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CrashPlan Test

CrashPlan Test
Online-Backup mit kostenlosen Alternativen.

Tarife ab:

10,00 USD

pro Monat
Produktkategorie
Firmensitz und ServerstandortUSA
Deutsche Benutzeroberfläche
Kostenloser Cloud Speicher- GB
BezahloptionAb 10 US-Dollar/Monat (nur für Unternehmen)
BetriebssystemeMac, Windows und Linux
Mobiler ZugriffiOS, Android, Windows Phone
Synchronisieren
Selektives Synchronisieren
Dateien & Ordner teilen

Author

Sebastians Motto lautet: Kein Backup, kein Mitleid. Kein Wunder, dass er mit Begeisterung Cloud-Speicher testet. Sebastian

Achtung: Seit August 2017 gibt es CrashPlan nur noch für Unternehmen. Der hier beschriebene Service für Privatkunden ist leider nicht mehr verfügbar. Der Vollständigkeit halber veröffentlichen wir trotzdem unseren Testbericht, der zu diesem Zeitpunkt schon geschrieben war. Die beste Alternative zu Crashplan ist unserer Meinung nach Backblaze oder iDrive.

Bei CrashPlan dreht sich alles um die Datensicherung. Im Mittelpunkt des Dienstes steht eine kostenlose Software, die kontinuierlich und automatisch Backups ausgewählter Dateien und Ordner anfertigt. Dies kann auf dem Rechner eines Freundes, auf einer externen Festplatte oder in der Cloud passieren. Das Backup in der Cloud gibt es ab 5 Dollar im Monat, für die anderen zwei Varianten bietet CrashPlan die Software kostenlos an.

CrashPlan ist eine intelligente, leistungsstarke und günstige Lösung, um dem Verlust wichtiger Daten vorzubeugen. Eine Backup-Kombination aus einer externen Festplatte und der Cloud ist schnell eingerichtet und stellt euch zwei unabhängige Sicherungen eures gesamten Dateisystems zur Verfügung, die immer auf dem neuesten Stand sind. Zum Teilen von Dateien mit anderen und Synchronisieren auf mehreren Geräten ist CrashPlan nicht geeignet. Aber wenn ihr euch gegen Datenverlust absichern wollt, bietet euch der Service eine benutzerfreundliche Anwendung mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Hier findet ihr wie wir uns finanzieren Sonntagmorgen wird nicht von Herstellern finanziert. Wir kaufen alle Produkte selber und testen sie ausgiebig, um euch die bestmögliche Beratung zu garantieren. So sind wir unabhängig und müssen euch nicht ein Produkt empfehlen, nur weil uns ein Händler vielleicht dafür bezahlt.

Wenn ihr über einen unserer Links das Produkt eurer Wahl kauft, so bekommen wir eine kleine Provision vom jeweiligen Online-Shop. Das gute daran: Für euch kostet das Produkt genau das gleiche, aber wir können mit eurer Hilfe die besten Testberichte erstellen.


Overall Rating

79%

"Online-Backup mit kostenlosen Alternativen."

Benutzerfreundlichkeit
85%
Sehr gut
Funktionsumfang
85%
Sehr gut
Sicherheit
90%
Sehr gut
Geschwindigkeit
60%
Ausreichend
Support
60%
Ausreichend
Technik
95%
Exzellent

CrashPlan Cloud-Speicher Test und Vergleich 2018

Achtung: CrashPlan hat sich dazu entschieden, die Endnutzer-Variante seines Dienstes einzustellen. Dieser Testbericht bezieht sich hauptsächlich auf eben diese Version. Der Vollständigkeit halber haben wir uns aber dafür entschieden, den Test trotzdem zu veröffentlichen. Viele der unten genannten Features hat CrashPlan jetzt in seinen Geschäftstarif integriert, der ab 10,00 Euro pro Monat losgeht.

Das US-Unternehmen Code42, das hinter CrashPlan steht, gehört zu den Alteingesessenen auf dem Markt der Cloud-Speicher-Anbieter. CrashPlan gibt es bereits seit 2007. Bei dieser Art von Service ist ja das Alter nicht unwichtig, denn bei einem gut etablierten Unternehmen kann man eher davon ausgehen, dass es nicht morgen wieder verschwindet.

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10,00 USD pro Monat

Neben mehreren Niederlassungen in den USA besitzt CrashPlan eine in London und eine in München. Die Software ist auch auf Deutsch verfügbar.

CrashPlan konzentriert sich voll und ganz auf den Backup-Service. Der Unterschied zwischen Cloud-Speicher und Backup ist, dass ein Cloud-Speicher mehr zur Unterstützung der alltäglichen Arbeit dient und ein Backup mehr zur Datensicherung. Manche Anbieter verbinden beides, zum Beispiel iDrive und SpiderOak. Welche weiteren Anbieter so einen Service bieten, erfahrt ihr in unserem großen Cloud-Speicher Test und Vergleich 2018

Bekannte Cloud-Speicher-Anbieter sind Dropbox, Google Drive und OneDrive (Microsoft). Hier geht es vor allem darum, in einem speziellen Verzeichnis Dateien abzulegen, die dann zum Anbieter in die Cloud hochgeladen werden und auf anderen Geräten wieder heruntergeladen werden, auf denen ihr die Software des Anbieters installiert und euch mit eurem Account einloggt. Hier findet ihr unsere Berichte:

Ändert ihr eine Datei in diesem Verzeichnis, ändert sie sich sofort auch in der Cloud und auf den anderen Geräten, sobald sie das nächste Mal verbunden sind. Das nennt sich Synchronisierung.

Der große Vorteil ist, dass ihr so von verschiedenen Geräten und Arbeitsplätzen aus an denselben Dateien arbeiten könnt, ohne euch um die Übertragung der Dateien kümmern zu müssen und den Überblick darüber zu verlieren, welche Datei aktuell ist. Nebenbei können die Dateien im Cloud-Speicher als Sicherungskopien dienen, falls euer Rechner kaputtgeht.

Wenn es euch aber nur darum geht, für möglichst alle Dateien auf einem Rechner eine Sicherungskopie zu haben, ist ein Backup-Dienst wie CrashPlan das Mittel der Wahl. Hier gibt es kein spezielles Cloud-Verzeichnis. Stattdessen fertigt der Service im Hintergrund Backup-Kopien der Ordner und Dateien an, wie sie auf eurem Rechner liegen.

Bei der täglichen Arbeit müsst ihr euch darum überhaupt nicht kümmern. Wenn ihr versehentlich eine wichtige Datei löscht, euren Rechner verliert oder einen Hardware-Schaden erleidet, könnt ihr alle Inhalte aus dem Backup auf einem anderen Gerät wiederherstellen.

Während Cloud-Speicher wie Dropbox meist die Speicherung kleinerer Datenmengen gratis anbieten, wäre das bei einem Online-Backup wenig sinnvoll, denn die eigentliche Idee ist, die Inhalte ganzer Rechner zu sichern. Da geht es naturgemäß um größere Datenmengen.

Deshalb schließt auch bei CrashPlan der Gratis-Account kein Cloud-Backup ein. Das günstigste Paket für Privatnutzer (“Individual”), das im Jahresabo 5 Dollar pro Monat kostet, enthält dagegen schon unbegrenzten Cloud-Speicherplatz. Ihr könnt den Cloud-Speicher kostenlos für 30 Tage testen.

Die Software von CrashPlan ist grundsätzlich kostenlos und hilft auch bei der Erstellung und Pflege von Backups auf externen Festplatten oder Rechnern von Freunden. Das sind zwei interessante Features, die ihr dauerhaft kostenlos nutzen könnt.

Natürlich könnt ihr eure Dateien auch manuell auf eine externe Festplatte oder einen USB-Stick kopieren, aber langfristig ist das sehr lästig und frisst unnötig Zeit. Als Backup-Software übernimmt CrashPlan diese Aufgabe automatisch und unauffällig im Hintergrund. Bei kostenloser Nutzung aktualisiert CrashPlan das Backup allerdings nur ein Mal täglich. Für zahlende Kunden geschieht das kontinuierlich in Echtzeit.

Die Speicherung eurer Daten bei persönlichen “Backup Buddys” ist eine originelle Idee. Die CrashPlan-Software enthält einen sechsstelligen individuellen Code, den ihr einem Freund geben könnt, um ihm Speicherplatz auf eurem Rechner zugänglich zu machen. Das gleiche geht auch gegenseitig.

So enthält jeder auf dem Rechner des anderen kostenlos Speicherplatz für sein Backup. Besser als nichts, da es ja unwahrscheinlich ist, dass beide Rechner gleichzeitig kaputtgehen oder geklaut werden. Natürlich kann die Software so ein Backup aber immer nur dann aktualisieren, wenn beide Rechner mit dem Netz verbunden sind.

Es ist aber nicht so, als ob ihr dem Freund eure Tagebücher anvertrauen würdet, denn das Backup des jeweils anderen ist verschlüsselt. Ihr seht das Verzeichnis, aber die Inhalte sind in einem eigenen Archivformat von CrashPlan gespeichert und nicht lesbar.

Für Privatnutzer gibt es neben dem Paket “Individual” noch “Family”. Das ist im Prinzip das gleiche, aber erweitert auf unbegrenzten Backup-Speicherplatz in der Cloud für 2 bis 10 Rechner. “Individual” ist auf einen Rechner begrenzt. Der Preis von 12,50 Dollar im Monat (Jahresabo) kann der deutlich günstigere sein, wenn ihr euch mit anderen zusammentut.

Einrichtung

Der erste Schritt ist die Installation der Software. Für den Gratis-Account mit 30 Tagen Cloud-Speicher-Test ist die Software direkt im Shop verlinkt. Solltet ihr gleich ein Abo abschließen, bekommt ihr sie nach dem Bezahlen. Die Software ist im Download kräftige 109 Megabyte groß.

Die Installation ging reibungslos und die Benutzerführung war komplett in deutscher Sprache. Wenn ihr die Software dann startet, müsst ihr nur noch mit einem Namen und einer E-Mail-Adresse einen Account erstellen.

Crashplan Konto erstellen

Konto-Erstellung direkt in der Software

Anschließend beginnt die Software sofort mit dem Backup. Ausgewählt war mein komplettes Windows-Nutzerverzeichnis. Für den Upload meiner 63,5 Gigabyte Dokumente, Videos, Bilder und Musik schätzte die Software 2,8 Tage.

Crashplan Datensicherung

Eine Datensicherung läuft

Ich wollte aber zum Testen nicht meinen gesamten Rechnerinhalt hochladen, sondern nur meinen 5-Gigabyte-Testordner mit ein paar hundert PDF-, Word- und mp3-Dateien sowie einigen großen Videos mit bis zu 1 Gigabyte Größe.

Über den “Ändern”-Button könnt ihr eine beliebige Zusammenstellung von Ordnern und Dateien fürs Backup auswählen. Auch ein Backup der kompletten lokalen Festplatte ist möglich.

Crashplan Dateiauswahl

Verzeichnisbaum für die Zusammenstellung des Backups

Ich meinen Testordner aus und entfernte alle anderen Häkchen. Daraufhin erschien eine Warnung, dass ich die Sicherung der abgewählten Dateien verliere, wenn ich sie aus dem Backup entferne.

Crashplan Warnung

Crashplan warnt mich vor einem Dateiverlust

Der Screenshot mit der angefangenen Sicherung meines Nutzerverzeichnisses oben zeigt die anderen Speicherorte, die sich einrichten lassen:

  • Freund: Durch Eingabe des sechsstelligen CrashPlan-Sicherheitsschlüssels eines Freundes könnt ihr dessen Festplatte als Ort des Backups auswählen.
  • Anderer Computer: Hier könnt ihr andere Computer auswählen, die mit eurem durch ein Netzwerk verbunden sind. Dazu müsst ihr CrashPlan auf den Backup-Rechnern installieren.
  • Ordner: Ein beliebiger Ordner in eurem Dateisystem. Sinnvollerweise sollte das ein externes Gerät oder zumindest eine zweite Festplatte sein.

Mit “Frei!” ist übrigens kostenlos gemeint. Ja, die Übersetzung ist nicht perfekt, aber alles in allem brauchbar. Die Website selbst ist leider nicht auf Deutsch verfügbar.

Unter “Einstellung” gibt es einige weitere Möglichkeiten, die Software auf eure Bedürfnisse abzustimmen. Zum Beispiel könnt ihr begrenzen, wie viel Prozessorleistung die Anwendung in Anspruch nehmen darf, so dass sie nicht zu viele System-Ressourcen blockiert. Außerdem könnt ihr die Frequenz einstellen, in der Backups angefertigt werden, und ein Limit für die Datenrate bei Up- und Downloads einstellen.

Benutzeroberfläche

Standardmäßig startet die CrashPlan-Software automatisch beim Hochfahren des Computers. Ein kleines Haus-Icon in der Systemleiste zeigt dies an. Ein Rechtsklick darauf öffnet ein Kontextmenü.

Crashplan System Tray

Das kleine CrashPlan-Menü

“Show application” öffnet die Benutzeroberfläche der Software, die wir oben schon gesehen haben. Die muss natürlich nicht offen sein, damit das Backup funktioniert. Ihr braucht sie eigentlich nur für Änderungen an euren Einstellungen oder zum Wiederherstellen von Dateien.

“CrashPlan Central” ist eine schicke Bezeichnung für den Cloud-Speicher des CrashPlan-Accounts. Leider passierte bei mir gar nichts, wenn ich diese Option im Menü anklickte. Einloggen über die Website geht natürlich auch, obwohl es schon einfacher wäre, wenn sich die Web-Ansicht meines Accounts aus dem Menü heraus öffnen ließe. So kenne ich es auch von anderen Cloud-Anbietern.

Mit “Sleep” könnt ihr die Anwendung für bis zu zwei Tage ruhen lassen. In dieser Zeit werden dann keine Backups erstellt oder aktualisiert.

Mit “Exit” könnt ihr das kleine Icon abschalten. Ich habe allerdings nicht verstanden, welche Folgen das genau hat.

Innerhalb der Software (siehe Screenshot ganz oben) heißt es ja, dass eine installierte “Datensicherungsmaschine” im Hintergrund auch dann Backups durchführe, wenn die “Arbeitsplatz-Anwendung” nicht geöffnet sei.

Aber anscheinend ist diese Hintergrund-Maschine auch nicht mit dem kleinen Icon identisch. Um das nämlich herauszufinden, habe ich einmal die Software geschlossen, im Icon “Exit” gewählt, so dass es verschwand, und später nachgeschaut, ob in dieser Zeit der Upload weiterlief. Das war der Fall.

Anscheinend ist das Icon also nur für die Funktionen im Kontextmenü. Außerdem bekommt ihr eine kleine Statusübersicht, wenn ihr mit der Maus darauf zeigt.

Crashplan Status

Status zeigt laufendes Backup

Das ist auf jeden Fall etwas missverständlich gelöst. Intuitiv würde ich erwarten, dass die Software nicht mehr aktiv ist, wenn ich sie über “Exit” schließe. Dass im Hintergrund trotzdem noch Gigabytes von Daten übertragen werden, ist gut zu wissen.

Die Benutzeroberfläche der lokalen Software habe ich schon kurz vorgestellt. Sie ist alles in allem übersichtlich und gut strukturiert. Für die Erstellung von Backups genügt der eingangs gezeigte erste Menüpunkt “Datensicherung”, wo ihr die zu sichernden Daten und die Speicherorte einstellen könnt.

Im Detail wird es manchmal etwas kompliziert, wenn man alle Funktionen verstehen will. Dabei macht sich auch bemerkbar, dass die Übersetzung nicht immer punktgenau ist.

Zum Beispiel finde ich diesen unteren Abschnitt der Übersichtsseite in der Software nicht selbsterklärend:

Crashplan Quellen

Manches erklärt sich nicht auf Anhieb

Okay, das mit dem Schlüssel ist soweit klar, wenn man von der Peer-to-Peer-Funktion (Backup beim Freund) weiß. Aber warum ist der Schlüssel ein Link? Dahinter verbergen sich wiederum Einstellungen, die nicht selbsterklärend sind:

Crashplan Einstellungen P2P

Diverse P2P-Einstellungen

Was ist eine Wartung in diesem Zusammenhang? Was ist eine Bind-Adresse / ein Port “zum Lauschen”?

Zurück zur Übersicht: Was bedeutet “Ein Sicherungsarchiv anhängen”? Was bedeutet “Eine eingehende Datensicherung deaktivieren”? Als ich auf gut Glück auf “deaktivieren” geklickt habe, ist dieser gesamte untere Teil der Übersicht verschwunden. Das war alles.

Um die Antworten herausfinden, musste ich etwas suchen und tüfteln. Schön wären hier kleine Erläuterungen zu den einzelnen Optionen, vielleicht in einem Tooltip-Fenster. Im Prinzip ist alles relativ schnell erklärt, und es würde die Sache vereinfachen.

Die Hilfeseiten von CrashPlan im Netz sind nicht schlecht, aber eben nur auf Englisch verfügbar, und auch wenn ihr gut Englisch könnt, wisst ihr auf Anhieb nicht unbedingt, wie die betreffenden Funktionen auf Englisch heißen.

Um es noch kurz aufzulösen: “Ein Sicherungsarchiv anhängen” dient dazu, das Backup eines Freundes auf dem eigenen Rechner mit der Software zu verbinden. Das kann beispielsweise relevant sein, wenn ihr einen neuen Rechner einrichtet und das Backup mitnehmen wollt.

“Eine eingehende Datensicherung deaktivieren” bedeutet, die Verbindung zum Backup-Freund zu kappen, so dass von ihm keine Daten mehr übertragen und gespeichert werden. So richtig sinnvoll ist es nicht, dass durch einen Klick hier der ganze Anzeigebereich verschwand, denn ich hatte ja auch vorher keinen Backup-Buddy verbunden. Zuerst hielt ich das für einen Bug. Nach einem bisschen Suchen fand ich dann heraus, wie ich die Optionen wieder angezeigt bekomme, nämlich indem ich hier auf “aktivieren” klicke:

Crashplan Einstellungen eingehend

Auf der Suche nach den verlorenen Einstellungen

Unterm Strich: Das bloße Anlegen von Backups ist einfach, aber wenn ihr etwas genauer konfigurieren – oder einfach die Anwendung komplett verstehen – wollt, wird es fummelig. Etwas mehr Hilfestellung wäre da schön gewesen.

Aber gleichzeitig muss man ja auch sagen, dass ein breites Angebot an Features und Einstellungsmöglichkeiten ein Plus ist. Dadurch wird es eben auch komplizierter. Alles in allem finde ich die Balance zwischen Komfort und Einstellungsoptionen gelungen.

Das Web-Interface ist sparsam gestaltet, da ihr normalerweise alle Arbeitsschritte über die Software erledigt. Funktionen zum Hochladen oder Teilen von Dateien gibt es nicht. In der Übersicht erscheint nur ein Gesamt-Backup pro Rechner, kein Verzeichnisbaum zur Ansicht der einzelnen Dateien.

Im Notfall könnt ihr über die “Restore”-Funktion ein Zip-Archiv eures Gesamt-Backups oder ausgewählter Teile davon als Zip-Archiv herunterladen. Mehr zur Wiederherstellungsfunktion findet Ihr weiter unten.

Daten speichern

CrashPlan macht es einfach, die gesamten Inhalte einer Festplatte als Backup zu speichern. Dazu besteht aber kein Zwang – ihr könnt eine beliebige Auswahl von Verzeichnissen und Dateien fürs Backup zusammenstellen. Es gibt keine Begrenzungen bei der Gesamtdatenmenge, der Dateigröße oder den Dateitypen.

Wenn ihr alle Verzeichnisse, mit denen ihr arbeitet, in CrashPlan erfasst habt, müsst ihr euch über die Speicherung neuer oder geänderter Dateien keine Gedanken machen. Sie werden dem Backup automatisch bei der nächsten Aktualisierung hinzugefügt. Bei zahlenden Kunden geschieht das in Echtzeit, also sofort, bei Gratis-Accounts einmal täglich.

Das Backup könnt ihr über die Software wiederherstellen oder über die Website als Zip-Archiv herunterladen. Das gilt auch für einzelne gelöschte Dateien oder frühere Dateiversionen.

Die Möglichkeit, den Rechner eines Freundes als Ort eines Backups zu verwenden, ist originell und sinnvoll, auch wenn es für viele wahrscheinlich zu großen Koordinierungsaufwand bedeutet.

Eure Daten auf einer externen Festplatte zu sichern, ist aber das Mindeste, was ihr machen solltet. Und dabei ist CrashPlan eine große Hilfe, die nichts kostet. Ihr müsst euch nicht mehr um das Backup kümmern und bekommt zusätzlich eine automatische Speicherung früherer Dateiversionen. Das ist in jedem Fall zu empfehlen.

Daten synchronisieren und teilen

Da es sich um einen reinen Backup-Dienst handelt, ist Synchronisieren und Teilen bei CrashPlan nicht vorgesehen. Auch die Peer-to-Peer-Verknüpfung eignet sich nicht zur Zusammenarbeit, weil die Daten beim jeweils anderen nur als verschlüsseltes Archiv vorliegen.

Natürlich könnt ihr eure Daten auf einen anderen Rechner übertragen, aber nur im Fall eines Umzugs, also wenn ihr dauerhaft einen neuen Computer benutzen wollt. Ihr könnt dann euer Backup auf diesem wiederherstellen und nahtlos mit den Daten weiterarbeiten.

Zum Synchronisieren von Daten auf mehreren Geräten ist CrashPlan aber nicht gedacht. Dafür gibt es Cloud-Speicher wie Dropbox, Sync oder pCloud. Informiert euch gerne in unseren ausführlichen Berichten:

Daten wiederherstellen

Die Wiederherstellung früherer Dateiversionen ist über die lokale Software und über das Web-Interface von CrashPlan möglich. Auf beiden Wegen ist der Vorgang sehr einfach.

In der Software findet ihr unter dem Menüpunkt “Wiederherstellung” euer gesamtes Backup als Verzeichnisbaum. Dort könnt ihr euch zu der Datei vorarbeiten, deren frühere Versionen euch interessieren, und die Versionsgeschichte einfach ausklappen wie Dateien innerhalb eines Ordners.

Crashplan Restore

Die Anzeige früherer Dateiversionen

Zur Wiederherstellung könnt ihr noch ein paar Einstellungen vornehmen, zum Beispiel wo die Datei gespeichert werden soll und ob andere Dateien mit demselben Namen überschrieben oder umbenannt werden.

Im Web-Interface ist es im Grunde dasselbe, nur dass ihr dort die ausgewählte Dateiversion als Zip-Archiv herunterladet. Zu beachten ist, dass ihr nach dem Einloggen auf die relativ kleine Schaltfläche “Restore” klicken müsst, um überhaupt zum Verzeichnisbaum zu gelangen. Der Name eures Backups ist zwar klickbar, führt aber nicht zu einer Dateiansicht.

Crashplan Web Restore

Backup-Dateien im Browser

Eine weitere Zugriffsmöglichkeit eröffnet hier das Kalender-Widget.

Crashplan Calendar

Kalender zur Auswahl von früheren Speicherständen

Damit könnt ihr eine komplette Ansicht eures Backups an einem beliebigen Punkt in der Vergangenheit aufrufen und auf die seinerzeit aktuellen Versionen eurer Dateien zugreifen.

Für die Wiederherstellung hätte ich mir eine Vorschaufunktion gewünscht. In der Praxis erkenne ich eher am Datei-Inhalt als an Datum und Uhrzeit, welche Version ich brauche. Leider kann man immer nur eine Version zur Wiederherstellung auswählen. Wenn man sich die dann angeschaut hat und es noch mit einer anderen versuchen will, muss man sich von vorne durch den Verzeichnisbaum klicken. Wollt ihr viele Versionen durchsuchen, ist das nicht sehr praktisch.

Davon abgesehen ist es natürlich viel wert, dass CrashPlan unbegrenzt Dateiversionen speichert. Das gilt auch für gelöschte Dateien. Im Fall meiner Beispieldatei sieht das so aus:

Crashplan Deleted

Frühere Versionen einer gelöschten Datei

Um sie zu sehen, müsst ihr durch das Häkchen unten rechts gelöschte Dateien einblenden lassen. Dann ist die Datei mit allen Vorgängerversionen wieder da. Im Web-Interface funktioniert das genauso.

Dateien und Ordner verschwinden nur dann aus dem Backup, wenn ihr sie mit der CrashPlan-Software aus der Auswahl von Dateien und Ordnern entfernt, die zu eurem Backup gehören sollen. Dann verschwinden sie auch rückwirkend, also mitsamt Versionsgeschichte.

Die Wiederherstellung eines kompletten Backups, zum Beispiel beim Umzug auf einen neuen Rechner, funktioniert im Prinzip genauso. Zusätzlich solltet ihr den neuen Computer dann noch “adoptieren”. Dadurch registriert CrashPlan, dass das bestehende Backup auf einem neuen Computer weitergeführt wird.

Ihr könnt also nicht nur alle gesicherten Dateien auf dem neuen Computer wiederherstellen, sondern auch deren frühere Versionen – bis zu dem Zeitpunkt, an dem ihr das Backup erstmals angelegt habt.

Mobil

CrashPlan bietet eine App für den mobilen Zugriff auf eure Dateien von Android- und Windows-Smartphones sowie iPhone und iPad. Ich habe mir die App auf meinem Android-Gerät angesehen. Sie ist eher minimalistisch, aber damit auch übersichtlich, und arbeitete bei mir flott und problemlos.

Auf dem Startbildschirm könnt ihr über den Computernamen ein Backup auswählen, falls ihr mehrere Rechner über CrashPlan sichert. Wenn ihr das getan habt, seht ihr eure Ordner und Dateien.

Durch Antippen eines Ordners wechselt die Ansicht in dessen Inhalt, durch Antippen einer Datei wird ein Download aufs Mobilgerät gestartet. Während des Downloads erscheint neben dem Dateinamen ein kleiner Fortschrittsbalken. Wenn die Datei vollständig heruntergeladen ist, zeigt die App das mit einem Häkchen an.

Crashplan Mobile View

Die Ordner-Anzeige in der App

Image

Über das Menü könnt ihr außerdem eine Ansicht aller bereits heruntergeladenen Dateien aufrufen.

Durch längeres Antippen einer heruntergeladenen Datei bekommt ihr die Möglichkeit, sie zu öffnen, zu teilen und Detail-Informationen anzuzeigen. “Teilen” heißt in diesem Fall Versenden mit WhatsApp, E-Mail oder anderen Apps, die ihr installiert habt.

Mit der App geht CrashPlan also doch ein Stück über die bloße Datensicherung hinaus. Hier geht es ja mehr um den Vorteil des mobilen Zugriffs. Der ist aber durchaus praktisch. Bei einem vollständigen Backup gibt euch die App Zugriff auf den gesamten Inhalt eures Rechners von unterwegs.

Ich finde die App klar strukturiert, leicht zu verstehen und erfreulich schnell. Ein klarer Pluspunkt.

Sicherheit

CrashPlan überträgt und speichert die zu sichernden Daten verschlüsselt. Die Pakete für Privatnutzer verwenden eine Blowfish-Verschlüsselung mit 448 Bit. In der Standardeinstellung ist der Schlüssel auf dem CrashPlan-Server gespeichert. Theoretisch könnte jemand, der dort in das System eindringt, damit euer Backup entschlüsseln.

Die Sicherheitseinstellungen in der Software erlauben darüber hinaus, den Schlüssel mit einem zusätzlichen Passwort zu schützen oder einen benutzerdefinierten Schlüssel zu verwenden. Letzteres wäre eine sogenannte Zero-Knowledge-Architektur, in der auch der Anbieter die Daten nicht entschlüsseln könnte. Wie immer ist dabei der Nachteil, dass sich die Daten nicht wiederherstellen lassen, wenn der Schlüssel verloren gehen sollte.

Für Firmenkunden bietet CrashPlan eine höherwertige AES-256-Verschlüsselung. Was die physische Speicherung der Daten betrifft, verspricht CrashPlan eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung der Datenzentren und technische Vorkehrungen gegen Stromausfall und Brände.

Die Angabe, die Datenzentren seien “in den USA und in aller Welt” untergebracht, ist nicht sehr präzise. Da sich der Hauptsitz des Unternehmens in den USA befindet, könnte es passieren, dass die US-Behörden legal Zugriff auf die Cloud-Daten von CrashPlan-Nutzern bekommen.

Davon abgesehen sind die Informationen zufriedenstellend, die CrashPlan zur Datensicherheit bietet. In diesem Punkt ist außerdem das bereits zehnjährige Bestehen des Unternehmens ein Plus.

Geschwindigkeit

Zum Testen der Geschwindigkeit habe ich einen 5 Gigabyte großen Ordner mit verschiedenen Dateitypen benutzt: Fünf große Videodateien mit zusammen gut 2 Gigabyte, mp3-Songs im Umfang von 2,5 Gigabyte und mehr als 1000 kleine Text- und Grafik-Dateien.

Um diesen Ordner komplett in der Cloud zu sichern, hat CrashPlan knapp 1,5 Stunden gebraucht. Das entspricht etwas weniger als einem Megabyte pro Sekunde, einschließlich Scannen des Verzeichnisses und Verschlüsselung der Daten.

Das ist ziemlich schnell. Es ist gut möglich, dass es von CrashPlan aus noch schneller gegangen wäre, denn meine Bandbreite schafft im Upstream gar nicht viel mehr als 1 MB pro Sekunde.

Die Wiederherstellung der Daten auf meiner lokalen Festplatte dauerte knapp 2 Stunden. Dass der Download in diesem Fall länger dauerte als der Upload, ist ungewöhnlich, kann aber vorkommen, weil die Geschwindigkeiten immer schwanken.

Befriedigend ist das aber nicht. Ich versuchte es noch einmal mit einem anderen Testordner ähnlicher Größe und Zusammensetzung. Download und Wiederherstellung dauerten diesmal 45 Minuten. Okay, damit lässt sich leben.

Zuverlässigkeit

Dieser Abschnitt bietet üblicherweise Platz für Probleme mit den Cloud- und Backup-Diensten, die ich teste. Manchmal klingt in der Theorie alles sehr gut, aber in der Praxis treten merkwürdige Probleme auf, die Synchronisierung hakt, Uploads und Downloads laufen zu langsam oder Ähnliches.

Bei CrashPlan habe ich aber keine solchen Probleme zu melden. Alles lief, wie es soll.

Support

Da ich wirklich keinerlei technische Probleme oder auch nur Fragen hatte, die ich mir nicht selbst hätte beantworten können, hatte ich keinen Test für den CrashPlan-Support in petto. Doch der Service bietet eine umfangreiche Knowledgebase (wie gesagt, für des Englischen Kundige) und diverse Kontaktmöglichkeiten einschließlich Telefon, Live-Chat und Ticketsystem.

Die Telefon- und Chat-Zeiten konzentrieren sich auf US-amerikanische Geschäftszeiten. Das heißt, dass man aus Europa erst nachmittags jemanden erreicht. Die ausführlichen Kontaktinfos inklusive Angaben über die interne Priorisierung der Anfragen sind aber vorbildlich. Dieses Maß an Transparenz und Serviceorientierung ist eher die Ausnahme als die Regel.

Fazit

Mit der Software warm zu werden braucht etwas Zeit. Viele Features sind nicht selbsterklärend und Anleitungen nicht unmittelbar zur Hand. Ihr müsst sie euch online selbst heraussuchen.

VORTEILE

  • Unbegrenzter Backup-Speicherplatz
  • Unbegrenzt Dateiversionen wiederherstellen
  • Gut für Rechner-Umzug geeignet
  • Kostenloses P2P-Backup
  • Kostenloses lokales Backup
  • Optionale Zero-Knowledge-Sicherheit
  • Mobiler Zugriff per App

NACHTEILE

  • Teilweise schwer zu verstehen
  • Hilfeseiten nur auf Englisch
  • Nur Backup (keine Synchronisierung oder Zusammenarbeit)
  • USA (ggf. Zugriff für Geheimdienst)

Die FAQ sind gut ausgebaut und ich habe per Stichwortsuche meist schnell die Antworten gefunden, die ich brauchte. Es würde aber einfacher gehen, indem man kurze Erläuterungen in die Software einbauen würde. Außerdem solltet ihr gut Englisch verstehen.

Wenn das kein Problem ist und ihr eine möglichst umfassende und bequeme Datensicherung sucht, könnt ihr CrashPlan durchaus in die innere Auswahl nehmen. 5 Dollar im Monat sind für unbegrenzten Speicherplatz mit ebenfalls unbegrenzter Wiederherstellung früherer Dateiversionen nicht viel. Ihr könnt euer Backup auf neuen Rechnern immer wieder weiterführen und so ziemlich sicher sein, nie wichtige Daten zu verlieren.

Sehr schön finde ich die Option, ein Backup auf einer externen Festplatte erstellen zu lassen. Das ist völlig kostenlos. Wenn ihr diese Möglichkeit mit dem Online-Backup kombiniert, habt ihr zwei unabhängige Backups eures gesamten Dateisystems. Dass beide Mechanismen gleichzeitig versagen, ist äußerst unwahrscheinlich. Mobiler Zugriff auf eure Daten per App ist inbegriffen. Für einen Fünfer im Monat ist das ein guter Deal.

Provider Screenshot

CrashPlan Alternativen


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