Herkunft & Sorten
Grob kann man zwischen zwei Kaffeesorten unterscheiden: Dem Hochlandkaffee "Arabica" und dem widerstandsfähigen "Robusta", der auch im Tiefland gedeiht. Durch den hohen Anteil an Kaffeeölen ist der Arabica sehr aromatisch. Der Robusta hat mehr Bitterstoffe und einen rauhen Geschmack. Uns schmeckt er gerade deshalb, und mit seinem hohen Koffeingehalt (mehr als doppelt so viel wie beim Arabica) hat er uns so manche durchwachte Nacht erleichtert.
Wer seinen Kaffee gern mit dicker Crema genießt, der sollte vielleicht ein wenig Robusta beimischen, denn er beinhaltet deutlich weniger Kaffeeöle, die zwar sehr aromatisch sind, aber die Crema instabil machen. Ihr Anteil im Robusta ist mit etwa 10 % wesentlich höher als im Arabica. Eine ähnliche Konzentration findet sich sonst nur noch in Mate-Tee. Manche Menschen reagieren auf diese Säure allerdings empfindlich und sollten Arabica-Kaffee bevorzugen.
Unsere Sorten
Die Aromen des Kaffees werden wesentlich von seinem Anbaugebiet geprägt und sind unglaublich vielfältig. Diese Unterschiede sind in den standardisierten Mischungen der Großröster kaum noch zu schmecken. Wir rösten reine Sorten ausgesuchter Plantagen. So kommt die Besonderheit eines jeden Kaffees in der Tasse zur Geltung. Wenn Du noch nicht weißt, welcher Kaffee Dir schmeckt, empfehlen wir Dir, zunächst unser Probierset oder eine Auswahl reiner Sorten zu bestellen, bevor Du mit dem Mischen beginnst. Bei der Auswahl sollen Dir die folgenden Beschreibungen helfen. Unsere 9 verschiedenen Kaffeesorten sind hier nach ihrem Geschmack (von mild nach stark) geordnet.
1) Nicaragua Maragogype2) Indonesien Java
3) Mexiko (fair gehandelt)
4) Kenya Pearl
5) Äthiopien Sidamo (fair gehandelt)
6) Brasilien Santos
7) Indian Pearl Mountain
8) Peru (fair gehandelt)
9) Robusta Indian Parchment
Der Staat Nicaragua liegt in Zentralamerika. Er grenzt im Norden an Honduras und im Süden an Costa Rica sowie im Westen an den Pazifik und im Osten an die Karibik. Nicaragua wird parallel zur Pazifikküste von einer Kette aktiver Vulkane durchzogen, weshalb es auch das „Land der tausend Vulkane“ genannt wird.
Der Maragogype reift in 1.500m Höhe auf vulkanischem Boden und wird auf kleinen Fincas geerntet und aufbereitet. Schon lange ist Nicaragua für hochwertigen Kaffee unter Kennern ein Geheimtipp. In den bergigen Regionen werden in bis zu acht Durchgängen nur die reifen Kaffeekirschen von Hand geerntet. Dies ist erforderlich, da nicht alle Kaffeekirschen zur gleichen Zeit reif sind, sondern vielmehr an einem Kaffeestrauch Blüten, grüne und bereits reife Kaffeekirschen hängen können. Der Maragogype wird zu Recht „Elefantenbohne“ genannt: Die Bohnen sind viel größer als die anderer Sorten.
Auf der Suche nach immer besseren Kaffeequalitäten haben wir diesen Nicaragua Maragogype gefunden. Durch die faszinierende, gleichmäßig große Bohne haben wir dem Nicaragua Maragogype gegenüber der mexikanischen Elefantenbohne den Vorzug gegeben. Auch in der Tasse liegt dieser Kaffee weit vor dem Mexico Maragogype. Als ausgesprochen würzig und beinahe cremig könnte man diesen Kaffee beschreiben. Sehr harmonisch, weich mit einer leichten Fülle und dennoch eleganter, süßer Note.
Java, auch Jawa, ist eine der vier Inseln der Großen Sunda-Inseln der Republik Indonesien neben den weiteren Hauptinseln Sumatra, Borneo (Kalimatan) und Sulawesi. Auf Java liegt auch die indonesische Hauptstadt Jakarta.
Dieser Kaffee wird im ganzen Inselstaat Java angebaut, und Java steht für einen der großen Namen in der Kulturgeschichte. Die Kaffeebäume wurden Mitte des 17. Jahrhunderts von den Holländern in Indonesien eingeführt - der erste auf Java geerntete Kaffee wurde jedoch angeblich schon 1712 in Amsterdam verkauft. Im Jahr 1877 zerstörte jedoch der Kaffeerost (Schimmelpilz) nahezu alle Plantagen, und so wurden als Ersatz für die alten und anfälligen Arabica-Pflanzen Robusta-Gewächse aus Afrika importiert. Heute machen Arabica-Bohnen ca. sechs bis zehn Prozent der Gesamternte aus. Der Kaffee wird größtenteils auf kleinen Plantagen erzeugt; diese sind zu etwa 90 Prozent an der Gesamtproduktion beteiligt. Java-Kaffee ist ein aromatischer, säurearmer Kaffee, der von Natur aus mild und sehr ausgewogen im Geschmack ist.
Dieser Kaffee hat einen leicht erdigen Geschmack. Hinzu kommt ein mildes, fast sanftes Aroma mit leicht süßem Nachgeschmack. Durch den fairen Handel können die Lebensbedingungen der indianischen Kleinbauern in den süd-mexikansichen Bundesstaaten Chiapas und Oaxaca, die den ökologischen Kaffeeanbau traditionell betreiben, verbessert werden. Der Faire Handel zahlt Preise, die deutlich über dem Weltmarktniveau liegen. Dies ermöglicht den Kleinbauern neben besseren Einkünften auch Investitionen in Gesundheitsversorgung und Ausbildung. So wird die Selbständigkeit und Gleichberechtigung der im globalen Handelsgeschehen benachteiligten Produzenten gefördert. (Quelle: gepa)
Kenia (Swahili, engl.: Kenya) ist ein Staat in Ostafrika. Er grenzt an den Sudan, Äthiopien, Somalia, Tansania, Uganda und den Indischen Ozean.
Von hier kommt unser Kenya Pearl, ein Kaffee mit schokoladig, kräftig-würzigen, weinigem Geschmack. Perlbohnen sind von seltener Schönheit und noch dazu von botanischer Rarität. Sie wurden lange Zeit per Hand aus den Rohkaffees ausgelesen und galten als besondere Kostbarkeit. Daher kommt bei diesem Kaffee auch der vollmundige und langanhaltende Geschmack hervorragend zum Ausdruck.
5) Äthiopien Sidamo (fair gehandelt)
Der Anbau dieses feinen Hochland-Sidamo-Arabica ist für viele Bauern die einzige Einnahmequelle in diesem ostafrikanischen Staat. Ein Großteil dieses Sidamos wird auf Natur-Plantagen wildwachsend im Urwald geerntet. Dadurch ist Kunstdünger bei seinem Anbau nicht nötig. Der Sidamo ist würzig-scharf, stark, dabei aber säurearm und dadurch sehr magenfreundlich. Zu seinem ausgesprochen würzig-kräftigen Aroma gesellt sich eine schokoladig-schwere Fülle. Trotz dieser Vollmundigkeit schmeckt der Sidamo dabei nicht herb, sondern weich und blumig.
Der Santos gehört zu den besten Arabica-Sorten Brasiliens. Mild, schokoladig und von ausgewogener Säure. Lieblich im Aroma bei einer helleren Röstung.
Unter all den Kaffees, die uns aus Brasilien erreichen, nimmt der Brazil Santos eine besondere Stellung ein. Dies ist umso bemerkenswerter, als Brasilien mit ca. 30 % Weltmarktanteil immerhin der größte Kaffeeproduzent der Welt ist und entsprechend viele, unterschiedliche Sorten produziert. Bei der Größe des Landes ist es ohnehin schwierig, von „dem“ brasilianischen Kaffee zu sprechen. Sucht man nach einem gemeinsamen Nenner, so kann man auf einen weichen, naturmilden Geschmack und einen geringen Säuregehalt verweisen.
Mit diesen Qualitäten bilden die Kaffees aus Brasilien die Basis für einen guten Espresso: Sie steuern süße, manchmal bittersüße, schokoladige Rösttöne zum Espresso-Geschmackserlebnis bei und sorgen in der Tasse für einen robusten Körper und eine außerordentliche Crema. Die Klassifizierung der brasilianischen Kaffees erfolgt auf Basis eines traditionellen Systems, das sich an der Ursprungsregion genauso orientieren kann wie an dem Namen des Verschiffungshafens. So ist „Santos“ ursprünglich der Name des Hafens, von dem der Rohkaffee verschickt wurde.
Indischer Kaffee ist vor allem wegen seines speziellen Aufbereitungsverfahrens, dem "Monsooning", interessant. Als die Waren noch per Segelschiff transportiert wurden, dauerte die Überfahrt nach Europa mehrere Monate, in denen die grünen Bohnen hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt waren. Dabei veränderten sich Geschmack und Farbe und die Bohnen hatten am Ende der Reise einen seltsamen Gelbstich. Die Verbraucher hatten sich an diese Veränderung gewöhnt und darum wird heute das "Monsooning" gezielt eingesetzt, indem die Bohnen während des Monsuns in oben offenen Lagerhäusern der Witterung ausgesetzt werden. Der Indian Pearl Mountain hat den Ruf, einer der aromatischsten in der Welt zu sein. Er ist ein vollmundiger Waldkaffee aus Indien mit einem samtigen und würzigen Geschmack. Er ist betont säurearm und ist besonders gut geeignet für Vollautomaten (Kaffee, Espresso).
Peru ist ein Staat im westlichen Südamerika und grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien, im Süden an Chile und im Westen an den Pazifik. Zusammen mit 5 weiteren südamerikanischen Ländern, liefert Peru fast 50 % der weltweiten Kaffeeproduktion. Der von uns verwendete Arabica weist wie auch die anderen südamerikanischen Kaffees eine angenehme Kombination zwischen Säure und Süße vor. Durch seinen feinen und eleganten Körper findet dieser Kaffee bei vielen Kaffeeliebhabern Gefallen. Nach dem ersten Abkühlen entfaltet sich jene leichte Fruchtigkeit die typisch für diesen Kaffee ist. Außerdem verfügt unser Peru-Kaffee über das GEPA-Siegel für fairen Handel.
Indien gilt als Toperzeugerland für hochwertigsten Robusta und widerlegt klar das Vorurteil, daß Robustabohnen geringwertiger als Arabicas sind. Im Gegenteil, der von uns verwendete Robusta Indian Parchment brilliert mit feiner Würze und gutem Körper. Der Robusta ist aufgrund seines hohen Koffeingehaltes ein starker Kaffee. Er ist herb, rauh, dabei aber magenschonend und anregend. Unser Robusta eignet sich besonders gut zum Mischen mit unseren Arabica-Sorten. Durch die Robusta-Zusetzung verbessert sich die Crema-Bildung für den Kaffee.
