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von Alex

Zuletzt aktualisiert am: 2. Juli 2019

Objektiv reinigen Featured Image

So reinigt ihr euer Objektiv – Eine glasklare Linse in 6 Schritten

Euer Objektiv ist dreckig und ihr müsst mit eurer Systemkamera in wenigen Minuten weiter zum nächsten Shooting? Dann habe ich hier eine knackige Anleitung für euch.

Aber Achtung: Bei allen Schritten gibt es wichtige Einzelheiten, die ich hier in der Kurzfassung leider nicht alle aufführen kann. Wollt ihr diese erfahren und nichts Bedeutsames verpassen, müsst ihr den vollständigen Artikel unter die Lupe nehmen. Dazu rate ich vor allem Anfängern, die vor ihrer ersten Reinigungs-Aktion stehen.

Die Vorbereitung

Nehmt euch ein paar Minuten Zeit und sucht einen windstillen, trockenen und sauberen Ort.

Objektivreinigung in Küche

Erstmal nur Luft

Pustet seitlich an eurem Objektiv vorbei. Optimalerweise benutzt ihr dafür nicht eure Atemluft, sondern einen Blasebalg.

Objektivreinigung Airblower

Tupfen

Am besten tupft ihr mit einem Mikrofasertuch, einem Brillenputztuch oder eurem sauberen Baumwoll-T-Shirt. Dies ist nur nötig, wenn ihr groben Dreck auf eurer Linse habt.

Objektivreinigung tupfen mit Mikrofasertuch

Pinseln

Mit einem sauberen und feinhaarigen Pinsel könnt ihr den verbleibenden Staub vorsichtig abpinseln.

Objektivreinigung mit Pinsel

Flüssigreinigung

Gegen Schlieren und hartnäckigen Schmutz benutzt ihr am besten Brillenputztücher oder ein Mikrofasertuch mit Reinigungsspray.

Flüssigreinigung Objektiv

Die Rücklinse kontrollieren

Wenn ihr immer noch Dreck auf euren Fotos erkennt, kann das an Schmutzpartikeln auf der Rücklinse des Objektivs liegen. Um diese zu reinigen, folgt ihr den Schritten 1. bis 5.

Objektiv Rücklinse

Habt ihr das nötige Equipment dafür noch nicht zu Hause? Dann empfehle ich euch ein Reinigungsset, das euch alle wichtigen Tools für die oben genannten Schritte liefert. Meiner Meinung nach bietet euch das Reinigungsset von Lens Aid für 19,90 EUR das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Seht ihr bereits mit bloßem Auge, dass euer Objektiv verstaubt ist? Oder könnt ihr auf euren Fotos winzige dunkle Punkte erkennen?

Dann ist es schleunigst an der Zeit, dass ihr euer Objektiv reinigt. So holt ihr das volle Potenzial aus eurer Linse heraus und euer Objektiv bleibt weiterhin in einem guten Zustand. In diesem Guide erkläre ich euch, wie es richtig geht: ganz simpel und von zu Hause aus.

Die Pflege eures Equipments ist wichtig, denn selbst das beste Modell aus unserem Systemkamera Test ist wertlos, wenn euer Objektiv verschmutzt ist.

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Warum solltet ihr euer Objektiv reinigen?

Unabhängig davon, in welcher Umgebung ihr fotografiert: Überall in der Luft befinden sich kleinste Partikel. Diese winzigen Körnchen setzen sich mit der Zeit auf der Linse eures Objektivs fest und haben negative Folgen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kratzer in eure Linse bekommt, steigt mit der Anzahl der Staubkörner. Diese sind härter als jedes vergütete Glas und können bereits durch sehr kleine Bewegungen zu irreparablen Schäden an eurem Objektiv führen!

Die Ansammlung von zahlreichen kleinen Staubpartikeln wirkt sich jedoch nicht nur negativ auf die allgemeine Bildqualität eurer Optik aus, sondern ebenfalls auf die Schärfe, den Kontrast und die Lichtstärke!

Also merkt euch die folgenden Punkte:

  • Staubkörner verschlechtern die Bildqualität eures Objektivs …
  • … und können außerdem zu Kratzern im Glas führen.

Wann solltet ihr euer Objektiv reinigen?

Es gibt zwei Situationen, in denen ihr euer Objektiv sofort reinigen solltet:

  1. Wenn ihr viel Staub oder Dreck auf eurer Kameralinse bemerkt.
  2. Wenn ihr bereits beim Fotografieren oder beim Ansehen der Bilder erkennt, dass sich die Bildqualität eurer Fotos verschlechtert hat.
Beispielbild Objektiv verschmutzt

Ihr seht diese Flecken beim Fotografieren? Dann solltet ihr schleunigst eine Reinigung durchführen

Schwarze Flecken auf den Bildern können ebenfalls ein Anzeichen dafür sein, dass euer Sensor (und nicht das Objektiv) verschmutzt ist. Im ersten Schritt solltet ihr jedoch immer zuerst euer Objektiv unter die Lupe nehmen. Wie genau ihr euren Sensor reinigt, erklären wir euch in diesem Artikel:

Jedoch solltet ihr davon absehen, eure Optiken oder eure Filter zu oft zu säubern, da jeder physische Kontakt zu Schäden an der Optik führen kann.

Ein einziges winziges Staubkorn auf der Frontlinse wirkt sich in der Regel nicht auf die Qualität eurer Fotos aus. Bei der Reinigung eures Objektivs gilt also:

Weniger ist definitiv mehr und ihr solltet nicht alle paar Tage grundlos einen Frühjahrsputz durchführen.

6 simple Schritte: Filter und Objektiv reinigen

Aller Anfang ist schwer, doch es beginnt immer mit dem ersten Schritt. Die folgende Anleitung nimmt euch dabei an die Hand und zeigt, wie ihr eure Optiken mit sechs einfachen Maßnahmen wieder auf Hochglanz bekommt.

Achtung! Sollte sich der Staub nicht auf, sondern in eurem Objektiv befinden, empfehle ich euch, es zu einem Fachmann zu bringen. Versucht ihr euch selbst an der Reinigung, ist das Risiko für eine Beschädigung deutlich größer.

Eure Filter solltet ihr ebenfalls frei von Staubpartikeln halten. Da sie aus einem ähnlichen Material bestehen wie eure Kameralinse, könnt ihr die folgenden Schritte ebenfalls für das Reinigen eurer Filter anwenden!

Bei der folgenden Anleitung handelt es sich um meine persönlich favorisierte Vorgehensweise. Diese habe ich mir nach zahlreichen Stunden Recherche, unzähligen Proteinshakes aus meinem Standmixer und viel Ausprobieren angeeignet.

Objektive und deren Vergütung (eine spezielle Beschichtung auf der Linse) sind sehr empfindlich und bereits kleine Bewegungen auf der Oberfläche können zu Kratzern führen.

Jeder Hersteller gibt unterschiedliche Vorschläge zur Objektivreinigung und ich sage nicht, dass mein Vorgehen „perfekt“ ist. Meine Erfahrungen und Ergebnisse waren damit jedoch immer erstklassig. Ihr könnt es also ganz beruhigt mal selbst versuchen.

Bei dieser Schritt-für-Schritt Anleitung habe ich darauf geachtet, dass sie so einfach wie möglich ist. So können auch Anfänger ohne Vorkenntnisse problemlos ihr Objektiv von zu Hause aus säubern!

Schritt 1: Die Vorbereitung

Bevor wir gemeinsam mit der eigentlichen Reinigung beginnen, solltet ihr euch an einen sauberen Ort begeben und ein paar Minuten stressfreie Zeit nehmen.

Warum? Wenn es eine Sache gibt, die ihr bei der Reinigung eures Objektivs vermeiden möchtet, dann ist es Hektik. Wie bereits erklärt, kann selbst die kleinste falsche Bewegung zu einem Kratzer führen. Deshalb gilt: macht vorher eure Yoga-Übungen oder stellt euch ein kühles Bier bereit – ganz egal, Hauptsache es beruhigt und entschleunigt euch.

Ganz abgesehen davon ist es wichtig, dass ihr euch in einer windstillen Umgebung mit möglichst wenig Staub in der Luft befindet, um euer Objektiv vor äußeren Einflüssen zu schützen. Ich reinige meine Kamera deshalb nur in geschlossenen Gebäuden.

Objektivreinigung in Küche

Entspannt und windstill: In einer solchen Umgebung reinige ich meine Kamera am liebsten

Schritt 2: Erstmal nur Luft

Zur Sicherheit wiederhole ich es mantraartig: Selbst kleinste Bewegungen der Staubkörner können bereits zu Kratzern auf der Linse führen. Deshalb solltet ihr so „sanft“ wie möglich anfangen und versuchen, den Dreck ohne Kontakt mit der Optik zu entfernen.

Dafür pustet ihr zuerst den gröbsten Schmutz vom Gehäuse des Objektivs und der Objektivabdeckung, damit dieser nicht auf die Linse gelangen kann. Anschließend blast ihr leicht an der Linse vorbei, um den oberflächlichen Dreck zu entfernen.

Objektivreinigung pusten

Zum Entfernen des gröbsten Drecks pustet ihr seitlich am Glas vorbei

Eure Atemluft enthält Feuchtigkeit und kann deshalb Schlieren auf eurer Linse hinterlassen. Aus diesem Grund ist ein Blasebalg (auch Airblower genannt) besser geeignet, um Staubpartikel zu entfernen!

Objektivreinigung Airblower

Noch besser als eure Atemluft: Die Luft aus einem Airblower enthält keine Feuchtigkeit und ist deshalb optimal für die Objektivreinigung

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Super Rocket-Air Blower von Giottos gemacht, der meines Erachtens ein erstklassiges Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Außerdem ist er mit einem Staubfilter ausgestattet, der verhindern soll, dass ihr mit dem Blasebalg Staubpartikel auf euer Objektiv pustet.

Ich weiß, dass euch der Gesundheitszustand eures Objektivs am Herzen liegt. Um den chirurgischen Eingriff perfekt zu machen, könnt ihr auch eine Plastikspritze oder einen Klistier benutzen. Und wer so etwas zu Hause hat, kann vermutlich auch gleich den Ärztekittel überstreifen wie ein Superheld: Dr. Optik!

Von der Benutzung eines Hochdruckreinigers rate ich euch aus den folgenden zwei Gründen ab: Sie sind in der Regel viel zu stark und die Luft ist oftmals durch Schmutzpartikel, wie Öl oder Ähnliches, verunreinigt.

Mit eurer Atemluft oder dem Blasebalg solltet ihr folgendes Equipment abpusten:

  1. Das Gehäuse des Objektivs
  2. Die Abdeckungen des Objektivs (Vorder- und Rückseite)
  3. Die Linse selbst (am besten seitlich am Glas vorbei)

Wenn euer Objektiv jetzt schon frei von Schmutzpartikeln ist, braucht ihr die folgenden Schritte nicht mehr befolgen. Ihr seid fertig! Herzlichen Glückwunsch, die Operation ist geglückt, der Patient gerettet. Am besten testet ihr dies mit ein paar Schnappschüssen und kontrolliert sie anschließend auf die dunklen Punkte.

Schritt 3: Tupfen

Das Abtupfen des Objektivs kommt für euch nur infrage, wenn ihr sehr grobe Flecken oder große Staubkörner auf eurer Linse vorfindet, die durch reines Pusten nicht verschwinden wollen. Ansonsten empfehle ich euch mit dem nächsten Schritt fortzufahren.

Zum Abtupfen kann ich euch die folgenden Materialien empfehlen:

  • Ein Einweg-Reinigungstuch (z.B. die von Zeiss)
  • Ein sauberes Mikrofasertuch (z.B. das von Eco-Fused)
  • Zur Not: Ein sauberes T-Shirt, das idealerweise zu 100 % aus Baumwolle besteht

Was ihr – noch mal zur Wiederholung – auf jeden Fall beachten müsst: Ihr solltet auf keinen Fall reiben oder wischen! Schon sehr kleine Staubkörner können wie Schmirgelpapier wirken und zu Kratzern auf eurer Optik führen.

Tupfen ist die Mutter der Porzellankiste, darum steht es auch in der Überschrift.

Anschließend könnt ihr nochmals kurz den Blasebalg benutzen (oder pusten).

Objektivreinigung tupfen mit Mikrofasertuch

Groben Dreck, der sich nicht mit Luft beseitigen lässt, entfernt ihr am besten durch leichtes Tupfen

Schritt 4: Pinseln

Erkennt ihr nach den ersten drei Schritten immer noch Schmutz oder Staubpartikel auf eurer Linse? Dann zücken wir nun das nächste Werkzeug aus unserem Reinigungs-Koffer: den Pinsel.

Im Gegensatz zum Kunstunterricht in der Schule experimentieren wir jedoch nicht mit zahlreichen unterschiedlichen Pinseln. Stattdessen greifen wir lieber zu einem sauberen und feinhaarigen oder idealerweise gleich zu einem speziellen Reinigungspinsel. In den meisten Kamera Reinigungssets bekommt ihr einen solchen mitgeliefert.

Objektivreinigung mit Pinsel

Hilft das Blasen mit dem Airblower und das Tupfen mit dem Reinigungstuch nicht weiter, solltet ihr als Nächstes zum Pinsel greifen

Nun könnt ihr mit sehr sanften Bewegungen von oben nach unten die Linse säubern. Anschließend empfehle ich euch wieder den Blasebalg zu benutzen (oder kurz zu pusten).

Schritt 5: Flüssigreinigung

Jetzt fahren wir die großen Geschütze auf, da ihr scheinbar mit hartnäckigen Verschmutzern zu kämpfen habt. Wenn ihr auf eurer Optik nach den ersten vier Schritten immer noch Kleinstpartikel erkennen könnt, ist es Zeit für die gründlichste Reinigungsmethode: das Reinigen mit Flüssigkeiten.

Ich empfehle euch diese Art der Säuberung jedoch erst, wenn alles andere nicht gewirkt hat, da ihr einen sehr invasiven Einfluss auf die Optik ausübt. Entsprechend ist hier besondere Vorsicht geboten!

Für die Flüssigreinigung empfehle ich euch eins der folgenden Hilfsmittel:

Ich rate euch davon ab, Wasser für die Flüssigreinigung zu benutzen. Es enthält Kalk und weitere Stoffe, die euer Objektiv beschädigen könnten oder Rückstände verursachen.

Auf verschiedenen Internetseiten habe ich jedoch gelesen, dass ihr als Reinigungsflüssigkeit ebenfalls Ethanol, Methanol, Isopropanol oder destilliertes Wasser benutzen könnt.

Wenn ihr diese oder andere Mittel verwenden wollt, solltet ihr euch im Vorhinein jedoch unbedingt informieren, ob das Mittel zusätzliche Inhaltsstoffe hat und ob es verträglich mit der Linse und deren Vergütung ist. Außerdem können viele chemische Substanzen schädlich für eure eigene Gesundheit sein.

Ich gehe lieber auf Nummer sicher und benutze „richtige“ Reinigungsflüssigkeit. Andere Flüssigkeiten habe ich noch nie ausprobiert und kann deshalb keine eigene Empfehlung abgeben.

Bei der Feuchtreinigung geht ihr am besten mit leichten, kreisenden Bewegungen vor, um eure Kameralinse zu säubern. Das ist ein weiterer Grund, weshalb wir zuerst den Blasebalg oder Pinsel benutzen. Nachdem ihr die Schritte eins bis vier durchgeführt habt, sollten sich keine losen Kleinstpartikel mehr auf dem Glas befinden, die durch Wisch-Bewegungen Kratzer verursachen.

Flüssigreinigung Objektiv

Die Flüssigreinigung führe ich nur bei sehr hartnäckigem Schmutz durch

Als „Quick-and-Dirty-Variante“ habe ich schon das ein oder andere mal auf die Linse gehaucht und es anschließend mit meinem T-Shirt – im Idealfall aus 100 Prozent Baumwolle – sehr sanft abgeputzt. Hierbei handelt es sich auf keinen Fall um die beste Vorgehensweise für eine Feuchtreinigung, da dabei Schlieren oder Kratzer entstehen könnten.

Jedoch kann diese Methode durchaus hilfreich sein, wenn ihr unterwegs seid und euer Objektiv unbedingt von hartnäckigem Schmutz befreien müsst. Vor allem, wenn es beispielsweise ein bezahlter Auftrag ist oder ihr gerade vor der Cheops-Pyramide steht und sich diese Knips-Gelegenheit womöglich nicht so schnell wieder für euch bietet.

Auch nach diesem Schritt empfehle ich euch wieder zu einem Blasebalg zu greifen (oder kurz zu pusten).

Schritt 6: Die Rücklinse kontrollieren

Eure Frontlinse ist mittlerweile also blitzeblank. Wenn ihr nach den ersten fünf Schritten immer noch Schmutz auf euren Bildern erkennt, kann das an der Rücklinse liegen. Eine weitere Option ist, dass ihr Dreck auf eurem Sensor habt. Wie ihr diesen entfernt, erklären wir euch in unserem ausführlichen Artikel zur Kamera-Sensorreinigung.

Die Rücklinse ist die Linse, die direkt vor dem Sensor liegt und deshalb nur in den seltensten Fällen mit der Umwelt in Kontakt kommt. Da sie einen deutlich geringeren Abstand zum Sensor hat als die Frontlinse, haben jedoch noch winzigere Staubpartikel bereits Auswirkungen und können auf den Bildern zu sehen sein.

Objektiv Rücklinse

Die Rücklinse kommt nur beim Objektivwechsel mit der Umwelt in Berührung

Um sie zu Reinigen, müsst ihr bei den meisten Objektiven zuerst den Fokusring komplett nach hinten drehen. Nur so gelangt ihr optimal an die Rücklinse und könnt sie säubern. Dafür wiederholt ihr die oben genannten fünf Schritte.

Jedoch solltet ihr hierbei besonders vorsichtig sein, da die Rücklinse, im Gegensatz zur Frontlinse, nicht für den Kontakt mit der Umwelt ausgelegt ist. Deshalb ist sie noch anfälliger für Kratzer.

7 Tipps damit euer Objektiv in Zukunft nicht mehr verschmutzt

Die beste Reinigung ist die, die ihr überhaupt nicht durchführen müsst! Das mag vor allem für Menschen mit einem Putzfimmel merkwürdig klingen, denn „zu sauber“ gibt es doch gar nicht – oder doch? Lasst es mich kurz erläutern:

Ein guter Vergleich ist für mich das Wäschewaschen. Macht ihr euch auch Sorgen darüber, dass eure Klamotten am Ende pink wieder herauskommen könnten? Oder dass sie einlaufen und ihr sie danach in der Baby-Abteilung zum Verkauf anbieten könnt?

Die Objektivreinigung bringt ebenfalls ein gewisses Risiko mit sich. Selbst winzig kleine Staubkörner, die ihr mit bloßem Auge fast nicht erkennt, können zu Mikrokratzern führen, die die Bildqualität beeinträchtigen. Außerdem kostet es wertvolle Zeit, seine Linse von Schmutz und Staub zu befreien.

Mein Motto lautet deshalb: Prävention statt Reaktion!

Wird eure Optik gar nicht erst schmutzig, müsst ihr sie auch nicht reinigen. Die folgenden Tipps helfen euch dabei:

  1. Objektivdeckel so lange wie möglich drauf lassen
    Die Hersteller statten – nicht ohne Grund – jedes Objektiv mit einem Objektivdeckel aus. Selbst wenn ihr nicht in dreckigen Umgebungen unterwegs seid, ist immer ein bisschen Staub in der Luft.
  2. Objektiv immer mit Sonnenblende benutzen
    Ich empfehle euch, euer Objektiv nur mit Sonnenblende zu benutzen, da es so einen größeren Abstand zu möglichen Gegenständen hat. Habt ihr die Kamera umgehängt, stößt also zuerst die Sonnenblende an ein Hindernis und nicht gleich das empfindliche Glas. Außerdem schützt sie vor herumfliegendem Staub, Pollen, Schneeflocken und Niederschlag. Solltet ihr keine haben, kann euch eine Wetterstation rechtzeitig warnen, bevor ihr mit eurem Objektiv im Regen steht.
  3. Objektivrückdeckel beim Objektivwechsel sofort aufsetzen
    Staub auf der Rücklinse ist auf euren Bildern deutlich eher zu erkennen als wenn er auf Vorderlinse wäre. Deshalb ist es umso wichtiger, dass ihr nach einem Objektivwechsel sofort den Objektivrückdeckel wieder auf das Objektiv schraubt. Ein kleiner Zusatz-Tipp: Überbleibende Objektiv- und Kameradeckel könnt ihr ganz einfach aneinander schrauben. Dadurch verhindert ihr, dass sich in diesen Staub festsetzt.
  4. Silicagel Beutel in die Kameratasche
    Diese kleinen Beutel mit Kunststoff-Kügelchen binden die Luftfeuchtigkeit. Wahrscheinlich wurden ein paar davon bereits mit eurer Kamera oder eurem Objektiv geliefert. Trockenen Staub könnt ihr durch Pusten deutlich einfacher entfernen als Schmutz, der sich in Verbindung mit Feuchtigkeit festgesetzt hat. Deshalb ist es immer lohnenswert, wenn ihr ein paar dieser Beutelchen in eurer Kameratasche mitführt. Außerdem lassen sie sich nach dem Aufsaugen ganz einfach wieder trocknen.
  5. Objektive im Fotorucksack verstauen
    Ich empfehle euch, Wechselobjektive sofort nach dem Austauschen in einem Fotorucksack oder einer Kameratasche zu verstauen. Dort sind sie besser vor Dreck und Staub geschützt und ihr habt all euer Equipment an einem Ort.
  6. Gehäuse & Objektivdeckel reinigen
    Je mehr Staub am Objektiv haftet, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser auch auf der Linse festsetzt. Deshalb rate ich euch, sowohl das Gehäuse als auch den Objektivdeckel regelmäßig davon zu befreien.
  7. Nicht in Dämpfen fotografieren
    Ihr solltet vermeiden, euer ungeschütztes Objektiv Dämpfen, wie Teerdampf oder starkem Zigarettenrauch (z.B. in Kneipen) auszusetzen, da sich dadurch kleine Partikel auf der Frontlinse absetzen können. Wenn ihr oft in solchen Umgebungen fotografiert, ist die Nutzung eines Filters sinnvoll.

Objektiv- und Kameradeckel aneinander geschraubt

Mein Geheimtipp: Schraubt überbleibende Objektiv- und Kameradeckel aneinander, damit sich in diesen kein Staub ansammeln kann

Kamera Reinigungssets für die Objektivreinigung

Euer Objektiv ist dreckig und ihr möchtet es wieder auf Hochglanz bringen? Dann lege ich euch ein Reinigungsset ans Herz. Diese Sets enthalten in der Regel alle Utensilien, die ihr für die gründliche Reinigung eurer Optik benötigt. Mit circa 20 Euro sind sie auch relativ erschwinglich – das sollte euch ein gut gepflegtes Objektiv wert sein.

In der Regel enthalten alle anständigen Reinigungssets:

  • Einen Blasebalg
  • Einen Pinsel
  • Feuchte Tücher
  • Reinigungsflüssigkeit
  • Mikrofasertuch

Kamera-Reinigungsset

Ein Reinigungsset bietet euch alle Tools, die ihr zum Säubern von Kamera & Objektiv benötigt

Ich empfehle euch das Reinigungsset von Lens Aid, mit dem ich selbst schon sehr gute Erfahrungen sammeln konnte. Es hat aus meiner Sicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, da ihr für 19,90 EUR alle Tools bekommt, die ihr für die Reinigung braucht. Auch die zahlreichen sehr guten Bewertungen auf Amazon sprechen für ein erstklassiges Gesamtpaket.

Mein Fazit: Übertreibt es nicht mit dem Putzen!

Zusammenfassend gilt: Glas ist zwar relativ stark, doch Staub ist noch stärker! Deshalb können schon sehr kleine Staubpartikel zu kleinen Schrammen auf dem Glas eures Objektivs führen und die Bildqualität dauerhaft beeinträchtigen.

Jedoch solltet ihr es mit dem Putzen auch nicht übertreiben, da jeder Kontakt mit der Linse eine Gefahrenquelle für zusätzliche Mikrokratzer auf der Optik darstellt. Entsprechend empfehle ich euch, euer Glas nur zu putzen, wenn es auch wirklich notwendig ist!

Hier habe ich noch einmal alle sechs Schritte der Objektivreinigung für euch zusammengefasst:

Die Vorbereitung

Nehmt euch ein paar Minuten Zeit und sucht einen windstillen, trockenen und sauberen Ort.

Objektivreinigung in Küche

Erstmal nur Luft

Pustet seitlich an eurem Objektiv vorbei. Optimalerweise benutzt ihr dafür nicht eure Atemluft, sondern einen Blasebalg.

Objektivreinigung Airblower

Tupfen

Am besten tupft ihr mit einem Mikrofasertuch, einem Brillenputztuch oder eurem sauberen Baumwoll-T-Shirt. Dies ist nur nötig, wenn ihr groben Dreck auf eurer Linse habt.

Objektivreinigung tupfen mit Mikrofasertuch

Pinseln

Mit einem sauberen und feinhaarigen Pinsel könnt ihr den verbleibenden Staub vorsichtig abpinseln.

Objektivreinigung mit Pinsel

Flüssigreinigung

Gegen Schlieren und hartnäckigen Schmutz benutzt ihr am besten Brillenputztücher oder ein Mikrofasertuch mit Reinigungsspray.

Flüssigreinigung Objektiv

Die Rücklinse kontrollieren

Wenn ihr immer noch Dreck auf euren Fotos erkennt, kann das an Schmutzpartikeln auf der Rücklinse des Objektivs liegen. Um diese zu reinigen, folgt ihr den Schritten 1. bis 5.

Objektiv Rücklinse

Jetzt ist eure Linse wieder klinisch rein. Außerdem wisst ihr nun, mit welchen vorbeugenden Maßnahmen ihr eure Objektive idealerweise überhaupt nicht mehr reinigen braucht. Vergesst nicht, genauso bei euren Filtern vorzugehen.

Hoffentlich konnte ich euch mit diesem Beitrag ein wenig weiterhelfen und ihr wisst nun, was ihr bei der Reinigung eurer Kamera beachten müsst. Teilt mir eure Erfahrungen mit meiner Methode mit.

Im Idealfall können wir sie gemeinsam noch weiter verbessern! Wie reinigt ihr eure Kamera? Habt ihr andere Strategien? Gerne diskutiere ich mit euch unten in den Kommentaren und beantworte eure Fragen!

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von Alex

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