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von Alex

Zuletzt aktualisiert am: 17. March 2018

VPN, Prox oder Tor

VPN, Tor oder Proxy: Wie schützt ihr euch am besten?

Wer heutzutage ungeschützt und ungesichert im Internet surft, ist selbst Schuld. Immerhin lasst ihr beim Verlassen der Wohnung ja auch nicht die Tür sperrangelweit offen stehen und hängt ein Schild mit der Aufschrift “Tag der offenen Tür” daneben, oder? Im Gegenteil: Ihr zieht die Tür fest ins Schloss und dreht den Schlüssel um.

Nur in Sachen Internet verhält es sich oft anders: Ungesicherte WLAN-Netzwerke, unverschlüsselte Datenströme und nicht ausreichend geschützte Hotspots sind geradezu herzlichste Einladungen zu Datenklau, WLAN-Missbrauch und Co. Und genau deshalb braucht ihr eine Lösung: Um eure Daten zu sichern, eure Anonymität zu wahren und somit eure digitale Haustür zu verschließen.

Bleibt nur noch die Frage: Wie schützt ihr euch am besten?

Den Begriff “VPN” werdet ihr sicher schon einmal gehört oder sogar schon ausführlich kennengelernt haben. Falls nicht, solltet ihr unbedingt diesen Artikel lesen, bevor ihr euch mit den beiden Alternativen dazu beschäftigt.

Ganz gleich aber, wo ihr gerade steht – Fakt ist: Ihr müsst eure Daten in Sicherheit bringen und eure Anonymität wahren.

Und das ist auch vollkommen legitim: Seitdem Edward Snowden über die Abhörpraxis amerikanischer Geheimdienste berichtete, wird die Sicherung von digitaler Kommunikation mehr und mehr zu einem echten Bedürfnis im täglichen Leben.

Auch eine häufig auftretende Zensur in Ländern wie z.B. China kann zum Problem werden: Gesperrte Websites, nicht abrufbare Inhalte und überwachte Internetverbindungen sind nicht gerade das, was ihr euch für euren Web-Alltag wünscht, oder?

Doch selbstverständlich gibt es für diese Problematik bereits Lösungen. Genau genommen habt ihr sogar drei Möglichkeiten, Internet-Zensur zu umgehen und euch selbst zu anonymisieren: Durch eine VPN-Verbindung, ein Tor-Netzwerk oder einen Proxy-Server.

So weit, so gut. Aber: Was ist ein VPN, ein Tor-Netzwerk oder ein Proxy-Server überhaupt? Und welche dieser Technologien ist für euch am passendsten? Oder solltet ihr gar eine Kombination verwenden?

All diesen Fragen werden wir uns in diesem Artikel widmen und die für euch passendste Lösung finden.

Kurzüberblick: Was kennzeichnet VPN, Tor und Proxy?

VPN, Tor und Proxy sind Verschlüsselungstechnologien, die euch während des Surfens in jedem Fall anonymisieren und eure wahre Identität in Form eurer IP-Adresse verschleiern. Doch nicht jede der drei Varianten anonymisiert euch auf die gleiche oder bestmögliche Weise.

Bevor ihr also die für euch beste Methode herausfinden könnt, solltet ihr wissen, welche Technologie welche Vor- und Nachteile mit sich bringt.

Die VPN-Technologie

Ein guter und kompetenter VPN-Anbieter ermöglicht es euch, von jedem Ort der Welt aus anonym und sicher zu surfen. Bei einem solchen Dienst stehen daher Datensicherheit und Anonymität an erster Stelle. Welche VPN-Dienste hier in Frage kommen, erfahrt ihr in unserem großen VPN-Testbericht.

Die VPN-Technologie hebelt außerdem das Geo-Blocking aus, sodass ihr auch auf Inhalte zugreifen könnt, die in eurem Land eigentlich nicht verfügbar wären.

Sicherlich ein Nachteil von VPNs ist, dass es je nach Anbieter zu Geschwindigkeitseinbußen kommen kann. Das wirkt sich natürlich besonders auf das Streaming von Netflix & Co. aus, sodass bei einigen Anbietern eine längere Ladezeit anfällt.

Sucht ihr derweil nach einem VPN-Anbieter, der euch schnelles Streaming trotz VPN-Verbindung zusichert, werft einen Blick auf die besten Netflix-kompatiblen VPN-Dienste.

Insgesamt gilt VPN als die sicherste Methode, um eure Daten zu schützen und eure Anonymität zu bewahren.

Tor-Verbindung

Eine Tor-Verbindung verschlüsselt eure Internetverbindung ähnlich wie ein VPN, gilt aber als etwas unsicherer. Woran das liegt, sehen wir uns später im Detail an.

Das System selbst basiert auf einer Open-Source-Technologie und wurde bereits im Jahre 2002 zum ersten Mal veröffentlicht. Sinn und Zweck von Tor ist es, eure Verbindungsdaten im Web zu anonymisieren.

Um Tor nutzen zu können, ist ein extra Tor-Browser notwendig, den ihr euch kostenfrei im Web herunterladen könnt.

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Hier könnt ihr den Tor-Browser herunterladen

Aber Vorsicht: Tor soll zwar für eure Anonymität im Netz sorgen, kämpft aber gelegentlich wie VPN mit der ein oder anderen Verringerung eurer Internetgeschwindigkeit.

Proxy

Proxy ist die einfachste und schnellste Methode, um euch im Internet eine andere Identität zuzulegen. Somit kann Proxy wie Tor und VPN ebenfalls Geo-Blocking aufheben und euch gesperrte Inhalte zugänglich machen.

Allerdings bietet euch Proxy keinerlei Datensicherheit wie ein VPN-Dienst. Proxy verleiht euch lediglich eine andere IP-Adresse und leitet euch unter jener zu euren angesteuerten Websites weiter.

Ihr erhaltet daher quasi nur einen Deckmantel, sodass ihr für Dritte nicht anhand eurer IP-Adresse erkennbar seid. Euer Datenstrom ist aber weiterhin unverschlüsselt und nicht gesichert.

VPN, Tor und Proxy im Test

Nun habt ihr schon einen schnellen Überblick über die drei Technologien und womöglich schon eine leise Vorahnung, welche für euch am passendsten ist.

Damit ihr diese Entscheidung im Anschluss an diesen Artikel endgültig und sicher treffen könnt, tauchen wir an dieser Stelle tiefer in die Thematik ein.

Wir werden uns ansehen, wie welche Technologie funktioniert, ob und wie viel Geld ihr investieren müsst und wie gut letztlich welche Verbindung zu euren Absichten passt.

Die VPN-Technologie

Die VPN-Technologie gilt als sicherste Verbindung der drei Möglichkeiten. Hier wird eure Internetverbindung vollständig verschlüsselt und durch einen „VPN-Tunnel“ gesichert. Das heißt, eure Daten werden ausschließlich unter höchster Verschlüsselung weitergeleitet, sodass ihr euch darum keine Gedanken mehr machen müsst.

Natürlich hängt diese Sicherheit auch vom VPN-Anbieter ab, den ihr wählt. Damit ihr diesen Vorgang besser verstehen könnt, sehen wir uns einmal den genauen Ablauf an:

Um ein VPN nutzen zu können, benötigt ihr zuerst einmal einen VPN-Client. Diesen könnt ihr euch auf der Website eures VPN-Anbieters herunterladen. Anschließend loggt ihr euch ein und stellt eine Verbindung zu einem VPN-Server her. Diesen könnt ihr entweder selbst auswählen oder automatisch auswählen lassen.

Bei einer automatischen Auswahl gebt ihr zumeist an, welche Kriterien dieser Server erfüllen soll: Gutes Streaming, sicherste Verbindung oder die schnellste Verbindung sind häufige Auswahlmöglichkeiten.

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So sieht die Verbindung zu einem VPN-Server bei ExpressVPN aus

Seid ihr mit einem Server verbunden, werden nun einerseits all eure Daten online verschlüsselt und ihr erhaltet andererseits eine andere IP-Adresse. Diese IP-Adresse hängt von dem jeweiligen Server und seinem Standort ab.

Möchtet ihr beispielsweise Netflix nutzen, macht es durchaus Sinn, einen US-amerikanischen Server auszuwählen, damit ihr eine entsprechende IP-Adresse nutzen könnt.

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Den Streaming-Dienst Netflix könnt ihr mit einem VPN-Dienst und dem entsprechenden Server aufrufen

Somit seid ihr bei einer Verbindung mit einem VPN-Server sicher und euer Datenstrom ist für Provider und Datensammler unlesbar.

Durch eine gute VPN-Verbindung erhaltet ihr also nicht nur Zugriff auf sämtliche Web-Inhalte weltweit, sondern genießt obendrein noch absolute Anonymität – sofern ihr einen guten VPN-Anbieter ausgewählt habt, der nicht loggt.

Das heißt, dass euer VPN-Anbieter eure Daten während des Surfens nicht aufzeichnen sollte.

Entscheidet ihr euch für einen VPN-Dienst, solltet ihr euch aber bewusst darüber sein, dass gute VPN-Dienste in der Regel Geld kosten. Um den besten VPN-Dienst herauszufiltern, solltet ihr euch daher einmal den großen VPN-Test ansehen.

Möchtet ihr vorerst nur in einen Dienst hineinschnuppern oder kein Geld investieren, seht euch unseren Artikel zu den besten kostenfreien VPNs an.

Das Tor-Netzwerk

Das Tor-Netzwerk als solches bietet euch ebenfalls eine Anonymisierung eurer Identität sowie eine Verschlüsselung eurer Daten. Dazu benötigt ihr den kostenlosen Tor-Browser, über den ihr das Internet verwenden könnt.

Habt ihr euch die Software heruntergeladen, stellt ihr die Verbindung zum Tor-Netzwerk her. Das heißt, eure Daten werden nicht wie beim VPN durch einen gesicherten „Tunnel“ geschickt, sondern verschlüsselt über mindestens drei verschiedene Server geleitet.

Diese Route über mindestens drei Server wird zufällig erstellt und stetig verändert, sodass eine höhere Sicherheit gewährleistet wird. Somit soll das Tracking unmöglich gemacht werden.

Der gesamte Prozess funktionierte in meinem Test absolut reibungslos und problemfrei, wenngleich die Internetgeschwindigkeit um knappe 44 Prozent reduziert wurde.

Auch beim Tor-Netzwerk könnt ihr auf jegliche Inhalte zugreifen, die normalerweise einer Ländersperre unterliegen würden.

Seit seiner Veröffentlichung galt Tor übrigens als durchweg sicher, bis in den vergangenen Jahren einige FBI-Hacks offengelegt wurden.

Dennoch wurde die Technologie stetig weiterentwickelt, sodass mittlerweile auch mobile Versionen kostenfrei verfügbar sind. Dazu ladet ihr euch als iOS-Nutzer einfach den Onion-Browser auf euer iPhone oder wählt als Android-Anhänger die Softwares “Orbot” und “Orfox” aus. Die Orbot-App stellt dabei die Verbindung her, während ihr über den Browser Orfox gesichert surfen könnt.

Aber: Wie in meinem Test festgestellt, müsst ihr auch beim Tor-Netzwerk mit der ein oder anderen Verringerung eurer Geschwindigkeit rechnen.

Solltet ihr euch dennoch für die Tor-Technologie interessieren, könnt ihr hier die entsprechende Software herunterladen.

Die Proxy-Technologie

Proxy ist im Vergleich zu den andern beiden Alternativen die wohl unsicherste Methode in diesem Dreikampf. Zwar ermöglicht euch Proxy die Annahme einer anderen IP-Adresse und kann somit Ländersperren umgehen und euch jegliche Inhalte freischalten.

Allerdings bietet euch Proxy ansonsten keinerlei Sicherheit und Anonymität, die für euch von Bedeutung sein würde: Ein Proxy-Server, mit dem ihr euch verbindet ist quasi nichts weiter, als ein Mittelsmann, der eure Anfragen anonymisiert unter einer anderen IP-Adresse an die von euch angesteuerte Website weiterleitet.

Hier sendet ihr als Nutzer also eine Anfrage an einen Proxy-Server, der diese direkt an den Zielserver weiterleitet. Es findet keinerlei Verschlüsselung eurer Daten statt.

Daher ist Proxy in meinen Augen zwar nützlich, um die ein oder andere Länderkette zu umgehen. Allerdings eher unpraktisch, um eure Datensicherheit zu garantieren. Denn das ist hier unter keinen Umständen der Fall.

 VPNTorProxy
DatenverschlüsselungJaJaNein
Anonymisierung eurer IdentitätJaJaJa
GeschwindigkeitseinbußenTeilweise, je
nach Anbieter
Ja, auf jeden FallNein
Umgeht LändersperrenJaJaJa
Abrufen von Streaming und dynamischen Websites problemlos möglich?JaNein, zu langsamJa

Wie fällt eure Entscheidung aus?

Nachdem wir uns alle Verbindungen einmal genauer angesehen haben, seid ihr sicher in der Lage, euch für eine Technologie zu entscheiden.

Meine persönliche Empfehlung ist derweil klar die VPN-Verbindung, da das Gesamtpaket im Vergleich zu Tor und Proxy wesentlich stimmiger ist. Euch stehen je nach VPN-Anbieter individuelle Funktionen zum Schutz eurer Daten und Identität zur Verfügung, eure Daten sind durch einen geschützten VPN-Tunnel stets gesichert. Der aber wohl größte Vorteil ist die Geschwindigkeit, die beim VPN-Service das ein oder andere Mal zwar variieren kann, aber dennoch besser abschneidet als die Werte des Tor-Netzwerks.

Findet ihr einen kompetenten Anbieter, der zu euren Absichten und zu eurem Budget passt, steht einer Nutzung dieses Dienstes nichts mehr im Wege. Seid aber darauf bedacht, dass ein VPN auf lange Sicht Geld kostet. Kostenlose Dienste sind meist Testversionen oder durch Beschränkungen im Datenvolumen nicht brauchbar.

Natürlich könnt ihr auch zwei dieser Dienste kombinieren: Eine VPN-Verbindung und die Nutzung eines Tor-Netzwerks kann durchaus Sinn ergeben, wenn ihr die maximal mögliche Verschlüsselung eurer Daten anstrebt. Allerdings werdet ihr damit lediglich kleine statische Websites in gewohnter Geschwindigkeit aufrufen können, da zu viele Stationen durchlaufen werden müssen.

Alternativ könnt ihr aber zum Beispiel NordVPNs Double VPN oder das Multi-Hop Verfahren von Perfect Privacy ausprobieren. Diese Verbindung ähnelt einer Nutzung von Tor zu weiten Teilen sehr, da ihr euch über mehrere Server hintereinander verbindet.

Bei welchem Verfahren ist eure Anonymität garantiert?

Wirklich garantiert ist eure Anonymität bei einem kompetenten VPN-Dienst, der eure Daten während des Surfens nicht aufzeichnet und sichert. Hierzu seht ihr euch im besten Fall unseren Testsieger ExpressVPN an. Dieser kostet zwar eine gewisse monatliche Summe, wird euch aber auch bestmöglich schützen.

Eine Tor-Verbindung sichert euch grundsätzlich ab. Nach den erwähnten FBI-Hacks ist diese Anonymisierung aber nicht mehr zu einhundert Prozent gewährleistet.

Eine Verbindung über einen Proxy-Server hingegen sichert euch keinerlei Anonymität zu. Hier wird lediglich eure IP-Adresse verändert.

Und, für welches Verfahren entscheidet ihr euch? Hinterlasst eure Meinung unter diesem Artikel und berichtet von euren Erfahrungen sowie von eurer endgültigen Entscheidung!

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von Alex


1 Kommentar


Anonymous 11. August 2018 at 13:21

Stark!

Reply

Habt ihr Fragen oder Anregungen für diesen Artikel? Wir freuen uns von euch zu hören!

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