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von Christoph

Zuletzt aktualisiert am: 9. Dezember 2019

So schaut ihr deutsches Fernsehen im Ausland mit VPN: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung 2019

Bundesliga, Lindenstraße, Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! oder welche andere Lieblingssendung ihr auch immer habt – sobald ihr die Landesgrenze überschreitet, bleibt euch deutsches Fernsehen im Ausland verwehrt. Der Stream zu jedem x-beliebigen Sender wird gekappt, und das, obwohl ihr GEZahlt habt – fair geht anders.

Doch es gibt 3 Lösungen, wie ihr dieses sogenannte „Geoblocking“ umgehen könnt: Proxy-Server, Smart DNS und Virtuelle Private Netzwerke (VPN). Sie sind alle legal und so einfach anzuwenden, dass es wirklich jeder Computer-Internet-Analphabet problemlos schafft.

Unser Test hat uns jedoch gezeigt, dass VPNs am besten abliefern – und manche ganz besonders:

Ein Anbieter hebt sich mit seiner grenzenlosen Performance glasklar hervor: ExpressVPN überragt seine Konkurrenz mit einer stabilen wie hohen Übertragungsgeschwindigkeit, simplen Bedienung, ausreichender Sicherheit und verlässlichen Servern, die vom Ziel nicht identifiziert werden.

Alternativ empfehlen wir als Preis-Leistungs-Sieger NordVPN. Die Performance ist zwar nicht ganz so stark, doch wenn ihr einen längeren Abo-Zeitraum wählt, könnt ihr hier Kosten einsparen.

Wie genau ihr ein VPN einrichtet und bedient, erfahrt ihr in unserem Artikel mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ansonsten bleibt uns nur noch: Viel Spaß beim TV schauen!

Streaming ist für uns etwas Alltägliches: auf Flat-TVs, Laptops, Tablets oder Smartphones, egal ob öffentlich-rechtliches oder Spielfilme via Netflix und Co. Hauptsache die Bandbreite stimmt. Doch fernab der Landesgrenze kann es für euch ohne einen VPN-Anbieter auch anderweitig problematisch werden.

Denn viel zu oft bekommt ihr dann statt dem Livebild die Fehlermeldung „Nur in Deutschland verfügbar“ angezeigt. Ihr müsst diese Sperre namens Geoblocking umgehen, um etwa die Bundesliga oder den ZDF-Livestream im Ausland schauen zu können. Dies klappt mit Proxy-Servern, Smart DNS oder Virtuellen Privaten Netzwerken. Letztere sind jedoch in puncto Sicherheit und Datenschutz besser.

Und manche VPN ragen besonders heraus: ExpressVPN hat hinsichtlich Performance alle Konkurrenten in den Schatten gestellt. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet NordVPN. Welche Vorteile euch Virtuelle Private Netzwerke sonst noch liefern, lest ihr weiter unten. Und wie sie genau funktionieren, zeigt euch unsere Step-by-Step-Anleitung.

So viel vorab: es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig und jeder noch so große Computer-Anfänger unter euch kann es anwenden.

ExpressVPN Homepage Screenshot

ExpressVPN ist jeder Streaming-Herausforderung gewachsen

6,67 USD pro Monat (99,95 USD für 15 Monate, dann jährlich)

So läuft’s: Schritt für Schritt mit ExpressVPN

Gleich seht ihr, wie ihr es mit ExpressVPN schafft, deutsches Fernsehen im Ausland zu schauen. Ein Abo habe ich schon abgeschlossen und die Software anhand der Anleitung auf der Webseite des Anbieters auf meinem (Windows-)Notebook installiert.

Allerdings habe ich das VPN noch nicht aktiviert – und schon werde ich in die Schranken gewiesen, weil ich mich aktuell in Portugal und nicht in Deutschland aufhalte. The Voice of Germany findet dann heute wohl vorerst ohne mich statt. Vorerst? Richtig. So schnell geben wir nämlich nicht auf.

Screenshot der The Voice of Germany Serie in der ProSieben-Mediathek, Episode nicht abspielbar

Oh nein! Kein Finale im Urlaub? …

Schaut mal in eure Taskleiste. Nach erfolgreicher Installation findet ihr dort das Icon von ExpressVPN. Einmal Rechtsklick und schon öffnet sich die Benutzeroberfläche des Anbieters.

Screenshot des ExpressVPN-Taskleiste auf einem Windows-Desktop

Die wichtigsten Einstellungen findet ihr schon in der Taskleiste. So braucht ihr nur wenige Mausklicks zum Ziel

Als nächstes wählt ihr in der Serverliste Deutschland aus. Schließlich wollen wir dem Zielserver vorgaukeln, dass wir uns in der Heimat befinden.

Screenshot der Länderlisten-Auswahl im ExpressVPN-Programm

Sucht euch hier euren Server-Standort aus

Euch werden vier deutsche Server-Standorte angeboten – wählt einen beliebigen. In diesem Fall habe ich mich für Frankfurt entschieden. Jetzt fehlt euch nur noch ein Mausklick auf den On/Off-Button von ExpressVPN und die VPN-App baut eine Verbindung zum von euch gewählten Server aus.

Screenshot Server-Standort Deutschland in ExpressVPN-App

Deutsches Fernsehen benötigt einen deutschen Server-Standort

Die Verbindung ist in Sekundenschnelle aufgebaut und ihr könnt erneut versuchen, euren Stream zu starten. Ich schmeiß’ jetzt noch mal „The Voice of Germany“ an … Trommelwirbel …

Es hat geklappt: ProSieben, Sat1 – oder wie auch immer dieser ganze Medien-Zusammenschluss aufgebaut ist – lässt mich „The Voice of Germany“ schauen. Was läuft bei euch gerade im Stream?

Screenshot der ProSieben-Mediathek mit The Voice of Germany abspielbar

Wer zuletzt singt, singt am besten – oder so ähnlich … bei mir läuft’s, bei euch auch?

Ihr seht, das ging ganz einfach und flott. Mit ExpressVPN seid ihr nur wenige Klicks davon entfernt, eure deutschen Fernsehsendungen im Ausland zu schauen. Oder seid ihr auf Probleme gestoßen? Dann lest mal weiter.

Troubleshooting: Klappt’s etwa nicht?!

Ist etwas schiefgelaufen und ihr seht nach wie vor eine Fehlermeldung? Nicht verzweifeln. Das kann das mehrere Ursachen haben:

  1. Es kann sein, dass im Zwischenspeicher eures Browsers noch die alten Informationen vorhanden sind. In diesem Fall löscht ihr Cookies bzw. Cache und versucht erneut den Stream zu starten. Aktualisiert dafür Webseite am besten mit Strg+F5. Weniger umständlich finde ich jedoch die Verwendung des Inkognito-Modus eures Browsers.
  2. Falls auch das nicht hilft, ist es möglich, dass euer Streaming-Dienst aktiv gegen das Umgehen von Geosperren vorgeht und die IP-Adresse eures VPN-Servers bereits auf einer schwarzen Liste führt. Bei deutschen TV-Sendern ist das zwar (noch?) nicht üblich, aber falls doch, dann müsst ihr einen anderen deutschen Server eures VPN-Anbieters ausprobieren.

Warum ExpressVPN? Alternativen?

Um es mal ganz kurz für euch zu halten: weil Name hier Programm ist. Mit keinem anderen VPN surft ihr so schnell bzw. mit so geringen Geschwindigkeitseinbußen durchs Netz. Und das auf allen gängigen Endgeräten (Smartphone, Tablet, Laptop, PC). Doch es gibt noch weitere gute Gründe:

Hier seht ihr eine Liste, warum ExpressVPN unsere Empfehlung Nummer 1 für deutsches Fernsehen im Ausland ist:

  • Stabile und höchste Übertragungsgeschwindigkeit
  • Verlässliche Server, die vom Zielserver nicht als VPN identifiziert werden
  • Zuverlässiger Datenschutz und verschlüsselte Verbindung
  • Intuitives und einfaches Handling

Geschenkt bekommt ihr diese großartige Leistung leider nicht – dennoch ist sie mit 6,67 US-Dollar (circa 6,07 Euro) pro Monat bei jährlicher Zahlungsweise äußerst erschwinglich. Sagen wir mal so: Nicht, dass ihr eine Wahl hättet, aber GEZ ist um einiges teurer. Ihr möchtet noch mehr Infos zu diesem Anbieter? Dann schaut doch mal in unseren ausführlichen ExpressVPN Test.

Wenn ihr hingegen keinen müden Penny für euer deutsches TV-Programm im Ausland hinblättern möchtet, gibt es auch noch kostenlose VPN. Diese können jedoch nicht annähernd mit ExpressVPN mithalten. Sie drosseln entweder enorm eure Geschwindigkeit, stellen euch nur ein begrenztes Datenvolumen zur Verfügung, dass durch den Tunnel fließen darf, nerven mit Werbung, oder oder oder – kostenlos halt.

Screenshot ohne VPN aus der TVthek des ORF

Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis: NordVPN

3,17 € pro Monat (bei 3-Jahres-Abo)

Als Mittelweg empfehlen wir euch NordVPN. Der Anbieter ist unser Preis-Leistungs-Sieger und demnach etwas schwächer bei der Performance als ExpressVPN. Dafür kommt ihr hier mit 3,17 Euro pro Monat sehr preiswert weg, wenn ihr eine längere Abo-Laufzeit wählt. Mehr zum Anbieter findet ihr in unserem NordVPN Test.

Allgemeinwissen: Geoblocking mit VPN umgehen

Wie bereits erwähnt, sind VPN die beste Option für euch, wenn ihr Wert auf Sicherheit, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit legt. Aber warum und wie funktioniert das Ganze? Grundlegend verhält es sich wie bei Proxy-Servern: euer Datenverkehr läuft über einen zwischengeschalteten Server.

Die Verbindung zum VPN stellt für euch eine anbietereigene Software her – im Gegensatz zum Proxy könnt ihr also nicht durch falsche Konfiguration unabsichtlich eine Sicherheitslücke öffnen. Der VPN-Dienst hat bereits alle notwendigen Einstellungen für euch getroffen, wie bei einem Rundum-sorglos-Paket.

Ein weiterer Unterschied zum Proxy-Server ist, dass die Verbindung verschlüsselt ist und selbst der Betreiber des VPNs die übertragenen Daten weder einsehen noch entschlüsseln oder manipulieren kann. So fliegen eure Daten nicht willkürlich durchs Internet, niemand kann sie weiterverkaufen und eure Privatsphäre bleibt gewahrt.

Aber Vorsicht: Bei bezahlten VPN-Diensten sind diese Leistungen versprochen. Doch wenn ihr auf eine kostenlose Variante zurückgreift, solltet ihr das noch mal überprüfen. Wenn ihr nicht mit eurem Geld bezahlt, zahlt ihr meistens mit etwas anderem.

Ein weiterer Vorteil bezahlter Dienste ist, dass nur wenige Nutzer gleichzeitig auf einen Server zugreifen. Einerseits wirkt sich das positiv auf eure Übertragungsgeschwindigkeit aus, aber fast noch wichtiger ist, dass es dem Zielserver dadurch erschwert wird, die vergebene IP-Adresse als VPN zu erkennen.

Ihr solltet also – auch wenn die grundlegende Funktionsweise aller VPN gleich ist – auf einige Kernfaktoren achten, damit ihr optimal durchs Netz surft. Beachtet bitte auch, dass mit zunehmender Entfernung von Deutschland die Geschwindigkeit der Übertragung zu den deutschen Servern abnimmt. Das hat rein geografische Gründe und ist leider unvermeidbar.

ZDF Live Stream im Ausland

Besonders ärgerlich ist das, wenn ihr die GEZ-Gebühren zahlt, aber während eines Auslandsaufenthalts keinen Zugang zu euren Lieblingsprogrammen habt

Falls ihr euren VPN nicht nur zum ZDF-Livestream im Ausland schauen oder für andere deutsche Sender nutzen möchtet, schaut mal in unseren VPN-Anbieter-Test 2019. Wir haben die Fülle an Dienstleistern auf dem Markt analysiert und die wichtigsten für euch rausgesucht. Für bestimmte Anwendungsbereiche gibt es sozusagen maßgeschneiderte Anbieter.

Streaming-Portale

Einen guten Grund für den Einsatz eines VPN anstatt eines Proxy-Servers gibt es noch: Neben Fernsehsendern wie ZDF, ARD und ORF setzen auch Streaming-Portale wie Netflix und Amazon Prime Video Geoblocking ein.

Screenshot ohne VPN aus der TVthek des ORF

Egal, ob Österreicher oder nicht, Live-Sportsendungen aus der TVthek des ORF stehen nur Zuschauern innerhalb Österreichs zur Verfügung

Besonders Netflix ist berüchtigt dafür, dieses auch aggressiv umzusetzen und konsequent Proxy- und VPN-Servern zugerechnete IP-Adressen zu sperren. Gerade also, wenn ihr im Ausland eure Streaming-Anbieter genauso wie zu Hause in Deutschland nutzen wollt, ist es wichtig, dass ihr den richtigen VPN-Anbieter nutzt. Das haben wir mal unter die Lupe genommen und helfen euch im Artikel Netflix-Sperre mit VPN umgehen weiter.

Außerdem könnt ihr mit einem VPN auf das in anderen Ländern (z.B. den USA) zur Verfügung gestellte Angebot zurückgreifen, indem ihr einen dort ansässigen Server wählt. Und Schwupps, ist eure Netflix-Welt ein Stück größer geworden – um einen ganzen Kontinent.

Warum Geoblocking?

Was soll der Quatsch überhaupt? Da bezahlt ihr euren Streaming-Anbieter, Kabelfernsehen, GEZ und weiß der Kuckuck – und kaum verlasst ihr mal kurz das Land, lassen euch alle im Stich. Die Schweine. Aber wirklich alle? Lasst uns mal genauer hinsehen, es gibt ein paar nachvollziehbare Gründe für dieses Vorgehen:

Auf der Seite des RBB findet sich dazu eine gute Erklärung. In der Regel erfolgt Geoblocking, wenn sich die Lizenz für die Ausstrahlung eines internationalen Spielfilms, einer Sportveranstaltung oder sonstiger Inhalte auf Deutschland beschränkt, oder Live-Streaming ausschließt.

Praxisbeispiel: Netflix besitzt lediglich die US-Lizenzrechte zur Ausstrahlung der „Indiana Jones“-Filme. Also kann Netflix nur den dort ansässigen Nutzern diese Inhalte zur Verfügung stellen. Kommt eine deutsche IP-Adresse daher, muss Netflix die Ausstrahlung blockieren, da sie schlichtweg nicht über das Recht verfügen.

Screenshot des Suchergebnisses nach Indiana-Jones-Filmen in der Netflix-Mediathek, mit und ohne VPN-Nutzung

Ohne VPN müssen Indiana-Jones-Fans bei Netflix Deutschland in die Röhre gucken, mit VPN werden sie bei Netflix USA fündig

Genauso verhält es sich, wenn ihr im Urlaub mit einer spanischen IP-Adresse auftaucht und versucht, von dort aus die deutsche Fußball-Bundesliga zu schauen. Die heimischen TV-Sender verfügen lediglich über bundesweites Ausstrahlungsrecht.

Dass das für euch unfair ist, steht außer Frage – vor allem, wenn ihr dafür bezahlt. Schließlich seid ihr nicht ausgewandert, sondern nur mal kurz weg. Allerdings möchten euch die Sender nicht absichtlich eins auswischen. Vielmehr sind wirtschaftliche bzw. juristische Gründe dafür verantwortlich.

Ihr habt schon gemerkt, wir befinden uns mittlerweile in der Welt der Paragrafen – und Paragrafen-Verdreher. Fragt ihr euch nicht, ob das Umgehen des Geoblockings überhaupt legal und juristisch unbedenklich ist?

Kurz: Aller Wahrscheinlichkeit nach, ja. Faktisch gibt es keine Urteile oder Erfahrungsberichte in Bezug auf Ermittlungen hinsichtlich der Umgehung von Geoblocking. Die Verwendung eines VPN gilt in der Rechtsprechung nicht als „Umgehung einer wirksamen Schutzmaßnahme“.

Auf gut deutsch: ihr „hackt“ euch nirgends illegal ein und verstoßt somit nicht gegen geltendes Recht. Lediglich gegen die AGB des Streaming-Anbieters, der euch damit theoretisch seinen Inhalten ausschließen darf.

Netflix Proxy-Server Fehlermeldung

Die Fehlermeldung, die ihr zu sehen bekommt, wenn die IP-Adresse eures VPN-Servers auf der Blacklist von Netflix steht

Das ist freilich in der Praxis nicht umsetzbar. Einige Streaming-Dienste bekämpfen das Umgehen von Geoblocking anders: IP-Adressen, die Proxy-Servern oder einem VPN zugeordnet werden können, werden von ihnen geblockt. Diese Zuordnung erfolgt in der Regel, wenn von einer IP-Adresse auffällig viele Zugriffe erfolgen.

Interessant ist die Frage nach der Legalität auch andersherum. Denn die 2018 in Kraft getretene Portabilitätsverordnung der Europäischen Union verpflichtet Streaming-Anbieter ihr Angebot seinen Nutzern wie gewohnt auch im Ausland zur Verfügung zu stellen.

Das trifft jedoch nicht auf die kostenlosen, frei zugänglichen Streaming-Angebote der Fernsehsender zu – betroffen sind lediglich Bezahldienste. Deshalb könnt ihr als zahlender Zattoo-Premium-Kunde auch im Urlaub ohne Einschränkungen auf dessen Übertragungen von ARD, VOX und ZDF zugreifen.

Die Fernsehsender bewegen sich mit ihrem Geoblocking also absolut im rechtlichen Rahmen – genauso wie ihr, wenn ihr es umgeht. Ihr verstoßt maximal gegen AGB und könnt von den jeweiligen Anbietern gesperrt werden. Erlebt habe ich das aber noch nie. Auf jeden Fall begeht niemand mit Geoblocking oder dessen Umgehung eine Straftat.

Geoblocking umgehen: Technischer Hintergrund

Beim Geoblocking erkennt der Anbieter anhand eurer IP-Adresse, aus welchem Land ihr auf sein Angebot zugreift. Dieser Sicherheitsmechanismus ist nicht sonderlich ausgeklügelt, da ihr euren Standort im Internet einfacher verschleiern könnt als eure Wohnadresse. Ihr müsst lediglich nur einen Anschluss zwischenschalten, der über eine deutsche IP-Adresse verfügt.

Das könnt ihr mit Proxy-Servern, Smart-DNS-Diensten und VPN bewerkstelligen. Oft werden die Begriffe fälschlicherweise synonym verwendet, deshalb möchte ich euch hier die Unterschiede sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile erklären.

Proxy-Server vs. VPN: Wie unterscheiden sie sich?

Beginnen wir mit der Gemeinsamkeit: Mit beiden könnt ihr eine Verbindung zu einer Website über eine anonymisierte IP-Adresse herstellen. Anstelle eurer eigenen, greift ihr dann auf die IP des Anbieters zurück. Es wird also bei euren Varianten ein Server dazwischengeschaltet, der für euch in Erscheinung tritt.

Bei den Unterschieden wollen wir die Angelegenheit mal von der technischen Ebene entfernen und etwas bildlicher darstellen:

  • Proxy-Server könnt ihr euch wie einen Mittelsmann oder Stellvertreter vorstellen. Sie wissen genauso viel über den Datenfluss wie der Nutzer selbst, können Informationen sammeln und diese sogar abändern und entsprechend weiterleiten. Ihr müsst ihnen also zu 100 Prozent vertrauen (können). Es erinnert ein bisschen an stille Post.
  • Ein VPN könnt ihr euch wie einen Tunnel vorstellen. Es dient der reinen Datenübermittlung von A nach B. Dabei eignet es sich nicht zum Einsehen, Verändern oder Speichern der Inhalte. Auch für Externe ist die Datenvermittlung nicht einsehbar – wie durch einen Tunnel nach außen abgeschirmt.

Das wirkt sich unterschiedlich auf eure Sicherheit, Datenschutz und Surfgeschwindigkeit im Internet aus.

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Geoblocking mit Proxy umgehen

Proxy-Server sind oft kostenlos, was sie auf den ersten Blick attraktiv macht. Auch erfüllen sie den eigentlichen Zweck. Daher reichen sie grundlegend aus, um Geoblocking zu umgehen.

Aus sicherheitstechnischer Sicht sind sie aber äußerst problematisch: der Teil eures Datenverkehrs, der über den Proxy-Server läuft, ist für dessen Betreiber unverschlüsselt und somit einseh- und manipulierbar. Habt ihr zum Beispiel euren Browser für einen bestimmten Proxy-Server konfiguriert – in der Regel wird das so gemacht –, dann reden wir vom gesamten Datenverkehr des Browsers.

Screenshot des Proxy-Konfigurationsfensters im Firefox-Browser

Das Fenster des Firefox-Browsers, in dem ihr die Adresse des Proxy-Servers konfigurieren könnt

Problematisch wird es vor allem dann, wenn der Proxy-Anbieter seine Kontrolle über eure Bandbreite für DDos-Angriffe („Distributed Denial-of-Service Attacks“) missbraucht. Hierbei handelt es sich um eine mutwillig herbeigeführte Überlastung der IT-Infrastruktur. Zum Beispiel durch Malware oder eine Anfragenflut auf deren Server. Das ist Cyber-Kriminalität, wodurch ihr ohne euer Zutun und Wissen in Konflikt mit dem Strafrecht kommen könntet.

Nervig für technisch Unerfahrene ist, dass ihr den Proxy-Server vor der Nutzung erst konfigurieren müsst. Wenn ihr dabei einen Fehler macht, könnt ihr im besten Fall keine Verbindung herstellen, schlechtestenfalls öffnet ihr damit eine Sicherheitslücke.

Doch es gibt Hilfe: Der vom Tor-Netzwerk herausgegebene Tor Browser kommt vorgefertigt konfiguriert und bügelt zumindest diese Schwäche aus.

Screenshot der Startseite des Tor-Browsers

Der Tor Browser kommt bereits vorkonfiguriert

Dafür ist die Surf-Geschwindigkeit von Tor zu langsam, um in einer angemessenen Qualität streamen zu können, vor allem wenn es live sein soll. Einen genauen Vergleich zwischen VPN, Tor und Proxy haben wir für euch auch vorgenommen.

Geoblocking mit Smart DNS umgehen

Ein DNS (Domain Name System) ist – vereinfacht ausgedrückt – ein Protokoll, dass Namen von Internetseiten in IP-Adressen umwandelt und umgekehrt.

Smart-DNS-Services ersetzen eure von eurem Internetanbieter zugeteilte DNS-Adresse durch eine neue. So versenden sie eure Anfragen an den Zielserver über eine fremde IP-Adresse, die keine Informationen über euren tatsächlichen geografischen Standort enthält. Die Datenübertragung erfolgt dann jedoch über eure normale IP-Adresse.

Screenshot der GetFlix-Startseite im November 2019

GetFlix ist einer der bekanntesten Smart-DNS-Dienste

Smart-DNS-Dienste gibt es schon sehr günstig, GetFlix bietet seinen Service bereits ab 2,29 US-Dollar (circa 2,08 Euro) pro Monat im 24-Monats-Abo an. Doch wie auch bei Proxy-Servern erfolgt die Datenübertragung unverschlüsselt. Allerdings hat ein Smart-DNS-Service keinerlei Auswirkungen auf eure Surf-Geschwindigkeit.

Deutsches Fernsehen im Ausland: Was ist euch wichtig?

Aufatmen ist angesagt, es gibt einige Möglichkeiten für euch deutsches Fernsehen im Ausland zu schauen. Auf welche ihr letztlich zurückgreift, bleibt euch überlassen. Allerdings solltet ihr einige Punkte beachten, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Unser Testsieger ExpressVPN erfüllt sie alle bravourös, NordVPN kann da nicht ganz mithalten, ist dafür aber erschwinglicher.

ExpressVPN

VORTEILE

  • Leichte Bedienung
  • Server in 94 Ländern
  • Toller Support
  • Hohes Sicherheitsniveau

NACHTEILE

  • Preisintensiv
  • Software für Mac und PC nicht auf Deutsch verfügbar
Tarife prüfen

Produkteigenschaften

Produktkategorie
Anbieter Websitewww.expressvpn.com
Firmensitz und ServerstandortBritische Jungferninseln
Aktiv seit2009
Netflix kompatibel
Torrenting und Filesharing erlaubt
Geräteanzahl pro Account3
Deutsche Benutzeroberfläche
ProtokolleOpenVPN, TCP/UDP, SSTP, L2TP/IPsec, IKEv2, PPTP
ServerstandorteÜber 2.000 Server in 94 Ländern

Theoretisch könnt ihr auch auf Proxys oder Smart-DNS-Dienste zurückgreifen. Sie verschleiern ebenfalls euren Standort und ermöglichen so den Zugriff auf die Inhalte deutscher TV-Sender. Wir raten jedoch davon ab, da es im Vergleich zum VPN einen gravierenden Nachteil gibt: Eure Daten surfen unverschlüsselt durchs Netz, sind einseh- und manipulierbar.

Zwar habt ihr bei Smart-DNS-Services keine Geschwindigkeitseinbußen, doch die sind auch bei ExpressVPN sehr gering. Uns sind es unsere privaten Daten wert. Sicherheit, Datenschutz und Anonymität gehen vor.

Wie seht ihr das? Sagt es uns in den Kommentaren!

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1 Kommentar


Pierre K 2. Dezember 2019 um 09:20

„Wenn ihr nicht mit eurem Geld bezahlt, zahlt ihr meistens mit etwas anderem“. Sehr gut gesagt, das muss man immer wiederholen, bis jemand versteht, dass man immer bezahlen muss, um was vernünftiges zu kriegen. Ich raff es eigentlich nicht, wieso Menschen weigern die winzige 3 Euro pro Monat zu bezahlen, besonders wenn es gute Angebote gibt wie jetzt zum Black Friday/Cyber Monday. Guckt ihr mal auf NordVPN, dieser bietet einen VPN Dienst, sowie einen kostenlosen Dateiverschlüsselungsdienst für etwa 3 Euro pro Monat. Ist das wirklich so viel..? Für etwas, was mit Privatsphäre verbunden ist, muss man bereit sein sogar mehr zu bezahlen, meiner Meinung nach.

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