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von Wiebke

Zuletzt aktualisiert am: 3. June 2017

Schnellkochtopf Rezepte: Von Klassikern, Etagen und ganz viel Druck

Es wäre ziemlich schade, wenn ihr euren Schnellkochtopf nur zum fixen Kochen von einfachem Gemüse nutzen würdet oder ihn höchstens einmal im Jahr für den Weihnachtsbraten verwendet. Denn der Dampfdruckkocher kann noch viel mehr.

In diesem Ratgeber entdeckt ihr einige klassische Rezepte, die erst einmal kompliziert klingen, aber dann ganz einfach gehen. Und ihr entdeckt ein paar Tipps, wie ihr alles aus dem Gerät herausholt. Pflanzenfans sollten sich außerdem den Ratgeber zum vegetarisch Kochen im Schnellkochtopf vornehmen.

Schnellkochtopf Rezepte – Gulasch und One-Pot-Gerichte als echte Klassiker

Auch wenn im Übersichtsartikel zum Schnellkochtopf und auch in den Tests immer nur die Rede davon ist, wie ihr den Küchenhelfer zum Dampfdruckkochen bei verschlossenem Deckel benutzen könnt, taugt der Topf auch zum Schmoren, Anbraten und all den anderen Schritten, die für einen echten Klassiker nötig sind.

Gulasch gehört zum Standard in jedem gut sortierten Rezeptbuch. Ist euch Schweine- oder Rinderfleisch zu heavy, könnt ihr auch Hühner- oder Putenfleisch oder sogar vegetarische Alternativen nutzen.

Und: Das hier vorgestellte Rezept im Schnellkochtopf gilt grundsätzlich auch für Putengeschnetzeltes, Curry auf indische oder pakistanische Art … überhaupt für alles, das als One Pot Gericht durchgeht.

Ihr benötigt für Gulasch folgende Zutaten:

  • 1 kg Fleisch oder Fleischersatz, in gleichgroße Stücken geschnitten
  • Ruhig 4 Zwiebeln. Rote sind etwas feiner, gelbe haben ordentlich Wumms
  • Knoblauch, in sehr feine Stücken geschnitten. Kann man auch weglassen, schmeckt dann nur nicht so rund
  • 1 Döschen Tomatenmark, hochkonzentriert
  • Ein wenig Öl oder Fett zum Anbraten
  • rund 1 Liter Brühe, Rinderfond ist ein Klassiker, Gemüse- oder andere Brühe geht auch
  • Gewürze, und zwar alles, was rustikal ist und ordentlich Geschmack hat. Paprika und Thymian bieten sich an.
  • Evtl. etwas Rotwein. Wenn ihr diesen nutzt, reduziert zu gleichen Anteilen den Brühe-Anteil

Und dann müsst ihr eigentlich nicht mehr viel tun:

  • Bratet das Fleisch mit den Zwiebeln und etwas Fett direkt im Schnellkochtopf (ohne Deckel) an.
  • Gebt erst das Tomatenmark hinzu und verrührt das Ganze mit den Gewürzen.
  • Löscht dann mit Brühe ab.
  • Setzt den Deckel (nach Anleitung) auf den Topf und bringt den Topf auf den gewünschten Druck.
  • Bei den meisten Töpfen solltet ihr Stufe 2 o.ä. verwenden.
  • Die Garzeit beträgt rund 20 Minuten. Konsultiert hierzu die Gartabellen in den Betriebsanleitungen (der Ratgeber zu Garzeiten hilft auch weiter).
  • Lasst den Topf geschlossen abkühlen, bis sich der Druck abgebaut hat.
  • Sollte das Gulasch dann noch nicht ganz eurem Geschmack entsprechen, würzt noch einmal nach, köchelt die Sache noch einmal kurz mit offenem Deckel auf und gebt bei Bedarf etwas Saucenbinder hinzu.

So wird aus einem Rezept, das gut und gerne mal zwei Stunden in Anspruch nimmt, eine sehr rustikale und leckere Variante von Fast Food.

Menü aus dem Schnellkochtopf: Das müsst ihr beachten

Wenn ihr wisst, was ihr tut, könnt ihr aus eurem Zack-Zack-Topf noch mehr herausholen und euch in der hohen Kunst des Etagenkochens versuchen. Dazu benötigt ihr zwingend eine Dampfschale und ein so genanntes Dreibein bzw. einen Einsatzträger, die ihr für alle Geräte im Schnellkochtopf Test 2018 einzeln bestellen könnt.

Beim Tefal Secure 5 Neo sind sie sogar schon dabei.

Einsatzträger vom Tefal Secure 5 Neo

Einsatzträger vom Tefal Secure 5 Neo

Die Kombi aus Schale und Ständer sorgt dafür, dass zwei unterschiedliche Zutaten gleichzeitig im Dampf bzw. Wasser kochen können, ohne sich zu berühren. Welche Kombi ihr wählt, ist leider nicht ganz egal und hängt von mehreren Regeln ab:

  1. Beide Zutaten, gleich welcher Art, sollten in etwa die gleiche Garzeit haben und mit derselben Druckstufe zubereitet werden können. Das gilt zum Beispiel für Fisch und Rosenkohl.
  2. Wollt ihr Fleisch und Gemüse zusammenkochen, kommt das Fleisch nach unten.
  3. Wollt ihr Fisch und Gemüse zusammenkochen, kommt das Gemüse nach unten.
  4. Zum Etagenkochen im Schnellkochtopf bietet sich Fleisch mit geringer Garzeit an. Dazu gehört Geflügel und sehr kleingeschnittenes Fleisch.
  5. Der gesamte Kochaufbau darf nicht mehr als 2/3 des Korpus einnehmen und die Sachen dürfen demzufolge auch nicht den Deckel berühren.

Falls es euch doch nach Rinderbraten im Schnellkocher mit gleichzeitiger Gemüsebeilage gelüstet, müsst ihr ein bisschen planen:

  • Bratet das Fleisch im Topf von allen Seiten scharf an und löscht das Ganze anschließend mit der entsprechenden Flüssigkeit nach Rezept ab.
  • Lasst es unter Druck im Schnellkochtopf ein wenig vorgaren, in etwa kurz bevor die Garzeit des jeweiligen Gemüses erreicht ist. Dazu müsst ihr aber schon Erfahrung mit den Garzeiten für verschiedene Rezepte in eurem Exemplar haben.
  • Lasst den Druck ab und drapiert den Dämpfeinsatz nebst Gemüse so über dem Fleisch, dass sich beide Etagen möglichst wenig berühren. Dafür ist das Dreibein gedacht.
  • Kontrolliert vor der zweiten Druckrunde, ob noch genug Flüssigkeit (meist mindestens 250 ml) im Topf ist. Wenn nicht, müsst ihr unbedingt nachschenken.
  • Nochmal alles unter Druck setzen und am Ende sollte beides gleichzeitig perfekt gar sein.

Soweit die Theorie. Doch auch, wenn euch ein Schnellkochtopf vieles abnimmt, ist er am Ende des Tages ein Küchenhelfer, der eure Aufmerksamkeit als Koch benötigt. Das gilt besonders für etwas eigenwillige (aber gute!) Töpfe wie den WMF Perfect. Mehr erfahrt ihr im Testbericht.

Der WMF Perfect bei uns im Test

Der WMF Perfect bei uns im Test

Nudeln im Schnellkochtopf: Heikle Sache? Ach, quatsch!

Man liest immer wieder, dass Nudeln im Schnellkochtopf eher eine mittelgute Idee sind. Zwar sagen auch die Hersteller, dass ihr sie problemlos darin zubereiten könnt, doch müsst ihr auf noch mehr achten und dürft nur die Hälfte des Topfes befüllen etc. pp.

Diese Vorsichtsmaßnahmen müsst ihr einhalten, weil Pasta (oder auch Reis) beim Kochen an Volumen gewinnt und wenn zu viele Nudeln im Topf wären, könnte es problematisch werden.

Diese Problematik könnt ihr ganz einfach umgehen und auch noch die Zeit zum Nudeln machen (Ja, das ist auch „Kochen“) halbieren, und das fast ohne Energiekosten. Und dafür müsst ihr praktisch nur eines tun: Die Wassermenge reduzieren und den Schnellkocher benutzen:

  • Füllt eure Nudeln in den Dampfkocher und gebt nur so viel Wasser dazu, dass der Großteil bedeckt ist. Wichtig ist, dass die Nudeln nicht zu ordentlich drin liegen, sondern Luft zwischen ihnen ist.
  • Würzt das Wasser mit Salz (was die Kochzeit noch einmal verringert).
  • Schließt den Deckel und bringt den Topf nach Anleitung auf Betriebsdruck – am besten nur auf die erste Stufe.
  • Nehmt den Topf dann sofort vom Herd und lasst ihn bei geschlossenem Deckel auskühlen.

Während dieser Zeit gart die Pasta al dente durch und ihr braucht null Zusatzenergie. Diese Anleitung ist – wie alles beim Schnellkochtopf – kein Rezept mit Gelinggarantie, sondern ein genereller Vorschlag, den ihr jeweils für euren Topf, die Nudelmenge und -art sowie den Herd tweaken müsst.

Brot im Schnellkochtopf – gar nicht so abwegig

Wenn man im Schnellkochtopf Kuchen „backen“ kann (wie der Ratgeber zum vegetarischen Kochen verrät), müsste es doch theoretisch möglich sein, auch Brot darin zu machen. Das dürfte auch für Camper interessant sein, die einen Schnellkochtopf auf Reisen mitnehmen.

Dieses Thema wird übrigens in einschlägigen Segler- und Camping-Foren sehr heiß diskutiert. Die meisten Rezepte für den Schnellkochtopf empfehlen, die Hauptzutat für besonderes Brot, seien es Kartoffeln oder Getreideflocken, im Schnellkocher zuzubereiten.

Kartoffeln als Grundlage für Brot

Kartoffeln als Grundlage für Brot

Diese Zutaten kommen dann in den Tag und werden normal im Ofen gebacken.
Aber: Wäre es nicht genial, wenn man Brot ohne Ofen backen könnten – am besten auch noch im Schnellkochtopf?

Nach ein bisschen Suchen bin ich fündig geworden und kann euch folgende Tipps geben:

  • Ihr müsst immer alle Ventile aus dem Deckel entfernen, damit der Dampf ungehindert entweichen kann. Bei den meisten Töpfen geht das ziemlich einfach über große Schrauben oder über Arretierungen. Mehr dazu in den Schnellkochtopf Tests 2018. Damit entsteht zwar kein Dampfdruck mehr, allerdings ein gut abgeschlossener Topf, der viel Dampf für saftiges Brot hält.
  • Ihr solltet immer das Dreibein benutzen, damit das Brot in einer passenden Form ohne Wasserkontakt „backt“. Man könnte auch den Topf einfetten und -mehlen, aber das ist dann doch eine ziemliche Sauerei – vor allem, wenn ihr das erste Mal damit experimentiert.
  • Ihr müsst zwischendurch wenden, damit das Brot von allen Seiten krustig und lecker wird.
  • Die Sache mit der Hitze müsst ihr ausprobieren, auch die Backzeit variiert. Meist reichen etwa 45 Minuten.

Sirup aus dem Schnellkochtopf: Pimp your Coffee & Cocktails!

Da wir alle hier in irgendeiner Form professionell mit Kaffee und der Barkultur zu tun haben und hatten, kamen wir irgendwann auch auf die Idee, dass so ein Schnellkochtopf sicher auch für Sirup gut ist. Denn seien wir ehrlich, der gekaufte Krempel ist doch eher so mittel.

Und ja: auch Sirup aus dem Schnellkochtopf funktioniert hervorragend! Wichtig ist hier nur, dass ihr bei der Hitze gut aufpasst, euch an die „Garzeit“ (oder besser: Einkochzeit) herantastet und niemals (niemals! niemals!) die Schnellabdampffunktion nutzt, sondern den Topf von selbst runterkühlen lasst.

Für Obstsirup benötigt ihr:

  • 500 Gramm Obst, das sich gut entsaften lässt
  • Mindestmenge an Wasser je Topf (meist ¼ Liter)
  • Saft einer Bio-Zitrone nach Geschmack
  • etwa 600 bis 700 Gramm Zucker. Die Menge variiert nach Zuckerart, ihr könnt auch mit Kokosblütenzucker, Birkenzucker und ähnlich guten Alternativen experimentieren.

Danach müsst ihr das Obst gewaschen in den Dämpfeinsatz geben und den Topf auf Druckstufe 1 bringen. Dann muss das Obst noch einmal etwa 10 Minuten kochen. Regelt dabei unbedingt den Herd so weit wie möglich runter.

Im Fissler-Blog sind noch einmal alternative Herangehensweisen ans Entsaften zu finden.

Danach dickt ihr den noch heißen Saft im offenen Topf mit Zucker ein, bis die Sache wie Sirup aussieht. Et voila.

Für Sirup aus Gewürzen und Kräutern, wie Rosmarin, Ingwer oder Vanilleschoten müsst ihr alle Zutaten (auch hier Wasser, Zucker, ein wenig Zitrone) gleich zusammen in den Topf geben und auf der Schonstufe nicht mehr als 15 Minuten kochen.

Auch hier sollte alles im Topf auskühlen und der Topf nicht künstlich drucklos gemacht werden. Wenn er wieder sauber ist, nutzt ihr ihn zum Sterilisieren der Flaschen, in die der Sirup kommt.

Natürlich könnt ihr die Sirupbasis auch ohne geschmacksgebende Komponente im Schnellkocher zubereiten und diese dann anschließend für den Kaltauszug von fancy shmanzy Sirupsorten wie Rosenblüten, Veilchen oder Basilikum nehmen.

Dazu müssen die Blüten drei Tage im Sirup ziehen und das Ganze wird anschließend in Gläser abgeseiht, die dann noch einmal im Schnellkochtopf haltbar gemacht werden können. Auch dazu verweise ich gern noch einmal auf die sehr gut aufbereitete Seite von Fissler.

Habt ihr noch Rezepte und Tipps parat, die nicht in jedem Kochbuch zu finden sind? Dann gerne her damit! Teilt sie im Kommentar mit der Welt!

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