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Author

von Arne

Zuletzt aktualisiert am: 19. June 2017

Kaffee aus dem Handfilter

Kaffee-Abo: Immer frischer Kaffee

Montagmorgen. Euer Wecker klingelt. Das Kaffee-Abo rettet dein Leben.

Was für eine Nacht war das denn bitte? Ihr habt euch immer hin und her gewälzt, weil heute die Präsentation vor dem Chef ansteht. Viele Gedanken gehen euch noch durch den Kopf. Von ausgeschlafen seid ihr noch ca. vier Stunden Schlaf entfernt, von wach noch ungefähr drei Espressos.

Also Augen auf, oder ein Auge, so lange das andere noch nicht will, und ab in die Küche. Heute sogar mal ohne Kontakt mit dem Türrahmen auf dem Weg. Vollkommen automatisiert nehmt ihr den Siebträger aus der Maschine und spannt ihn unter die Kaffeemühle. Ihr drückt auf den Startknopf und…. nichts passiert. Naja, ein ganz schreckliches Geräusch dringt an euer Ohr – das Geräusch, wenn die Mühle nichts mehr zum Mahlen hat. Die Bohnen sind alle. Dieser Zustand in dieser Situation ist euer persönlicher Super-GAU.

Ob die Erfinder von Kaffee-Abos auch in solchen Situationen gefangen waren, ist nicht überliefert. Auf jeden Fall haben sie eine Lösung für dieses Dilemma gefunden. Eine, die eigentlich auf der Hand liegt.

Was ist ein Kaffee-Abo eigentlich?

Wie der Begriff Abo schon vermuten lässt, geht es auch bei Kaffee-Abos um den regelmäßigen, automatisierten Bezug eines Produktes, in diesem Fall Kaffee. Ihr sucht also einmal euren Lieblingskaffee aus und werdet dann in einem beliebigen Intervall immer mit Nachschub versorgt.

immer Kaffee im Haus

So ist mein heißgeliebter Kaffee immer im Haus

Anbieter für ein Kaffee-Abo

Für den deutschen Markt war Sonntagmorgen.com der erste Anbieter von Kaffee-Abos.Seitdem sind einige dazugekommen. Weil wir euch leider nicht mehr mit Kaffee versorgen, haben wir uns nach guten Alternative umgesehen:

  • Coffee Circle: Coffee Circle bietet viele Kaffees an, dabei liegt der Fokus auf Bohnen aus Äthiopien. Toller Kaffee mit einem sehr gutem Service.
  • Flying Roasters: Der neue Geheimtipp in Berlin. Die Flying Roasters ist ein richtig sympathisches Team und hervorragend Kaffee rösten sie auch! Außerdem gibt es für Abonnenten manchmal kleine Geschenke wie einen echten Kaffeesack.
  • The Barn: The Barn röstet in Berlin unglaublich guten Kaffee. Natürlich heißt es dort nicht Abo sonder “Monthly subscription”. Für alle die fruchtige Kaffees lieben und bereit sind für diese auch ordentlich Geld auszugeben.
  • Happy Coffee: Hier gibt es bisher einen Espresso und einen Filterkaffee aus Mexiko. Geröstet werden die Kaffeebohnen in Hamburg. Eine gute Idee für alle die Kaffee für den Kaffeevollautomaten suchen.
  • Kaffi Schopp: Dieser Anbieter hat sich auf Produkte aus schweizer Röstereien spezialisiert. Der Betreiber Johannes Lacker schreibt schon seit Jahren einen Kaffee-Blog.

Auch einige größere Anbieter wie zum Beispiel Tchibo bieten mittlerweile Abo-Modelle an. Da ich aber auf Grund ihres Geschmacks und ihrer Qualität Kaffees von kleinen Röstereien bevorzuge, sei das hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Die Ursprünge der Kaffee-Abos

Bevor es Kaffee-Abos für Privatleute gab, war dies in Unternehmen schon lange die Norm. In vielen Unternehmen gehört die gemeinsame Kaffeepause zum Arbeitsalltag. Oft entstehen bei diesen Zusammentreffen sogar die besten Ideen. Auch aus diesem Grund achten immer mehr Firmen auf eine dauerhafte Versorgung ihrer Mitarbeiter mit Kaffee.

Wegen der einfachen Abwicklung sind viele Unternehmen zu Kaffee-Abos gewechselt, anstatt immer die arme Sekretärin loszuschicken. So bekommen sie frischen Kaffee geliefert und der Nachschub kommt zur richtigen Zeit in der richtigen Menge.

Was bei Unternehmen funktioniert, kann bei Privatleuten nicht verkehrt sein. Das haben sich wahrscheinlich auch die ersten Firmen gedacht, die Kaffee-Abos für den Hausgebrauch angeboten haben. Ob das Modell wirklich funktioniert, kann man als Außenstehender nicht wirklich beurteilen. Dass immer mehr Anbieter mit einem Abo-Modell auftauchen, ist allerdings ein Indiz für einen Erfolg.

Vorurteile gegen Abo-Modelle

Der deutsche Verbraucher reagiert bei dem Wort “Abo” meistens abweisend. Ein Grund sind mit Sicherheit die Abo-Strukturen unserer lieben Mobilfunkkonzerne. Diese negativen Erfahrungen schrecken viele Kunden dann auch bei anderen Produkten ab.

Bei Kaffee läuft es zum Glück anders!

Die meisten Anbieter von Kaffee-Abos haben das gerade genannte Probleme verstanden und ihre eigenen Modelle entsprechend anders gestaltet. Ihre Abos fühlen sich daher eher wie regelmäßige Einzelbestellungen an, die man jederzeit beenden kann.

Ein etwas anderes Abo-Modell

Ein etwas anderes Abo-Modell

Trotzdem bieten sie viele Vorteile gegenüber einer Einzelbestellung.

Vorteile eines Kaffee-Abos

Nicht alle Anbieter bieten alle der folgend genannten Punkte an. Es lohnt also ein kurzer Blick ins Kleingedruckte, bevor ihr ein Abo abschließt.

Vorteile bei der Abwicklung

  • Durchgehende Versorgung: Mit einem Kaffee-Abo habt ihr immer frischen und vor allem genügend Kaffee im Haus.
  • Anpassbares Lieferintervall: Ihr kennt euren Kaffeeverbrauch am besten. Deshalb könnt ihr auch bestimmen, in welchem Intervall eure Lieferung kommt. Falls ihr doch mehr oder weniger trinkt als vorher gedacht, könnt ihr das Intervall problemlos anpassen.
  • Pausieren: Ihr wollt euren Kaffeebauern mal vor Ort besuchen und braucht in der Zeit keinen Kaffee. Ihr könnt das Abo jederzeit pausieren und später fortsetzen.
  • Jederzeit kündbar: Falls ihr doch noch eine bessere Variante für euren Kaffeebezug gefunden habt, könnt ihr das Abo jederzeit kündigen.
  • Einkaufstasche voll: Euer Kaffee wird euch direkt nach Hause bis zu eurer Tür geliefert.
  • Keine Zusatzkosten: Ihr zahlt wirklich nur den Kaffee, die Versandkosten sind inklusive. Einige Anbieter berechnen erst ab der zweiten Lieferung keine Versandkosten mehr.
  • Erinnerung per Mail: Wenige Tage vor der Lieferung bekommt ihr eine Mail als Erinnerung. Dann bleibt euch immer noch genügend Zeit, die Lieferung anzupassen, falls nötig.
  • Zahlung nach Versand: Es gibt keine Vorauszahlung. Die Abbuchung erfolgt erst, wenn das Paket schon verschickt wurde.
  • Rabatte: Bei Abschluss eines Abos bieten einige Anbieter einen Rabatt auf den Preis an.

Geschmackliche Vorteile

  • Immer frischer Kaffee: Der Kaffee sollte von der Röstung frisch zu euch nach Hause kommen. Dadurch bleibt der Geschmack sehr gut erhalten. An dieser Stelle lohnt sich ein Blick in die genaue Beschreibung des Anbieters. Steht dort “röstfrische Lieferung” oder ähnliches, bekommt ihr auch wirklich frischen Kaffee. Bei Coffee Circle ist dies zum Beispiel der Fall. Noch besser ist natürlich, wenn euch das genaue Röstdatum angegeben wird.
  • Kurze Lagerung: Vorbei sind die Zeiten des langen Aufbewahrens. Ihr könnt einfach häufig kleine Pakete bestellen, anstatt einmal ein großes. Dadurch habt ihr weniger Aufwand mit der Suche nach der perfekten Lagerung.
  • Abwechslung möglich: Der letzte Kaffee war schon gut, aber das geht bestimmt noch besser?! Dann passt einfach eure gewählte Sorte an und probiert euch so vollkommen unkompliziert durch das Sortiment.

Nachteile eines Kaffee-Abos

Auch auf die Gefahr hin, parteiisch zu klingen: Ich kann nur wenige Nachteile bei einem Kaffee-Abo finden.

Ein Problem kann sich natürlich ergeben, wenn es euren Anbieter auf einmal nicht mehr gibt. Das wird er euch wahrscheinlich im Vorfeld mitteilen, aber ein Handeln eurerseits wird auf jeden Fall notwendig.

Auch wenn die Abo-Modelle meistens sehr flexibel gestaltet sind, binden sie den Kunden doch erstmal an eine Rösterei. So kann es natürlich passieren, dass sich der Abonnent aus Gewohnheit nicht mehr von einem Anbieter wegbewegt.

Gewohnheit Rösterei

Schon so an die Rösterei gewöhnt? Einfach mal neues ausprobieren

Ein weiterer Punkt ist kein direkter Nachteil des Abo-Modells an sich, sollte aber auch berücksichtigt werden:

Ihr habt euren Lieblingskaffee bei der kleinen Rösterei eures Vertrauens schon gefunden und seid diesem seit längerer Zeit treu. Die Rösterei bietet aber keine Abos an.

Für wen eignet sich ein Kaffee-Abo?

  • Kaffee-Liebhaber generell: Durch die geringe Zeit zwischen Röstung und Verkostung bleiben sehr viele Aromen enthalten.
  • Leidenschaftliche Vieltrinker: Ihr bekommt gar nicht mit wie eure Bohnen alle werden, so sehr seid ihr mit Kaffeetrinken beschäftigt?  Dann ist das Abo definitiv etwas für euch.
  • Genussvolle Wenigtrinker: Kaffee ist für euch Genuss. Trotzdem trinkt ihr nicht sehr viel, warum auch immer. Im Abo könnt ihr auch kleine Mengen bestellen und dabei jedes Mal die Frische der neuen Lieferung genießen.

Alternative zum Kaffee-Abo: die Kaffee-Flatrate

Eine interessante Alternative zum Kaffee-Abo ist die Kaffee-Flatrate. Die Zielgruppe hierfür sind Kaffee-Enthusiasten, die ihr Lieblingsgetränk meistens außerhalb der eigenen vier Wände zu sich nehmen.

Der Kunde zahlt dabei über eine App vorab einen gewissen Betrag und kann dafür in teilnehmenden Cafés so viel Kaffee trinken, wie er möchte. Einfacher schwarzer Kaffee ist dabei auch als Flatrate günstiger als beispielsweise Cappuccino oder Latte Macchiato. Die Apps zeigen dem Nutzer natürlich vorher an, ob sein Café an dem Programm teilnimmt.

Leider gibt es für diesen Service in Deutschland aktuell keinen Anbieter. Die Frage ist dabei auch, ob es genug Teilnehmer für ein solches Programm gibt. Um zu funktionieren, benötigt es ja ausreichend Geschäfte, Röstereien und vor allem Kunden.

Ich erwähne es aber trotzdem gern, da ich das Konzept für sehr interessant halte.
Ihr könnt ja mal Augen und Ohren offenhalten und mich informieren, wenn ihr ein solches Produkt in Deutschland entdeckt.

Fazit

Ich mag Kaffee-Abos. Sie bieten viele Vorteile und haben nur sehr geringe Nachteile. Selbst für Kaffeetrinker, die bei jedem Rösterei-Besuch einen neuen Kaffee mit nach Hause nehmen, sind solche Abos interessant. Bei Coffee Circle könnt ihr sogar zwischen den verschiedenen Kaffees von Lieferung zu Lieferung wechseln. Und auch der Wechsel zwischen den Anbietern ist sehr schnell möglich, sollte euer Anbieter euren neuen Lieblingskaffee nicht führen.

Ich halte es mit Kaffee-Abos so: sie sind ideal um den Grundbedarf sicherzustellen, auch wenn man mal eine hektische Arbeitswoche hat. Darüber hinaus gehe ich aber auch gerne in kleine Röstereien. Dort bekomme ich häufig noch mal neue Aromen und Röstungen präsentiert. Und ich kann mich persönlich mit dem Besitzer austauschen.

Alles in allem halte ich Kaffee im Abo aber für eine gute Entwicklung. Ich empfehle den Vieltrinkern unter euch deshalb, der Sache mal eine Chance zu geben.

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