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Canon EOS M50 Test

Canon EOS M50 Test
Großartig für Einsteiger – Profis stoßen an ihre Grenzen

Aktueller Preis:

629,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 22. May 2019 03:49
91Leser haben dieses Produkt gekauft
Produktkategorie
MarkeCanon
ObjektivanschlussCanon EF-M
SensorgrößeAPS-C (366 mm²)
Auflösung24,1 MP
Akkulaufzeit (CIPA-Standard)235 Bilder
Bildstabilisierung im Gehäuse
Wetterfest
4K-Video

Author

Alex sieht mehr als nur Schwarz-Weiß und ist bei Sonntagmorgen verantwortlich für sämtliche Themen rund um Kameras und die Fotografie. Seit 2016 fotografiert er nebenberuflich internationale Mountainbike-Rennen, Hochzeiten und andere Events. Außerdem ist er ein enthusiastischer Technik-Nerd, weshalb er für euch immer genau die richtigen Fakten in seinen Fokus rückt. Alex

Die Canon EOS M50 eignet sich super für Einsteiger, die auf der Suche nach ihrer ersten Systemkamera sind. Sie ist kompakt, liegt komfortabel in der Hand, schießt hervorragende Bilder – auch im Automatikmodus – und hat einen rasanten Autofokus. Außerdem lässt sie sich von allen Modellen am einfachsten bedienen und bietet euch die beste Konnektivität für die Kopplung mit eurem Smartphone oder eurem Computer.

Canon integriert den Touchscreen als intuitives Bedienelement von allen Herstellern am besten in die Kamera. So finden sich auch unerfahrene Fotografen schnell mit dem Modell zurecht. Es macht einfach Spaß mit ihr herumzuspielen und verschiedene Einstellungen und Modi auszuprobieren.

Den 4K-Modus der EOS M50 stellt Canon groß zur Schau. Dieser konnte mich jedoch nicht ansatzweise vom Hocker reißen, da er vergleichsweise weich aussieht und die Videos um einen zusätzlichen Crop-Faktor von 1,7 beschneidet.

Welche Nachteile das mit sich bringt, erkläre ich euch weiter unten. Wenn ihr im gleichen Preissegment nach einer Kamera zum Filmen ausschau haltet, lege ich euch die Panasonic G81 ans Herz.

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Overall Rating

78%

"Großartig für Einsteiger – Profis stoßen an ihre Grenzen"

Handhabung
80%
Gut
Bildqualität
85%
Sehr gut
Objektivauswahl
70%
Befriedigend
Geschwindigkeit
75%
Gut
Videofunktionalität
80%
Gut
Preis/Leistung
80%
Gut

Meine Erfahrung mit der Canon EOS M50 Systemkamera: Das erste Canon-Modell mit 4K!

Die im April 2018 vorgestellte Systemkamera ist die große Schwester von Canon’s preiswertester Systemkamera: Der EOS M100.

Das am meisten umworbene Feature der EOS M50 ist der 4K-Modus. Die Kamera ist das erste „nicht-Profi“-Modell des japanischen Herstellers, das Videos in dieser Auflösung aufnehmen kann. Das können jedoch fast alle Modelle in unserem Systemkamera Test – und nicht erst jetzt, sondern schon seit 2016.

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629,00 €

Eins kann ich dem Artikel vorwegnehmen: Obwohl Canon dieses Feature wie verrückt anpreist, hat es bei mir eher einen Faden Nachgeschmack hinterlassen. Warum das so ist und was mir an der Canon M50 gut gefallen hat, erkläre ich euch in diesem Testbericht.

Handhabung: Ein Spielparadies von kurzer Dauer

Für mich gehört die Handhabung inzwischen zu den wichtigsten Aspekten einer jeden Kamera. Warum? Was bringt euch ein Fotoapparat mit der besten Bildqualität und dem rasantesten Autofokus, wenn ihr keinen Spaß mit dem Modell habt?

Ihr müsst Freude verspüren, wenn ihr euer Schmuckstück in der Hand haltet und damit fotografiert. Am Anfang war es das reinste Vergnügen mit der Canon EOS M50 rumzuspielen. Je mehr ich mich jedoch mit ihr auseinandersetze, desto weniger gefiel sie mir.

Canon EOS M50 von vorne

Ich bin schnell an die Grenzen der EOS M50 gestoßen

Fangen wir damit an, warum ich zu Beginn so begeistert von dem Modell war: Wie alle Systemkameras von Canon, bietet euch auch die M50 die einfachste Menüführung auf dem Markt. Durch die bunten, gut beschriebenen und durch Grafiken aufgepäppelten Einstellungen zu navigieren, lässt mein Fotografen-Herz höher schlagen.

Außerdem integriert Canon den Touchscreen vorbildlich. Die komplette Bedienung ist auf das berührungsempfindliche Display abgestimmt. Es ist also ganz egal, ob ihr das erste Mal eine Kamera in den Händen haltet oder ob ihr bereits jahrelange Erfahrung als Star-Fotograf sammeln konntet: Die Bedienung der EOS M50 ist ein Kinderspiel und ihr werdet euch sofort zurechtfinden.

Das ist nicht selbstverständlich: Wenn ihr ein Modell der meisten anderen Hersteller zum ersten Mal in den Händen haltet, fühlt es sich eher so an, als würdet ihr ohne Einweisung in ein Flugzeug-Cockpit steigen.

Doch wie ihr euch vorstellen könnt, hat diese einfache Bedienung auch ihre Kehrseite: Canon treibt es mit der Simplizität aus meiner Sicht etwas zu weit, da sie die M50 lediglich mit einem Einstellrad ausstatten. Nach „einfach“ kommt meist „eingeschränkt“. Im gleichen Preissegment stellt euch die Alpha 6000 zwei und die Fujifilm X-T100 sogar drei Rädchen zur Verfügung.

In der Theorie könnt ihr die M50 im manuellen Modus benutzen – genau wie alle anderen Systemkameras auch. In der Praxis machte das jedoch wenig Spaß.

Es ist sehr fummelig, da ich beispielsweise ISO und Verschlusszeit durch ungenaues und zeitaufwendiges „herum-touchen“ auf dem Display verändern muss. Bei den meisten anderen Kameras geht das dank mehrerer Einstellräder deutlich einfacher.

Profis brauchen viele Bedienelemente, um Eins mit ihrem Fotoapparat zu werden. Deshalb ist die EOS M50 nicht die beste Wahl für euch, wenn ihr fortgeschrittene Fotografen seid – oder euch zumindest in Zukunft so bezeichnen wollt.

Canon EOS M50 Einstellrad

Die EOS M50 bietet euch lediglich ein programmierbares Einstellrad

Die extrem kurze Akkulaufzeit ist mir ein weiterer Dorn im Auge. Mit einer Ladung schafft die Kamera lediglich 235 Bilder laut CIPA-Rating. Damit gehört das Durchhaltevermögen der M50 zum kürzesten von allen Modellen in unserem Test.

Immerhin bietet euch die M50 einen sogenannten „Eco-Mode“ mit dem ihr rund 370 Bilder knipsen könnt. Er schränkt die Funktionalität der Kamera jedoch etwas ein. Die Sony Alpha 6000 bietet euch (ohne Eco-Mode) beispielsweise 360 Bilder und befindet sich damit im soliden Mittelfeld.

Das wäre verschmerzbar, wenn ihr die Canon M50 ganz einfach „on the go“ per USB aufladen könntet. Doch auch dieses mittlerweile sehr verbreitete Feature integriert Canon nicht in die Kamera. Alle Fotografen, die sich für dieses Modell entscheiden, sollten deshalb über einen (oder zwei) Wechselakkus nachdenken.

Nach so viel Kritik habe ich aber noch drei positive Punkte für euch:

  • Die hervorragende Konnektivität
  • Das Selfie-Display
  • Der Sucher

Die Verbindungsmöglichkeiten der M50 haben mich sehr positiv überrascht. Von allen Modellen in unserem Systemkamera Test hat die EOS M50 die beste Konnektivität.

Die Smartphone App lässt sich sehr einfach bedienen und das Verbinden klappt relativ problemlos. Außerdem bietet euch die M50 die Möglichkeit Bilder automatisch an euer Handy oder euren Computer zu übertragen, sobald ihr im gleichen WLAN-Netzwerk seid.

Canon Camera Connect App Screenshot

Die Camera Connect App von Canon gefällt mir von allen Herstellern am besten

Außerdem hinterlassen der Sucher und der Bildschirm einen super Eindruck bei mir.

schlägt Letzterer lässt sich nach vorne klappen, sodass ihr die M50 auch als Selfie-Kamera nutzen könnt. Chapeau Canon! Das bieten nicht alle Modelle.

Canon EOS M50 Selfie-Bildschirm

Die EOS M50 verfügt über einen Selfie-Bildschirm

Im Gegensatz zu ihrer kleinen Schwester, der EOS M100, ist die M50 außerdem mit einem digitalen Sucher ausgestattet. Dieser ist im Grunde genommen nichts anderes als ein winziger Bildschirm, mit dem ihr euch – dank der Außenabschirmung – besser auf das Bild konzentrieren könnt.

Mit einer Auflösung von 2,36 Millionen Pixel ist dieser äußerst scharf und bietet euch eine deutlich höhere Auflösung als beispielsweise die Alpha 6000. Bei ihr schaut ihr in ein Guckloch mit „lediglich“ 1,44 Millionen Bildpunkten.

Canon EOS M50 Sucher

Mit einem Sucher könnt ihr auch bei starkem Sonnenlicht noch erkennen, was vor eurer Linse vor sich geht

Für ihre Handhabung erhält die Canon EOS M50 von mir 80 Prozent. Super gefällt mir das Selfie-Display, der hochauflösende Sucher, die einfache Bedienung und das intuitive Touch-Interface. Außerdem liegt die Kamera trotz ihrer kompakten Abmessungen sehr komfortabel in der Hand.

Punktabzug gebe ich ihr aufgrund der sehr kurzen Akkulaufzeit und der wenigen Bedienelemente. Fortgeschrittene Fotografen fühlen sich mit der M50 deshalb schnell eingeschränkt.

Bildqualität: Farbenfrohe Pracht

Ihr habt vielleicht schon einmal gehört, dass ihr euch in der Fotografie die Faustregel merken könnt: „Je größer der Sensor, desto besser ist auch die Bildqualität.“

Canon stattet die M50 mit einem APS-C-Sensor aus, der um einiges mehr Fläche hat als die sogenannten Micro Four Thirds Sensoren (kurz: MFT), die in den Einsteiger-Modellen von Olympus und Canon zum Einsatz kommen.

Das schlägt sich auch in der Bildqualität nieder: Die Aufnahmen der M50 konnten mich auf ganzer Linie überzeugen und sind merklich besser als bei den Systemkameras der beiden anderen Hersteller.

Lediglich wenn es draußen dunkler wird, nimmt die Performance etwas ab. Hier kann die Leistung nicht ganz mit den gleichpreisigen Modellen von Sony oder Fuji mithalten, die ebenfalls auf einen Sensor im APS-C-Format setzen. Mir fällt auf, dass die Sensoren von Canon-Kameras der Konkurrenz tendenziell immer ein bisschen hinterherhinken.

Canon EOS M50 Beispielbild bei Nacht

Auch bei wenig Licht können sich die Bilder der EOS M50 noch sehen lassen

Wenn es um die Echtheit der Farben geht, bezeichnen viele Fotografen Canon als den Platzhirsch unter allen Herstellern.

Vor allem Hautfarben sehen außerordentlich realistisch aus. Damit ihr das besser vergleichen könnt, habe ich hier zwei Aufnahmen unseres Sonntagmorgen-Models für euch.

Canon EOS M50 Beispielportrait

Canon EOS M50

Panasonic Lumix G81 Beispielportrait

Panasonic Lumix G81

Doch wie schlägt sich die EOS M50 im Alltag? Macht euch selbst ein Bild:

Dafür habe ich die M50 auf einen kleinen Street-Photography-Walk durch unsere Hauptstadt genommen. Alle Aufnahmen schoss ich im Automatikmodus in JPG und habe sie anschließend nicht nachbearbeitet. Hier könnt ihr sie euch in voller Auflösung ansehen.

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Für ihre solide Bildqualität gebe ich der Canon EOS M50 ganze 85 Prozent. Mein Fazit zur Handhabung setzt sich fort:

Anfänger erhalten einen super Automatikmodus, mit dem sie sehr hochwertige und natürliche Bilder schießen können. Fortgeschrittene Fotografen sollten sich jedoch lieber bei der Konkurrenz umsehen, da dort der Bildsensor auf einem höheren Niveau ist.

Meine Empfehlung ist auch hier die Sony Alpha 6000, die euch ein bisschen mehr Freiraum bei der Nachbearbeitung von RAW-Bildern bietet.

Objektivauswahl: die kleinste auf dem Markt

Viele Einsteiger-Fotografen unterschätzen die Möglichkeit des Objektivwechsels. Dabei bieten euch zusätzliche Optiken den Vorteil eure Kamera ganz einfach an eure Bedürfnisse anzupassen.

Hier ein kleines Beispiel: Das mitgelieferte Kit-Objektiv hat eine Brennweite von 15 bis 45 mm. Wie die meisten anderen Kit-Objektive, bietet euch diese Optik keine besonders große Reichweite. Das könnt ihr auf dem folgenden Beispielbild erkennen.

Canon EOS M50 Kit-Objektiv Zoom-Umfang

So groß ist der Zoom-Umfang des Kit-Objektivs

Wollt ihr diese Reichweite vergrößern, könnt ihr die mitgelieferte Optik ganz einfach gegen ein sogenanntes Tele-Objektiv austauschen. Wenn ihr euch hingegen auf die Portrait-Fotografie spezialisieren wollt, könnt ihr ein offenblendiges Objektiv kaufen, mit dem ihr eine wunderschöne Hintergrundunschärfe erhaltet.

Leider bieten euch die Modelle von Canon die geringste Objektivauswahl aller Systemkameras im Test. Sie ist bedeutend kleiner als das Repertoire an MFT oder E-Mount Objektiven. Die wichtigsten Optiken für Hobby-Fotografen sind jedoch vorhanden.

Bitte nicht wundern: Die Auswahl an Objektiven für Canon-Spiegelreflexkameras ist zwar die größte auf dem Markt, allerdings lassen sich diese Optiken leider nur mit einem Adapter an den Canon EOS M Systemkameras benutzen.

Ich habe die Auswahl der Optiken für den Canon EF-M Mount genauer unter die Lupe genommen und einen ausführlichen Artikel darüber verfasst. Ihr könnt ihn euch hier ansehen: die besten Canon EF-M Objektive im Überblick.

Hier ein kleiner kurze Zusammenfassung meiner 3 Favoriten:

  1. Canon 22 mm F2.0 STM Pancake
    Preis-Leistungs-Sieger der Festbrennweiten. Perfekt für Urlaubsfotografen, die Platz und Geld sparen wollen, aber trotzdem nicht auf eine hochwertige Optik verzichten möchten.
  2. Canon 55-200 mm F4.5-F6.3 IS STM
    Preis-Leistungs-Sieger der Telezoom Objektive. Maximale Reichweite zu einem erschwinglichen Preis.
  3. Canon 11-22 mm F4.5-F5.6 IS STM
    Preis-Leistungs-Sieger der Weitwinkel-Objektive. Optimal für Architektur- oder Landschaftsaufnahmen.

 

Canon EF-M Objektive

Von Links nach Rechts: 22 mm Pancake-Objektiv, 15-45 mm Kit-Objektiv,11-22 mm Weitwinkel & 55-200 Telezoom

Ähnlich wie bei der Handhabung und der Bildqualität lautet deshalb auch hier mein Fazit: Für Einsteiger ist die Auswahl an Objektiven bestens geeignet. Alle, die Größeres vorhaben, sollten sich jedoch bei den Kameras der anderen Hersteller umsehen, bei denen mehr Optiken zur Auswahl stehen.

Von mir erhält sie deshalb wie alle Canon EOS M Systemkameras 70 Prozent in dieser Kategorie.

Geschwindigkeit: Ein schneller Autofokus ist nicht alles

Canon stattet den Autofokus der M50 mit seiner neuesten Dual Pixel Technologie aus. Diese hört sich nicht nur als Marketing-Slogan attraktiv an, sondern funktioniert auch in der Praxis wunderbar.

Sowohl bei wenig Licht als auch bei Serienaufnahmen trifft der Autofokus der EOS M50 fast immer ins Schwarze. Die Performance kann jedoch nicht ganz mit den Modellen des Autofokus-Platzhirsches mithalten: Sony. Die Alpha 6000 ist noch einen Tick schneller.

Ebenfalls wichtig für eine hervorragende Geschwindigkeit ist die Serienbildrate. Sie beschreibt, wie schnell die Kamera hintereinander Bilder schießt. Die Canon EOS M50 fotografiert maximal mit zehn Aufnahmen in der Sekunde, was schon beachtlich ist.

Wenn ihr auch während der Serienaufnahmen noch alles im Fokus behalten wollt, müsst ihr den sogenannten AF-C-Modus zum Fokussieren benutzen. Hierbei verringert sich die Serienbildrate auf 7,4 Aufnahmen pro Sekunde.

Auch das ist ein ordentlicher Wert, der sich nicht vor der Konkurrenz verstecken braucht. Die Sony Alpha 6000 schafft das beispielsweise nur mit rund drei Bildern in der Sekunde.

Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, das letzte Bild noch nicht geknipst: Viele Fotografen vergessen im Zusammenhang mit der Serienbildrate, sich den Puffer genauer anzusehen. Seine Größe entscheidet darüber, wie lange ihr mit dem maximalen Tempo fotografieren könnt.

Mit zehn Bildern fällt der Puffer bei der Canon M50 äußerst klein aus. In der Praxis bedeutet das, dass die Kamera mit der schnellsten Serienbildrate also nur eine Sekunde durchhält.

Auch hier unterliegt sie im direkten Vergleich der Alpha 6000: Ihr Puffer bietet Platz für bis zu 21 RAW-Aufnahmen.

Objektivauswahl: Die kleinste auf dem Markt

Für ihre Geschwindigkeit erhält die Kamera von mir 75 Prozent. Der Autofokus kann zwar nicht ganz mit dem der Sony-Modelle mithalten, bietet euch jedoch im Alltag eine ausreichende Performance. Die Serienbildrate ist sogar auf demselben Niveau. Die meisten Punkte ziehe ich ihr aufgrund des mickrig ausgefallenen Puffers ab.

Videofunktionalität: 4K mit einigen Abstrichen

Die Canon EOS M50 ist aus meiner Sicht das beste Beispiel dafür, dass ihr einen 4K-Modus nicht mit einer hervorragenden Videofunktionalität gleichsetzen könnt.

Aufgrund der folgenden drei Fakten kann ich die Kamera keinem empfehlen, für den das Aufnehmen von Videos in 4K eine wichtige Rolle spielt:

  1. Die Videos haben einen Crop-Faktor von 1,7: Das bedeutet, dass die Kamera zum Filmen nicht den ganzen Sensor benutzt. Ein großer Nachteil für euch, da es so unmöglich ist, Videos mit Weitwinkel (= einem großen Sichtfeld) zu drehen. In Full HD habt ihr nicht mit diesem Problem zu kämpfen.
  2. Außerdem unterstützt die Kamera den Dual Pixel Autofokus nicht. Das bedeutet, dass das Fokussieren deutlich länger dauert und unzuverlässiger ist, da lediglich der Kontrast-Autofokus zum Einsatz kommt. Auch mit diesem Problem habt ihr beim Aufnehmen von Full HD-Videos nicht zu kämpfen.
  3. 4K ist nicht gleich 4K: Im direkten Vergleich zu anderen Kameras wirken die Videos eher weich. Das könnte daran liegen, dass die Kamera eigentlich ein 3,5K Video aufnimmt und dieses auf 4K hochskaliert, wodurch wichtige Details verloren gehen. Was da so ganz genau passiert, bleibt allerdings Canons Geheimnis.

Doch seht euch selbst das Resultat an. Hier habe ich ein kleines Test-Video in 4K für euch aufgenommen.

4K Beispielvideo

Sehr gut gefallen haben mir hingegen die Full HD Videos. Diese können mit der Qualität der Aufnahmen von den Konkurrenz-Modellen mithalten.

Außerdem bietet euch die Kamera einen Audioeingang, über den ihr beispielsweise ein externes Mikrofon anschließen könnt. Für alle, die es etwas ernster mit dem Filmen meinen, ist das ein großer Vorteil. Das interne Mikrofon ist bei allen Kameras nicht sonderlich leistungsfähig und fängt schnell an zu rauschen.

Mit ihrer Videofunktionalität kommt die M50 gerade noch mit 80 Prozent davon. Für eine in 2018 erschienene Systemkamera ist der 4K-Modus enttäuschend. Die Full HD Videos sind hingegen auf einem sehr guten Niveau.

Wenn ihr euch im gleichen Preissegment nach einer Systemkamera zum Filmen umseht, solltet ihr die Panasonic Lumix G81 in den Sucher nehmen. Sie ist unser Testsieger für Videoaufnahmen!

Fazit: Solides Gerät für Einsteiger

Die Canon EOS M50 hat etwas mehr Power unter der Haube als ihre kleine Schwester, die EOS M100. Trotzdem lautet mein Fazit bei beiden Modellen gleich: Für Einsteiger-Fotografen eignen sich die beiden Geräte hervorragend. Fortgeschrittene Knipser sind jedoch schnell an der Leistungsgrenze der beiden Kameras angekommen.

An der EOS M50 gefällt mir super, dass sie ein kompaktes Gehäuse hat, sehr komfortabel in der Hand liegt und eine intuitive Bedienung bietet. Außerdem schießt sie sehr schöne Bilder und besitzt einen rasanten Autofokus.

Canon EOS M50 im Test

Das alltägliche Fotografieren macht Spaß – für Foto-Enthusiasten gibt es jedoch bessere Modelle

629,00 €

VORTEILE

  • Hervorragende Bildqualität
  • Schneller Dual Pixel Autofokus
  • Intuitive Bedienung
  • Super Konnektivität
  • Selfie Display

NACHTEILE

  • Crop-Faktor von 1,7 bei 4K-Aufnahmen
  • Kurze Akkulaufzeit
  • Kleiner Puffer

In drei wichtigen Bereichen – der Objektivauswahl, der Geschwindigkeit und der Videofunktionalität – hinkt sie jedoch gleichpreisigen Konkurrenten hinterher.

Wenn ihr euch auf das Aufnehmen von Bildern fokussieren möchtet, rate ich euch zu unserem Preis-Leistungs-Sieger: Der Sony Alpha 6000. Sie hat eine noch bessere Bildqualität, einen etwas schnelleren Autofokus, einen größeren Puffer, mehr Bedienelemente und es gibt eine größere Auswahl an Wechselobjektiven.

Wenn ihr im gleichen Preissegment nach einem soliden Gesamtpaket zum Filmen Ausschau haltet, lege ich euch unseren Testsieger der Video-Systemkameras ans Herz: Die Panasonic G81.

Ihr sucht einfach nur nach einer Kamera zum Fotos schießen? Dabei liegt euch sowohl eine simple Bedienung als auch eine ordentliche Bildqualität am Herzen? Dann ist die Canon EOS M50 eine hervorragende Wahl für euch.

Was ist eure Meinung zur der Systemkamera? Bin ich vielleicht etwas zu harsch mit ihr umgegangen? Hinterlasst mir eure Antworten in den Kommentaren! Dort gehe ich außerdem gerne auf eure Fragen ein.

Produktdaten

ObjektivanschlussCanon EF-M
SensorgrößeAPS-C (366 mm²)
Auflösung24,1 MP
Gewicht387 g
Akkulaufzeit (CIPA-Standard)235 Bilder
Serienaufnahmen10 Bilder pro Sekunde
Puffer10 RAW-Bilder
AnschlüsseMicro USB, HDMI, Klinke, WLAN, Bluetooth, NFC
Abmessungen116 x 88 x 59 mm
Selfie-Display
Touchscreen
Geräuschloses Fotografieren
Bildstabilisierung im Gehäuse
Wetterfest
4K-Video


Aktueller Preis:

629,00 €

Zuletzt aktualisiert am: 22. May 2019 03:49

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