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von Arne

Zuletzt aktualisiert am: 31. Januar 2020

Kalter Kaffee in schick: Der BEEM Cold Drip Kaffeebereiter im Test 2020

Beim BEEM Cold Drip Kaffeebereiter kommen Anhänger des kalten Kaffees voll auf ihre Kosten. Dass hier Profis am Werk sind, zeigt sich nicht zuletzt an den vielen Tipps im Handbuch. Wer während der stundenlangen Extraktion gerne etwas Dekotaugliches in der Küche stehen hat, ist mit dem BEEM Cold Drip gut bedient.

Die Glasteile wirken allerdings ein wenig zerbrechlich. Im Alltag würde ich eher zum Insidertipp DRIPSTER² 2-in-1 Cold Brew Dripper greifen, da ich mir da weniger Sorgen um das Gerät mache. Zudem kann dieser Kaffeebereiter sowohl Cold Drip als auch Cold Brew ohne großes Umrüsten. In Sachen Blickfang und Präzision liegt der BEEM Cold Drip jedoch ungeschlagen vorne.

Dass kalter Kaffee nicht unbedingt etwas mit abgestandenen Restbeständen vom Vortag zu tun hat, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Auch im Norden Deutschlands hat man offensichtlich schon vom „Cold“-Trend gehört, denn BEEM aus Stapelfeld hat sich dazu viele Gedanken gemacht und mit dem BEEM Cold Drip Kaffeebereiter eine Apparatur entwickelt, die kalten Kaffee mit sehr viel Präzision liefern kann.

Die kalte Zubereitung belohnt euch im Idealfall mit dem wahren Charakter eures Kaffees. Aufgrund der niedrigen Temperatur und sehr langsamen Extraktion werden weniger Bitterstoffe aus der Kaffeebohne herausgelöst und die feineren Aromen können sich stärker entfalten.

Der ganz große Wirbel um kalt zubereiteten Kaffee hat sich zwar schon erledigt, aber der BEEM Cold Drip Kaffeebereiter zieht die Blicke trotzdem auf sich. Viel Glas in einem auffälligen, überaus dekorativen  Design – das gefällt mir.

Das Team aus Stapelfeld hat mit der BEEM Basic Selection Pour Over Kaffeemaschine erst jüngst ordentlich abgeliefert. Hier scheinen Entwickler, Designer und Baristas Hand in Hand zu arbeiten. Ich war entsprechend gespannt, wie Cold Drip umgesetzt wird.

BEEM Cold Drip und DRIPSTER² nebeneinander aufgestellt

In unserem Vergleich mit dem DRIPSTER² (links) stellt sich hoffentlich heraus, ob der BEEM Cold Drip mehr zu bieten hat als nur ein hübsches Äußeres

Der kalte Kaffeebereiter ist vor allem ein Hingucker. Ob er mehr kann als nur gut aussehen, finden wir am besten in einem Vergleich heraus. Als Kontrahenten habe ich den DRIPSTER² 2-in-1 Cold Brew Dripper von dripdrip gewählt, den es meist nur im Online-Kaffeefachhandel gibt. Dieses Gerät ist um einiges bodenständiger und hat sich in meiner Küche schon oft bewährt – eben, weil es so einfach und alltagstauglich ist.

Die zweite Version des DRIPSTER besteht aus weniger Glas als der Vorgänger (oder die BEEM). Außerdem wurden die Handhabung und das Ventil verbessert. In diesem Test finden wir also auch heraus, ob die BEEM nicht nur hübsch, sondern ebenso praktisch wie der DRIPSTER² ist.

Beem Basic Selection Pour Over Kaffeemaschine in der Übersicht

Eine gute Alternative zum Moccamaster: BEEM Basic Selection Pour Over Kaffeemaschine

166,47 €

Vorbereitung und erster Eindruck: Das Auge drippt mit

Bevor es losgehen kann, heißt es erst einmal puzzeln: Der BEEM Cold Drip Kaffeebereiter besteht aus elf Einzelteilen, die ihr erst einmal zusammenstecken müsst. Die Anleitung hilft euch da leider nicht weiter. Aber mit Logik geht alles.

Optisch erinnert der BEEM Cold Drip an einen klassischen Versuchsaufbau aus Glaskolben im Chemieunterricht. Bei so viel Glas hatte ich zunächst Bedenken, ich könnte etwas zerdeppern. Aber um es gleich vorweg zu nehmen: Es ging nichts zu Bruch. Ihr solltet dennoch beim Zusammenbau und Handling ein wenig vorsichtig sein.

Beem Cold Drip Kaffeebereiter - Bausatz

Hier der BEEM Cold Drip in Einzelteilen, viele davon sind aus Glas

Das BEEM-Glas ist auf jeden Fall fühl- und hörbar dünner als beim DRIPSTER². Die gesamte Apparatur von BEEM ist kleinteiliger, die so wichtige Ventilschraube müsst ihr zum Beispiel auch einzeln einsetzen. Dafür wirkt sie aber robust und präzise einstellbar. Das ist schon einmal ein wichtiger Unterschied zum Kunststoffring des DRIPSTER², in dem sich das Ventil versteckt.

Mit dem Ventil stellt ihr in beiden Fällen ein, in welcher Geschwindigkeit das Wasser auf das Kaffeepulver tropft. Dies ist ein entscheidender Parameter für die Extraktionsqualität.

Allerdings ist das BEEM-Edelstahlventil zu Beginn etwas schwergängig. Nehmt euch Zeit für ein paar Trockenübungen, ehe ihr es einbaut. Ist es etwas eingespielt, könnt ihr es im Gebrauch leichter justieren. Den Wasserdurchfluss beim DRIPSTER² regelt ihr am erwähnten Kunststoffring zwar etwas grobschlächtiger – aber mit Übung durchaus genauso präzise.

Beem Cold Drip Kaffeebereiter - Detail

Der BEEM Cold Drip Kaffeebereiter gilt als stilvolles Küchenequiment

Unter den Auslass des BEEM könnt ihr unterschiedlichste Gefäße stellen. Eine passende und formschöne Karaffe ist schon dabei. Darunter darf aber grundsätzlich alles, was Platz hat und einen entsprechenden Filterhalter mitbringt. Eine kleine Chemex wäre zum Beispiel eine denkbare Alternative.

Achtet darauf, dass ihr den doppelwandigen Edelstahlfilter ganz genau und fest genug in den Filterhalter einsetzt. Hier habe ich anfangs nicht ordentlich gearbeitet und Krümel im Kaffee waren die Quittung.

Die mitgelieferten Papierfilter sind ein Indiz für die Detailliebe bei BEEM. Ihr könnt sie auf das Kaffeepulver legen, damit es gleichmäßiger durchfeuchtet wird. Dadurch könnt ihr die Extraktion auch bei einem nicht optimalen Mahlgrad oder ungenauer Füllmenge ein wenig korrigieren. So was weiß man nur, wenn man Experten fragt. Das hat BEEM offensichtlich gemacht.

Beim DRIPSTER² geht es rustikaler zu. Es  bleibt wenig Spielraum für Interpretationen, ihr wisst exakt, wie ihr Filterhalter samt Ventil auf der Kanne zu positionieren habt. Beim BEEM Cold Drip ist etwas Augenmaß gefragt, sonst tropft euch der Kaffee überall hin –  nur nicht in die Karaffe.

Anders gesagt: Die BEEM wird bedient, der DRIPSTER² benutzt. Cold Drip beherrschen aber beide. Der eine in Nadelstreifen, der andere mit Kapuzensweater. Was euch lieber ist, bleibt wahrscheinlich eine Geschmacksfrage.

Während der DRIPSTER² sowohl Cold Drip als auch Cold Brew kann, ist der schicke Kollege von BEEM ein reiner Spezialist. Und kostet dennoch 15 Euro mehr. Dieser Unterschied lässt sich allein durch die Optik hervorragend rechtfertigen – zumindest von Herstellerseite.

Günstiger, variabel und robust trifft also auf hochwertig, präzise und schick. Ich finde das 2-in-1-Konzept des DRIPSTER² für den Alltag besser, beim BEEM gefallen mir aber die stilvolle Erscheinung und das kompromisslose Konzept.

DRIPSTER² 2-in-1 Cold Brew Dripper im Test

Dieses Video wurde uns freundlicherweise von Coffeeness.de zur Verfügung gestellt.

Die Grundlagen: Einmal mit Profis arbeiten

BEEM liegt offensichtlich viel daran, dass ihr mit eurem Cold-Drip-Ergebnis zufrieden seid. Mit fundierter Expertise werden euch im Handbuch die Grundlagen zu den entscheidenden Parametern der Zubereitung vermittelt. Auch hier zeigt sich deutlich, dass wir es mit Profis zu tun haben.

Viele Hinweise kann ich nur unterschreiben – zum Beispiel zur Wahl der Kaffeebohnen. Alles steht und fällt mit der Qualität und die hat nun mal ihren Preis. Außerdem ist es wichtig, dass ihr die richtigen Sorten auswählt. Für einen erfrischenden Cold Drip empfehle ich eher helle Röstungen.

Beem Cold Drip Kaffeebereiter zusammen mit dem DRIPSTER² bei der Cold-Drip-Zubereitung

Die zwei Kandidaten bei der Cold-Drip-Zubereitung

Ich habe mich für den ersten Test strikt an die Anweisungen und Empfehlungen aus dem Handbuch gehalten. Das Verhältnis von Kaffeepulver zu Wasser soll 1:10 betragen. Den Mahlgrad wählt ihr etwas gröber als für eine French Press.

Wassermenge:250 ml
Kaffeemenge:25 g
Mahlgrad:etwas gröber als für die French Press
Tropfgeschwindigkeit:ca. 1 Tropfen pro Sekunde
Wassertemperatur:Leitungswasser, ungekühlt

Aus verschiedenen Gründen habe ich mich gegen die Empfehlung entschieden, einen Teil des Wassers durch Eiswürfel zu ersetzen. Dies wird bei Cold Drip gerne getan, um die Wassertemperatur über die gesamte Extraktionszeit konstant gering zu halten. Dadurch wird die Extraktion noch präziser.

Zum einen wäre aber der Effekt bei meinem Test mit verhältnismäßig wenig Wasser vernachlässigbar. Zum Anderen wollte ich das Ganze möglichst einfach halten – nicht jeder hat schließlich Eiswürfel parat.

Außerdem wird bei höherer Reaktionstemperatur mehr Koffein gelöst. Für den absoluten Kick solltet ihr die Eiswürfel weglassen. Im besten Fall bedeutet das 20 Prozent mehr Wachmacher!

Zubereitung: Geduld wird belohnt

Nachdem ihr euch vergewissert habt, dass der Filtereinsatz korrekt sitzt, könnt ihr euer frisch gemahlenes Kaffeepulver einfüllen. Ich habe es gelevelt und einen der mitgelieferten Papierfilter obendrauf gelegt.

BEEM empfiehlt, den Wasserballon zum Befüllen aus dem Edelstahlgestell zu nehmen. Stellt dabei auf jeden Fall sicher, dass ihr das Ventil vollständig geschlossen habt. Nicht, dass der Tropfspaß beginnt, bevor ihr soweit seid.

Beem Cold Drip Kaffeebereiter - Aufsatz

Der Wasserballon des BEEM Cold Drip Kaffeebereiters sitzt in einem Edelstahlgestell

Dieses Ventil ist das Herzstück der Cold-Drip-Zubereitung. Wie bereits erwähnt, verfolgen die beiden Hersteller unterschiedliche Konzepte. Während BEEM anspruchsvollen Labor-Charme versprüht, kommt ihr beim DRIPSTER² dank des breiten Kunststoffrings notfalls auch mit Fäustlingen zurecht.

Wenn alles korrekt ausgerichtet ist, kann’s losgehen. Dreht das Ventil langsam auf, bis der erste Tropfen fällt. Ich habe ungefähr einen Tropfen pro Sekunde abgezählt, aber nicht weiter nachgemessen. Ohne groß auf präzise Empfehlungen und Mengenverhältnisse zu achten, habe ich parallel den DRIPSTER² befüllt.

Beem Cold Drip Kaffeebereiter - Ventil

Das Ventil des BEEM Cold Drip ist schon ein Blickfang

Bis der erste Kaffee in die Kanne fällt, vergeht einige Zeit. Beim BEEM starrt ihr solange zumindest auf ein schönes Design. Nach ungefähr einer Stunde kommt der erste Kaffee in der Karaffe an, für eine ganze Portion solltet ihr ein paar Stunden einkalkulieren – Cold Drip ist auf jeden Fall Slow Food. Zwei Dinge sind mir dabei aufgefallen:

  1. Erstens habe ich die „falschen“ Bohnen gewählt. Statt auf einen idealtypischen Ostafrikaner habe ich eine Nahost-Röstung mit etwas dunklerem Einschlag benutzt und dafür zu vorlaute Aromen kassiert.
  2. Die zweite Erkenntnis: Da ich den DRIPSTER nur larifari befüllt habe, konnte hier auch nur dünne Plörre rauskommen. Hätte ich es richtig gemacht, wäre der Vergleichs-Drip genauso vorlaut gewesen wie im BEEM-Modell. Auf unterschiedlichen Wegen kommen beide Dripper also sehr präzise ans Ziel.

Wie auch bei anderen Zubereitungsarten könnt ihr auf jeden Fall mit verschiedenen Röstungen, Mahlgraden und Mengenverhältnissen spielen. Außerdem könnt ihr zusätzlich die Durchlaufgeschwindigkeit und die Wassertemperatur kleinteilig verändern.

Reinigung: Vorsicht Glas!

Es hat seinen Grund, warum BEEM so nachdrücklich darauf hinweist, dass ihr die Glasteile nicht in die Spülmaschine stecken sollt. Und beim Spülen von Hand wird ein weiteres Mal klar, worin der Hauptunterschied zwischen dem BEEM Cold Drip Kaffeebereiter und dem DRIPSTER² liegt:

Wenn ihr beim Zusammenbau nichts zerstört habt, bekommt ihr spätestens jetzt noch mal die Chance, alles zu vermasseln. Wer schon mal ein Weinglas mit der Hand gesprengt hat, weiß, warum ihr vor allem im Wasserballon und der Glaskaraffe der BEEM vorsichtig sein solltet.

Die Kunststoffteile des DRIPSTER² hingegen landen getrost in der Maschine, während ihr die Glaskanne ganz einfach von Hand spülen könnt. Der DRIPSTER² wird gereinigt, der Cold Drip von BEEM möchte baden.

Fazit zum BEEM Cold Drip Kaffeebereiter: Professionelle Eleganz

Habt ihr noch Platz auf der Arbeitsfläche? Denn es wäre viel zu schade, den BEEM Cold Drip Kaffeebereiter im Schrank zu verstecken. Das Teil möchte gesehen und gezeigt werden.

Beem Cold Drip Kaffeebereiter in der Übersicht

Mögt ihr es elegant und klassisch, dann ist der BEEM Cold Drip die richtige Wahl

Und das darf es auch, denn hinter dem schönen Schein steckt viel Funktion. Hier kommt sehr guter Kaffee aus einer sehr hübschen Maschine. Auch mit dem DRIPSTER² 2-in-1 Cold Brew Dripper kommt ihr ans Ziel. Eleganter und etwas professioneller macht es allerdings der Cold Drip Kaffeebereiter. Die Liebe zum Detail ist spürbar, das Gefühl für das Wesentliche bei der Extraktion allgegenwärtig.

Ihr solltet aber eine ausgeprägte Schwäche für Cold Drip besitzen. Denn nur dann ist der BEEM Cold Drip Kaffeebereiter seinen Preis von knapp 65 Euro (Stand Januar) wert.

Wie mögt ihr es? Schick oder lieber praktisch? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

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