Skip to main content

Amazon Drive Test

Amazon Drive Test
Simpler, schneller Cloud-Speicher mit viel Platz.

Tarife ab:

70,00 €

pro Jahr
Produktkategorie
Firmensitz und ServerstandortInternational
Deutsche Benutzeroberfläche
Kostenloser Cloud Speicher- GB
Bezahloption70,00 Euro/Jahr (ca. 5,83 Euro/Monat) für unbegrenzten Speicherplatz
BetriebssystemeMac und Windows
Mobiler ZugriffiOS, Android
Synchronisieren
Selektives Synchronisieren
Dateien & Ordner teilen

Author

Sebastians Motto lautet: Kein Backup, kein Mitleid. Kein Wunder, dass er mit Begeisterung Cloud-Speicher testet. Sebastian

Bei Amazon gibt es alles. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen das Unternehmen nur ein Bücher-Shop war. Inzwischen gehört auch ein Cloud-Speicher-Dienst für Privatkunden zum Produktportfolio des Internetriesen. Das liegt nahe, denn Amazon unterhält hinter den Kulissen die weltweit größte Cloud-Computing-Plattform für Firmenkunden.

Amazon Drive ist dagegen ein Cloud-Speicher-Angebot für Privatkunden und richtet sich an die breite Masse: Die Bedienung ist einfach und der Funktionsumfang begrenzt. Es fehlt beispielsweise eine Möglichkeit zum gemeinsamen Zugriff auf geteilte Ordner, wie sie seit Dropbox weitgehend Standard ist.

Dafür bietet Amazon schnelle Übertragungsraten und unbegrenzten Speicherplatz für knapp 6 Euro im Monat. Bei großen Datenmengen ist das unschlagbar günstig. Wem aber bis zu 5 oder 10 Gigabyte Speicherplatz reichen, der sollte sich weiter umsehen, denn die bekommt er bei den meisten Anbietern kostenlos.

Hier findet ihr wie wir uns finanzieren Sonntagmorgen wird nicht von Herstellern finanziert. Wir kaufen alle Produkte selber und testen sie ausgiebig, um euch die bestmögliche Beratung zu garantieren. So sind wir unabhängig und müssen euch nicht ein Produkt empfehlen, nur weil uns ein Händler vielleicht dafür bezahlt.

Wenn ihr über einen unserer Links das Produkt eurer Wahl kauft, so bekommen wir eine kleine Provision vom jeweiligen Online-Shop. Das gute daran: Für euch kostet das Produkt genau das gleiche, aber wir können mit eurer Hilfe die besten Testberichte erstellen.


Overall Rating

83%

"Simpler, schneller Cloud-Speicher mit viel Platz."

Benutzerfreundlichkeit
95%
Exzellent
Funktionsumfang
75%
Gut
Sicherheit
70%
Befriedigend
Geschwindigkeit
95%
Exzellent
Zuverlässigkeit
80%
Gut
Support
80%
Gut

Amazon Drive Cloud-Speicher Test und Vergleich 2018

Das Cloud-Speicher-Angebot für Privatkunden des bekannten Online-Versandhauses Amazon ist im Netz leicht zu übersehen, da Amazon im Zusammenhang mit dem Schlagwort „Cloud“ vor allem für seine „Amazon Web Services“ (AWS) bekannt ist. Unter diesem Namen betreibt Amazon ein Cloud-Computing-Angebot für Geschäftskunden. Der Service ist weltweit der größte seiner Art.

Gallery ImageGallery ImageGallery ImageGallery ImageGallery Image

70,00 € pro Jahr

Amazon Drive Kosten

Amazons Cloud-Service für Privatnutzer ist sofort anzusehen, dass er sich mehr an die große Masse richtet als an Technik-Nerds. Denn auf den Informations- und Hilfeseiten findet sich praktisch nichts über Serverstandorte oder die eingesetzte Verschlüsselung und Sicherheitsarchitektur. Für technisch Kundige, die Wert auf Sicherheit legen, stehen diese Fragen beim Vergleich verschiedener Cloud-Anbieter ganz oben auf der Liste.

Die Preispolitik ist unkonventionell, aber in ihrer Einfachheit sympathisch: Für 70 Euro im Jahr gibt es unbegrenzten Cloud-Speicherplatz. Diesen Service könnt ihr für drei Monate kostenlos testen. Ein dauerhaft kostenloses Paket gibt es nicht. Prime-Kunden erhalten im Rahmen ihres Abonnements automatisch und ohne Aufpreis auf die Prime-Mitgliedschaft 5 Gigabyte Drive-Speicherplatz.

Wie den meisten von Dropbox bekannt, ermöglicht Amazon Drive das Speichern von Daten in der Cloud und die Synchronisierung dieser Daten mit einem oder mehreren Desktop-PCs. Im Vergleich zu anderen Diensten dieser Art ist Amazon Drive sehr einfach gehalten. So fehlt zum Beispiel die Möglichkeit, sich mit anderen Nutzern zu vernetzen und gemeinsam auf geteilte Ordner zuzugreifen.

In unserem ausführlichen Artikel Die besten Cloud-Speicher: Test und Vergleich 2018 könnt ihr euch einen umfassenden Überblick der interessantesten Cloud- und Backup-Anbieter verschaffen.

Einrichtung

Zur Verwendung von Amazon Drive ist – nicht überraschend – ein Amazon-Kundenkonto erforderlich. Bei der Aktivierung des Angebots lässt sich Amazon den Start des Testzeitraums bestätigen.

Amazon Drive Start

Los geht’s

Im nächsten Schritt fragt Amazon eure Kontodaten ab, um nach Ablauf der drei Monate die Gebühr einziehen zu können. Wenn ihr schon über ein Amazon-Konto mit Zahlungsinformationen verfügt, müsst ihr diese nur bestätigen.

Nett ist dabei: Ihr könnt sofort durch einen einfachen Klick festlegen, dass der Testzeitraum nicht in ein kostenpflichtiges Abo übergehen soll. Dann müsst ihr nur darauf vorbereitet sein, dass Amazon die gespeicherten Daten nach drei Monaten löscht.

Beim ersten Öffnen der Innenansicht eures Cloud-Speichers startet Amazon den Download der Desktop-Software.

Während der Installation fragt diese, wo der Synchronisierungsordner erstellt werden soll. Voreingestellt ist das Stammverzeichnis des angemeldeten Nutzers (etwa: C:/User/Vorname Nachname/Amazon Drive).

Ich werfe also mein Testpaket Daten dort hinein und der Upload beginnt.

Benutzeroberfläche

In der Systemleiste taucht ein kleines blau-weißes Wolken-Icon auf. Durch einen Klick darauf öffnet sich die sparsam gestaltete Benutzeroberfläche der Software.

Amazon Drive Status

Das Software-Fenster zeigt den aktuellen Status

Das kleine Ordner-Icon oben öffnet den Drive-Ordner in eurer Dateienverwaltung, also zum Beispiel im Windows-Explorer. Der Pfeil nach oben ermöglicht Uploads und Downloads ohne Synchronisierung. Dies erkläre ich im Abschnitt „Daten speichern“. Der Globus öffnet euren Cloud-Speicher im Browser.

Die drei Punkte oben rechts führen zu den Einstellungen, die ebenfalls minimal und übersichtlich sind.

Amazon Drive Einstellungen

Nur wenige Einstellungsoptionen

Wie ihr seht, ist auch eine selektive Synchronisierung bestimmter Ordner möglich, aber dies nur innerhalb des Amazon-Drive-Ordners.

Unter „Bandbreite“ könnt ihr Upload- und Download-Raten begrenzen, um Bandbreite für andere Anwendungen freizuhalten. Unter „Konto“ findet sich unter anderem die Option, die Software beim Hochfahren automatisch starten zu lassen oder nicht.

Das deckt die Grundfunktionen eines Cloud-Speichers ab. Die Online-Ansicht ist ähnlich übersichtlich und minimalistisch gestaltet.

Amazon Drive Browser

Das Hauptmenü und der Cloud-Inhalt im Browser

Die Ordner „Bilder“, „Dokumente“ und „Videos“ sind vorgegeben. Ihr könnt sie auch ändern oder löschen.

Die oberen vier Menüpunkte sind selbsterklärend. Mit ihnen zeigt ihr alle Dateien, die zuletzt geänderten, die freigegebenen oder die gelöschten an. Gelöschte Dateien bleiben für 30 Tage im Papierkorb erhalten, bevor sie endgültig verschwinden.

Die Bezeichnung „Prime Fotos“ ist etwas missverständlich, denn eigentlich ist das ein Service für Amazon-Prime-Mitglieder, was ich nicht bin. Prime-Mitglieder erhalten neben den oben erwähnten 5 Gigabyte für Dateien aller Art unbegrenzten Cloud-Speicherplatz für Fotos.

In meinem Fall – ohne Prime – befindet sich unter dem Menüpunkt „Prime Fotos“ eine Galerie-Ansicht aller Fotos und Videos in meinem Test-Ordner. Die Funktion ignoriert dabei die Verzeichnisstruktur, in der ich die Bilder und Videos hochgeladen habe. Ich kann sie trotzdem normal aufrufen, indem ich durch meine Verzeichnisse navigiere, erhalte dort aber keine Galerieansicht und nur sehr kleine Vorschaubilder.

Unter „Speicherplatz verwalten“ gibt es eine Übersicht der Speicherbelegung und Optionen zur Änderung des Abonnements und der Zahlungsdaten.

Amazon Drive verwalten

Die Verwaltungsansicht im Browser

An der Option „Abonnement erneuern“ erkennt ihr, dass ich die kostenpflichtige Verlängerung meines 3-monatigen Testzeitraums gleich nach der Einrichtung gekündigt habe. Das geht genau an dieser Stelle.

Ganz unten in der Web-Ansicht des Cloud-Speichers gibt es noch einen Link zur Download-Seite der Desktop-Software für Mac und Windows sowie der App für Android und iOS.

Die Bearbeitungsoptionen für Dateien und Ordner erscheinen am oberen Rand in einem horizontalen Menü, wenn ihr das entsprechende Element in der Dateiansicht anklickt.

Amazon Drive Optionen

Die Menü-Optionen über der Ordnerliste

So weit, so übersichtlich.

Daten speichern

Hier ist zunächst mal das unkonventionelle Abonnement-Modell zu würdigen. Ich kenne sonst keinen Cloud-Speicher, der unbegrenzten Speicherplatz verspricht. Dafür sind 70 Euro pro Jahr (oder rund 5,83 Euro pro Monat) sehr günstig.

Das übliche Modell ist, dass es eine kleinere Menge kostenlos gibt, meist um die 5 oder 10 Gigabyte. Spitzenreiter ist hier der neuseeländische Anbieter Mega mit 50 Gigabyte. Größere Datenvolumen kosten dann Geld. Mehr zum Spitzenreiter unter den kostenlosen Angeboten erfahrt ihr in unserem Mega Test.

Bei Dropbox etwa kostet Speicherplatz für 1 Terabyte (1.000 Gigabyte) Daten 8,25 Euro im Monat. Bei Google Drive bekommt ihr die gleiche Menge für 9,99 Euro im Monat. Das weniger bekannte Sync bietet 2 Terabyte für 8 Dollar im Monat. Mehr könnt ihr direkt in den Testberichten der Cloud-Anbieter erfahren:

Bei Datenmengen um 5 oder 10 Gigabyte lohnt sich Amazon Drive also preislich nicht, denn die bekommt ihr bei vielen Anbietern kostenlos, meist mit größerem Funktionsumfang. Bei deutlich größeren Datenmengen dagegen ist Amazon Drive konkurrenzlos günstig.

Zum Speichern von Daten in der Cloud gibt es zwei Wege – abgesehen von der mobilen App, zu der ich weiter unten komme: über den lokalen Drive-Ordner oder den Browser.

Das normale und einfachste Vorgehen ist, Dateien im Ordner namens „Amazon Drive“ auf der Festplatte zu speichern. Wenn die Software läuft, beginnt sie dann sofort, die Daten in die Cloud zu laden.

Beim Hochladen über den Browser ist mehr Handarbeit nötig. Diese Möglichkeit ist am ehesten dann sinnvoll, wenn ihr von einem fremden Rechner aus etwas in die Cloud laden wollt. Seid ihr dann wieder an eurem eigenen, lädt die Software die unterwegs eingestellten Daten automatisch herunter.

Amazon Drive App Browser Upload

Das Menü für manuelle Uploads in Amazon Drive

Der Browser-Upload findet sich prominent in der Ecke oben links. Er funktioniert sowohl mit einzelnen Dateien als auch ganzen Ordnern. Die gleiche Funktion könnt ihr auch per Drag & Drop nutzen, wie der Screenshot zeigt.

Daten synchronisieren und teilen

Das Grundprinzip der Synchronisierung sieht so aus: Es gibt einen bestimmten lokalen Ordner, dessen Inhalte die Software automatisch in die Cloud lädt. Der Inhalt des Cloud-Speichers und dieses lokalen Ordners ist also im Normalfall identisch.

Ändert sich etwas an den Cloud-Daten oder im lokalen Ordner, überträgt die Software diese Änderungen auf die jeweils andere Seite – von der Cloud auf die lokale Festplatte oder umgekehrt. Das gleiche funktioniert auch mit mehreren Rechnern, die über die Software mit dem Cloud-Speicher verbunden sind. So könnt ihr die synchronisierten Dateien bequem von verschiedenen Arbeitsplätzen aus bearbeiten.

Bei manchen Cloud-Anbietern ist es möglich, beliebige und beliebig viele lokale Ordner mit der Cloud zu synchronisieren. Dazu gehören z.B. Mega und Luckycloud. Bei Amazon Drive geht das nicht – synchronisiert wird immer nur der Inhalt des Verzeichnisses „Amazon Drive“.

Bei Amazon Drive könnt ihr innerhalb des synchronisierten Verzeichnisses einzelne Unterordner von der Synchronisierung ausschließen. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn ihr Daten auf dem Privat- und dem Bürorechner synchronisiert und eure privaten Fotos zwar in der Cloud, aber nicht auf dem Arbeitsrechner haben wollt.

Das geht über den Tab „Synchronisieren“ der Einstellungen in der Software. Dort sind alle Ordner aufgelistet, die im Stammverzeichnis des Cloud-Speichers liegen. Die mit Häkchen werden mit dem betreffenden Rechner synchronisiert.

Amazon Drive selektive Synchronisierung

Die Auswahl synchronisierter Verzeichnisse

Was das Teilen betrifft, habe ich eingangs schon erwähnt, dass sich die Funktion darauf beschränkt, Links zu einzelnen Cloud-Inhalten zu erstellen. Die könnt ihr dann zur freien Verwendung in die Zwischenablage kopieren oder aus der Anwendung heraus per E-Mail verschicken sowie auf Twitter oder Facebook posten.

Amazon Drive Freigabe

Das Dialogfenster zur Link-Erstellung

Über den Menüpunkt „Freigegeben“ bekommt ihr eine Anzeige aller bisher freigegebenen Ordner und Dateien. Dort könnt ihr die Freigaben auch aufheben. Die verschickten Links gehen dann ins Leere.

Auch das Teilen ist bei Amazon Drive eher eine Minimallösung. Gängige Features anderer Cloud-Anbieter, die hier fehlen, sind:

  • Die Möglichkeit zum gemeinsamen Zugriff auf geteilte Ordner mit anderen Nutzern des betreffenden Anbieters
  • Ein Passwortschutz oder Verfallsdatum für verschickte Links
  • Die Möglichkeit für Empfänger verschickter Links, Dateien ins verlinkte Verzeichnis hochzuladen
  • Zugriffsstatistiken für verschickte Links

Wieder gilt, dass dies nicht schlecht sein muss. Wer diese Features sowieso nicht benutzen würde, profitiert hier von einer aufgeräumten Oberfläche und leichter Bedienung.

Daten wiederherstellen

Wenn ihr Dateien aus eurem Cloud-Speicher löscht, egal ob lokal oder online, landen diese im Papierkorb. Nach einer Frist von 30 Tagen verschwinden sie dort endgültig. Wenn ihr diesbezüglich Verlustängste habt, nehmt vielleicht lieber einen Anbieter, der gelöschte Dateien unbegrenzt aufbewahrt, beispielsweise Mega.

Wählt ihr einen Ordner oder eine Datei im Papierkorb aus, bieten sich zwei Optionen: endgültig löschen oder wiederherstellen. Letzteres passiert dort, wo das betreffende Element gespeichert war, als ihr es gelöscht habt.

Andere Cloud-Dienste bieten zum Teil die Möglichkeit, frühere Versionen von bearbeiteten Dateien wiederherzustellen. Das schafft eine gewisse Absicherung gegen Datenverlust durch voreiliges Überschreiben.

Amazon Drive bietet diese Funktion leider nicht. Das ist ein recht deutlicher Nachteil gegenüber den meisten Konkurrenten.

Mobil

Die Amazon-Drive-App bleibt in ihrem Funktionsumfang deutlich hinter den Apps der Konkurrenz zurück. Vor allem fehlt die Möglichkeit, mit dem Mobilgerät aufgenommene Fotos und Videos automatisch in die Cloud laden zu lassen. Das ist eines der stärksten Features gängiger Cloud-Apps, weil ihr euch damit nicht mehr um die Übertragung von Fotos und Videos auf den Rechner kümmern müsst.

So beschränkt sich die App im Wesentlichen darauf, die Cloud-Dateien anzuzeigen und manuell einzelne Dateien herunter- und hochladen zu können. Erstaunlich: Laut diesem Überblick ist Herunterladen nur auf Android-Geräten möglich.

Nach der Installation will die App (hier auf Android) zuerst wissen, ob Uploads nur über WLAN oder auch über Mobilfunk möglich sein sollen.

Folgender Screenshot zeigt die Optionen des Hauptmenüs der App.

Ungewöhnlich ist die Funktion „Textdatei erstellen“. Wenn ihr sie antippt, könnt ihr erst einen Namen für die Datei und dann Text eingeben. Die App speichert das Ganze als .txt-Datei auf der obersten Verzeichnisebene des Cloud-Speichers. Anscheinend ist das für Notizen gedacht.

Hier seht ihr noch die Funktionen, die für einzelne Cloud-Dateien zur Verfügung stehen:

Amazon Drive App Upload

Die Android-App nach dem ersten Login

Amazon Drive App Hauptmenu

Die Grundfunktionen im Hauptmenü der App

Amazon Drive App Kontextmenu

Die Bearbeitungsoptionen für Dateien

Bei ganzen Ordnern fehlt die Option „Herunterladen“. Sonst ist das Menü das gleiche.

Die meisten Cloud-Apps haben einen Hauptmenüpunkt für die Anzeige heruntergeladener Dateien. Der fehlt in diesem Fall.

Im Vergleich zu anderen Cloud-Apps finde ich diese eher enttäuschend, vor allem für ein Riesenunternehmen wie Amazon. Automatischer Upload von Bildern und Videos ist sonst Standard.

Natürlich hängt es wie immer von den eigenen Gewohnheiten ab, ob es schlimm ist, wenn einzelne Funktionen fehlen. Wer die App nur braucht, um ab und zu von unterwegs etwas in die Cloud zu schieben, dem mag der Funktionsumfang reichen.

Sicherheit

Amazon stellt praktisch überhaupt keine Informationen zur Datensicherheit zur Verfügung. Auf meine Anfrage hierzu erhielt ich nur einen Link auf die Nutzungsbedingungen – siehe unten. Das sagt wenig bis nichts über die eingesetzte Sicherheitstechnik aus.

Da Amazon ein führender Anbieter von Cloud-Computing ist, kann man spekulieren, dass die Techniker hinter Amazon Drive wissen, was sie tun. Es bleibt aber ein bisschen Glaubenssache, zumal Amazon ein US-Unternehmen und somit dem Zugriff der US-Geheimdienste ausgesetzt ist.

Positiv ist, dass es eine Integration der Verschlüsselungssoftware Boxcryptor mit Amazon Drive gibt. Cloud-Daten selbst zu verschlüsseln ist immer der sicherste Weg. Wem die Datensicherheit wichtig ist, der sollte diese Möglichkeit nutzen.

Neben dem schon genannten Sync bieten auch pCloud und Luckycloud eine sichere Verschlüsselung eurer Cloud-Daten. Details erfahrt ihr hier:

Geschwindigkeit

Bei den Übertragungsraten gab Amazon Drive im Test ein sehr gutes Bild ab.

Ich teste dies mit einem 5 Gigabyte großen Ordner. Der ist zu knapp der Hälfte mit fünf großen Videodateien und zur anderen mit einigen Hundert MP3-, Word- und PDF-Dateien sowie Fotos gefüllt.

Die Tabelle zeigt die Ergebnisse zweier Testdurchgänge. Amazon Drive war schneller als die meisten anderen Cloud-Anbieter, die ich getestet habe und lag ungefähr gleichauf mit Dropbox.

5-GB-Testordner1. Versuch2. VersuchDurchschnitt
Upload
(Stunden:Minuten)
01:3902:1501:57
Download
(Stunden:Minuten)
00:2600:4800:37

Zuverlässigkeit

Gleich nach der Einrichtung stieß ich auf ein technisches Problem. Ich hatte meinen Testordner hochgeladen und löschte ihn nun im Web-Interface. Die Idee war, ihn anschließend aus dem Papierkorb wiederherzustellen, um die Download-Geschwindigkeit zu testen.

Beim Löschen ging nun irgendetwas schief. In der Cloud klappte alles, doch die Software konnte die entsprechenden Daten auf meiner lokalen Festplatte nicht löschen. Der Status zeigte an, dass dies in Arbeit sei, aber es gab für über eine Stunde überhaupt keinen Fortschritt. Normalerweise dürfte dieser Schritt höchstens ein paar Minuten dauern.

Ich löschte die lokale Version meines Testordners also manuell und stellte diejenige im Cloud-Papierkorb wieder her. Sie verschwand aus dem Papierkorb und tauchte in der normalen Inhaltsansicht wieder auf.

Was nicht geschah, war: ein Download. Die Software reagierte nicht darauf, dass wieder Daten im Cloud-Ordner waren.

Jetzt installierte ich Amazon Drive auf meinem Zweitrechner. Dort lud die Software den Ordner ebenfalls nicht herunter.

Später stellte ich mehr durch einen Zufall fest, dass der Ordner in meinen Einstellungen zur selektiven Synchronisierung abgewählt war. Das erklärt, warum die Software ihn nicht herunterlud. Ich weiß aber nicht, wie es dazu gekommen ist. Weder Löschen noch Wiederherstellung ist aus meiner Sicht ein vernünftiger Grund, einen Ordner von der Synchronisierung auszunehmen.

Nun ja, kleine Bugs können immer auftreten und drei Monate Testzeitraum reichen aus, um sich Gewissheit zu verschaffen, dass es nicht die Regel ist.

Support

Der Menüpunkt „Hilfe und rechtliche Hinweise“ innerhalb von Amazon Drive führt lediglich zu den vorbereiteten Informationsseiten zu dem Dienst. Doch als Versandhaus hat Amazon ja einen Kundenservice. Diesen erreicht ihr über den Link „Hilfe“ ganz unten rechts auf den Amazon-Seiten.

Zur Kontaktaufnahme müsst ihr mit eurem Amazon-Account eingeloggt sein. Dann erscheint dort eine Themenauswahl, in der auch Amazon Drive aufgeführt ist. Als Kontaktmöglichkeiten sind E-Mail, Telefon und Chat im Angebot.

Amazon Drive Support

Die Nutzeroberfläche für Support-Anfragen

Ich entscheide mich für Email und stelle zwei Fragen:

  • Warum auf dieser Seite steht, dass ich unter „Speicherplatz verwalten“ meinen Tarif wechseln könne, obwohl es doch nur einen Tarif gibt und ich dort keine Option zu einem Tarifwechsel finde. Ich frage, ob es noch andere Tarife gibt.
  • Ob es öffentlich verfügbare Informationen über die Verschlüsselungstechnik gibt, die Amazon Drive einsetzt.

Die Antwort kam nach wenigen Stunden, obwohl Wochenende war. Leider war sie inhaltlich wenig ergiebig.

Bezüglich der ersten Frage erfuhr ich, dass es nur diesen Tarif und denjenigen für Prime-Kunden gibt. Offenbar war das mal anders und die Hilfeseite ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit.

Auf die zweite Frage kam nur ein vager Verweis auf die Nutzungsbedingungen, ohne jede Bezugnahme auf Verschlüsselung oder Datenschutz.

Positiv ist also die schnelle Antwort am Wochenende, aber eher negativ, dass auch über eine direkte Anfrage nichts über die eingesetzte Sicherheitsarchitektur zu erfahren ist.

Fazit

Amazon Drive ist ein einfach gehaltener Cloud-Speicher. Das kann je nach euren individuellen Anforderungen Vorteil oder Nachteil sein. Von Vorteil ist, dass der Dienst leicht zu verstehen und zu bedienen ist.

VORTEILE

  • Unbegrenzter Speicherplatz für wenig Geld
  • Gute Übertragungsraten
  • Leichte Bedienung
  • Selektive Synchronisierung

NACHTEILE

  • Keine Wiederherstellung früherer Dateiversionen
  • Keine Kooperationsmöglichkeit für geteilte Ordner
  • Nur 30 Tage Aufbewahrung gelöschter Dateien
  • Keine Info über Sicherheitsarchitektur

Amazon Drive

70,00 € pro Jahr

Der Nachteil ist ein recht begrenzter Funktionsumfang. Übersichtlichkeit und leichte Bedienung bietet auch Dropbox, doch dort findet ihr zusätzlich Funktionen wie geteilte Ordner und Wiederherstellung früherer Dateiversionen, die hier fehlen.

Dass man auf den Webseiten und über den Support nichts über die eingesetzte Sicherheitstechnik erfährt, ist enttäuschend. Immer wieder sind Sicherheitslecks auch bei großen Internetfirmen in den Nachrichten. Da sollte es Standard sein, dass Kunden umfassende Aufklärung darüber erhalten, wie ein Anbieter mit ihren Daten umgeht.

Die größten Vorteile neben der einfachen Bedienung sind die schnellen Übertragungsraten und der unbegrenzte Speicherplatz. So ist Amazon Drive am ehesten dann zu empfehlen, wenn ihr große Datenmengen synchronisieren wollt und diese Daten nicht unbedingt top secret sind.

In der Handhabung fand ich Amazon Drive durchaus angenehm. Der Service deckt aber nur Grundfunktionen ab und wird höheren Ansprüchen an Sicherheit und Funktionsumfang nicht genügen.

Provider Screenshot

Amazon Drive Alternativen


Keine Kommentare


Habt ihr Fragen oder Anregungen für diesen Artikel? Wir freuen uns von euch zu hören!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *