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von Arne

Zuletzt aktualisiert am: 5. July 2017

Cold Brew Coffee – mehr als kalter Kaffee

Der Sommer kommt. Jedenfalls heute, wo ich diesen Artikel schreibe. Zeit also, dass ich mich mal mit tollen Kaffee-Alternativen für die heißen Tage beschäftige.

Aber keine Sorge, auch wenn ihr diesen Artikel erst im Winter lest, der vorgestellte Cold Brew Coffee ist zu jeder Jahreszeit ein Genuss.

Ihr habt mit Sicherheit schon gemerkt, dass Kaffee mein Leben bestimmt. Aber auch bei mir gibt es – gerade an sehr heißen Tagen – mal Momente, wo ich mir ein kaltes Getränk wünsche, das mich aufpeppt.

Cola? – Fällt wegen des Zuckers direkt raus. Energydrink? – Hmm, klar…

Deshalb war ich sehr froh, als ich vor einiger Zeit wieder auf Cold Brew aufmerksam wurde. Ich hatte mich mit diesem Getränk früher schon beschäftigt. Aber erst durch verschiedene Artikel für coffeeness.de hab ich mich wieder intensiver mit diesem besonderem Kaltgetränk auseinandergesetzt. Mittlerweile ist es aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Aber fangen wir von vorne an: Was ist Cold Brew eigentlich? Könnt ihr das wirklich trinken? Wie wird er zubereitet?

Der Ursprung des Cold Brew Coffee

Die Zubereitungsmethode des Cold Brew taucht das erste Mal im 17. Jahrhundert auf. Niederländische Händler haben das Konzept damals entwickelt, um durch das kalte Zubereitungsverfahren nicht mehr von Hitzequellen abhängig zu sein. Sie konnten ihren Kaffee so einfacher herstellen, lagern und verkaufen.

Bis der Cold Brew Coffee dann aber seine Hochzeit erreichte, dauerte es nochmal gut 300 Jahre. Wann die Renaissance des kalten Kaffees in der Neuzeit begann, lässt sich nicht mehr wirklich genau nachvollziehen. Auf jeden Fall wurde Cold Brew Coffee im Sommer 2015 in das Sortiment von Starbucks aufgenommen. Und wenn selbst diese Kette mit ihren unerschöpflichen “Kreationen” an Heißgetränken ein Kaltgetränk aufnimmt, dann muss es wirklich populär sein.

Seitdem wurde viel über den Cold Brew geschrieben, aber auch gespottet. Wir schauen uns dieses Getränk mal genauer an.

Der klassische Cold Brew Coffee

Klassisch übersetzt bedeutet Cold Brew eigentlich Kaltes Aufbrühen. Die Kochexperten und Chemiker schreien an dieser Stelle natürlich laut auf. Wie kann denn etwas kalt sein und gleichzeitig brühen? Laut Duden bedeutet Brühen schließlich „etwas mit kochendem Wasser übergießen, kochendem Wasser aussetzen“.

Ich will an dieser Stelle aber mal nicht zu genau mit Definitionen sein, ich arbeite schließlich nicht für den Duden.

Fakt ist aber, dass der Hauptteil der Zubereitung beim Cold Brew auch nicht anders abläuft als bei anderen Kaffees. Das Kaffeepulver wird mit Wasser in Kontakt gebracht und am Ende kommt ein köstliches Getränk dabei heraus. Den Teil kennt ihr ja schon von jedem anderen heißen Kaffeegetränk.

Geschmacklich gibt es allerdings einen Unterschied. Dieser entsteht maßgeblich durch das deutliche längere „Aufbrühen“ des Kaffees. Je länger der Kaffee mit dem Wasser in Kontakt kommt, desto mehr Aroma wird extrahiert. Da dies beim Cold Brew mindestens acht Stunden sein sollten (eine Anleitung zur Zubereitung folgt unten), ist diese Zeit deutlich länger als beim Zubereiten eines normalen Kaffees.

Ich empfehle euch, bei der Zubereitungszeit einfach mal etwas auszuprobieren. Für den gesamten Prozess solltet ihr euch aber schon eine halben Tag Zeit nehmen. Bei meinen Tests habe ich gemerkt, dass ab zwölf Stunden aufwärts der Körper des Kaffees intensiver und sehr dominant wird. Wer das gerne mag, kann also noch etwas länger mit dem Abgießen warten.

Irgendwann wird der Geschmack den meisten von euch aber wahrscheinlich zu intensiv. Hier gilt es, den für euch richtigen Weg zu finden, egal ob ihr nachher mit Eis oder Wasser verdünnt. Ich lege euch ein Mischungsverhältnis von 1:4 ans Herz.

Equipment für Cold Brew

Der Großteil von euch wird wahrscheinlich kein neues Equipment benötigen. Ihr könnt Cold Brew sehr gut mit der Aeropress, der French Press oder einem Handfilter zubereiten. Ich nutze derzeit den Hario Cold Brew Coffee Pot und bin damit sehr zufrieden.

Ansonsten braucht ihr noch:

  • Frisch gemahlenen Kaffee Wie immer gilt: Am besten mahlt ihr euren Kaffee selber kurz vor der Nutzung. Der Mahlgrad sollte dabei noch etwas gröber als bei der French Press sein.
  • Klares Wasser.
  • Zeit – Am besten über Nacht.

Zubereitung des Cold Brew Coffee

Eines vorweg: Es gibt nicht die eine Zubereitung eines Cold Brew. Ebenso wenig, wie es die eine Zubereitung für Kaffee gibt. Wie bei allen Kaffeevariationen gibt es viele Variablen, die das Endergebnis beeinflussen.

Ich gebe auch daher an dieser Stelle nur eine Standardanweisung, die ihr in all den Komponenten Kaffeebohnen, Kaffeemenge, Gefäß, Zeit etc. selber anpassen könnt. Ich empfehle euch, für den Anfang 100 Gramm Kaffee auf einen Liter Wasser zu nehmen.

  1. Kaffee frisch mahlen (sehr grob, s. Bild)
  2. Kaffee in das Gefäß geben (muss diesmal nicht hitzebeständig sein 😉 )
  3. Kaltes Wasser zufügen
  4. Umrühren
  5. Ziehen lassen (ca. acht bis zwölf Stunden)
  6. Ausfiltern
verschiedene Mahlgrade

die verschiedenen Mahlgrade von Kaffeepulver im Vergleich

Das Ergebnis dieser Zubereitung ist häufig noch etwas zu stark für den genussvollen Verzehr. Ich empfehle euch daher, es ruhig noch mit etwas Wasser zu verdünnen.

Bei Bedarf könnt ihr das Ergebnis aber auch noch kräftiger gestalten. Wenn ihr für eure Getränke eine starke, sirupartige Konsistenz benötigt, ist auch das möglich. Nehmt dafür einfach 200 Gramm Kaffee auf einen Liter Wasser und lasst das Produkt länger ziehen. Das Ergebnis wird sehr stark und wahrscheinlich relativ dickflüssig sein.

Den Verzehr in dieser puren Form empfehle ich dann nur den ganz Harten unter euch.

Vorteile von Cold Brew

Cold Brew Coffee hat einige Vorteile. Der größte Pluspunkt ist wohl seine geringe Säure. Es gibt Leute, die behaupten Cold Brew enthält nur 15% der Säuren eines normalen Kaffees, da die Bohnen keinem kochendem Wasser ausgesetzt sind.

Dadurch sei er besonders bekömmlich und magenschonend. Wer von euch schon häufiger mal nach dem Morgenkaffee Magenprobleme oder Sodbrennen hatte, sollte also mal Cold Brew probieren.

Ein weiterer Vorteil ist die lange Haltbarkeit. Wenn ihr Cold Brew einmal zubereitet habt, könnt ihr ihn für zehn bis 14 Tage im Kühlschrank aufbewahren. In dieser Zeit bleibt er nicht nur haltbar, er behält auch viel von seinem Aroma. Am besten deckt ihr das Gefäß in der Zeit ab.

Cold Brew ist ein toller Wachmacher – besonders an warmen Tagen. Wenn ihr mal den nötigen Energieschub benötigt, aber keine Lust auf euren sonst so geliebten heißen Kaffee habt, greift zum Cold Brew.

In diesem Zusammenhang ist der Koffeingehalt des Cold Brew ein heiß diskutiertes Thema.
Einige Röster gehen davon aus, dass Cold Brew mehr Koffein enthält als normaler Kaffee. Andere hingegen sehen keinen Unterschied in der Koffeinmenge.

Ich lasse das Thema an dieser Stelle mal offen. Probiert am besten selber aus, ob Cold Brew bei euch anders wirkt als normaler Kaffee. Ich freue mich auf eure Berichte.

Nachteile des Cold Brew

Der Kaffee ist kalt. Okay, dieser Kritikpunkt ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Trotzdem entfällt das wohlige Gefühl, dass beim Verzehr eines frischen, heißen Kaffees entsteht.

Die Zubereitung dauert sehr lange. In Zeiten des „Kapsel rein, Knopf drücken, Kaffee fertig“ wirkt das ja schon fast antiquiert. Ihr kennt aber meine Meinung zu Kapselkaffee und generell der Hektik beim Kaffee-Zubereiten.

Für mich ist das Zubereiten eines guten Kaffees – heiß oder kalt – bereits ein Teil des Genusses. Das Bereitstellen der einzelnen Komponenten und die anschließende Komposition der Zutaten machen für mich mindestens die Hälfte des Vergnügens aus.

Ich empfinde diesen Teil immer als eine super Möglichkeit, für ein paar Minuten aus der Hektik des Alltags zu entfliehen.

Beim Cold Brew kommt noch hinzu, dass sich die Vorfreude über eine längere Zeit regelrecht aufbauen kann. So setze ich meine Mischung am liebsten abends an und kann mich dann auf ein tolles Kaffee-Erlebnis am nächsten Morgen freuen. Am liebsten mit Tonic, den ich auch über Nacht kalt stelle.

vorfreude auf beim cold brew

der cold brew erzeugt richtig Vorfreude

Trotzdem ist die Zubereitungsdauer von acht bis zwölf Stunden nicht von der Hand zu weisen. Man muss also wenigstens einen halben Tag im Voraus planen.

Es gibt zwar schon Versuche, diese lange Zubereitungszeit zu verkürzen. Bis diese Maschinen aber in Europa Marktreife erreichen, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Verzehr eines Cold Brew Coffees

Ihr habt nach dem Zubereiten also ein kalte, dunkle Flüssigkeit vor euch stehen. Und damit geht der Spaß erst los. Denn jetzt könnt ihr zwischen den verschiedensten Möglichkeiten des Verzehrs wählen.

Besonders stilvoll ist der Verzehr des Cold Brew mit ein paar Eiswürfeln in einem Whiskeyglas. Schön zurückgelehnt in einem bequemen Sessel, kommt so eine sehr entspannte Stimmung auf.

Wer noch weitere Varianten sucht, dem empfehle ich diesen Artikel auf coffeeness.de. Dort stelle ich euch fünf weitere Rezepte für den Cold Brew vor.

Habt ihr noch weitere Ideen für tolle Cold Brew Rezepte? Dann lasst sie einfach in den Kommentaren da!

Fazit

Wie bei vielen neuen oder vermeintlich neuen Erscheinungen, wird auch Cold Brew Coffee häufig noch als Hipster-Getränk verspottet. Natürlich ist es ungewohnt, dass man seinen Kaffee bewusst kalt trinkt und dann auch noch Spaß dabei hat. Ungewohnt sollte man aber auf keinen Fall mit schlecht gleichsetzen.

Denn Cold Brew kann mehr. Vor allem im Sommer ist er eine super Alternative zu einem heißen Kaffee. Und auch andere koffeinhaltige Kaltgetränke kann er sehr gut ersetzen. Aber auch im Winter kann man sein gewohntes Lieblings-Kaffeegetränk mal gegen Cold Brew tauschen.

Der besondere Geschmack, entstanden durch das lange „Brühen“, wird bestimmt noch den einen oder anderen erfahrenen Kaffeetrinker positiv überraschen.

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von Arne


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