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von Hans-Jürgen

Zuletzt aktualisiert am: 23. September 2019

Rasen vertikutieren: So sorgt ihr für saftiges Grün im Garten

Mit einem Vertikutierer wird unerwünschter Wildwuchs entfernt und die Erde aufgelockert. Sämtliche Informationen zu Vertikutierern und ihrer Funktionsweise findet ihr im Vertikutierer Test 2019. Neben dem Vertikutieren ist das Düngen die wichtigste Maßnahme für einen gesunden, kräftigen Rasen.

Dafür gibt es spezielle Düngemittel – jeweils für Frühling und Herbst. Kompakte Böden können mit Sand aufgelockert werden, sodass Nährstoffe besser eindringen können. Den pH-Wert eurer Erde könnt ihr mit Kalk regulieren. Hier ist Vorsicht geboten, denn ein zu hoher Kalkgehalt fördert das Wachstum von Klee und Brennnesseln, und einige Gartenpflanzen reagieren empfindlich auf Kalk. Kahle Stellen könnt ihr mit Rasensamen ausbessern.

Wichtig: Gut und regelmäßig wässern und erst bei einer Wuchshöhe von zehn Zentimetern das erste Mal mähen.

Im Herbst ist es entscheidend, Laub und Fallobst zu entfernen, um Staunässe und Fäulnis zu vermeiden. Je nach Witterung könnt ihr bis Ende Oktober regelmäßig rasenmähen. Der letzte Schnitt sollte bei vier bis fünf Zentimetern liegen. So kann Licht in das Erdreich eindringen und die Halme sind nicht so lang, dass sie im Winter plattgetreten werden. Gegen Krabbel-Schädlinge kann der gezielte Einsatz von Fadenwürmern Abhilfe schaffen. Maulwürfe und Wühlmäuse vertreibt ihr am besten mit unangenehmen Gerüchen oder Lärm.

Wer einen Garten besitzt, merkt schnell, dass die eigene Freizeitoase auch ganz schön viel Arbeit bedeutet. Spätestens nach dem Winter gibt es oft braune Flecken, matschige Stellen und jede Menge unerwünschte Gewächse. Der sattgrüne Traumrasen kommt leider nicht von selbst.

Um eurem Rasen den perfekten Look à la Fußballstadion zu verpassen, müsst ihr ihn nicht jedes Jahr komplett erneuern. Nachfolgend haben wir für euch die wichtigsten Infos, worauf es bei der Rasenpflege im Frühjahr ankommt. Wann ist es Zeit, den Rasen zu belüften, zu vertikutieren oder zu düngen? Für eine lückenlose, englisch angehauchte Rasenfläche ist die richtige Pflege zur richtigen Zeit entscheidend.

Einhell Vertikutierer

Vertikutierer: Sieht einem Rasenmäher zum Verwechseln ähnlich

Vertikutierer: Wie funktionieren sie und wann setze ich sie ein?

Stehen Vertikutierer und Rasenmäher nebeneinander, kann man die beiden schon mal verwechseln. Doch so ähnlich sie auch aussehen, sie erfüllen sehr unterschiedliche Zwecke.

Die Messer des Vertikutierers dringen in das Erdreich ein und erledigen dort gleich mehrere Aufgaben. Die Erde wird aufgelockert, sodass Nährstoffe und Wasser besser aufgenommen werden. Gleichzeitig wird unliebsames Grünzeug entfernt. Und schließlich werden die Wurzeln der bestehenden Grashalme angeritzt, wodurch sich neue Triebe bilden und der Rasen dichter und kräftiger nachwachsen kann.

Der Vertikutierer kommt also dann zum Einsatz, wenn Moose, Farne und andere Gewächse dem Rasen das Leben schwer machen. Dabei eignet sich die Zeit zwischen März und September am besten, aber auch Witterung und Bodenzustand müssen passen.

Bosch DIY AVR 1100 Unterseite

Die Unterseite des Bosch DIY Vertikutierer AVR 1100 zeigt die Messer des sogenannten „Jet-Collect-Systems“

Alle Infos zum richtigen Vertikutieren und einen Vergleich, welches Gerät für euch das beste ist, findet ihr im großen Vertikutierer-Test 2019.

Rasenpflege im Frühjahr: Für einen schönen Start in die Saison

Sobald die Temperaturen nachts auf 10 Grad oder mehr steigen, wissen auch die Grashalme, dass der Winter vorbei ist. Sie beginnen zu wachsen, und das ist auch schon der perfekte Zeitpunkt für den ersten Durchgang mit dem Rasenmäher. Den Rasenschnitt solltet ihr nun innerhalb von 10 bis 14 Tagen zwei- bis dreimal wiederholen. Erst dann kommt der Vertikutierer zum Einsatz.

Bosch DIY AVR1100 im Einsatz

Hier habe ich den AVR 1100 von Bosch im Einsatz

Ist die Frühjahrspflege damit abgeschlossen und der Rasen perfekt für den Sommer gerüstet? In den meisten Fällen leider nicht. Für einen dichten, weichen Bilderbuch-Rasen sind weitere Schritte nötig.

Kahle Stellen ausbessern

Sind abgestorbene Grashalme, Moose, Flechten und Co dank des Vertikutierers erst einmal entfernt, bleibt an ihrer Stelle was? Genau, nichts. An Stellen, die besonders verfilzt waren, prangen nach dem Vertikutieren oft unschöne Matsch-Flecken und kahle Lücken. Für durchgängiges, gesundes Grün müsst ihr Rasen nachsäen.

Einhell GC SC 2240 Testrasen

Unser Testrasen

Den Samen könnt ihr mit einem Streuwagen oder per Hand ausbringen. Mein Tipp: Wiegt eine Handvoll Samen ab, so bekommt ihr ein Gefühl für die richtige Menge. Aufschluss geben auch die Aufdrucke auf den jeweiligen Samen-Verpackungen. Bestreut die kahle Stelle mit ausreichend Samen und arbeitet sie mit dem Rechen oder einer Gartenkralle ein.

Vergesst nicht, die frisch bestreute Erde gut zu wässern. Es ist wichtig, dass die Keimlinge nicht austrocknen, also gießt ausgebesserte Stellen am besten täglich.

Lasst die neuen Grashalme groß und stark werden und mäht sie erst, wenn sie ungefähr 10 Zentimeter erreicht haben. Welchen Samen ihr zum Ausbessern verwendet, hängt von euren persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen ab. Am besten ist es, immer denselben Samen zu verwenden, damit der Rasen in Farbe und Struktur eine einheitliche Fläche bildet.

Mein Tipp: Lasst die Finger von Sprührasen und anderen vermeintlichen Wundermittelchen. Für viel Geld erhaltet ihr hier eine bunte Mischung Chemikalien, die einen guten Look erzeugen. In der Tiefe richten die chemischen Stoffe eher Schaden an, als dass sie eine positive Wirkung auf euer Erdreich haben. Investiert das Geld lieber in einen guten Rasensamen.

Sanden

Tatsächlich sind nicht nur gute Erde und die Qualität der Samen entscheidend für das Rasenwachstum. Auch der richtige Anteil Sand im Boden ist wichtig. Sandiger Boden ist luft- und wasserdurchlässiger als kompakte Erde. Somit werden die Rasenwurzeln gut belüftet, können Nährstoffe besser aufnehmen und es entsteht keine Staunässe.

Wenn ihr also sehr dichtes Erdreich mit hohem Lehmanteil habt, solltet ihr es nach dem Vertikutieren mit Sand versetzen. Aber bitte nicht den Spielplatz um die Ecke plündern oder bei der nächsten Baustelle etwas Sand abgreifen! Kalkarmer Quarzsand mit einer Körnung von maximal 2 Millimeter ist das Mittel der Wahl. Den bekommt ihr im Baumarkt unter dem treffenden Titel „Rasensand“.

Bosch DIY AVR 1100 sauberes Schnittbild

Nach dem Vertikutieren empfehle ich den sogenannten „Rasensand“

Tut euch dabei selbst einen Gefallen und kauft gewaschenen Sand. So vermeidet ihr Klümpchen und erspart euch das nervenaufreibende Waschen.

Pro Quadratmeter benötigt ihr je nach Bodenqualität etwa 5 Liter Sand. Den könnt ihr per Hand oder mit dem Streuwagen ausbringen und anschließend mit dem Rechen einarbeiten.

Mein Tipp: Mischt den Sand direkt mit dem Dünger. So könnt ihr zwei Arbeitsschritte in einem erledigen. Für alle, die auch gerne etwas mehr investieren, gibt es Luxus-Mischungen aus Sand und Dünger fertig zu kaufen.

Düngen

Falls ihr zu den glücklichen Gartenbesitzern mit sandigem Boden gehört oder das Sanden bereits erledigt habt, ist danach die richtige Zeit für eine ordentliche Portion Nährstoffe. Im Frühjahr den Rasen zu düngen ist wie ein Energiekick für die kommende Saison. Besonders wenn der Boden nach dem Vertikutieren locker und aufnahmefähig ist, helft ihr eurem Rasen durch das Düngen dabei, sich vom Winter zu erholen.

Auch hier hängt die Wahl des richtigen Düngers von euren speziellen Bedürfnissen ab. Mineralische Varianten wirken schnell und sind in der Anschaffung meist günstiger. Sie enthalten künstliche Nährstoffe und riechen neutral. Organische Düngemittel sind umweltfreundlicher, sie enthalten natürliche Nährstoffe und erinnern in ihrem Geruch an Gülle. Sie wirken verzögert, ihren Einsatz müsst ihr also vorausschauend planen.

Wie so oft gilt auch beim Düngemittel: Wer günstig kauft, kauft teuer. Besonders preiswerte Mineral-Dünger enthalten oft minderwertige Nährstoffe und können sogar mit Schwermetallen belastet sein. Damit ihr für eure Arbeit auch mit einem tollen Ergebnis belohnt werdet, nehmt lieber ein paar Euro mehr in die Hand.

Rasen kalken: Wann ist es nötig und wie wird’s gemacht?

Das Kalken gehört nicht zur alljährlichen Frühjahrspflege jedes Gärtners. Selbst langjährige Hobbygärtner hatten unter Umständen noch nie Rasenkalk in der Hand. Aber wenn trotz hingebungsvoller Pflege immer noch mehr Moos als Rasen wächst, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Boden eine Dosis Kalk vertragen könnte.

Ob das so ist, hängt vom pH-Wert ab, den ihr mit einem Set aus dem Baumarkt einfach testen könnt. Dabei werden folgende Werte unterschieden:

  • pH-Wert unter 7: Alkalisch (genug Kalk vorhanden)
  • pH-Wert genau 7: Neutral
  • pH-Wert über 7: Sauer (Kalk wird benötigt)

Wenn ihr feststellt, dass es eurem Boden an Kalk mangelt, solltet ihr sofort handeln. Ist das zufällig im Frühjahr, wäre die beste Zeit zum Kalken nach dem Vertikutieren und vor dem Düngen. Grundsätzlich könnt ihr aber das ganze Jahr über bei trockenem Wetter Rasenkalk ausbringen und müsst dazu nicht extra vorher vertikutieren.

Detailansicht einer Grasfläche, die mit Moos und anderem Unkraut versetzt ist

Stark vermooste Flächen des Rasens sind ein Zeichen für einen zu sauren (kalkarmen) Boden

Wie schon beim Nachsäen, Sanden und Düngen könnt ihr auch den Kalk per Hand oder mit einem Streuwagen verteilen. Hier lege ich euch allerdings den Streuwagen oder gute Gartenhandschuhe ans Herz. Bei zu viel Hautkontakt kann der Kalk unangenehme Reizungen verursachen. Achtet außerdem auf eure Pflanzen – einige davon, wie zum Beispiel Koniferen, vertragen keinen Kalk.

Einmal gekalkt, sollte der pH-Wert des Bodens für zwei bis drei Jahre im optimalen Bereich bleiben. Wenn ihr wisst, dass euer Boden dazu neigt, sauer zu sein, könnt ihr den Wert sicherheitshalber jährlich überprüfen. Dann steht einem saftig grünen Fußballstadion-Look nichts mehr im Wege.

Rasenpflege im Herbst

Zur Vorbereitung auf den Winter kann auch im Herbst etwas zusätzliche Rasenpflege nicht schaden. Das Wichtigste ist, dass ihr nicht zu früh mit dem Mähen aufhört. Bei entsprechender Witterung kann der letzte Schnitt durchaus noch Ende Oktober stattfinden.

Sicher kommt ihr euch komisch vor, in Winterklamotten den Rasenmäher anzuwerfen, aber es lohnt sich. Bei einer Länge von 4 bis 5 Zentimetern ist euer Rasen ideal gewappnet, das spärliche Sonnenlicht bis zu den Wurzeln aufzunehmen.

Auch ein letzter Energie-Snack vor dem Winter kann eurem Rasen helfen, im kommenden Frühling nicht gar so trist dazustehen. Eine Portion kaliumhaltiger Dünger stärkt die Abwehrkräfte der Grashalme. Ab dem Spätsommer findet ihr speziellen Herbst-Dünger im Baumarkt eurer Wahl.

Laub und Fallobst sind herbstliche Zusatzaufgaben, die so manchen Gartenbesitzer ordentlich in Atem halten. Da sich die Bäume mit dem Lauben leider an keine Uhrzeit halten, kann es schon mal vorkommen, dass ihr den Rechen mehrmals täglich schwingen müsst.

Staunässe unter einer Laubdecke oder faulendes Obst bieten den idealen Nährboden für Moos, Pilze und Wurzelfäule, die ihr im Frühjahr in Form von braunen Flecken zu spüren bekommt. Um das zu vermeiden, wird sich euer körperlicher Einsatz auszahlen.

Auch ein letztes Vertikutieren kann sich im Herbst lohnen. Wann das der Fall ist und sämtliche Infos rund um Vertikutierer und ihre Funktion haben wir im Vertikutierer-Test 2019 für euch zusammengefasst.

Vertikutierer Test Uebersicht

Meine Grünflächen profitierten von der ausgiebigen Pflege während des Vertikutierer-Tests

Schädlinge und Nützlinge: Geliebte und ungeliebte Tierchen

Ein Thema, das jeden Gartenbesitzer zur Verzweiflung bringen kann, sind Rasenschädlinge. Jede Tierliebe stößt schnell an ihre Grenzen, wenn Krabbel- und Pelztierchen für unschöne braune Flecken, abgestorbene Halme und große Löcher im Rasen sorgen. Die Giftkeule ist meistens keine gute Idee – schließlich will man ja nicht alles Leben im heimischen Garten ausrotten. Was also tun?

Gegen Krabbeltierchen wie Engerlinge oder Gartenlaubkäfer gibt es eine schöne, natürliche Methode. Nematoden, winzig kleine Fadenwürmer, fressen die Larven der Schädlinge und rotten sie somit aus. Für andere Tiere und Pflanzen sind die Nützlinge völlig ungefährlich. Die Tierchen bekommt ihr online oder in ausgewählten Fachmärkten.

Da die Würmer speziell zur Bekämpfung eines gewissen Schädlings gezüchtet werden, sterben sie automatisch aus, sobald sie ihren Wirt ausgerottet haben.

Etwas schwieriger gestaltet sich die Bekämpfung von Maulwürfen. Der eigentliche Nützling mutiert schnell zum Schädling, wenn er den Rasen mit Löchern und Erdhügeln übersät. Abgesehen von der Chemiekeule gibt es hier altbewährte Tipps, wie übelriechende Substanzen in die Maulwurflöcher zu kippen. Saure Milch oder Katzenkot können einem den Charme des eigenen Zuhauses allerdings durchaus vermiesen.

Aber auch Lärm mögen die blinden Super-Gräber überhaupt nicht. Häufiges Rasenmähen in der Nähe des Baus kann Abhilfe schaffen. Ihr könnt aber auch ein Flaschen-Konzert veranstalten. Hierzu steckt ihr leere Glasflaschen mit der Öffnung nach oben in die Erde in der Nähe des Maulwurf-Baus. Bläst der Wind in die Flaschen, ertönt so etwas wie Musik, die unterirdisch ordentlich Krach macht.

Gerüche und Lärm funktionieren übrigens auch gegen Wühlmäuse. Die natürlichen Fressfeinde der Mäuse sind Katzen, Eulen und andere Greifvögel. Falls ihr mit Wühlmäusen zu kämpfen habt, könnt ihr euch also auch ein Haustier zulegen oder euren Garten besonders attraktiv für die Jäger gestalten.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Ein besonders gepflegter Rasen erfordert viel Pflege und Hingabe. Gartenbesitzer werden dafür bei jedem Blick aus dem Fenster und jedem barfüßigen Schritt belohnt. Achtet trotzdem darauf, dass die Gartenpflege nicht in zu viel Arbeit ausartet. Schließlich ist das Beste an eurem eigenen Garten, dass ihr einen Ort zum Entspannen und Wohlfühlen habt. Ein eigenes Stück Natur, wo ihr die Seele baumeln lassen und euren Hobbies nachgehen könnt. Und das solltet ihr ausgiebig genießen.

AL-KO 112799

Nach getaner Arbeit könnt ihr euch an eurem gepflegten Rasen erfreuen

Habt ihr weitere Tipps für leuchtendes Grün und weiche Halme im heimischen Garten? Verratet sie uns!

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von Hans-Jürgen


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