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Web.de Online-Speicher Test

Einfacher Cloud-Speicher aus Deutschland

Tarife ab:

1,99 €

pro Monat

Kostenfreier Tarif verfügbar 10 GB

Produktkategorie
Firmensitz und ServerstandortDeutschland
Deutsche Benutzeroberfläche
Kostenloser Cloud Speicher10 GB
BezahloptionAb 1,99 Euro/Monat für 20 GB
BetriebssystemeWindows
Mobiler ZugriffiOS, Android
Synchronisieren
Selektives Synchronisieren
Dateien & Ordner teilen

Author

Sebastians Motto lautet: kein Backup, kein Mitleid. Kein Wunder, dass er mit Begeisterung Cloud Speicher testet. Sebastian

Web.de gehört zu den Dinosauriern im deutschsprachigen Internet und ist vor allem für seinen E-Mail-Dienst bekannt. Zur breiten Servicepalette des Anbieters gehört auch ein Cloud-Speicher. Das ist nett für alle, die bereits eine Web.de-Mailadresse benutzen, denn ihnen stehen automatisch 2 Gigabyte Speicherplatz zum Ablegen, Synchronisieren und Teilen von Dateien zur Verfügung. Wer die Windows-Software und eine mobile App installiert, vergrößert seinen kostenlosen Speicherplatz auf 10 Gigabyte.

Charmant ist bei Web.de die Einfachheit und Übersichtlichkeit des Dienstes. Darin erinnert er an Magenta Cloud von der Telekom. Alles ist schnell zu verstehen und leicht zu bedienen. Allerdings geht es mit der Vereinfachung teilweise zu weit, wenn nämlich Funktionen fehlen, die bewährt sind und seit Dropbox zum Standard gehören. So bietet Web.de keine Wiederherstellung früherer Dateiversionen und keine Kooperation an gemeinsamen Ordnern.

Aber bei 10 Gigabyte kostenlos soll man nicht meckern, zumal offensichtlich ist, dass sich Web.de eher an Laien als an Profis richtet. Wer einfach ein paar Daten speichern und synchronisieren will, keine hohen Ansprüche an den Funktionsumfang hat und eine einfache Bedienung ohne steile Lernkurve zu schätzen weiß, kann sich den Online-Speicher von Web.de auf jeden Fall mal ansehen.

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Overall Rating

81%

"Einfacher Cloud-Speicher aus Deutschland"

Benutzerfreundlichkeit
90%
ausgezeichnet
Funktionsumfang
70%
gut
Sicherheit
80%
sehr gut
Geschwindigkeit
90%
sehr gut
Technik
85%
sehr gut
Support
70%
gut

Web.de Cloud-Speicher Test und Vergleich 2017

Provider Logo

Neben E-Mail, Homepage-Baukasten, Musikstreaming und vielem mehr findet sich in dem großen Gemischtwarenladen von Web.de auch ein Cloud-Speicher, der dort generisch Online-Speicher heißt. Nachdem ich mich im Magenta Cloud Test bereits ausführlich mit dem Cloud-Speicher der Telekom beschäftigt habe, wollte ich mir auch diese Cloud-Lösung aus Deutschland näher ansehen.

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1,99 € pro Monat

Web.de Online Speicher Kosten

Ganz ähnlich wie Dropbox lockt Web.de mit 2 Gigabyte kostenlosem Speicherplatz, der sich durch bestimmte Aktionen noch aufstocken lässt. Beim Registrierungsvorgang erfuhr ich, dass ich zusätzliche 4 Gigabyte erhalte, wenn ich die Software zum Online-Speicher auf meinem Windows-Rechner installiere. Zum Vergleich: Hier kommt ihr zu unserem Dropbox Test.

Wenn man Menschen einen Cloud-Speicher nahebringen will, die von so etwas bisher noch nicht gehört haben, macht es wahrscheinlich Sinn, so einen Anreiz zu geben (und das Ganze “Online-Speicher” zu nennen). Aber wir alten Dropbox-Veteranen wissen natürlich, dass eine Synchronisierungssoftware dazugehört, weshalb ich sowieso vorhatte, sie zu installieren.

Dementsprechend nehme ich die 4 Gigabyte gerne mit. Damit bin ich dann bei 6 Gigabyte, was schon etwas weniger geizig klingt als 2. Für die Installation der Android-App bekam ich dann noch einmal 4 Gigabyte dazu. Somit lag der Online-Speicher von Web.de gleichauf mit Magenta Cloud von der Telekom, wo es ebenfalls 10 Gigabyte kostenlos gibt.

Wenn ihr euch umfassend über die wichtigsten und interessantesten Anbieter auf dem Markt informieren wollt, empfehle ich unseren Artikel Die besten Cloud-Speicher: Test und Vergleich 2017.

Einrichtung

Der Online-Speicher ist Teil eines normalen Web.de-Accounts. Wer sich dafür interessiert, muss also nicht gezielt eine bestimmte Produktseite bei Web.de heraussuchen. Das einfachste ist, auf der Startseite den Tab “FreeMail” aufzurufen und dort auf “kostenlos registrieren!” zu klicken.

Dabei ist es unumgänglich, eine E-Mail-Adresse bei Web.de anzulegen. Diese dient als Account- bzw. Nutzername, mit dem ihr euch einloggt.

Anders als bei allen anderen mir bekannten Cloud-Speicher-Diensten müsst ihr hier also keine E-Mail-Adresse mitbringen. Dafür verlangt Web.de jedoch die Angabe einer vollständigen Postanschrift.

Nach erfolgreicher Einrichtung des Accounts legt Web.de euch noch eine Clubmitgliedschaft und einige Partnerangebote nahe. Danach gelangt ihr zur Innenansicht des Online-Speichers.

Hier befindet sich in der linken Seitenleiste ein Link zum Herunterladen der Software für Windows. Das ist die einzige Version, die Web.de anbietet. Dass es keine für Mac gibt, ist mir noch bei keinem anderen Cloud-Speicher-Anbieter begegnet.

Die Software ist nur gut 3 Megabyte groß und schnell installiert. Die lokale Benutzeroberfläche beschränkt sich auf ein Icon in der Systemleiste, ein darüber zu öffnendes Menü und ein paar Tabs für Grundeinstellungen.

Webde Menu

Ein Rechtsklick auf das gelbe Ordner-Symbol in der Windows-Systemleiste unten rechts öffnet dieses Menü

Webde Einstellungen

Nur wenige Einstellungen in der Software

Die Einstellungsoptionen sind die sparsamsten, die ich je bei einem Cloud-Speicher gesehen habe. Das Tab “Speicherplatz” enthält nur eine Anzeige des verbrauchten Speichers und einen Link, um ein Upgrade zu kaufen. Unter “Synchronisierte Ordner” lassen sich einzelne Ordner von der Synchronisierung ausschließen, was ein praktisches und übliches Feature von Cloud-Speichern ist. Dazu komme ich weiter unten.

Und das war’s auch schon mit Einstellungen. Dabei muss diese Sparsamkeit durchaus nichts Schlechtes sein. Es kommt auf die jeweiligen Anforderungen an. Im Allgemeinen ist das klassische Cloud-Speicher-Prinzip ja nicht zuletzt wegen seiner Einfachheit so charmant und beliebt.

Benutzeroberfläche

Die Software kommt weitgehend ohne Benutzeroberfläche aus. Sie legt einen lokalen Ordner an, den ihr einfach über den Windows-Explorer mit Daten füllen könnt, um diese Daten in die Cloud zu laden. Über das kleine Icon in der Systemleiste und das Menü könnt ihr den Status laufender Übertragungen einsehen und die Software pausieren.

Alles andere spielt sich also online auf der Seite von Web.de ab. Nach dem Login landet ihr zuerst im E-Mail-Postfach. Am oberen Rand befinden sich eine Reihe von Links zu verschiedenen Diensten von Web.de. Darunter ist auch der Online-Speicher, wie im Screenshot zu sehen:

Webde Web Interface

So sieht’s im Browser aus

Das Bedienprinzip ist ähnlich wie bei Magenta Cloud von der Telekom oder auch bei dem Klassiker Dropbox. Es setzt auf Einfachheit und Redundanz. Wie folgender Screenshot zeigt, sind die Hauptfunktionen alternativ über die Menüleiste oder direkt über ein Kontextmenü abrufbar.

Webde Menus

Bearbeitungsoptionen im Kontextmenü

In der linken Seitenleiste erscheinen eure Cloud-Inhalte als ausklappbarer Verzeichnisbaum. Außerdem findet ihr dort den Papierkorb und einen Link zu einer gebündelten Ansicht der bisher erteilten Freigaben.

Fazit: Die Benutzeroberfläche ist einfach und klar. Man erfasst praktisch auf einen Blick, wo alles ist und wie die Bedienung funktioniert.Nur für absolute Cloud-Neulinge wäre vielleicht noch eine Kontexthilfe hier und da oder ein kleines Tutorial gut gewesen.

Daten speichern

Zur Speicherung über den lokalen Cloud-Ordner gibt es nicht viel zu sagen. Dort abgelegte Daten werden automatisch so schnell wie möglich in die Cloud geladen, wenn die Software installiert und aktiviert ist.

Außerdem könnt ihr Dateien direkt über den Browser zu Web.de hochladen. Das ist vor allem dann nützlich, wenn ihr an einem fremden Rechner sitzt und schnell etwas in die Cloud werfen wollt. Manuelle Uploads sind außerdem über die mobile App möglich.

2 Gigabyte Cloud-Speicherplatz gehören bei Web.de automatisch zu einem kostenlosen Freemail-Postfach. Durch Download der Software für den PC konnte ich mein kostenloses Kontingent auf 6 Gigabyte aufstocken, durch die Installation der mobilen App schließlich auf 10.

Wer noch mehr Speicherplatz braucht, bekommt 20 Gigabyte für 1,99 Euro im Monat, 100 Gigabyte für 6,99 Euro und 1 Terabyte für 9,99 Euro. Vergünstigungen gibt es für Mitglieder des Web.de-Clubs. Diese bezahlen zusätzlich zur Club-Mitgliedschaft 1,99 Euro für 100 Gigabyte oder 6,99 Euro für 1 Terabyte.

Der Preis für 1 Terabyte ist geringfügig höher als bei Dropbox, wo er 8,25 Euro pro Monat beträgt. Allerdings bietet Dropbox zwischen seinen kostenlosen 2 Gigabyte und dem 1-Terabyte-Paket keine Abstufungen mehr. Da können die 20 Gigabyte für 1,99 Euro durchaus interessant sein, wenn die Menge den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Preislich betrachtet ist der Cloud-Speicher von Web.de im internationalen Vergleich nicht wirklich konkurrenzfähig, ebenso wie Magenta Cloud von der Telekom. Bei pCloud gibt es 500 Gigabyte inklusive optionaler Verschlüsselung für 3,99 Euro im Monat, bei Sync 2 Terabyte für 8 Dollar, bei iDrive 2 Terabyte und eine umfassende Backup-Lösung für weniger als 5 Dollar. Alle Infos zu diesen Konkurrenten:

Ein weiterer Nachteil: Bei Web.de gilt grundsätzlich eine Mindestlaufzeit von 12 Monaten für alle Verträge. Die meisten Speicher-Anbieter ermöglichen zu geringfügig höheren Preisen auch eine monatliche Laufzeit.

Wenn ihr euch einen umfassenden Überblick des Angebots auf dem Markt verschaffen wollt, empfehle ich unseren Artikel Die besten Cloud-Speicher: Test und Vergleich 2017.

Daten synchronisieren und teilen

Fürs Synchronisieren ist bei einem Cloud-Speicher die lokal installierte Software zuständig, die es in diesem Fall nur für Windows gibt. Das macht es extrem unwahrscheinlich, dass sich Mac- oder Linux-Nutzer für den Cloud-Speicher von Web.de begeistern werden.

Sie wären nämlich darauf angewiesen, Dateien über den Browser hoch- und herunterzuladen. Wenn man die Daten nur unregelmäßig braucht oder häufig von fremden Rechnern aus auf sie zugreifen will, kann wohl auch eine ausschließliche Nutzung über den Browser sinnvoll sein, aber das dürfte eher selten sein.

Synchronisierung heißt, dass der Online-Speicher ein Pendant auf der lokalen Festplatte hat und beide exakt den gleichen Inhalt haben. Ändere ich etwas im Cloud-Ordner auf meiner Festplatte, sorgt die Software dafür, dass diese Änderungen sofort in die Cloud hochgeladen werden.

Umgekehrt funktioniert das genauso. Logge ich mich unterwegs über den Browser ein und lösche eine Datei aus meiner Cloud oder lade eine hoch, wird diese später auch auf meinem heimischen PC gelöscht bzw. heruntergeladen, sobald dieser wieder verbunden ist.

Das funktioniert auch mit mehreren PCs. Die häufigste Anwendung ist dabei wohl, einen bestimmten Datenbestand zu Hause und am Arbeitsplatz verfügbar zu machen, an denen man von beiden Orten aus regelmäßig arbeitet.

Das ist enorm praktisch, da die Alternative eine manuelle “Synchronisierung” per USB-Stick oder E-Mail-Anhang wäre, die umständlich, zeitaufwändig und fehleranfällig ist.

Da die Synchronisierung zu den Grundfunktion eines Cloud-Speichers gehört, ist sie automatisch aktiviert, wenn ihr die Software installiert. Es ist nichts weiter zu tun.

Außer, wenn ihr einen bestimmten Teil der Cloud-Daten auf einem bestimmten Rechner nicht haben wollt. Zum Beispiel könnte es sein, dass ihr unterwegs aufgenommene Fotos automatisch per App in der Cloud speichern lasst und diese Freizeitfotos nicht auf dem Bürorechner haben wollt.

Für solche Szenarien ermöglichen alle mir bekannten Cloud-Dienste eine selektive Synchronisierung. Meist in den Einstellungen findet sich eine Option, Ordner innerhalb des Cloud-Ordners von der Synchronisierung auszuschließen.

Diese Einstellung gilt nur für den Rechner, auf dem ihr sie vornehmt. Die Daten werden darauf nicht heruntergeladen, bleiben in der Cloud aber erhalten und werden auf anderen verbundenen Geräten auch synchronisiert.

In der Web.de-Software findet sich unter “Einstellungen” ein Tab “Synchronisierte Ordner”. Dort müsst ihr (etwas unnötig) noch mal auf einen einsamen Button “Ordner auswählen” klicken, um die Inhalte des Cloud-Ordners anzuzeigen und aus- bzw. abzuwählen.

Webde Sync Ordner

Kindersicherung? Zum Anzeigen der Ordner ist ein weiterer Klick nötig

Im nächsten Schritt könnt ihr dann Ordner abwählen. Standardmäßig sind alle ausgewählt, was logisch ist, weil sie ja im Cloud-Ordner liegen.

Webde Sync Ordner 2

Ordneransicht für selektives Synchronisieren

Es fällt auf, dass eine Abwahl nur auf der obersten Ebene der Verzeichnishierarchie möglich ist. Okay, damit kann ich mich arrangieren.

Das Wort “auch” in dem rot geschriebenen Hinweis ist missverständlich. Der Ordner wird nur auf der lokalen Festplatte gelöscht, nicht auch.

Die Funktion zum Teilen von Daten ist sehr simpel gestaltet. Je nach Anforderungen kann das ein Vor- oder Nachteil sein. Mal eben einen Link zu verschicken, ist einfach und geht schnell, aber entsprechend begrenzt sind die Features.

Ich entscheide mich für eine Freigabe mit PIN und stelle fest, dass diese “PIN” eigentlich ein Passwort ist, das ich mir ausdenken und dem Empfänger zukommen lassen soll. Okay.

Webde Freigabe Menu

Freigabe-Optionen: mit oder ohne PIN

Webde Freigabe 1

Fertig: Freigabe mit PIN

Bei einer Freigabe ohne PIN erscheint durch den Klick sofort der Link zum Versenden.

Öffne ich den PIN-geschützten Link, passiert folgendes:

Webde Freigabe 2

Web.de fragt die PIN ab

Der Verzeichnisinhalt sieht dann aus wie folgt.

Webde Freigabe 3

Der Empfänger kann Dateien herunterladen – sonst nichts

Das Herunterladen ist die einzige Option, die sich dem Empfänger eines Links dort bietet.

Freigegebene Verzeichnisse sind mit drei kleinen Männchen als solche markiert. Zusätzlich sind alle Freigaben unter einem entsprechenden Punkt im linken Seitenmenü einsehbar. Dort sowie über das Kontextmenü könnt ihr sie auch wieder löschen. Die verschickten Links sind dann nutzlos.

Bei den Freigaben fällt vor allem auf, dass Web.de komplett auf eine Funktion zur gemeinsamen Bearbeitung von Dateien verzichtet. Bei Dropbox könnt ihr bekanntlich Ordner teilen, so dass alle Beteiligten sie innerhalb ihres eigenen Accounts vorfinden, bearbeiten und mit ihrem Rechner synchronisieren können.

Dropbox bewirbt die Kooperationsfunktionen recht offensiv. Das macht überaus Sinn, denn das interaktive Element hilft der Kundengewinnung und -bindung wie kaum etwas anderes, wie verschiedenste Online-Angebote von Facebook bis World of Warcraft zeigen.

Dementsprechend bieten eigentlich alle Cloud-Dienste eine ähnliche oder auch genau die gleiche Funktion. Es hatte mich schon bei Magenta Cloud überrascht, dass die Telekom auf eine Möglichkeit zur Vernetzung von Cloud-Kunden mit Zugriff auf gemeinsame Daten verzichtet hat.

Dort könnt ihr Links auf eure Cloud-Daten verschicken, die dem Empfänger auch Uploads ermöglichen, aber keine Konten verknüpfen oder gemeinsame Verzeichnisse synchronisieren.

Web.de bietet demgegenüber noch nicht einmal Upload-Links. Ihr könnt Links an Leute verschicken, die dann alle Inhalte des verlinkten Verzeichnisses bzw. die verlinkte Datei herunterladen können, aber das ist alles.

Der optionale Passwort- bzw. PIN-Schutz für solche Links ist allerdings ein Vorzug, den nicht alle Cloud-Dienste im kostenlosen Paket bieten.

Daten wiederherstellen

Die Datenwiederherstellung ist beim Service von Web.de schwach.

Die Regel bei Cloud-Speicher-Diensten ist, dass ihr gelöschte Dateien und frühere Versionen geänderter Dateien wiederherstellen könnt. Meist geht das bei kostenlosen Accounts für bis zu 30 Tage nach Löschung/Änderung und bei kostenpflichtigen Abos länger, teilweise auch unbegrenzt.

Eine Speicherung früherer Dateiversionen gibt es bei Web.de überhaupt nicht. Überschrieben ist überschrieben. Ist dabei etwas Wichtiges verlorengegangen? Dann ist eine Cloud-Speicherung bei Web.de keine Hilfe.

Gelöschte Dateien landen wie üblich im Papierkorb, wobei egal ist, ob ihr sie im Browser oder auf der lokalen Festplatte gelöscht habt.

Der Papierkorb verhält sich wie derjenige von Windows. Die Daten darin bleiben unbegrenzt erhalten, verbrauchen aber Speicherplatz.

Webde Papierkorb

Die Bearbeitungsfunktionen für Dateien im Papierkorb

Wenn ich “Löschen” auswähle, erscheint eine Warnung, dass die Datei endgültig gelöscht wird. Das ist der Unterschied zum Löschen anderswo.

Meistens gibt es in Cloud-Papierkörben nur die Optionen “endgültig löschen” und “wiederherstellen”. Letztere lässt die Datei aus dem Papierkorb verschwinden und an ihrem früheren Speicherort wieder auftauchen.

Warum Web.de sich hier für die Funktionen “Kopieren” und “Ausschneiden” entschieden hat, kann ich nicht nachvollziehen. Sie bewirken ungefähr dasselbe wie ein “Wiederherstellen”, dies aber relativ umständlich und verwirrend. Warum sollte ich eine Datei woanders hin kopieren und gleichzeitig eine Kopie im Papierkorb lassen?

Immerhin gibt es einen Papierkorb als Schutz vor versehentlichem Löschen, der auch greift, wenn ihr die Datei auf der lokalen Festplatte löscht.

Schade ist, dass überhaupt keine früheren Dateiversionen zugänglich sind. Damit bleibt Web.de weit hinter den meisten anderen Cloud-Diensten zurück.

Mobil

Nachdem ich auf meinem Android-Telefon die App installiert hatte, fiel mir zuerst auf, dass ich plötzlich 10 Gigabyte Speicherplatz hatte statt der bisherigen 6 Gigabyte. Es gibt also jeweils 4 Gigabyte extra für die Installation der Desktop-Software und der App.

Der kostenlose Account beinhaltet also für Windows-Nutzer bis zu 10 Gigabyte Speicherplatz, für Mac-Nutzer nur 6, denn hier gibt es keine Desktop-Software. 10 Gigabyte bietet auch die Telekom. Das ist mehr als bei Dropbox oder Sync – wobei auch Dropbox immer wieder verschiedene Aktionen mit zusätzlichem Speicherplatz belohnt.

Die Apps der gängigen Cloud-Speicher-Dienste sind einander relativ ähnlich. Ihre Hauptfunktionen sind, die in der Cloud gespeicherten Daten anzuzeigen, auf Wunsch einzelne Dateien oder Ordner herunterzuladen und von unterwegs neue Dateien zum Speicher hinzuzufügen.

Bereits mit der App heruntergeladene Dateien sind entsprechend markiert und lassen sich über einen Menüpunkt “offline verfügbar” o.ä. gebündelt anzeigen (siehe oben).

Eine andere Kernfunktion der Apps ist das automatische Hochladen von Fotos und Videos, das sich nach Bedarf ein- und ausschalten lässt. Wenn ihr viel mit dem Smartphone fotografiert, ist das in der Tat praktisch, da ihr so die Bilder automatisch auf dem PC verfügbar habt und euch nicht um die Übertragung kümmern müsst.

Webde App 2

Das Hauptmenü der App mit Anzeige der Speicherplatzbelegung

Webde App 1

Die Ordner-Bearbeitungsfunktionen der App. Bild- und Videodateien werden mit Vorschaubildchen angezeigt

Als zusätzliche Sicherheit ermöglicht Web.de, eine PIN festzulegen, ohne die dann kein Zugriff auf die Cloud-Daten über das Gerät möglich ist. Solltet ihr die PIN vergessen, könnt (und müsst) ihr euch mit euren Accountdaten neu einloggen. Es geht also nichts kaputt oder verloren, aber ein eventueller Smartphone-Dieb kommt nicht an die Daten heran. Das finde ich sinnvoll und benutzerfreundlich gelöst.

Sicherheit

Die Informationen von Web.de zur Datensicherheit sind relativ vage. Die Daten werden zur Übertragung mit SSL verschlüsselt – nun ja, das ist Standard und eine unverschlüsselte Übertragung wäre ein Skandal.

Ähnlich wie die Telekom beruft sich Web.de stark auf die Vorteile der deutschen Datenschutzgesetze, von denen die Online-Speicher dieser Anbieter dank Hosting in Deutschland profitieren. Zur technischen Sicherheitsarchitektur aber erfährt man wenig.

Wer Cloud-Dateien wirklich sicher vor fremdem Zugriff schützen will, muss sie selbst vor dem Upload verschlüsseln. Das gilt allerdings auch für den Klassiker Dropbox. Magenta Cloud von der Telekom kooperiert mit Boxcryptor, um eine Verschlüsselungslösung anzubieten.

Bei dem Schweizer Cloud-Dienst pCloud bekommt ihr ein Cloud-Paket mit sicherer Verschlüsselung ab 3,99 Euro im Monat. Eine lückenlose Verschlüsselung verspricht auch der neuseeländische Anbieter Mega, den ihr für bis zu 50 Gigabyte Daten kostenlos nutzen könnt. In unserem Mega Test erfahrt ihr mehr.

Geschwindigkeit

Zum Testen benutze ich einen 5 Gigabyte großen Ordner, der knapp zur Hälfte aus fünf Videodateien und zur anderen aus einigen Hundert MP3-Songs, Word-Dokumenten, Fotos und PDFs besteht.

Diesen Ordner auf Web.de hochzuladen hat in zwei Testdurchgängen rund 2 Stunden gedauert. Das ist nicht rekordverdächtig, aber ordentlich. Das schnellste Ergebnis hatte ich hier bisher mit Luckycloud, das den Upload in 70 Minuten geschafft hat. Der Service hat auch sonst einiges zu bieten. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem Luckycloud Test.

Die Download-Geschwindigkeit habe ich getestet, indem ich meinen 5-GB-Ordner aus dem Cloud-Speicher gelöscht und dann online aus dem Papierkorb wiederhergestellt habe. Es dauerte 50 Minuten und beim zweiten Mal nur 40 Minuten, bis er komplett heruntergeladen war.

5-Gigabyte-Testordner1. Versuch2. VersuchDurchschnitt
Upload
(Stunden:Minuten)
02:0701:5202:00
Download
(Stunden:Minuten)
00:5000:4000:45

Mein Speedtest direkt danach ergab 50.000 kbps im Downstream. Damit hätten die Daten rein rechnerisch in knapp 14 Minuten übertragen werden können. Dass so ein rechnerisches Maximum komplett ausgeschöpft wird, habe ich noch nie erlebt. Im Vergleich zu meinen anderen Cloud-Speicher-Tests sind diese Übertragungsraten gut bis sehr gut.

Zuverlässigkeit

Im Großen und Ganzen lief alles rund. Nur beim zweiten Download-Durchgang ist es ein paar Mal passiert, dass die Software den Download unterbrach. Er war plötzlich pausiert, als ob ich ihn manuell pausiert hätte, was ich aber nicht hatte.

Ich klickte also jeweils im Menü “Synchronisation fortsetzen” an, woraufhin es weiterging. Ich weiß nicht, ob der Download irgendwann von selbst wieder gestartet wäre, wenn ich länger gewartet hätte.

An dieser Stelle war es also etwas holprig. Sonst traten keine Probleme auf.

Support

Wie oben erwähnt, könnten die Infos und Anleitungen zum Online-Speicher ausführlicher sein. Vorhanden ist nur das Nötigste.

Um die Kontaktmöglichkeit zu finden, müsst ihr erst auf eines der aufgelisteten Themen klicken. Nicht unbedingt naheliegend, wenn ihr ein Problem habt, das mit den dort beschriebenen nichts zu tun hat.

Unter den Antworten ist dann jedenfalls eine Hotline angegeben, die für Nicht-Clubmitglieder 3,99 Euro pro Anruf kostet. Für Clubmitglieder gibt es auch eine kostenlose.

Fazit

Mein Eindruck und Urteil fällt hier ähnlich aus wie bei Magenta Cloud von der Deutschen Telekom. Beide Angebote aus Deutschland sind einfach gehalten, erledigen die wichtigsten Aufgaben eines Cloud-Speichers ohne Probleme und können mit den Standortvorteilen deutscher Datenschutzgesetze und einer deutschsprachigen Benutzeroberfläche punkten.

VORTEILE

  • Einfache Bedienung
  • 10 Gigabyte kostenlos
  • Hosting in Deutschland
  • Deutschsprachige Benutzeroberfläche

NACHTEILE

  • Software nur für Windows
  • Keine geteilten Ordner oder Upload-Links
  • Keine Wiederherstellung früherer Dateiversionen
  • Mehr als 10 Gigabyte nur im Jahresabo

Fortgeschrittene Nutzer mit höheren Ansprüchen werden aber bald an ihre Grenzen stoßen. Vor allem bleiben hier die Funktionen zum Zusammenarbeiten und zur Wiederherstellung gelöschter Dateien und früherer Dateiversionen weit hinter dem Vorbild Dropbox zurück.

Auch hier also mein Fazit: nicht schlecht, aber eben basic. Wenn euch der Funktionsumfang reicht, spricht nichts dagegen, sich das Angebot näher anzusehen.

Provider Screenshot

Web.de Online-Speicher Alternativen


1 Kommentar


Lothar Hünsche 29. November 2017 at 18:50

Hallo Miteinander!

Ich habe zwei E-Mail-Adressen bei Web.de, eine private und eine berufliche. Beide Adressen nutze ich auf ein und demselben Computer. Für Adresse 1 nutze ich schon seit längerer Zeit den Online-Speicher von Web.de und habe ihn über
https://webdav.smartdrive.web.de
auf meinen Computer eingebunden wie hier beschrieben:
https://hilfe.web.de/cloud/netzlaufwerk/windows-7.html

Nun wollte ich das auch mit E-Mail-Adresse 2 so machen. Beim Einbinden der zweiten Adresse (auch die E-Mail-Adresse 2 wurde mit Passwort 2 eingegeben) hatte ich immer wieder die Ordner und Dateien der Cloud von Adresse 1 auf dem Computer, egal welches Netzlaufwerk ich anklicke.

Was habe ich hier falsch gemacht?
Freundliche Grüße
Lothar

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