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iDrive Test

iDrive Test
Backup-Tool mit Cloud-Speicher – im Test leider durchgefallen.

Tarife ab:

4,35 USD

pro Monat

Kostenfreier Tarif verfügbar 5 GB freier Speicher

Produktkategorie
Firmensitz und ServerstandortUSA
Deutsche Benutzeroberfläche teilweise
Kostenloser Cloud Speicher5 GB
BezahloptionAb 4,35 US-Dollar/Monat für 1 TB
BetriebssystemeMac und Windows
Mobiler ZugriffiOS, Android
Synchronisieren
Selektives Synchronisieren
Dateien & Ordner teilen

Author

Sebastians Motto lautet: Kein Backup, kein Mitleid. Kein Wunder, dass er mit Begeisterung Cloud-Speicher testet. Sebastian

iDrive bietet Online-Backup und Cloud-Speicher in einem. Die Stärke eines guten Backup-Dienstes ist, lokal gespeicherte Daten umfassend zu sichern und den Eigentümer dabei möglichst wenig zu belästigen. Das Paket für Privatnutzer bietet 1 Terabyte Speicherplatz und Backups beliebig vieler Rechner und Mobilgeräte für knapp 5 Dollar im Monat. Wenn ihr mehrere Computer, Tablets oder Smartphones sichern wollt, ist das konkurrenzlos.

Beim Testen bin ich leider auf viele technische Probleme gestoßen. Außerdem ist die deutsche Übersetzung der Software holprig, das Web-Interface ungeordnet und die Funktionalität im Detail erst oft nach einigem Ausprobieren klar.

Theoretisch wäre iDrive eine leistungsstarke und kostengünstige Backup-Lösung. Bei mir hat aber zu viel nicht geklappt, obwohl sich meine Versuche über mehrere Wochen hinzogen. Daher kann ich den Dienst nicht empfehlen.

Hier findet ihr wie wir uns finanzieren Sonntagmorgen wird nicht von Herstellern finanziert. Wir kaufen alle Produkte selber und testen sie ausgiebig, um euch die bestmögliche Beratung zu garantieren. So sind wir unabhängig und müssen euch nicht ein Produkt empfehlen, nur weil uns ein Händler vielleicht dafür bezahlt.

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Overall Rating

68%

"Backup-Tool mit Cloud-Speicher – im Test leider durchgefallen."

Benutzerfreundlichkeit
70%
Befriedigend
Funktionsumfang
95%
Exzellent
Sicherheit
95%
Exzellent
Geschwindigkeit
65%
Befriedigend
Zuverlässigkeit
20%
Mangelhaft
Support
60%
Ausreichend

iDrive Cloud-Speicher Test und Vergleich 2018

Das US-amerikanische Unternehmen iDrive bietet einen Hybrid-Service von Online-Backup und Cloud-Speicher an. Was ist der Unterschied?

Kurz: Beim Backup geht es um Datensicherung, beim Cloud-Speicher primär um die Synchronisierung von Daten auf mehreren Rechnern und ums Teilen von Dateien und Verzeichnissen mit anderen.

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4,35 USD pro Monat

Ein Online-Backup spielt bei der alltäglichen Arbeit keine Rolle und läuft im Hintergrund. Es wird erst dann interessant, wenn ihr Daten verliert. Das kann bekanntlich passieren, zum Beispiel, wenn plötzlich der Rechner kaputtgeht oder geklaut wird, aber auch, wenn Dateien beschädigt werden oder ihr sie versehentlich löscht.

Natürlich könnt ihr einen Cloud-Speicher wie Dropbox dazu nutzen, irgendwo Kopien von wichtigen Dateien einzulagern. Aber wenn ihr wirklich alles sichern wollt, was sich auf eurem Rechner befindet, müsstet ihr dazu eure ganze Arbeit ins Dropbox-Verzeichnis verlegen. Das wäre unpraktisch und teuer.

Mit einem Backup-Dienst könnt ihr einfach wie gewohnt weiterarbeiten und habt automatisch immer eine Sicherungskopie aller eurer Dateien. Dropbox und ähnliche Anbieter wie Sync oder pCloud sind unterdessen dazu da, bestimmte Dateien und Ordner auf mehreren Computern in der aktuellen Fassung verfügbar zu machen und mit anderen zu teilen.

Hier unsere ausführlichen Berichte zu den genannten Diensten:

Einen Überblick der besten Anbieter auf dem Markt findet ihr in unserem Cloud-Speicher Test und Vergleich 2018.

Ganz grob betrachtet geht es sowohl beim Cloud-Speicher als auch beim Online-Backup darum, lokale Dateien in der Cloud zu speichern. Da ist es naheliegend, dass manche Anbieter beide Services verbinden. Neben iDrive gehört dazu zum Beispiel Livedrive. In beiden Fällen sind Backup und Cloud-Speicher nur insofern verbunden, als ihr sie bei diesen Anbietern von derselben Benutzeroberfläche aus verwalten könnt. Es sind aber immer noch voneinander getrennte Funktionen.

Eine intelligente Integration von Backup und Cloud-Speicher bietet dagegen SpiderOak. Die Details erfahrt ihr in unserem SpiderOak Test.

Als Appetithäppchen bieten Cloud-Speicher-Services meist 5 bis 10 Gigabyte Speicherplatz kostenlos an. Für die Zusammenarbeit an ein paar Dokumenten oder das Teilen einer Fotogalerie reicht das locker. Für ein umfassendes Backup persönlicher Dateien auf einem Computer reicht es nicht. Bei reinen Backup-Anbietern sind Gratis-Accounts daher nicht üblich.

Bei iDrive gibt es insgesamt 5 Gigabyte gratis, die ihr wahlweise für ein Backup oder ein Verzeichnis zum Synchronisieren und Teilen verwenden oder zwischen beiden aufteilen könnt. Was die Backup-Funktion betrifft, hat das zumindest den Vorteil, dass ihr sie so in Ruhe testen könnt, bevor ihr etwas bezahlt.

iDrive Kosten

Im Unterschied zu den meisten anderen Cloud-Speicher-Diensten bietet iDrive keine monatlich kündbaren Tarife an. Ein Jahr ist Minimum.

Außerdem könnt ihr die Software von iDrive verwenden, um ein Backup auf einer lokalen externen Festplatte anzulegen. Das Backup darf dabei so groß sein, wie eure Festplatte zulässt, ist also von iDrive aus unbegrenzt.

iDrive hat hier den Vorteil, dass ihr verschiedene Ordner für das Online- und für das lokale Backup auswählen könnt. Wenn ihr kein Geld ausgeben wollt, könntet ihr also das Online-Backup auf bis zu 5 Gigabyte besonders wichtiger Dateien beschränken und euren gesamten Festplatteninhalt zumindest mit einer lokalen Kopie sichern.

Wenn euch die Datensicherheit etwas Geld wert ist, bekommt ihr mit dem „Personal“-Paket für Privatpersonen 1 Terabyte Speicherplatz für rund 50 Dollar im Jahr. Das Basis-Business-Paket bietet 250 Gigabyte für 75 Dollar, hat dafür aber einen größeren Leistungsumfang. So könnt ihr damit auch Datenbanken und Server sichern. Beim Speicherplatz sind Upgrades in vorgegebenen Stufen möglich.

Noch ein Plus beim Personal-Paket: Ihr könnt Backups für eine unbegrenzte Anzahl von Geräten über den Account erstellen und pflegen.

Nach der Registrierung für den Gratis-Account bot mir iDrive in einer Sonderaktion ein Jahresabo für rund 6 Dollar an. Ich schlug zu und wählte meine ganze Festplatte für ein Backup aus.

Und hier begann der Ärger. Trotz wochenlanger Versuche und Hilfe durch den Support ist es mir bzw. der iDrive-Software nicht gelungen, meine Dateien vollständig ins Backup hochzuladen. Sie blieb immer hängen und gab eine generische Fehlermeldung aus, ich solle meine Internetverbindung und Firewall checken. Daran lag es aber definitiv nicht, und der Support hatte auch nach langem Hin und Her keine Lösung.

Irgendwann gab ich auf. Ich benutze einen normalen, relativ neuen Windows-10-Rechner und habe zwischenzeitlich die ganze Zeit meine Internetverbindung genutzt und eine Reihe anderer Backup-Dienste getestet. Es sieht also eher nicht so aus, als ob das Problem bei mir läge.

Aber wer weiß. Vielleicht gab es unerkannte Inkompatibilitäten oder iDrive bekommt das Problem noch in den Griff. Dann posten wir hier ein Update. Für alle Fälle habe ich den Test trotzdem so weit wie möglich durchgezogen. Die Probleme beschreibe ich im Abschnitt „Zuverlässigkeit“ genauer.

Einrichtung

Zur Einrichtung müsst ihr nicht viel mehr tun, als mit E-Mail-Adresse und Passwort einen Account erstellen, die Software installieren und die Verzeichnisse auswählen, die ihr sichern wollt.

Positiv fällt bei dem Vorgang auf, dass ihr sogar im Kostenlos-Paket einen privaten Sicherheitsschlüssel einstellen könnt.

iDrive Encryption

Optionale Verschlüsselung

Das bedeutet, dass der Schlüssel zu euren Backup-Daten nur auf eurem Rechner gespeichert ist. Auch wenn der Anbieter gehackt werden sollte, könnte der Eindringling also eure Daten nicht lesen. Das bezeichnet man als „Zero-Knowledge“-Sicherheitsarchitektur, weil auch iDrive nicht weiß, was in eurem Backup drin ist.

Als ich die Software nach der Installation das erste Mal öffnete, wirkte das Design auf mich etwas veraltet – und ziemlich bunt.

iDrive Software

Die Benutzeroberfläche der Software

Auf der Website könnt ihr übrigens auch Deutsch als Sprache einstellen, aber die Übersetzung reicht nicht weit. Sie umfasst nur die öffentliche Präsentation des Angebots. Innerhalb des Accounts ist alles auf Englisch. Nur in der Software für den PC habe ich unter „Settings“ eine Spracheinstellung gefunden, die auch Deutsch anbietet.

Auch hier ist aber einiges „lost in translation“. Das ist bei englischsprachigen Cloud-Speicher-Diensten mit deutschen Übersetzungen leider mehr Regel als Ausnahme.

iDrive Übersetzung

Wie meinen? Im Original steht hier: 'Alert me if the scheduled backup fails for (x) days'

Das meiste ist aber korrekt und verständlich und die Software ist klar und logisch aufgebaut.

Standardmäßig sind unter Windows die Verzeichnisse Desktop, Dokumente, Musik, Video und Bilder des angemeldeten Nutzers fürs Backup ausgewählt. Wenn ihr damit einverstanden seid, könnt ihr einfach auf „Backup now“ klicken und es geht sofort los.

Andernfalls könnt ihr über den Button „Change“ eure Auswahl ändern. Es öffnet sich ein Verzeichnisbaum wie im Windows-Explorer oder Mac-Finder. Hier könnt ihr euch durch euren Rechnerinhalt klicken und Häkchen bei den Ordnern und Dateien setzen, von denen ihr ein Backup wollt.

Unter „Scheduler“/„Terminplaner“ könnt ihr einstellen, wie oft und zu welchen Zeiten das Backup aktualisiert werden soll. Standardmäßig passiert das täglich zu einer bestimmten Uhrzeit. Das Minimum ist ein Mal pro Woche.

Unter „Settings“/„Einstellungen“ findet ihr vermischte Optionen zum Verhalten der Software. Zum Beispiel könnt ihr einstellen, ob der Rechner nach erfolgtem Backup in den Schlafmodus gehen soll.

Benutzeroberfläche

Hier noch mal eine deutschsprachige Ansicht der Software. Inzwischen habe ich die Voreinstellung geändert und einen Testordner fürs Backup ausgewählt. Der enthält fünf große Videos im Gesamtumfang von gut 2 Gigabyte und ein paar hundert Word- und PDF-Dokumente sowie mp3s. Insgesamt ist er knapp 5 Gigabyte groß.

iDrive Deutsch

Mein Testordner auf der deutschen Benutzeroberfläche

Wie der kleine rote Balken am oberen Rand zeigt, ist mein 5-Gigabyte-Kontingent leicht überfüllt, obwohl mein Testordner vom Umfang her etwas kleiner ist. Das liegt daran, dass ich iDrive anfangs kurz mit den voreingestellten Verzeichnissen gestartet hatte und die Dateien dort noch archiviert sind.

iDrive löscht Dateien nämlich nicht, die ihr aus eurem Backup entfernt habt. Ihr könnt sie aber manuell löschen. Dadurch verschiebt ihr sie in den Papierkorb, wo sie noch 30 Tage liegen bleiben und dann automatisch endgültig gelöscht werden.

Das Sync-Feature ist getrennt vom Backup und in der Voreinstellung nicht aktiviert. Unter dem Menüpunkt „Synchronisieren“ könnt ihr es aktivieren und festlegen, wo sich der Sync-Ordner befinden soll. Wenn ihr das gleiche mit euren Login-Daten auf einem anderen Rechner macht, synchronisiert iDrive die Inhalte dieses Ordners über alle verbundenen Computer. Der größte und bekannteste Service dieser Art ist Dropbox.

Außer dem Verzeichnispfad und der aktuellen Speicherbelegung gibt es unter dem Menüpunkt nicht viel zu sehen. Durch Ausprobieren des Features fand ich heraus, dass iDrive im Gratis-Account jeweils 5 Gigabyte fürs Backup und für den Cloud-Speicher bietet, insgesamt also eigentlich 10 Gigabyte.

Das Web-Interface fand ich nicht ganz so gelungen wie die Software. Es besteht aus zwei verschiedenen Ansichten, die beide ganz anders sind als die Software. Das scheint mir verwirrend und unnötig.

Nach dem Login erscheint zunächst Folgendes:

iDrive Web Interface

Das seht ihr nach dem Login

Hier konnte ich zum Beispiel mit „Shortcuts” und „Timeline” zuerst nichts anfangen. „Shortcuts” ist eine Art Favoriten-Funktion, wo ihr Links zu Verzeichnissen ablegen könnt, auf die ihr öfter zugreift. „Timeline”, eher verwirrend, ist eine Anzeige mobil aufgenommener und hochgeladener Fotos. Außerdem:

  • Unter „Shared by me“ bzw. „for me“ findet sich eine Auflistung geteilter Dateien und Verzeichnisse.
  • Weblogs ist eine Chronologie der Aktionen, die ihr mit iDrive vorgenommen habt. Leider gibt iDrive bei allen Ereignissen nur US-amerikanische Uhrzeiten an, so dass sie keine große Hilfe sind.
  • Office 356 bietet eine Funktion fürs Backup von Office-Dateien in OneDrive.
  • Social Data Backup ermöglicht eine Verknüpfung eures Accounts mit Facebook und Instagram, um dort hochgeladene Fotos zu sichern. Das bietet zum Beispiel auch pCloud.
  • iDrive Express ist ein Service für die Auslieferung eurer Backups auf physikalischen Datenträgern per Post.
  • iDrive One ist eine WLAN-fähige Festplatte, die ihr bei iDrive kaufen könnt, um lokale Backups darauf zu erstellen.

Klickt ihr im Menü oben auf “Dashboard“, öffnet sich eine andere Ansicht.

iDrive Dashboard

Zwei unterschiedliche Oberflächen

Der Button „Classic View“ führt zur vorherigen zurück. Anscheinend hat iDrive auf ein anderes Interface umgestellt und bietet im Moment beide zur Auswahl.

In beiden könnt ihr euch jedenfalls durch eure Backup-Verzeichnisse klicken und grundlegende Dateioperationen ausführen:

iDrive File Operations

Optionen im Dashboard

iDrive File Operations 2

Optionen in der klassischen Ansicht

Hier wäre wünschenswert, dass iDrive eine Kombination beider Ansichten entwickelt und sich darauf festlegt. Im Moment gibt es nur in der klassischen Ansicht Zugriff auf den Sync-Ordner und nur im Dashboard auf die Einstellungen, die sich in der Software finden. Das ist unnötig kompliziert.

Was bei den Kontextmenüs noch auffällt: Auch Dateien aus dem Backup könnt ihr mit anderen teilen. Das ist nicht ganz konsequent im Hinblick auf die Trennung von Backup und Sync-Speicher, denn fürs Teilen ist normalerweise der Letztere da. Es schadet aber auch nicht.

In der lokalen Arbeitsumgebung habt ihr außerdem über ein kleines Menü in der Systemleiste unten rechts Zugriff auf einige iDrive-Funktionen. Aktionen wie das Pausieren der Anwendung könnt ihr direkt ansteuern, andere Menüpunkte öffnen die Software oder die Website.

iDrive Menu

Praktisches Menü in der Seitenleiste

Zu guter Letzt ermöglicht iDrive auf dem lokalen Rechner die Funktion, direkt über das Kontextmenü Dateien und Ordner zum Backup hinzuzufügen.

iDrive Kontext

Einfaches Hinzufügen von Dateien und Ordnern über das Kontextmenü

Unterm Strich finde ich das bunte Design der Software nicht sehr ansprechend, aber Aufbau und Funktionalität leicht zugänglich und gelungen. Das Web-Interface ist mit den zwei konkurrierenden Ansichten etwas unaufgeräumt und könnte einheitlicher sein.

Daten speichern

Um Daten zu speichern, fügt ihr sie einfach über die Software euren Backup-Verzeichnissen hinzu oder legt sie nach Aktivierung des Sync-Features im entsprechenden Ordner ab. Im letzteren Fall beginnt der Upload wie bei anderen Cloud-Speicher-Diensten sofort. Neue Dateien im Backup landen entweder nach der nächsten Aktualisierung gemäß Terminplaner in der Cloud oder durch Klick auf den Button „Backup Now“ ebenfalls sofort.

Außerdem habt ihr im Web-Interface die Möglichkeit, Dateien über den Browser hochzuladen. Das funktioniert im Backup- genauso wie im Sync-Verzeichnis. Das finde ich wieder etwas inkonsequent, denn eine manuell hochgeladene Datei gehört nicht zum Backup. Sie wird zum Beispiel bei den automatischen Aktualisierungen des Backups nicht berücksichtigt.

Wie erwähnt könnt ihr außerdem ein Backup eurer Instagram- und Facebook-Fotos anlegen und Fotos vom Smartphone automatisch auf iDrive hochladen lassen.

Daten synchronisieren und teilen

Für die Synchronisierung von Daten über mehrere Rechner bietet iDrive die Möglichkeit, ein spezielles Verzeichnis anzulegen, dessen Inhalt dann in die Synchronisierung einbezogen wird. Der Vorgang ist einfach: das Verzeichnis aktivieren, Dateien ablegen und zuschauen, wie sie in die Cloud geladen werden.

Installiert ihr dann iDrive auf einem anderen Rechner, meldet euch mit eurem Account an und aktiviert das Sync-Feature, beginnt sofort der Download dieser Daten in das betreffende Verzeichnis auf diesem Rechner. Das geht mit beliebig vielen Rechnern. Eine Änderung im Sync-Verzeichnis eines Geräts wird von allen anderen übernommen, sobald diese mit dem Netz und Account verbunden sind.

Hierfür könnt ihr iDrive kostenlos nutzen, wenn ihr nicht mehr als 5 Gigabyte Daten synchronisieren wollt.

Die Funktionen zum Teilen von Daten sind im Backup und im Sync-Ordner identisch. Die Vermischung von Backup- und Sync-Funktion finde ich etwas eigenwillig. Ihr könnt damit Links auf eure Backup-Dateien und -Ordner verschicken und den Empfängern erlauben, Dateien zu ändern und hochzuladen.

Im Web-Interface öffnet ihr durch die Auswahl der Option „Share“ im Kontextmenü eines Elements dieses Fenster:

iDrive Share Settings

Einstellungen beim Teilen

Hier bin ich schon einen Schritt weiter und habe bereits die Einstellungen geöffnet, die standardmäßig ausgeblendet sind. Damit könnt ihr festlegen, ob der Empfänger die geteilten Dateien nur ansehen oder auch ändern können soll. Außerdem könnt ihr den Link mit einem Passwort schützen.

Durch Ausprobieren fand ich heraus:

  • „Can edit“ bei einzelnen Dateien bedeutet: Der Empfänger kann die Datei herunterladen und eine gleichnamige Datei hochladen, die dann die vorhandene überschreibt.
  • „Can edit“ bei Verzeichnissen bedeutet: Der Empfänger kann die Dateien im Verzeichnis herunterladen und gleichnamige Dateien hochladen, die dann die vorhandenen überschreiben. Außerdem kann er Dateien und Ordner in das geteilte Verzeichnis hochladen, die es vorher dort nicht gab.

Die Anwendung protokolliert alle geteilten Links und führt sie unter „Shared by me“ auf. Dort könnt ihr sie auch löschen. Die Empfänger haben dann keinen Zugriff mehr.

Das ist ein guter, üblicher Funktionsumfang zum Teilen von Cloud-Daten. Ich finde nur fragwürdig, dass all das auch mit Backup-Dateien geht. Wenn jemand über einen Share-Link Dateien verändert und neue einstellt, haben diese Dateien nichts mehr mit dem Backup eures Rechners zu tun. Sie werden technisch aber als Teil davon behandelt.

Das wirft die Frage auf, was mit solchen Dateien passiert,

  • … wenn ihr euer Backup wiederherstellt – behandelt das System die von einem Share-Link-Empfänger hochgeladenen Dateien dann genau so wie die von eurer Festplatte?
  • … wenn ihr euer Backup aktualisiert – überschreibt iDrive dann die von einem Share-Link-Empfänger geänderten Dateien mit euren?

Ich habe das also getestet. Zum ersten Punkt: Ja, bei der Wiederherstellung eines Verzeichnisses werden online geänderte Inhalte ebenfalls auf der lokalen Festplatte „wiederhergestellt“, die ursprünglich nicht zum Backup gehörten und im betreffenden Verzeichnis vorher nicht existierten.

Zum zweiten: ebenfalls ja, iDrive überschreibt die geänderte Datei mit der gleichnamigen von der Festplatte, obwohl die geänderte neueren Datums ist.

Daraus könnten sich Probleme ergeben. Normalerweise laufen ja regelmäßig automatisch Backups. Wozu soll ich jemanden eine Backup-Datei bearbeiten lassen, wenn ich weiß, dass ich diese Datei dann schnell manuell herunterladen muss, weil sie sonst vom nächsten Backup überschrieben wird?

Wenn jemand über einen Share-Link neue Ordner oder Dateien einstellt, muss ich die ebenfalls manuell herunterladen. Andernfalls kämen sie nur über die Funktion „Wiederherstellen“ auf meine Festplatte.

Deshalb würde ich zum Teilen nur das Sync-Verzeichnis benutzen. Dafür ist es ja da.

Daten wiederherstellen

Zur Wiederherstellung von gelöschten oder geänderten Dateien dient der Menüpunkt „Restore“ bzw. „Wiederherstellen“ in der iDrive-Software. Dort könnt ihr euch durch alle Verzeichnisse und Dateien klicken, von denen ihr jemals ein Backup hochgeladen habt – einschließlich derjenigen, die ihr zwischenzeitlich aus dem Backup entfernt habt. Es bleibt alles gespeichert, wenn ihr es nicht manuell löscht.

Durch Rechtsklick auf eine Datei erscheint dann ein Kontextmenü, mit dem ihr ältere Versionen auflisten und wiederherstellen könnt.

iDrive Restore

Menü-Optionen für die Wiederherstellung

Nebenbei seht ihr hier noch einmal die sonderbaren Blüten der Maschinenübersetzung: „erfrischen” für „refresh”, „Aktie” für „Share” …

Gelöschte Dateien finden sich im Papierkorb und können von dort 30 Tage lang wiederhergestellt werden. Dann löscht iDrive sie automatisch.

30 Tage klingt nach nicht viel, aber das ist eigentlich egal: iDrive speichert alles unbegrenzt, was in euren Backup-Verzeichnissen liegt, auch nachdem ihr es auf eurer Festplatte geändert oder gelöscht habt. Im Papierkorb landet nur, was ihr ausdrücklich dorthin schiebt. Versehentliches Löschen sollte also nicht vorkommen.

Eigenwillig: Im Papierkorb gibt es nur Dateien, keine Ordner. Es ist also davon abzuraten, ineinander verschachtelte Ordner mit vielen Dateien in den Papierkorb zu verschieben, die ihr vielleicht noch braucht. Seltsam ist außerdem, dass der Papierkorb in der iDrive-Software mir keine Inhalte anzeigt, obwohl ich online Dateien gelöscht habe und dort auch im Papierkorb sehe.

Eine Wiederherstellung von älteren, inzwischen überschriebenen Dateiversionen gibt es nur für Dateien im Backup, nicht für den Sync-Ordner.

Unter dem Hauptmenüpunkt „Restore“/„Wiederherstellen“ in der Software erscheint oberhalb des Datei-Explorer eine Schaltfläche „Snapshots“. Wenn ihr diese anklickt, erscheint ein Kalender, der bis zu dem Zeitpunkt zurückreicht, zu dem ihr euer erstes Backup mit iDrive erstellt habt.

iDrive Snapshots

Die Datumsauswahl für Momentaufnahmen der gespeicherten Daten

Hier könnt ihr ein Datum auswählen und dann beliebige Dateien oder Ordner so wiederherstellen und speichern, wie sie zum betreffenden Zeitpunkt waren.

Mobil

Die mobile App funktioniert in beiden Richtungen: Ihr könnt auf das Backup eures lokalen Computers zugreifen und ein Geräte-Backup eures Smartphones oder Tablets zusätzlich anlegen.

Nach der Installation bietet mir die App an, meine Fotos und Videos zu sichern.

iDrive App 1

Erstes Öffnen der App

iDrive App 2

Meine Geräte auf dem Smartphone

iDrive App Hauptmenü

Das Hauptmenü der App

Die Schaltfläche „Zugang und Wiederherstellen“ führt zu dem schon vorhandenen Backup meines Windows-PCs. Nachdem ich die App mit meinem Account verbunden habe, taucht mein Smartphone in der Web-Ansicht und in der App selbst als zweites Gerät auf.

Die App bietet umfassend Zugriff auf eure Backup- und Sync-Dateien. Ihr könnt sie über die App ansehen, teilen und auf das Mobilgerät herunterladen.

Genau wie andere Cloud-Apps lädt auch iDrive euer Rechner-Backup und eure Sync-Daten nicht automatisch herunter, sondern erstellt nur eine Anzeige dieser Daten. Ein Download auf das Mobilgerät erfolgt nur, wenn ihr das manuell veranlasst.

Unter dem Menüpunkt „Offline Ansicht“ bekommt ihr eine Übersicht aller Dateien, die ihr per App heruntergeladen habt. In den Einstellungen könnt ihr festlegen, wo solche Dateien auf dem Gerät gespeichert werden sollen.

Fast alle Cloud-Speicher-Apps haben die Funktion, mit dem Smartphone oder Tablet aufgenommene Fotos und Videos automatisch in die Cloud zu laden. Das läuft bei iDrive etwas anders, denn in erster Linie handelt es sich immer noch um einen Backup-Service.

In den Einstellungen könnt ihr nicht nur für Fotos und Videos, sondern auch für Kontakte, Textnachrichten, Kalenderdaten usw. auf dem Gerät automatische Backups einstellen. Der Screenshot zeigt den entsprechenden Dialog.

iDrive App Backup

Einrichtung eines Backups für das Mobilgerät

Backups erfolgen dann täglich oder wöchentlich zu einer von euch gewählten Uhrzeit. Natürlich könnt ihr auch einstellen, dass die App diese Backups nur über WLAN und nicht über Mobilfunk hochlädt.

Die App bietet also alle Funktionen, die ihr euch wünschen könnt. Ich finde sie rundum gelungen.

Sicherheit

Bei iDrive kommt eine AES-256-Verschlüsselung zum Einsatz, was dem höchsten aktuellen Sicherheitsstandard entspricht. Wirksam ist dieser Schutz dann, wenn ihr einen privaten Schlüssel für eure Daten anfordert, so dass auch iDrive diesen Schlüssel nicht hat. Das nennt man dann auch „Zero-Knowledge“-Sicherheit. Ein klares Plus, da nicht jeder Cloud- und Backup-Dienst dies anbietet.

Der optionale Passwortschutz beim Teilen von Dateien ist ebenfalls nützlich. Bei der Sicherheit gibt es nichts zu beanstanden.

Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit war bei mir enttäuschend und nicht ganz nachvollziehbar. Das Backup meines 5-Gigabyte-Ordners hat rund 4 Stunden gedauert.

iDrive Backup Summary

Fast 4 Stunden für ein 5-Gigabyte-Backup

iDrive Restore Summary

Das sollte schneller gehen

Das wäre noch erträglich, aber die Wiederherstellung nahm sogar mehr als 6 Stunden in Anspruch.

Das ergibt nicht viel Sinn. Bekanntlich haben die meisten Heimanwender mehr Bandbreite im Downstream, und das ist auch bei mir der Fall. Mein Speedtest ergab Folgendes:

iDrive Speedtest

Das Ergebnis meines Speedtests

Rein rechnerisch wäre damit der Download in 15 Minuten und der Upload in 70 Minuten möglich gewesen. Gut, diese Idealzahlen kann man realistisch nicht erwarten, aber 4 bzw. 6 Stunden sind klar zu viel.

Bei einem weiteren Versuch dauerte die Wiederherstellung dann knapp 4 Stunden, bei einem dritten und letzten schließlich rund 2,5 Stunden. Ich trage diesen Wert in die Übersichtstabelle ein, da der zweite in der Mitte lag.

5-Gigabyte-Testordner1. Versuch2. VersuchDurchschnitt
Upload
(Stunden:Minuten)
04:0703:5804:03
Download
(Stunden:Minuten)
06:0902:3304:21

Als ich meinen ganzen Festplatteninhalte anstelle des Testordners auswählte, wurde das Backup nie fertig. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

Zuverlässigkeit

Leider entpuppte sich mein frisch eingerichteter Backup-Account als Enttäuschung. Ich beließ es zunächst bei der Voreinstellung, die ein Backup der Standard-Ordner für Dateien unter Windows (Bilder, Videos, Dokumente, Musik) vorsieht.

Der Screenshot zeigt die Fehlermeldung, mit der ich nun für einige Wochen zu kämpfen hatte.

iDrive Backup Summary Error

Das Backup bricht ab

Nach 39 Versuchen kein Erfolg, und die Meldung kam nur, weil ich den 40. Versuch manuell abbrach. Die Software geriet immer wieder in eine Endlosschleife scheiternder Backup-Versuche.

Als ich online ein Support-Ticket eröffnete, bekam ich die Antwort, die Software komme nicht damit zurecht, dass in Windows unterhalb des Dokumente-Ordners noch einmal virtuelle Versionen des Musik-, Video- und Bilder-Ordners seien. Ich solle diese virtuellen Ordner (bzw. Links im Dateisystem) also aus dem Backup entfernen.

Das ist befremdlich, denn das ist ein ganz normales Windows-Dateisystem. Wieso kann die Software damit nicht umgehen?

Aber ich folgte dem Rat. Das macht alles etwas komplizierter, weil ich nun alle nicht-virtuellen Ordner unter „Dokumente“ einzeln auswählen musste.

Jetzt kam die Software mit dem Backup ein paar Gigabyte weiter, wurde aber nicht fertig. Das gleiche Bild stellte sich wieder her: ein Backup-Versuch nach dem anderen scheitert und das Backup wird nie fertig.

Ich meldete dies dem Support. Nach ein paar Tagen schrieben sie mir, sie hätten ein Software-Update veröffentlicht und ich solle es damit versuchen. Das tat ich, aber das Ergebnis war das gleiche. Dies wiederholte sich noch einmal. Ein weiteres Software-Update, wieder keine Besserung.

Schließlich gab ich es auf. Unerfreulich war dabei auch, dass der Download-Server, von dem die Software kommt, extrem langsam und manchmal gar nicht zu erreichen war. Auch dieses Bild zeigte sich über mehrere Wochen. Die Erreichbarkeit und Schnelligkeit der Website war ähnlich schlecht.

Dazu ist anzumerken, dass der Anbieter sich in den USA befindet und dass bei größeren Distanzen eher mal Routing-Probleme auftreten, für die der Anbieter nichts kann. Das erklärt allerdings eher niedrige Übertragungsraten als dauerhafte Bugs wie diesen.

Support

Ich konnte meine technischen Probleme mit Hilfe des Supports nicht lösen, aber er war über das Ticket-System und den Live-Chat immer kurzfristig erreichbar. Dicke Minuspunkte gebe ich daher bei Technik und Zuverlässigkeit, nicht beim Support.

Fazit

Theoretisch ist iDrive ein leistungsstarker Online-Backup-Service mit einfacher Bedienung, großem Funktionsumfang und hohem Sicherheitsniveau. Für weniger als 5 Dollar im Monat erhalten Privatpersonen 1 Terabyte Speicherplatz für Backups einer beliebigen Anzahl von Geräten. Das schließt auch Tablets und Smartphones ein.

VORTEILE

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Unbegrenzte Anzahl von Backup-Geräten
  • Lokales Backup kostenlos
  • Server-Backup möglich
  • Laufwerk-Image möglich
  • Online-Backup und Cloud-Speicher in einem

NACHTEILE

  • Web-Benutzeroberfläche etwas unorganisiert
  • Technisch unzuverlässig
  • Teilweise schlechte Übersetzung
  • Support und FAQ nur auf Englisch
  • Langsam

iDrive

4,35 USD pro Monat

Dies ist ein wesentlicher Vorzug von iDrive gegenüber Konkurrenten wie Livedrive, bei denen zusätzliche Geräte extra kosten. Wenn ihr zum Beispiel Backups für einen Computer und ein Smartphone wollt, werdet ihr wahrscheinlich kein Angebot mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis finden. Hier findet ihr unseren Livedrive Test.

Leider gestaltete sich die Praxis bei iDrive holprig. Mit der schlechten deutschen Übersetzung und der unnötigen Aufteilung der Online-Benutzeroberfläche in „Dashboard“ und „klassische Ansicht“ hätte ich noch leben können – aber ich habe es über Wochen nicht geschafft, ein Backup meines simplen Windows-10-Dateisystems anzulegen. Deshalb kann mein Daumen hier nur nach unten zeigen.

Wenn ihr hauptsächlich synchronisieren und teilen wollt, würde ich sowieso eher einen klassischen Cloud-Anbieter empfehlen. Das Sync-Feature wirkt hier ein wenig drangehängt. Ihr müsstet dazu eine Software installieren, die zu 90 Prozent gar nichts damit zu tun hat.

Da wäre ein entsprechend spezialisierter Anbieter eher zu empfehlen, zum Beispiel Mega, Sync oder Luckycloud. Noch mehr Anbieter habe ich im großen Cloud-Speicher: Test und Vergleich 2018 für euch getestet.

Provider Screenshot

iDrive Alternativen


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