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LogMeOnce Test

LogMeOnce Test
Interessante Ideen, aber zu kompliziert.

Tarife ab:

12,00 USD

pro Jahr

Kostenfreier Tarif verfügbar

Produktkategorie
Anbieter Websitewww.logmeonce.com
Betriebssysteme DesktopWindows, macOS
Betriebssysteme mobilAndroid, iOS
Zwei-Faktor-Authentifizierung
Deutsche Benutzeroberfläche
Cloud-Speicherung
BrowserintegrationMozilla Firefox, Google Chrome, Safari, Internet Explorer
Kostenlose Option
Open Source
Passwort Export – Software und DateiformateCSV, HTML, TXT, XML

Author

Als langjähriger Webworker legt Sebastian Wert auf Sicherheit und Komfort bei der Internetnutzung. Beste Voraussetzungen, um für Sonntagmorgen Passwort-Manager zu testen. Sebastian

Es ist ein merkwürdiger Auftritt, den der Hersteller von LogMeOnce mit seiner Website hinlegt. In hohen Tönen und bunten Farben werden enthusiastisch die Funktionen des Passwort-Managers angepriesen, während die kreischbunte Website chaotisch, spammig und wie eine verlassene Ruine von vor zehn Jahren aussieht. Gleichzeitig beteuert LogMeOnce, der beste Passwort-Manager auf dem Markt zu sein oder zumindest als solcher zu gelten.

Hier wäre ein gründlicher Frühjahrsputz angebracht. Neben der Website betrifft das auch die Software selbst. Die Benutzeroberfläche ist uneinheitlich und die einzelnen Bestandteile sind ohne nachvollziehbare Logik an verschiedenen Orten verteilt. Vor lauter Extras gehen die Standardfunktionen unter. Als deutschsprachige Nutzer müsst ihr euch mit einer grauenhaften Maschinenübersetzung herumschlagen oder gleich wieder auf Englisch umstellen.

Die Funktionen selbst sind gut, vor allem die bequeme Passwort-Änderung überzeugt. Doch alles, was wirklich wichtig ist, bieten andere auch – bei deutlich besserer Benutzerfreundlichkeit. Eine Empfehlung kann ich daher nur an diejenigen von euch aussprechen, die Spaß daran haben, eine clevere, aber auch eigenwillige Software zu erforschen – und gut Englisch verstehen.

Hier findet ihr wie wir uns finanzieren Sonntagmorgen wird nicht von Herstellern finanziert. Wir kaufen alle Produkte selber und testen sie ausgiebig, um euch die bestmögliche Beratung zu garantieren. So sind wir unabhängig und müssen euch nicht ein Produkt empfehlen, nur weil uns ein Händler vielleicht dafür bezahlt.

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Overall Rating

80%

"Interessante Ideen, aber zu kompliziert."

Desktop-Komfort
75%
Gut
Mobil-Komfort
70%
Befriedigend
Funktionsumfang
90%
Sehr gut
Sicherheit
85%
Sehr gut
Preis-Leistungs-Verhältnis
80%
Gut

LogMeOnce Passwort-Manager im Test 2018: Kreatives Chaos

Meine ersten Eindrücke von LogMeOnce waren widersprüchlich. Auf der einen Seite eine stolze Palette von Empfehlungen der Fachmedien, auf der anderen eine chaotische Webseite, die mich unter normalen Umständen sofort in die Flucht schlagen würde – in der Hoffnung, mir noch keine Malware eingefangen zu haben.

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12,00 USD pro Jahr

So ein Chaos habe ich bei den anderen 16 Passwort-Managern nicht gesehen, die ich mir im großen Passwort-Manager Test und Vergleich 2018 ebenfalls angeschaut habe.

Die schlechte Maschinenübersetzung ist ein wesentlicher Teil des Problems. Sie ist nicht nur unschön, sondern macht es euch an vielen Stellen schwer zu verstehen, was der Anbieter sagen möchte – nicht nur auf der Website, sondern auch in der Anwendung.

Dort ist etwa „Cancel“ mit „Kündigen“ statt „Abbrechen“ übersetzt, „Save“ mit „Sparen“ statt „Speichern“ und „Share“ (Teilen) mit „Aktie“. Man hat das alles offensichtlich einfach gnadenlos durch eine Maschinenübersetzung geschickt und das Ergebnis ohne Prüfung online gestellt.

Ganz oben rechts auf der Website habt ihr immerhin die Möglichkeit, auf Englisch umzuschalten. Das ist empfehlenswert, sofern ihr mit Englisch zurechtkommt. Die deutsche Fassung ist wenig hilfreich, auch wenn euer Englisch nicht so gut ist. Die Hälfte ist sowieso immer noch auf Englisch und das Deutsch ist nur in Teilen zu verstehen.

Auch von der Sprache abgesehen ist die Website chaotisch und überfrachtet. Zu viele Informationen, zu viele Design-Elemente, zu viele Farben, Schriftarten, Kontraste, Bilder und so weiter.

Bei manchen Werbeflächen wusste ich nicht, ob es sich um Funktionen von LogMeOnce, um eine andere Software desselben Herstellers oder um Produkte anderer Anbieter handelt. So zum Beispiel hier:

LogMeOnce – Password SHOCK

Password SHOCK – eine der Werbetafeln auf der LogMeOnce-Website

Die Auflösung: Ja, es handelt sich um eine Funktion von LogMeOnce, die ihr optional aktivieren könnt. Dann spielt die Software Alarmtöne oder laute Musik ab und lässt die Anzeige oder das ganze Gerät vibrieren, wenn jemand ein falsches Passwort eingibt.

Das nur als Beispiel. Überall bejubelt die Website auf diese Weise einzelne Funktionen, die einem erst einmal nichts sagen. Alles wirkt unzusammenhängend und es fällt schwer, Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden, weil alles so schrill und marktschreierisch aufbereitet ist.

Dies setzte sich während des Installationsvorgangs fort. Ich gebe zu, dass ich dadurch voreingenommen war, bevor ich überhaupt dazu kam, die Software wirklich zu testen.

Unübersichtlich und anstrengend – das waren meine Haupteindrücke während der Einrichtung, die sich vergleichsweise lange hinzieht. Hätte es nicht die erwähnten positiven Bewertungen von Magazinen gegeben, wäre ich gar nicht so lange drangeblieben.

Es gibt viele Passwort-Manager, deren Auftritt angenehmer ist und die auch ihre Vorteile besser kommunizieren. Von LogMeOnce wusste ich bis nach der Anmeldung nicht, was das Besondere sein soll – nur, dass es viele Funktionen hat, deren Sinn mir aber durch die Werbetafeln kaum vermittelt wurde.

Screenshot der LogMeOnce-Website

Überfrachtet und grottenschlecht übersetzt: die LogMeOnce-Website

Nach einigem Hereinfuchsen und Ausprobieren entpuppte sich LogMeOnce in seinen wesentlichen Funktionen als guter Passwort-Manager. Aus meiner Sicht aber nicht gut genug, um sich die Zumutung der chaotischen Benutzerführung anzutun. Es gibt schlicht und einfach zu viele bessere Anbieter.

VORTEILE

  • Clevere Extras
  • Preisgünstig
  • Bequeme Passwort-Änderung
  • Auch mit Synchronisierung kostenlos

NACHTEILE

  • Zu kompliziert/unübersichtlich
  • Schlechte Website
  • Schlechte Übersetzung

LogMeOnce einrichten: Ein farbenfrohes Abenteuer

Auf der Website kam mir zuallererst ein Popup-Präsentationsvideo entgegen. Da ich mir gerade einen Überblick verschaffen wollte, sah ich es mir an. Darin stand ein „passwortloses“ Anmelden im Mittelpunkt, das LogMeOnce als clevere Innovation anpreist.

LogMeOnce-Präsentationsvideo

Ein dreiminütiges Video informiert über die passwortlose Anmeldefunktion von LogMeOnce

Die Idee: Die Anwendung nimmt beim Einloggen ein Foto von euch auf. Dieses wird dann an euer Mobilgerät gesendet, auf dem ihr das Foto bestätigt.

So ganz überzeugte mich das von Anfang an nicht. Über das Mobilgerät die Anmeldung zu bestätigen ist eine sinnvolle Absicherung, aber wozu dient dabei das Foto? Gut, das Foto ist jedes Mal anders, aber die Software könnte auch einfach einen Code generieren, der jedes Mal anders ist.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier der Eindruck erweckt werden soll, so etwas wie eine Gesichtserkennung sei im Spiel. Das ist aber nicht der Fall.

Die Funktion blieb undurchsichtig. Wenn ich mich auf dem Desktop anmeldete, nahm LogMeOnce tatsächlich mit der Webcam ein Foto auf und schickte es zur App. Dort musste ich allerdings immer eine sechsstellige Pin-Nummer eingeben, um die Anmeldung zu bestätigen. Das wäre ohne Foto exakt derselbe Vorgang gewesen.

Anmeldung und Konto-Features

Doch ich will vorne anfangen. Auf der Startseite klicke ich auf einen der Buttons mit der Aufschrift „Sign up – es ist kostenlos“ und komme so zu einem Registrierungsformular:

LogMeOnce – Registrierung

Anmeldung mit E-Mail-Adresse und Sicherheitsfrage

Hier müsst ihr einen der vier unterstützten Browser verwenden, sonst geht es nicht weiter. LogMeOnce funktioniert mit Google Chrome, Firefox, Safari und Internet Explorer. Ich verwende Chrome.

Als nächstes erscheint eine Auswahl, welche Art von Konto ich nutzen will.

LogMeOnce – Preise und Produktue

Viele Katzen im Sack: die Angebotspalette

Auch hier ist die Nutzerführung nicht sehr gelungen. Auf der Startseite preist der Anbieter etliche Funktionen seiner Software an, aber hier erfahre ich nicht, was die kostenlose Premium Edition von der kostenpflichtigen Professional Edition unterscheidet.

Bei Ultimate gibt es 10 Gigabyte Cloud-Speicher und die Möglichkeit, einen Logout-Zeitpunkt zu programmieren, bei der Family Edition „Tons of Features“ – „Tonnenweise Funktionen“. Zu den Extras in den Bündeln gibt es hier ebenfalls keine Erklärung.

Das einzige klare Angebot ist der Cloud-Speicher. Ein Extra, das nichts mit den Funktionen eines Passwort-Managers zu tun hat.

Hier sind die Features der einzelnen Versionen Premium, Professional und Ultimate aufgelistet, wenn ihr etwa zur Hälfte runterscrollt. Aufgrund der schlechten Übersetzung und der vielen Funktionen ist es allerdings sehr mühsam, sich einen Überblick zu verschaffen.

Ich sehe keinen schlagenden Vorteil einer kostenpflichtigen Version und klicke vorerst auf die kostenlose. Im nächsten Schritt bietet mir die Site die Browser-Erweiterung für Chrome an. Die Installation klappt prima.

Als nächstes kann ich weitere Werkzeuge installieren. Es ist nicht klar, worum es geht, aber ich stimme auf gut Glück zu:

LogMeOnce – Werkzeuge installieren

So erhalte ich vermutlich einen größeren Funktionsumfang

Im nächsten Schritt bietet mir die Site an, meine im Browser gespeicherten Passwörter zu importieren. Ich verzichte.

Nun soll ich auf dem Mobilgerät eine E-Mail abrufen, die LogMeOnce mir geschickt hat. Sie enthält einen Link auf die App im Google Play Store.

Ich installiere die App und diese nimmt nach dem ersten Starten ein Selfie von mir auf. Sie bittet um Zugriff auf Bilder, meinen Standort und Anrufe.

Bei den vielen Funktionen gegen Diebstahl erscheint das plausibel. So soll die Funktion „Mugshot“ beispielsweise Fotos von einem Dieb schießen und versenden, während der Standort zur Ortung des Mobilgeräts dient.

Nun muss ich die mit meinem Account verknüpfte E-Mail-Adresse, eine sechsstellige Pin und die Antwort auf meine Sicherheitsfrage eingeben. Die App fragt diese drei immer wieder ab, ich drehe mich im Kreis und komme nicht weiter, bis ich die App schließlich neu installiere.

Jetzt klappt’s. Nach den drei Eingaben komme ich zum Dashboard. Das anfangs aufgenommene Selfie ist im Hintergrund zu sehen, aber anscheinend nur zur Zierde. Es erfüllt keine sicherheitsrelevante Funktion, die für mich erkennbar wäre.

Ich erhalte die Möglichkeit, eine Anmeldung per Fingerabdruck einzurichten, die ich gerne in Anspruch nehme. Diese Funktion kenne ich bereits von anderen Passwort-Apps und finde sie sehr bequem.

Die App hat inzwischen andere Apps auf meinem Samsung Galaxy entdeckt und bietet an, Zugangsdaten für sie zu erfassen. Es sind aber nur vier Anwendungen, die sie anzeigt. Ich habe deutlich mehr, die mit Anmeldung funktionieren.

Ich klicke auf den Facebook-Eintrag und kann mein Passwort eingeben. Danach habe ich die Möglichkeit, mich durch einen Antipper in LogMeOnce bei Facebook anzumelden. Dies geschieht allerdings im integrierten Web-Browser von LogMeOnce. Warum, wenn doch gerade eben die Facebook-App erkannt worden war?

Ich kehre erst einmal zum Desktop zurück, wo die Einrichtung ja auch erst halb abgeschlossen ist. Noch einmal kann ich mich zwischen zwei Versionen von LogMeOnce entscheiden, von denen die eine nur für Passwörter da ist und die andere auch andere Datentypen verwaltet. Ich wähle die erweiterte.

Jetzt startet noch eine recht umfangreiche Tour mit viel Text. Hier zum Beispiel erfahre ich, wie ich das Master-Passwort ändern kann.

LogMeOnce – Master-Passwort

Diese Abfrage überrascht mich – ich hatte doch „PasswordLess“ gewählt

Bei einem anderen Passwort-Manager würde mich das nicht überraschen, denn diese Anwendungen arbeiten alle mit einem Master-Passwort. Dieses schützt und gewährt den Zugang zu euren Passwörtern. Daher sollte es sicher sein und ihr dürft es nicht vergessen.

Aber hier? Ich habe doch gar kein Master-Passwort vergeben. Laut Text gibt es auch „PasswordLess accounts that need to add a Master Password“. Aha. Wie dem auch sei.

Die Tour zeigt mir, wie ich einen Passwort-Eintrag, einen Ordner, eine Notiz und eine Kreditkarte hinzufüge. Unterdessen erscheint über etliche Bildschirme immer wieder Werbung für alle möglichen Funktionen.

Es ist zu viel Information, die hier auf mich hereinprasselt. Die Aufgaben eines Passwort-Managers sind normalerweise simpel und ich sehe nicht, warum diese Software so kompliziert sein muss. Das sind andere Passwort-Manager auch nicht. Wenn es einen guten Grund dafür gibt, dann kommuniziert LogMeOnce diesen Grund nicht sehr erfolgreich.

Bevor es losgeht, will ich noch die Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten. Das ist ein gängiges Verfahren, um die Sicherheit zu erhöhen: Wer Zugriff erhalten will, muss sich auf zwei verschiedene Arten als berechtigt ausweisen – zum Beispiel mit einem Passwort und einem zusätzlichen Code, der per SMS oder aus einer Authenticator-App kommt und nur einmal gültig ist.

Die Einstellungsseite für die Zwei-Faktor-Authentifizierung sieht so aus:

LogMeOnce – Zwei-Faktor-Authentifizierung

Als zweiter Faktor stehen eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung

Auch hier überzeugt mich LogMeOnce nicht. Beim ersten Faktor steht, dies sei mein Master-Passwort, aber das stimmt nicht. Ich habe nie ein Master-Passwort eingegeben.

Die Option „Selfie-2FA“ kann ich nicht auswählen, ohne ein kostenpflichtiges Paket zu buchen. Warum nimmt die Anwendung dann dauernd unangekündigt Selfies von mir auf, warum habe ich bei der Registrierung „PasswordLess“ ausgewählt und warum heißt es im Werbevideo, der Foto-Login sei gratis?

Außerdem passiert es mir an mehreren Tagen immer wieder, dass die Seite für die Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht erreichbar ist:

LogMeOnce – Zwei-Faktor-Authentifizierung funktioniert nicht

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Immerhin gelingt es mir schließlich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung mit dem Microsoft Authenticator einzurichten. (Da steht „Google Authenticator“, aber die beiden sind austauschbar.)

Passwörter verwalten: Benutzeroberfläche im Browser

Die Benutzeroberfläche von LogMeOnce befindet sich im Browser. Der volle Funktionsumfang ist online verfügbar. Die Passwörter könnt ihr über die Browser-Erweiterung auch offline abrufen.

Die Passwörter beziehungsweise Zugangsdaten sind in einer Kachel-Optik aufbereitet:

LogMeOnce – Passwort-Management

Die Passwortliste im Stil einer Website

Hier müsst ihr nur einmalig den Eintrag der gewünschten Website anklicken, um ein neues Browser-Tab zu öffnen und euch dort anzumelden. Durch einen Rechtsklick erhaltet ihr die Möglichkeit, den Eintrag zu teilen oder zu bearbeiten.

Die Bearbeitungsansicht sieht dann so aus:

LogMeOnce – Eintrag bearbeiten

Die Details eines Datensatzes bearbeiten

Neben den Inhalten der Datenfelder gibt es hier einige Feineinstellungen und Zusatzfunktionen.

  • Mit der Option „Single sign-on“ könnt ihr zum Beispiel festlegen, ob LogMeOnce eure Zugangsdaten auf der betreffenden Seite nur ausfüllt oder euch auch gleich anmeldet.
  • Ferner könnt ihr einstellen, ob ihr auch bei der entsprechenden Website abgemeldet werdet, wenn ihr euch aus LogMeOnce abmeldet, könnt Zugangsdaten teilen oder jemanden benennen, der im Notfall Zugriff erhalten soll („Begünstigter“).
  • Auf der rechten Seite könnt ihr eine Grafik für die Anzeige des Eintrags festlegen. Im vorletzten Screenshot oben seht ihr, dass LogMeOnce für Amazon.de und Web.de Screenshots der jeweiligen Webseite verwendet weil es die beiden Seiten nicht kennt.

Seltsam, dass die Ansicht nicht das Favicon verwendet. Das Favicon ist eine Mini-Grafik, die genau für solche Übersichten gedacht ist und meist das Logo des Anbieters zeigt. Das wäre hier leichter und schneller zu erkennen.

Die eigentliche Home-Ansicht von LogMeOnce ist jedoch das Dashboard, auf dem der Link zum Passwort-Manager nur eine von mehreren Optionen ist:

LogMeOnce – Dashboard

Diverse Tools auf dem Dashboard

Eine gute Gelegenheit, im Überblick darzustellen, welche Funktionen LogMeOnce bietet.

  • Mugshot: Die Anwendung schießt und verschickt Fotos von einem Smartphone-Dieb.
  • Passwort SHOCK: Die Anwendung schlägt bei verdächtigen Anmeldeversuchen Alarm und soll einem Hacker oder Dieb dadurch Angst einjagen.
  • Produktivitäts-Charts: Eine Sammlung von Daten und Diagrammen über eure Nutzung von LogMeOnce.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung: Die Faktoren, die LogMeOnce abfragt, bevor es Zugriff erlaubt (PIN, Master-Passwort, Authenticator-Code, Selfie usw.)
  • Sichere Hinweise: Gemeint sind beliebige Notizen, die LogMeOnce verschlüsselt speichert. Die meisten Passwort-Manager bieten diese Möglichkeit.
  • Sichere Geldbörse: Gelegenheit zur Speicherung von Kreditkarten- und Kontodaten.
  • Anti-Diebstahl: Hier könnt ihr euer mobiles Endgerät orten, wenn die LogMeOnce-App installiert ist und auf den Standort zugreifen darf.

Damit haben wir den Kreis vollendet. Doch das sind noch nicht alle Tools und Funktionen. Die Gesamtübersicht sieht so aus:

LogMeOnce – Alle Tools in der Übersicht

Eine weitere Ansicht der Funktionen

Vieles habe ich bereits erwähnt, manches ist selbsterklärend. Bis auf wenige Funktionen wie die Ortung, die „Mugshots“ und der Schock-Alarm sind das meiste Standard-Funktionen, die andere Passwort-Manager auch bieten.

Nachdem ich fast 20 Passwort-Manager getestet habe, leuchtet mir nicht ein, warum LogMeOnce so weit vom üblichen Aufbau eines Passwort-Managers abweicht.

Die Tool-Übersicht, das Dashboard und die Passwörter-Ansicht sind drei separate Oberflächen mit unterschiedlicher Gestaltung. Warum? Üblich wäre eine einzige Standard-Ansicht, in deren Mittelpunkt die Passwort- und anderen Daten-Einträge stehen, während Menüs Zugriff auf alle anderen Funktionen bieten.

Nach meinen vielen Tests bin ich der Letzte, der sich gegen etwas Abwechslung und frische Ideen wehren würde. Doch in diesem Fall sind die Standards einfach überzeugender. Sie sind ja auch nicht umsonst zu Standards geworden.

Ein Positivbeispiel für eine schlanke Benutzeroberfläche im Browser sowie innovative Sicherheitsfunktionen findet ihr übrigens hier: McAfee True Key Passwort-Manager Test.

Einer der besten Passwort-Manager auf dem Markt verlegt ebenfalls die gesamte Nutzeroberfläche in den Browser und bietet als Extras maskierte E-Mail-Adressen und einen Tracking-Blocker. Hier geht’s zum Testbericht von Blur.

Passwörter speichern und verwenden: LogMeOnce erfüllt seine Aufgabe gut

Nun aber zum Wesentlichen: der Verwendung von gespeicherten Passwörtern auf Webseiten. Wie funktioniert das mit LogMeOnce?

Beim ersten Aufruf von Facebook nach der Installation habe ich noch keine Daten in LogMeOnce gespeichert. Allerdings musste ich zur Registrierung bei dem Passwort-Manager meine E-Mail-Adresse angeben. Die Browser-Erweiterung schlägt mir diese Adresse als Anmeldenamen für Facebook vor. Das ist intelligent und nützlich.

LogMeOnce – Facebook-Vorschlag

LogMeOnce zeigt sich entgegenkommend

Zuerst will ich das automatische Speichern testen. Ich gebe also manuell meine Zugangsdaten ein und melde mich an. Erfolg: LogMeOnce fragt, ob ich die eingegebenen Daten speichern will.

LogMeOnce – Facebook-Passwort wurde automatisch gespeichert

Alles nach Plan: LogMeOnce hat die Anmeldung bemerkt

Alles klar, ich bestätige das Speichern. Dann melde ich mich ab und gehe zur Startseite zurück, um das Anmelden auszuprobieren.

LogMeOnce – bei Facebook anmelden

Nicht zu übersehen: LogMeOnce schlägt vor, mich anzumelden

Nach einen Klick auf meinen Anmeldenamen erscheinen die Daten im Formular. LogMeOnce schickt dieses auch gleich ab und meldet mich somit an. Falls mehrere Konten für die Seite gespeichert sind, erscheint in dem kleinen Pop-Up-Fenster eine Auswahl.

Ein häufiger Problemfall ist Amazon, weil dort die URL der Anmeldeseite Variablen enthält und sich von Besuch zu Besuch verändert. Außerdem fragt Amazon den Benutzernamen und das Passwort auf zwei separaten Seiten ab. Beides erschwert eine automatische Erkennung der Formularfelder.

Die Anmeldung klappt, doch im Unterschied zu Facebook ist hier ein Klick auf das Formularfeld nötig:

LogMeOnce – bei Amazon anmelden

Hier öffnet sich die Anmelde-Option erst nach einem Klick

Dennoch ist die Anmeldung komfortabel und funktioniert ohne Probleme. Hier ist alles so, wie es sein soll.

Passwörter ändern: Erstklassig!

Die Passwort-Änderung ist ein wichtiger Punkt. Je älter ein Passwort wird, desto höher steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwo einmal durchgesickert und nicht mehr geheim ist.

Zu einer guten Passwort-Pflege gehören daher regelmäßige Änderungen. Ein guter Passwort-Manager sollte dem Nutzer diesen Vorgang so weit wie möglich erleichtern.

Zum Testen rufe ich das Formular für die Passwort-Änderung bei Facebook auf. Von LogMeOnce ist zunächst nichts zu sehen. Doch als ich in das erste Formularfeld klicke, reagiert die Browser-Erweiterung richtig.

LogMeOnce – Facebook-Passwort ändern, Schritt 1

LogMeOnce bietet an, meinen Benutzernamen einzutragen

Genau wie bei der normalen Anmeldung klicke ich auf meinen Benutzernamen und LogMeOnce füllt das Feld aus. So weit, so gut. Jetzt klicke ich auf das erste der Felder für das neue Passwort. Es bietet sich folgendes Bild:

LogMeOnce – Facebook-Passwort ändern, Schritt 2

Auch ein neues Passwort ist zur Hand

Großartig! Auch hier ist (außer der Übersetzung) alles richtig und LogMeOnce bietet an, ein frisch generiertes Passwort in die Formularfelder einzutragen. Durch einen Klick auf „Passwort speichern“ erscheint das neue Passwort in den beiden Formularfeldern bei Facebook. Ich muss also das Formular nur noch absenden.

Nun vergewissert sich LogMeOnce noch einmal darüber, ob es das alte Passwort im gespeicherten Datensatz ersetzen soll.

LogMeOnce – Facebook-Passwort ändern, Schritt 3

Der dritte und letzte Schritt der Passwort-Änderung

Super! Nur eine Minderheit der Passwort-Manager, die ich getestet habe, liefert an dieser Stelle automatisch ein neues Passwort, und dies sind meist die besten und teuersten. Neben den schon genannten Blur und True Key sind dies Dashlane und Sticky Password. Hier findet ihr die ausführlichen Berichte zu beiden:

In diesem Punkt spielt LogMeOnce souverän in der ersten Liga mit.

Weitere Daten verwalten: Zufriedenstellende Funktionen

An der Benutzeroberfläche war oben bereits sichtbar, dass LogMeOnce auch für die Verwaltung von Zahlungsdaten gedacht ist. Um diese auszuprobieren, wähle ich auf dem Dashboard den Punkt „Sichere Geldbörse“ und klicke dort auf den Button „Kreditkarte hinzufügen“.

Während der Eingabe entsteht eine Abbildung der virtuellen Kreditkarte, der ihr sogar eure Lieblingsfarbe zuweisen könnt.

LogMeOnce – VISA-Kreditkarte hinzufügen

Ich erfasse (natürlich ausgedachte) Kreditkartendaten

Nachdem alles ausgefüllt und gespeichert ist, begebe ich mich auf den Weg zu Amazon, wo ich innerhalb meines Kontos die Seite zur Erfassung einer Zahlungsmethode öffne. Und siehe da, beim Klick auf das Feld für die Kreditkarten-Nummer bietet LogMeOnce Hilfe an:

LogMeOnce – Kreditkarte bei Amazon

LogMeOnce füllt die 16-stellige Nummer aus

Es klappt, doch die Nummer war dann auch schon alles. Meinen Namen und das Ablaufdatum muss ich manuell eingeben.

Ich unternehme einen weiteren Versuch bei eBay. Auch hier meldet sich LogMeOnce wie vorgesehen:

LogMeOnce – Kreditkarte eBay

LogMeOnce erkennt Zahlungsformulare zuverlässig

Hier erscheinen die Kartennummer und die dreistellige Prüfnummer in den entsprechenden Feldern. Das Ablaufdatum (hier verdeckt) fehlt.

Aber immerhin. Kaum ein Passwort-Manager funktioniert bei diesen Dingen perfekt und im Vergleich zu den Wettbewerbern steht LogMeOnce mit der Ausfüll-Automatik für Kreditkarten immer noch gut da.

Mobile Nutzung: Wenig überzeugende App

Die App von LogMeOnce ist für Android und iOS erhältlich. Wie oben gezeigt, kann sie auf verschiedene Weise als zweiter Faktor für die Anmeldung bei LogMeOnce auf dem PC oder Mac dienen. Außerdem könnt ihr die App auch für eure passwortgeschützten Zugänge auf dem Smartphone oder Tablet nutzen.

Die App bietet eine Funktion zum automatischen Anmelden ähnlich wie auf dem Desktop, doch damit seid ihr auf den eingebauten LogMeOnce-Browser beschränkt. In eurem Standardbrowser oder anderen Apps steht keine Automatik von LogMeOnce zur Verfügung.

Die erwähnten Funktionen gegen Smartphone-Diebe wie das Fotografieren („Mugshot“), die Ortung und der Alarm („Password SHOCK“) sind Alleinstellungsmerkmale. Doch dafür hakt es bei den Standardfunktionen, zu denen die automatische Anmeldung eindeutig gehört.

LogMeOnce – Selfie mit der App

LogMeOnce macht die Selfie-Funktion stark

LogMeOnce – das App-Dashboard

Mäßig dekorativ: ein halbes Foto, ohne Ankündigung aufgenommen

Nach der Installation wirbt auch die App sofort mit dem mysteriösen Selfie-Login. Hier verwirrt mich die Auswahl: mit Selfie anmelden oder einen bestehenden Account nutzen? Ich dachte, ich kann mich mit Selfie in meinem bestehenden Account anmelden. Wieso schließt das eine das andere aus?

Ich wähle „Skip“, weil ich nicht versehentlich ein neues Nutzerkonto anlegen, sondern mich mit dem vorhandenen verbinden will. Ich muss meine Mail-Adresse eingeben und soll dann eine sechsstellige Nummer für die Anmeldung festlegen. Okay.

Als ich auf dem Dashboard bin, sehe ich, dass die App während der Anmeldung ein Foto von mir geschossen hat (siehe Bild oben rechts). Genau wie bei der Desktop-Version erscheint das Foto hier als dekoratives Element. Eine erkennbare praktische Funktion hat es wieder nicht.

Hier finden sich wieder die gleichen Dashboard-Elemente wie auf dem Desktop. Ich klicke gleich auf den Passwort-Manager und erhalte folgende Ansicht:

LogMeOnce – die App-Passwörter

Das Wesentliche: die Passwörter

In dieser Liste könnt ihr jeden Eintrag antippen, um ein Menü mit Optionen zu öffnen:

LogMeOnce – App-Optionen

Nutzungs- und Bearbeitungsoptionen für eure Zugangsdaten

Theoretisch ist die Funktion ganz oben die interessanteste: die Anmeldung bei dem betreffenden Dienst. Doch wie gesagt öffnet sich dadurch nur die Website im eingebauten Browser der LogMeOnce-App. Für Amazon verwende ich aber die Amazon-App, für Facebook die Facebook-App und so weiter.

Wie ihr seht, lassen sich hier die einzelnen Datenfelder in die Zwischenablage kopieren. So könnt ihr euch auch ohne Automatik halbwegs bequem bei euren Apps anmelden.

Apropos Anmelden: Mir ist auch nach einigem Ausprobieren das Prinzip hinter der Selfie-Anmeldung nicht klar geworden. Diese Auswahl steht zur Verfügung, um mich anzumelden:

LogMeOnce – Optionen für die Anmeldung

Vier Optionen für die Anmeldung

Das Kamera-Icon ganz links steht für den Selfie-Login. Wähle ich diese Option, nimmt die App ein Foto von mir auf, doch zum Anmelden muss ich meine sechsstellige Pin eingeben. Im Hintergrund ist dabei das aufgenommene Foto sichtbar, dessen Funktion mir nicht klar ist.

Die zweite Option von rechts ist dann die Anmeldung per Pin. Sie unterscheidet sich vom Selfie-Login nur dadurch, dass im Hintergrund kein Selfie sichtbar ist, sondern ein generisches Strandbild. Wenn ein Dieb meine Pin wüsste, könnte er sich anmelden. Im Hintergrund wäre dann eben ein Bild von ihm statt von mir.

Bei allen vier Optionen erfragt LogMeOnce zusätzlich einen Code aus dem Authenticator, wie ich es eingestellt hatte. Das klappt also.

Ich bin nicht begeistert von der App, ebenso wie von LogMeOnce insgesamt. Es ist unnötig kompliziert und die Funktionsweise vielfach intransparent. Dazu trägt auch bei, dass die Software so anders aufgebaut ist als andere Passwort-Manager, obwohl die Grundfunktionen dieselben sind.

Gleichzeitig tauchen Schwächen bei elementaren Funktionen auf, vor allem dem automatischen Ausfüllen von Formularen im Standardbrowser und in anderen Apps. Da können andere mehr.

Sicherheit: Innovative Funktionen mit Fragezeichen

An Sicherheitsfunktionen hat LogMeOnce mehr als die meisten anderen. Die Frage ist, wie nützlich diese sind und ob sie die Sicherheit wirklich erhöhen. Es ist eine lustige Vorstellung, einem Smartphone-Dieb mitzuteilen, dass man dank der Mugshots-Funktion Fotos von ihm hat. Aber wie wahrscheinlich ist dieser Anwendungsfall?

LogMeOnce verwendet verschiedene Verschlüsselungsverfahren, um eure Passwörter sicher in der Cloud zu speichern. Ein Pluspunkt sind auf jeden Fall die vielen Optionen für eine Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Sicherheitsbedenken hätte ich bei LogMeOnce nicht. Doch mir ist unsympathisch, wie mit dem Selfie-Login eine zusätzliche Sicherheit suggeriert wird, die es nicht ist. Falls ich es bloß nicht verstehe, bin ich nicht der einzige: Der Rezensent von PC Mag, wo LogMeOnce der redaktionell empfohlene Passwort-Manager ist, wurde daraus auch nicht schlauer als ich.

VORTEILE

  • Clevere Extras
  • Preisgünstig
  • Bequeme Passwort-Änderung
  • Auch mit Synchronisierung kostenlos

NACHTEILE

  • Zu kompliziert/unübersichtlich
  • Schlechte Website
  • Schlechte Übersetzung

Fazit: LogMeOnce ist interessant, aber zu kompliziert

Ich kann euch LogMeOnce nur dann empfehlen, wenn ihr großen Spaß daran habt, euch in Software hineinzufuchsen, und etwas Zeit investieren wollt. Wenn ihr voll ausnutzt, was LogMeOnce bietet, habt ihr ein vielseitiges Tool in der Hand und das zu einem günstigen Preis.

LogMeOnce-Website

LogMeOnce macht kompliziert, was eigentlich einfach gehen soll: das Verwalten von Passwörtern

12,00 USD pro Jahr

Ich persönlich habe aber andere Erwartungen an einen Passwort-Manager und nehme an, dass es mir in dieser Hinsicht so geht wie den meisten.

Für mich soll ein Passwort-Manager vor allem sicher und pflegeleicht sein. Er soll sich möglichst unsichtbar und von selbst um meine Passwörter kümmern und so wenig Aufmerksamkeit wie möglich von mir verlangen. Welche Passwort-Manager all das bieten, könnt ihr im großen Passwort-Manager Test 2018 erfahren, in dem ich mir insgesamt 17 für euch angeschaut habe.

Daher ist mir LogMeOnce schlicht zu kompliziert. Gleichzeitig ist die Aufmachung vielfach chaotisch und intransparent, angefangen bei der verblüffend schlechten Website.

Kann durchaus sein, dass LogMeOnce beim Funktionsumfang unter den Konkurrenten vorne liegt. Bei der Nutzerfreundlichkeit ist das entgegen dem Werbeversprechen des Anbieters eindeutig nicht der Fall – zumal die Automatik-Funktionen der App rudimentär sind.

Provider Screenshot

LogMeOnce Alternativen


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