange dies beibehalten wird. Apple TV Plus schloss sich an. Die Bandbreitenreduzierung kann dann evtl. auf Fernsehgeräten mit einem Meter Bilddiagonale oder mehr zu einem sichtbaren Qualitätsverlust führen. Teilweise liegt die Auflösung nur noch bei 670 Bildpunkten in der Vertikalen.

Disney+, dessen Start in Deutschland viele sehnlichst erwarten, könnt ihr ebenfalls nur mit gedrosselter Auflösung aufrufen. In Frankreich verschiebt sich der Start sogar auf den 7. April 2020.

Bitrate und Auflösung: Was ist der Unterschied?

Ob es zu sichtbaren Qualitätseinbußen kommt, hängt auch davon ab, ob ein Anbieter die Bitrate oder die Auflösung des Angebots reduziert.

Die Auflösung ist ein fixer Wert für die Menge an Pixeln. Bei Full-HD sind dies zum Beispiel 1.920 mal 1.080 Pixel. Die Bitrate steht für die pro Sekunde übertragenen Bits. Die Anzahl der Bilder pro Sekunde ist ebenfalls ausschlaggebend für die Qualität eines Videos: Die Auflösung und die Zahl der Bilder pro Sekunde geben an, wie viele Pixel pro Sekunde übertragen werden. Die Streaming-Qualität hängt davon ab, wie viele Bits pro Pixel zur Verfügung stehen, also von der Bitrate geteilt durch die Pixel pro Sekunde.

Eine Reduzierung der Bitrate führt also nicht zwingend zu wirklich wahrnehmbaren Qualitätsverlusten, während eine Reduktion der Auflösung eher deutlich sichtbar ist.

Wird die Netzneutralität durch die Drosselung nicht eingeschränkt?

Netzneutralität heißt, dass im Internet alle Daten gleich behandelt werden. In der Vergangenheit gerieten Anbieter, die dies umgehen und eigene Angebote bevorzugt übertragen wollten, immer wieder in die Kritik.

Dass quasi alle großen Streaming-Dienste in Europa ihre Übertragungsrate drosseln, wird als Aufweichung dieser Neutralität gesehen. Die Gründe dafür mögen zwar mehr als verständlich sein. Dennoch können Menschen in Europa derzeit nur mit Einschränkungen auf diese Dienste zugreifen, die für die USA beispielsweise nicht gelten.

Zusätzlich existiert ein Schlupfloch, das Anbieter wie die Telekom nutzen könnten: In den Leitlinien zur Umsetzung der europäischen Netzneutralitätsregeln ist festgehalten, dass Anbieter „in Ausnahmefällen und nicht länger als erforderlich“ bestimmte Dienste blockieren und verlangsamen dürfen. Solche Ausnahmesituationen sind nicht unrealistisch, wie ein Blick in die Schweiz verrät: So könnte Swisscom zur Entlastung des Netzes Netflix und Co eigenständig drosseln oder sogar ganz blockieren.

Dass die Streaming-Dienste vorsorglich auf Bitten der EU-Kommission hin dazu beitragen, das Netz zu entlasten, hilft also diesen Ausnahmefall zu verhindern.

Mit VPN die Drosselung umgehen

Da ihr mithilfe von VPN vorgaukeln könnt, euch gar nicht in Europa aufzuhalten, könnt ihr so die Drosselung der Bitrate umgehen und eure Serien in gewohnter Qualität genießen.
Gleichzeitig ist das Angebot gerade Netflix in den USA deutlich größer als in Deutschland. Ein Nachteil dabei ist allerdings, dass euch dann die deutschen Synchronisationen nicht zur Verfügung stehen.

Ob man das dann als „digitales Hamstern“ bezeichnen könnte, wissen wir nicht, wir möchten hier nur die technischen Möglichkeiten beleuchten.

Allerdings ist der Unterschied in der Qualität bei Netflix derzeit nicht wahrnehmbar. Wir haben es natürlich gleich ausprobiert. Da ohnehin nicht alle Angebote in 4K bestehen, werdet ihr – wenn überhaupt – nur einen Unterschied bei den Filmen und Serien festzustellen, die ihr zuvor tatsächlich in 4K geschaut habt.

Netflix Bitraten Reduzierung ExpressVPN Website

Unser VPN-Testsieger: ExpressVPN

Natürlich bietet euch ein VPN wie zum Beispiel ExpressVPN noch mehr Vorteile, als die Drosselung der Streaming-Dienste zu umgehen. Ihr könnt damit sicher surfen und generell Geoblocking umgehen. Aber die Drosselung der Übertragung selbst ist noch kein zwingender Grund, auf VPN umzusteigen.

Anders sieht es aus, wenn die Übertragungsqualität wirklich rapide sinkt. Dann wird der Einsatz von VPN euch einen spürbaren Vorteil verschaffen. Allerdings ist davon auszugehen, dass in dem Fall die Netze bereits übermäßig stark ausgelastet sind, wenn es zu großen Übertragungsproblemen kommt. Umgehen zu viele Nutzer dies durch ein VPN kann dies die Netze zusätzlich belasten, sodass an anderer Stelle die nötigen Ressourcen für einen schnellen Austausch fehlen.

Trotzdem sind Virtuelle Private Netzwerke nicht zu verteufeln. Es geht beim Einsatz dieser Dienste nicht darum, digital zu hamstern und unsolidarisch Traffic für sich zu bunkern, sondern Serien und Filme in vertretbarer Qualität zu sehen. Insbesondere, wenn dies abseits der Spitzenzeiten geschieht, wird damit kein Schaden angerichtet.

Mit Netflix & Co Corona überstehen

Egal, ob VPN oder nicht: Mit einer guten Serie (oder mehreren) lässt sich die Zeit zu Hause gleich viel besser überstehen. Und das Angebot ist groß!

  1. Netflix Bitraten Reduzierung Ozark Serie

    Ozark: Drogen sind zentrales Element dieser düsteren Serie, deren dritte Staffel wir seit März genießen können.

  2. Netflix Bitraten Reduzierung Der Brief fuer den Koenig Serie

    Der Brief für den König: Perfekt für Fantasy-Fans ist diese Serie um eine uralte Prophezeiung, eine wichtige Botschaft und einen Helden, den niemand auf dem Schirm hatte.

  3. Netflix Bitraten Reduzierung Peaky Blinders Serie

    Peaky Blinders: Die Peaky Blinders sind eine berüchtigte Bande in Birmingham, die in diesem Gangsterepos zeigt, wie das Leben in den Slums vor 100 Jahren war – und wie man sich behauptet.

  4. Netflix Bitraten Reduzierung Stranger Things Serie

    Stranger Things: Mit der 3. Staffel zurück auf die Nostalgie-Welle. Denn noch ist die Gefahr längst nicht gebannt.

  5. Netflix Bitraten Reduzierung Sherlock Serie

    Sherlock: Ein messerscharfer Verstand, aber ein Handicap in der Empathie. Auch Fans der klassischen Bücher kommen hier auf ihre Kosten, denn dieser moderne Sherlock hat viele Anlehnungen und Easter Eggs.

Welcher VPN-Anbieter ist der beste?

Grundlegend ist die Nutzung eines VPN empfehlenswert. Unabhängig vom Streaming ermöglicht ein VPN euch, sicher im Netz zu surfen und eure Privatsphäre zu schützen. Allerdings ist der Markt der Anbieter groß, und dort den Überblick zu behalten ist alles andere als leicht. Von kostenlosen VPN-Anbietern solltet ihr die Finger lassen, da diese oftmals keine gute Leistung bringen und zudem nicht sichergestellt ist, was sie mit euren Daten anstellen.

In unserem großen VPN-Anbieter-Test 2020 haben wir die verschiedenen seriösen Anbieter unter die Lupe genommen, sodass ihr einen guten Überblick erhaltet.

Wenn ihr euch für einen VPN-Anbieter entscheidet, um die Drosselung von Netflix zu umgehen, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass der jeweilige Anbieter euch dabei auch hilft. Denn Netflix erkennt inzwischen viele IPs, die von VPN-Diensten generiert werden, und sperrt diese rigoros. Doch zum Glück gibt es einige Dienste, die Netflix bisher immer einen Schritt voraus sind: Unsere VPN-Testsieger 2020 für Netflix sind ExpressVPN und Nord VPN.

ExpressVPN für hohe Ansprüche

ExpressVPN gehört zu den eher hochpreisigen Anbietern, liefert dafür aber auch sehr gute Leistung. Das Interface ist intuitiv zu nutzen, und der Dienst ist gewohnt schnell und zuverlässig. Das Sicherheitsniveau ist sehr hoch, und Server in 94 Ländern erleichtern es euch, wirklich jedes Geoblocking zu umgehen. Allerdings ist die Benutzeroberfläche nicht auf Deutsch verfügbar.

ExpressVPN

VORTEILE

  • Leichte Bedienung
  • Server in 94 Ländern
  • Toller Support
  • Hohes Sicherheitsniveau

NACHTEILE

  • Preisintensiv
  • Software für Mac und PC nicht auf Deutsch verfügbar
Tarife prüfen

Produkteigenschaften

Produktkategorie
Anbieter Websitewww.expressvpn.com
Firmensitz und ServerstandortBritische Jungferninseln
Aktiv seit2009
Netflix kompatibel
Torrenting und Filesharing erlaubt
Geräteanzahl pro Account3
Deutsche Benutzeroberfläche
ProtokolleOpenVPN, TCP/UDP, SSTP, L2TP/IPsec, IKEv2, PPTP
ServerstandorteÜber 2.000 Server in 94 Ländern

Nord VPN ist preiswert

Insbesondere bei einem 2- oder 3-Jahres-Vertrag ist Nord VPN ziemlich günstig. Die Bedienung ist leicht, und bei Problemen hilft der Support im Live-Chat. Nutzerdaten werden nicht gespeichert. Allerdings profitiert ihr erst von den günstigen Preisen, wenn ihr einen mehrjährigen Vertrag wählt, wodurch ihr euch sehr lange festlegt. Auch diese Software ist primär nur auf Englisch verfügbar.

NordVPN

VORTEILE

  • Leicht zu bedienen
  • Zusätzliche Sicherheitsfunktionen
  • Günstige Drei-Jahres-Abonnements
  • Schneller Support per Live-Chat
  • Keine Speicherung von Nutzungsdaten

NACHTEILE

  • Größtenteils nur auf Englisch
  • Test nur mit Angabe von Zahlungsdaten
Tarife prüfen

Produkteigenschaften

Produktkategorie
Anbieter Websitewww.nordvpn.com
Firmensitz und ServerstandortPanama
Aktiv seit2012
Netflix kompatibel
Torrenting und Filesharing erlaubt
Geräteanzahl pro AccountMax. 6
Deutsche Benutzeroberfläche
ProtokolleOpenVPN (Windows, Android), IKEv2/IPsec (macOS, iOS)
ServerstandorteÜber 5.000 Server in 62 Ländern

Fazit: Die Bitrate-Drosselung mit VPN umgehen

Die Streaming-Anbieter haben ihre Übertragungen in Europa gedrosselt, um das durch die Corona-Krise stärkere belastete Netz zu entlasten. Dies ist verständlich, führt aber zu Frust bei vielen Kunden, die ihre Serien und Filme in gewohnter Qualität genießen wollen.

Allerdings muss sich niemand Sorgen machen, Netflix & Co nur noch in schlechter Qualität zu empfangen. Die Drosselung wirkt sich nur minimal auf die Qualität aus, sodass die Veränderung kaum auffällt. Nun schon ein VPN zu nutzen ist deshalb nicht nötig.

Wenn sich die Übertragungsqualität spürbar verschlechtert, kann ein VPN allerdings dafür sorgen, dass ihr wieder Videos in bester Qualität streamen könnt. Bei der Wahl des VPN-Anbieters solltet ihr aber vorsichtig sein, denn viele werden von Netflix erkannt und gesperrt. Ausnahmen sind ExpressVPN und Nord VPN, mit denen ihr problemlos auf das Angebot von Netflix zugreifen könnt.

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