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Livedrive Cloud-Speicher Test

Livedrive Cloud-Speicher Test
Mächtige Komplettlösung mit Schönheitsfehlern.

Tarife ab:

5,00 €

pro Monat
Produktkategorie
Firmensitz und ServerstandortUK
Deutsche Benutzeroberfläche
Kostenloser Cloud Speicher- GB
BezahloptionAb 5,00 Euro/Monat für unbegrenzten Speicherplatz
BetriebssystemeMac und Windows
Mobiler ZugriffiOS, Android, Windows
Synchronisieren
Selektives Synchronisieren
Dateien & Ordner teilen

Author

Sebastians Motto lautet: Kein Backup, kein Mitleid. Kein Wunder, dass er mit Begeisterung Cloud-Speicher testet. Sebastian

Livedrive ist eine Option für Nutzer, die sehr große Datenmengen zu speichern haben und sich eine umfassende Lösung bei einem Anbieter wünschen. Der Service hat nämlich sowohl Online-Backup als auch Cloud-Speicher im Angebot. Buchen könnt ihr beides zusammen oder auch nur eines von beiden. Für 5,00 Euro im Monat pflegt Livedrive ein Online-Backup unbegrenzten Umfangs für einen Computer, für 9,00 Euro gibt es einen 2.000 Gigabyte großen Online-Speicher mit diversen Möglichkeiten des Teilens und Zusammenarbeitens mit Anderen.

Allerdings fehlt es ein bisschen an Übersichtlichkeit und Transparenz. Konkrete Informationen zur Sicherheitstechnik sind nicht zu finden und die Preispolitik ist undurchsichtig. Wer sich für den 14-tägigen kostenlosen Test anmeldet, muss gleich seine Kreditkartendaten angeben und darf nicht vergessen, rechtzeitig zu kündigen. Selbst um FAQ und Knowledgebase anzuschauen, braucht ihr einen Account.

Leider hatte ich bei Tests an vielen verschiedenen Tagen mit langsamen Übertragungsraten zu kämpfen. Deshalb würde ich Livedrive im Moment nicht empfehlen – und wenn, dann nur das Backup und nicht den Speicher. Dafür sprechen auch die Preise, denn 5,00 Euro im Monat für ein Backup unbegrenzten Umfangs sind ein guter Preis.

Hier findet ihr wie wir uns finanzieren Sonntagmorgen wird nicht von Herstellern finanziert. Wir kaufen alle Produkte selber und testen sie ausgiebig, um euch die bestmögliche Beratung zu garantieren. So sind wir unabhängig und müssen euch nicht ein Produkt empfehlen, nur weil uns ein Händler vielleicht dafür bezahlt.

Wenn ihr über einen unserer Links das Produkt eurer Wahl kauft, so bekommen wir eine kleine Provision vom jeweiligen Online-Shop. Das gute daran: Für euch kostet das Produkt genau das gleiche, aber wir können mit eurer Hilfe die besten Testberichte erstellen.


Overall Rating

58%

"Mächtige Komplettlösung mit Schönheitsfehlern."

Benutzerfreundlichkeit
70%
Befriedigend
Funktionsumfang
80%
Gut
Sicherheit
60%
Ausreichend
Geschwindigkeit
20%
Mangelhaft
Support
60%
Ausreichend
Technik
60%
Ausreichend

Livedrive Cloud-Speicher Test und Vergleich 2018

Livedrive ist eine Kombination von Cloud-Speicher und Online-Backup, wobei ihr beides auch einzeln buchen könnt. Der Unterschied in aller Kürze:

    • Das Prinzip Cloud-Speicher ist vor allem von Dropbox, Google Drive oder OneDrive bekannt. Ein Cloud-Speicher legt online eine Kopie eines lokalen Ordners an und hält diese Kopie aktuell. Der Ordner lässt sich über mehrere Geräte synchronisieren und mit Anderen teilen, was praktisch für die Zusammenarbeit ist.
    • Die Aufgabe eines Online-Backup-Dienstes ist nicht so sehr, bei der alltäglichen Arbeit zu helfen, sondern die Nutzer gegen Datenverlust abzusichern. Dabei wird nicht nur ein bestimmter Ordner online gespeichert, sondern tendenziell alles. Funktionen zum Synchronisieren, Teilen und Zusammenarbeiten gehören hier nicht dazu.
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5,00 € pro Monat

Wenn ihr mehr erfahren wollt, schaut euch doch unseren Überblicksartikel Die besten Cloud-Speicher: Test und Vergleich 2018 an. Dort sind auch Backup-Dienste berücksichtigt.

Livedrive Kosten

Livedrive bietet also je nach Wunsch eine dieser beiden Lösungen oder auch beide in Kombination. Das Backup mit unbegrenztem Speicherplatz kostet laut Website 6,00 Euro im Monat, ein Online-Speicher à la Dropbox mit 2 Terabyte heißt hier „Briefcase“ und kostet 10,00 Euro. Beides zusammen mit 5 Terabyte Speicherplatz und FTP-Zugang kostet 17,00 Euro im Monat.

Darüber hinaus gibt es gesonderte Pakete für Geschäftskunden. Für 35,00 Euro im Monat können drei Nutzer bis zu 2 Terabyte Gigabyte Daten sichern, für 110,00 Euro im Monat erhalten 10 Nutzer 10 Terabyte Speicherplatz für Backups. In den Business-Paketen sind Backup und Synchronisierung kombiniert.

Ich beschäftige mich in diesem Testbericht nur mit den Angeboten für Privatnutzer. Das Grundprodukt bleibt ja das gleiche, und das Schließen und Eröffnen neuer Test-Accounts ist etwas umständlich (siehe unten).

Nach einigem Hin und Her per Mail erfuhr ich vom Support, dass die oben genannten Preise für Privatnutzer bei monatlicher Vertragslaufzeit gelten. Schließt ihr für ein Jahr ab, zahlt ihr 5,00 Euro monatlich für Backup, 9,00 Euro für Briefcase und 14,00 Euro für die Pro Suite. Auf der Website ist ja nicht ersichtlich, für welche Vertragslaufzeiten die angegebenen Preise gelten.

Die Website und Knowledgebase finde ich unübersichtlich. Es ist mühsam bis unmöglich, ohne Support-Ticket grundlegende Infos über Preise, Vertragsbedingungen und Sicherheitstechnik zu erhalten. Deshalb macht ein Link hier keinen Sinn – ihr würdet nur die Login-Seite sehen.

Im Unterschied dazu ist die Software für den heimischen Computer angenehm klar gestaltet. Über sie könnt ihr Dateien und Ordner zum Speichern auswählen sowie ältere Versionen und gelöschte Dateien wiederherstellen.

Livedrive Backup

Das Dashboard zeigt den aktuellen Status an

Unter „Settings“ könnt ihr zu speichernde Daten auswählen, unter „Restore“ ältere Dateiversionen und gelöschte Dateien wiederherstellen. Die Punkte „Support“ und „Web“ führen beide zur Webseite.

Einrichtung

Gleich zu Beginn bin ich bei Livedrive auf die falsche Fährte geraten. Die Startseite bietet prominent einen 14-tägigen kostenlosen Test an, und ich habe mich gleich angemeldet. Leider hockte ich dann in einem Testaccount für die Backup-Lösung, konnte also den Cloud-Speicher („Briefcase“) nicht ausprobieren.

Bei den Paketen unter Personal bietet Livedrive aber für alle Pakete einen kostenlosen Probezeitraum von 14 Tagen. Das seht ihr, wenn ihr unten jeweils auf „Sign up“ klickt. Ich fragte also beim Support nach, ob ich auf die Pro Suite (das Kombi-Produkt) upgraden könnte.

Sie schrieben mir, dass ich dadurch in einen kostenpflichtigen Vertrag wechseln würde. Ich sollte lieber meinen Account löschen und einen neuen anlegen, um Pro Suite kostenlos zu testen.

Ich erwähne das deshalb, weil man bei Livedrive grundsätzlich das Gefühl hat, mehr oder weniger sanft in Richtung Kasse gestupst zu werden. Hätte ich innerhalb meines Backup-Test-Accounts ein Upgrade gewählt, wäre ich nun zahlender Kunde.

Auf anderen Websites kann man sich gefahrlos durch die Angebote klicken und jederzeit abbrechen, aber bei Livedrive hat man gleich zu Beginn bereits die Kreditkartendaten hinterlassen. Da überlege ich einen Klick auf „Upgrade“ zweimal – wie ich erfuhr, zu Recht.

Mir wäre es sogar recht gewesen, für einen Monat zu zahlen, um alles ausgiebig zu testen. Aber wie gesagt ist die Darstellung der Vertragslaufzeiten unklar – sind das Monate oder Jahre?

Die Terms of Service helfen ebenfalls nicht weiter, denn dort ist immer nur von der „Fixed Contract Period“ die Rede. So entstand dann mein zweites Support-Ticket mit der Frage, ob es eine Option für monatliche versus jährliche Verträge gibt. Antwort siehe oben.

Ich habe also notgedrungen mit meinem Backup-Account angefangen zu testen, diesen dann gelöscht und später einen neuen Account mit Briefcase erstellt, um auch dieses Feature testen zu können.

Die Installation ging schnell und problemlos. Danach fing die Anwendung sofort an, meine Windows-Ordner Desktop, Dokumente, Bilder, Videos und Musik in die Cloud zu laden.

Livedrive Backup has startet

Die Anwendung informiert mich (mit einem Screenshot von 2013), dass ein Backup läuft

Ich entscheide mich, stattdessen nur meinen üblichen 5-Gigabyte-Ordner speichern zu lassen, den ich für alle Cloud-Speicher-Tests verwende. Er besteht etwa zur Hälfte aus fünf Videodateien und zur anderen aus ein paar hundert mp3s, Fotos sowie Word- und PDF-Dokumenten. Über das Tab „Settings“ könnt ihr Ordner fürs Backup an- und abwählen. Das geht mit jedem beliebigen Ordner aus der gesamten Verzeichnis-Struktur.

Livedrive deselect folders

Hier kann man Ordner hinzufügen oder auch rausschmeißen

Nachdem ich die Standard-Ordner abgewählt habe, verschwinden sie aus dem Backup

Livedrive Custom Folder

Mein Testordner hat jetzt seine Sicherheitskopie in der Cloud

Auch das Web-Interface zeigt das laufende Backup an:

Livedrive Backup in progress

Die Browser-Ansicht des laufenden Backup-Vorgangs

Die Prognose 11 Stunden stimmte zum Glück nicht – es waren gut 2 Stunden.

Benutzeroberfläche

Wie bei Online-Backup- und Cloud-Diensten üblich, läuft die Anwendung im Hintergrund und ist über ein kleines Symbol in der Systemleiste zugänglich. Dieses Symbol erinnert in diesem Fall an eine bekannte Sportbekleidungsmarke.

Das Control Centre ist die eigentliche Anwendung, die wir oben schon gesehen haben. „View Detailed Status“ ist nur interessant, wenn gerade etwas passiert, sonst ist das Fenster leer. Die anderen Menüpunkte sind selbsterklärend.

Livedrive system menu

Livedrive lässt sich über die Systemleiste ansteuern

Die einzelnen Funktionen der Anwendung habe ich oben schon aufgezählt. Es ist wirklich angenehm übersichtlich und intuitiv gelöst.

Auch im Web-Interface geht es aufgeräumt zu.

Livedrive Web Interface

Livedrive im Browser

Unter „View Files“ erscheinen alle Ordner und Dateien eures Backups in der Verzeichnisstruktur, die sie auch lokal haben.

Livedrive Custom Folder

Zugriff auf Backup-Verzeichnisse über den Browser

Das Kontextmenü bietet immer die Optionen wie im obigen Screenshot:

  • Open: Ordner öffnen und Dateien anzeigen oder Datei öffnen. Öffnet ihr hier eine Audio- oder Video-Datei, bekommt ihr eine Ansicht mit eingebettetem Player, wo ihr die Datei abspielen könnt. Das ist praktisch, da ihr sie nicht erst herunterladen müsst, um den Inhalt zu sehen. Auch Bilddateien könnt ihr euch so online ansehen. Für PDF- und Word-Dateien gibt es keine Vorschau – da erscheinen nur ein paar Datei-Eigenschaften (Größe, zuletzt geändert etc.) und ein Download-Link.
  • Download ist selbsterklärend.
  • Properties: Zeigt Dateigröße, Anzahl der Versionen, Zeitpunkt des Backups, Zeitpunkt der letzten Änderung und Angaben darüber an, ob die Datei mit jemandem geteilt wird.

Die weiteren Punkte des Hauptmenüs sind:

Latest Files: Zeigt die Dateien, die ihr zuletzt hinzugefügt habt, in absteigender Reihenfolge. Die Dateien erscheinen als dicke Symbole und ohne weitere Infos. Die Ansicht finde ich nicht wirklich sinnvoll. Andere Ansichtsoptionen gibt es nicht.

Livedrive latest files

Große Symbole, wenig Informationsgehalt: die Ansicht der zuletzt hinzugefügten Dateien

„Photo Gallery“ zeigt Fotos innerhalb eures Backups in einer Galerie-Ansicht, zuletzt hinzugefügte zuerst. Das kann praktisch sein, wenn ihr öfter mal neue Fotos speichert.

Account: Hier findet ihr Zahlungs- und Vertragsdaten sowie Upgrade-Möglichkeiten.

Download: Hier findet ihr die Livedrive-Software.

Support: Links zum aktuellen Service-Status, zum Support-System, zum Blog und zu einer Liste von Dateiarten, die grundsätzlich nicht gespeichert werden. Dazu gehören verschiedene Systemdateien, temporäre Dateien, Anwendungsdateien (.exe), Cookies und CD-Images (.iso, .dmg).

Es ist jedoch alles drin, was ihr braucht, um auf einem neuen Rechner mit frisch installierter Software relativ bruchlos da weiterzuarbeiten, wo der alte den Geist aufgab.

Daten speichern

Standardmäßig fertigt Livedrive ein Backup für die Ordner Desktop, Dokumente, Bilder, Videos und Musik an. Ihr könnt darüber hinaus beliebige Ordner für ein Backup auswählen. Nachdem alle Dateien gespeichert sind, checkt die Software im Stundentakt, ob sich in diesen Ordnern etwas geändert hat, und aktualisiert das Backup in der Cloud.

Unter „Settings“ könnt ihr auch mehrstündige Abstände einstellen. Das Minimum ist einmal täglich. Dafür gebt ihr dann die gewünschte Uhrzeit an. Über den Button „Back up now“ könnt ihr jederzeit sofort eine Update-Runde auslösen.

Das Briefcase legt Livedrive auf dem Rechner als virtuelles Laufwerk an. Das machen diverse Cloud-Anbieter so, zum Beispiel pCloud und Luckycloud. Mehr dazu erfahrt ihr in unserem pCloud Test und Luckycloud Test.

In der Benutzung unterscheidet sich ein virtuelles Laufwerk nicht von einer simplen Ordner-Lösung wie bei Dropbox. Diese Lösung ist in unserem Dropbox Test beschrieben. Alles, was ihr in diesem Ordner beziehungsweise dem virtuellen Laufwerk speichert, wird automatisch so schnell wie möglich in die Cloud geladen.

Unter dem Briefcase-Tab in der Livedrive-Software ist zu sehen, dass der Upload läuft.

Livedrive briefcase

Die Statusanzeige des Cloud-Services 'Briefcase'

Sehr gelungen ist die Statusanzeige nicht. Die Zahl vor „files remaining“ hat nie die wirkliche Gesamtzahl der Dateien angezeigt. Stattdessen wechselte die Anzeige eine Weile zwischen „1 file remaining“ und „Up to date“, stieg dann auf 9, dann auf 170 Dateien, zählte dann nach und nach herunter, bis die Zahl wieder stieg usw …

Ich konnte dieser Anzeige also zu keinem Zeitpunkt entnehmen, wie viele Dateien oder Megabyte wirklich schon hochgeladen sind und wie viele noch kommen.

Eine andere Möglichkeit, Dateien im Briefcase abzulegen, ist der Upload über den Browser.

2 Terabyte im Paket „Briefcase“ und 5 Terabyte in der Pro Suite – das ist eine Menge Speicherplatz. Da ist es sinnvoll, Daten selektiv synchronisieren zu können, denn andernfalls müsste auf dem lokalen Rechner genauso viel Speicherplatz durch die Cloud-Daten belegt sein.

Die Funktion ist bei Livedrive ein bisschen versteckt, aber vorhanden. Sie findet sich im Kontextmenü innerhalb des virtuellen Briefcase-Laufwerks auf eurem lokalen Rechner.

Livedrive selective sync

Diese Optionen sind nur im virtuellen Livedrive-Laufwerk verfügbar

Hier könnt ihr Dateien aus der Synchronisierung mit dem betreffenden Rechner entfernen. So ist es im Prinzip möglich, Dateien nur online im Briefcase zu speichern und damit lokalen Speicherplatz zu sparen, ähnlich wie mit dem „Vault“ des Cloud-Anbieters Sync. Interessiert? Dann lest unseren Sync Test.

Daten synchronisieren und teilen

Livedrive bietet nur Minimalfunktionen zum Synchronisieren und Teilen. Dass es praktisch überhaupt keine Einstellungen oder Administration der Cloud-Funktion gibt, zeigt schon, dass der Schwerpunkt bei Livedrive mehr auf dem Backup liegt.

Die Hauptfunktion ist hier natürlich die Synchronisierung aller Briefcase-Inhalte auf allen Geräten, die per Livedrive-Software mit dem Account verbunden sind. Jede Änderung an einer synchronisierten Datei oder einem synchronisierten Ordner wird automatisch an die Cloud und von dort an die anderen verbundenen Geräte weitergereicht.

Wie im vorangehenden Abschnitt beschrieben, könnt ihr Verzeichnisse selektiv von der Synchronisierung ausschließen und euch so auf jedem verbundenen Rechner eine andere Auswahl aus euren Cloud-Daten zusammenstellen. Der Weg über das Kontextmenü ist nicht sehr bequem, da es nirgends eine Übersicht der ein- und ausgeschlossenen Verzeichnisse gibt, aber immerhin ist es möglich.

Beim Teilen fehlt eine Funktion, die für Dropbox und ähnliche Services wichtig ist: die Möglichkeit zur Zusammenarbeit an gemeinsamen Ordnern. Dropbox-Nutzer können sich gegenseitig in ihre Cloud-Ordner „einladen“, wodurch alle Beteiligten auf diese Ordner Zugriff haben und so an gemeinsamen Projekten zusammenarbeiten können.

So etwas gibt es bei Livedrive nicht.

Im Web-Interface findet ihr im Kontextmenü jeder Datei und jedes Ordners die Option „Share“. Die beiden Share-Funktionen „Public“ und „Invite“ erstellen beide einen Link, den ihr weitergeben könnt, um jemandem den Download des betreffenden Elements zu ermöglichen.

„Public“ und „Invite“ unterscheiden sich nur dadurch, dass der erstellte Link bei „Invite“ per Mail verschickt und mit einem Passwort geschützt wird. Ein Upload ist für die Empfänger solcher Links nicht möglich.

Livedrive share

Optionen zum Teilen von Briefcase-Inhalten

Habt ihr einen Link erstellt, sind die geteilten Elemente in der Übersicht entsprechend markiert: mit einem Globus für „Public“ und einem Männchen für „Invite“. Über den Menüpunkt „Share“ könnt ihr diese Freigaben jederzeit wieder löschen.

Livedrive share 2

Geteilte Ordner in Livedrive

Diese Funktionen reichen, um mal schnell jemandem einen Downloadlink zu schicken, aber bei anderen Anbietern bekommt ihr deutlich mehr – zum Beispiel upload-fähige Links, Begrenzungen des Volumens oder der Anzahl von Downloads, Verfallsdaten für Links, Zugriffsstatistiken und die schon erwähnten gemeinsamen Ordner, die es hier nicht gibt.

Bei diesem eingeschränkten Funktionsumfang finde ich die 9 bis 10 Euro für das Briefcase-Paket deutlich zu viel. Ja, 2 Terabyte sind viel, aber ihr bekommt die gleiche Menge bei Sync oder pCloud mit deutlich größerem Funktionsumfang für 8,00 Dollar beziehungsweise 7,99 Euro im Monat.

Daten wiederherstellen

Unter dem Reiter „Restore“ in der Software könnt ihr ältere Dateiversionen und gelöschte Dateien wiederherstellen. Hier könnt ihr euch durch eine Ansicht aller Verzeichnisse und Dateien klicken und findet ganz rechts zu jedem Element die Option „Restore“.

Zum Testen habe ich meine Datei „chronologie.doc“ zweimal geändert und danach jeweils manuell ein Backup ausgelöst. Die Software war daraufhin jeweils für 2 bis 3 Sekunden beschäftigt und hat dann den Zeitpunkt fürs nächste Backup auf eine Stunde später aktualisiert. Wenn ich mich nun zu der Datei durchklicke und „Restore“ anwähle, bekomme ich folgende Optionen.

Livedrive restore versions

Wiederherstellung früherer Dateiversionen

Die Änderungen sind also als neue Dateiversionen ins Backup eingegangen wie gewünscht. Das klappt auch, wenn die betreffende Datei die ganze Zeit geöffnet ist. Damit tun sich andere Backup-Dienste zum Teil schwer.

Der Button „Restore“ ist ausgegraut, weil ich noch keinen Ordner für die Wiederherstellung ausgewählt habe. Zur Wahl stehen der Ursprungsordner oder auch ein beliebiger Ort auf dem Rechner. Livedrive speichert bis zu 30 Versionen. Was darüber hinausgeht, ist weg.

Wie geht das nun mit gelöschten Dateien? Da sich im Backup immer eine exakte Kopie der lokalen Dateien befindet, werden gelöschte Dateien auch online beim nächsten Update gelöscht.

Dafür gibt es am unteren Rand die Option „Show deleted files“. Wenn ihr die anwählt, erscheinen gelöschte Dateien an ihrem ursprünglichen Ort in etwas hellerer Schrift.

Livedrive restore deleted

Eine gelöschte Datei in grauer Schrift

Das Vorgehen ist dann dasselbe wie bei der Wiederherstellung früherer Dateiversionen. Bei meiner „chronologie.doc“ kann ich nicht nur den letzten Stand wiederherstellen, sondern auch alle vorherigen Versionen.

Doch Vorsicht: Gelöschte Dateien bleiben nur für 30 Tage gespeichert.

Mobil

Livedrive bietet eine mobile App für iOS, Android und Windows, mit der ihr auf Backup und Briefcase zugreifen sowie ein Backup eures Mobilgeräts in der Cloud anlegen könnt.

Livedrive app

Das Hauptmenü der Livedrive-App

Die Dateien in eurem Backup könnt ihr von der App aus herunterladen und teilen. Letzteres ist etwas merkwürdig, da Teilen von Backup-Dateien im Webbrowser nicht möglich ist. Darum geht es bei einem Backup ja eigentlich auch nicht. Aber vielleicht dachten sich die Entwickler, dass die Leute auf ihren Mobilgeräten teilfreudiger sind.

Die App bietet umfassende Funktionen für die Arbeit mit euren Briefcase-Daten: herunterladen, bearbeiten, hochladen, neue Ordner erstellen, teilen etc. Der Menüpunkt „Local Storage“ ist dazu da, die auf dem Mobilgerät gespeicherten Daten zu durchsuchen und bequem ins Briefcase hochzuladen.

Die App gefällt mir gut und geht im Funktionsumfang über viele Konkurrenten hinaus.

Sicherheit

Die Sicherheit ist schwierig zu beurteilen, denn die Website und auch die Knowledgebase hält sich da sehr bedeckt.

Livedrive security

Informationen zur Sicherheit: Das ist nicht viel.

Ich habe mich durch die Seite geklickt und die Knowledgebase nach Stichworten wie „security“ und „encryption“ durchsucht, aber nichts Aussagekräftiges gefunden. Im Vergleich zu anderen Backup-Anbietern, die ihre Sicherheitsarchitektur in ausführlichen White Papers darstellen, ist das mager.

Die „Security Settings“ bieten die Option, beim Starten der Anwendung das Passwort abfragen zu lassen. Okay, das schützt das Cloud-Backup vor fremdem Zugriff, wenn das Notebook gestohlen wird. Allerdings hätte der Dieb ja dann die lokale Version der Daten.

Bei der Leistungsübersicht für die Business-Pakete ist lokale Verschlüsselung aufgeführt. Das bedeutet wohl, dass die bei Privatkunden nicht stattfindet.

Da Livedrive standardmäßig eine Passwortwiederherstellung per E-Mail anbietet, handelt es sich nicht um eine Zero-Knowledge-Architektur. Die ist nur gegeben, wenn auch der Anbieter ohne euer Passwort nicht an die Daten kommt. Die Wiederherstellung könnte theoretisch jemand austricksen, wenn er die E-Mail abfängt.

In den Terms of Service und in der Privacy Policy fallen ein paar Merkwürdigkeiten auf. Es ist ziemlich klar, dass Livedrive die gespeicherten Daten ausliest. Zum Beispiel behält sich der Dienst in Absatz 14 vor, Dateien ohne Warnung oder Anhörung zu löschen, wenn Livedrive „aus vernünftigen Gründen annimmt“ („if it has a reasonable belief“), dass der Nutzer sie unrechtmäßig verwendet.

Laut Privacy Policy behält sich Livedrive vor, GPS-Daten in Bilddateien zu verwenden, um die Nutzererfahrung zu optimieren („to optimize your experience“). Wie das gehen soll, sei dahingestellt – die Dokumente gehen jedenfalls davon aus, dass Livedrive der Inhalt eurer Daten in allen Details bekannt ist.

Geschwindigkeit

Mein Speedtest hat knapp 50.000 kbit/s im Download und 8.000 kbit/s im Upload ergeben, als ich die Geschwindigkeit getestet habe. Diese Bandbreite konnte Livedrive nicht ausnutzen. Einige meiner Tests lagen im Bereich des Üblichen, aber bei vielen weiteren Versuchen legte Livedrive ein ausgesprochenes Schneckentempo ein.

Ich benutze zum Testen einen bunt gemischten 5-Gigabyte-Ordner mit ein paar Hundert Dokumenten und mp3-Songs sowie einer Handvoll großen Videodateien.

Diesen Ordner als Backup hochzuladen hat erst 45 Minuten und im zweiten Durchgang eine Stunde und 26 Minuten gedauert. Das ist okay, im letzteren Fall sogar auffallend schnell.

Dieses Backup lokal aus der Cloud wiederherzustellen, also herunterzuladen, hat beim ersten Versuch knapp eine Stunde gedauert. Das ist nicht besonders schnell. Rein rechnerisch hätten bei meiner Bandbreite 15 Minuten gereicht.

Den zweiten Versuch habe ich nie beendet, weil er nach Livedrives eigener Einschätzung und auch nach meiner mehr als 10 Stunden gebraucht hätte. Ich habe es an mehreren Tagen hintereinander immer wieder versucht, aber es blieb bei dem Schneckentempo.

So sah einmal die Wiederherstellung (also der Download) des 5-GB-Ordners nach einer Stunde aus:

Livedrive speed

Schneckentempo beim Download.

Beim Briefcase sah es ähnlich schlimm aus. Einen Upload von fast neun Stunden habe ich durchgehalten, einen ewig dauernden Download im zweiten Durchgang nach 12 Stunden und 21 Minuten abgebrochen, als ich sah, dass eine der 1-GB-Videodateien noch gar nicht durch war.

Auch hier: Der 12-Stunden-Marathon fand nicht in einer Sitzung statt, sondern an verschiedenen Tagen. Zwischendurch habe ich immer wieder Speedtests gemacht und andere Cloud-Dienste getestet, um auszuschließen, dass das Problem bei mir lag.

Geschwindigkeit Backup

5-GB-Testordner1. Versuch2. VersuchDurchschnitt
Upload
(Stunden:Minuten)
00:4501:2601:05
Download
(Stunden:Minuten)
00:58(abgebrochen)(zu lange)

Geschwindigkeit Briefcase (Cloud)

5-GB-Testordner1. Versuch2. VersuchDurchschnitt
Upload (Stunden:Minuten)08:4301:1304:58
Download
(Stunden:Minuten)
02:47Bei 12:21 abgebrochen07:34

Ich weiß nicht, was da los ist, aber so dauerhaft schlechte Übertragungsraten habe ich woanders noch nicht erlebt.

Zuverlässigkeit

Abgesehen davon, dass die die Synchronisierung des Briefcase ewig brauchte, hatte ich keine technischen Probleme. Das gehört zwar eigentlich in den Abschnitt zur Geschwindigkeit, aber zum Teil dauerte es bei meinen Tests so lange, dass der Bereich des Üblichen weit überschritten war und ich es durchaus als technisches Problem bezeichnen würde.

Komischerweise war das nur beim Briefcase ein Problem, nicht beim Backup.

Support

Der Support hat innerhalb weniger Stunden auf meine Fragen geantwortet, aber es wäre mir lieber gewesen, wenn ich diese Fragen nach Preisen, Vertragslaufzeiten und Testmöglichkeiten gar nicht hätte stellen müssen. Diese Infos gehören klar und transparent auf die Website, ebenso wie die Sicherheitsfeatures.

Außerdem ist die Knowledgebase unübersichtlich; sie besteht aus einer grob thematisch sortierten FAQ. Die Stichwortsuche ist sehr langsam – ich habe mir beim Testen angewöhnt, nach einer Abfrage für etwa 30 Sekunden etwas anderes zu machen, weil es immer so lange dauerte, bis die Ergebnisse kamen.

Zur Intransparenz trägt auch bei, dass ihr euch bei der Knowlegdebase mit eurem Passwort noch einmal einloggen müsst, auch wenn ihr schon in den eigentlichen Service eingeloggt seid. Dass auf das Ticket-System nur Kunden Zugriff haben sollen, ist ja verständlich, aber wovor müssen die FAQ geschützt werden?

Ihr müsst euch auch erst mal durch die FAQ wühlen, um herauszufinden, wie ihr einen Account kündigen könnt. Das gilt auch für den kostenlosen Testzeitraum. Dafür gibt es dann Telefonnummern und ein Online-Formular, das noch einmal eure kompletten persönlichen Daten abfragt. Telefonnummern gibt es nur für UK, USA, Frankreich und die Niederlande.

Als ich per Online-Formular kündigen wollte, gab ich dort keine Telefonnummer an. Daraufhin bekam ich eine E-Mail, die nach meiner Nummer fragte. Um zu kündigen ist ein Telefongespräch zwingend vorgesehen.

Ich finde, als erstes die Kreditkartendaten abzufragen, den Test automatisch in einen Bezahlaccount übergehen zu lassen und einem die Abmeldung so mühsam zu machen, ist nicht die feine englische Art und gehört nicht ins Internet des 21. Jahrhunderts. Ich habe auch nie erfahren, ob mein Test-Account automatisch in einen Vertrag mit monatlicher oder jährlicher Laufzeit übergegangen wäre, wenn ich mich nicht abgemeldet hätte.

Fazit

Mein Eindruck ist, dass Livedrive das Zeug zu einem guten Service hätte. Backup und Wiederherstellung funktionieren reibungslos, die Software ist aufgeräumt und selbsterklärend. Hier könnt ihr große Datenmengen ablegen, ohne viel Mühe und Aufmerksamkeit investieren zu müssen.

Hier könnt ihr Livedrive 14 Tage kostenlos testen.

VORTEILE

  • Leichte Bedienung
  • Viel Speicherplatz
  • Backup und Cloud-Speicher in einem

NACHTEILE

  • Intransparent
  • Datenschutzbedenken
  • Aggressives Marketing
  • Relativ teuer
  • Zum Teil inakzeptable Übertragungsraten

Die allgemeine Intransparenz hat aber einen unguten Beigeschmack und die mega-langsamen Übertragungsraten an vielen verschiedenen Test-Tagen lassen Livedrive für mich ausscheiden.

Wenn ihr eine leistungsfähige Backup-Lösung braucht und Livedrive euren Bedürfnissen entgegenkommt, probiert es ruhig mal aus. Vielleicht war es eine Störung oder ein Bug, die oder der irgendwann behoben wird. Wenn das der Fall ist, kann der Dienst bei größeren Datenmengen im Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus mit anderen mithalten. Das gilt vor allem fürs Backup und weniger fürs Briefcase.

Eine schöne Kombi-Lösung für Cloud und Backup ist SpiderOak, als schlanken und preisgünstigen Backup-Service kann ich euch Backblaze empfehlen. Hier gelangt ihr zu unserem SpiderOak Test und Backblaze Test.

Provider Screenshot

Livedrive Cloud-Speicher Alternativen


2 Kommentare


Natira 11. March 2018 at 04:06

Ich finde Livedrive teuer (NAS) kostet nochmal ordentlich extra und unübersichtlich. Z.B. Habe ich noch nicht herausfinden können wie / ob ich von meinem alten auf den neuen PC irgendwie wechseln kann. Oder muss ich den alten kündigen und den neuen neu anmelden? Ohne Supportanfrage wird das wohl nicht gehen.

Reply

Leo Ertl 22. March 2018 at 12:43

Miese Praktik: Ich habe den Test-Account nach 4 Tagen mit dem Online-Formular gekündigt. Trotzdem wurden 168,- Euro abgebucht. Jetzt ist niemand zuständig. Der Support verweist auf den Verkauf, der nur telefonisch auf englisch, französisch oder holländisch erreichbar ist. Unmöglich.

Reply

Habt ihr Fragen oder Anregungen für diesen Artikel? Wir freuen uns von euch zu hören!

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